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Mittwoch, 29. Juni 2016  

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Der inszenierte Terrorrismus: Die CIA und Al Qaida

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Von MICHEL CHOSSUDOVSKY.


Eines der wichtigsten Ziele der US-amerikanischen Kriegspropaganda besteht darin, sich ein „Feindbild zu erschaffen“, eine „Gefahr von Außen“ – personifiziert in diesem Fall durch Osama bin Laden – welche „Amerika bedroht“.

Dieses Feindbild rechtfertigt nun einen Präventivkrieg gegen „islamische Terroristen“, um das Vaterland zu verteidigen. Somit wird die Realität ins Gegenteil verkehrt: Die USA greifen nicht an, die USA werden angegriffen.

Als Folge der Ereignisse vom 11. September wurde dieses selbst erschaffene Feindbild der „Gefahr von Außen“ schließlich dazu benutzt, die wirklichen strategischen und ökonomischen Motive für den Krieg im Nahen Osten und Zentralasien zu verschleiern. Unter dem Banner der Selbstverteidigung wird dieser Präventivkrieg als „gerechter Krieg“ mit einem humanitärem Auftrag dargestellt.

Nun, da die Antikriegsstimmung im Land zunimmt und die politische Legitimierung der Bush-Regierung immer mehr zu bröckeln beginnt, muss etwas getan werden, um die immer lauter werdenden Zweifel an der Existenz dieser imaginären „Gefahr von Außen“ zu zerstreuen.

So wird die Bekämpfung des Terrorismus zum Bestandteil der Kriegspropaganda und die Medien werden fleißig mit Desinformationen gefüttert. Die Terrorwarnungen müssen möglichst „authentisch“ erscheinen, damit das Ziel, die gegenwärtigen Terrorgruppen als „Feinde Amerikas“ darzustellen, erreicht werden kann.

Ironischerweise ist gerade die so oft als „Feind Amerikas“ und Verursacher der Anschläge vom 11. September dargestellte Gruppe Al Qaida in Wirklichkeit eine Schöpfung der CIA.

Seit dem Beginn des Krieges zwischen Afghanistan und der Sowjetunion in den frühen 1980er Jahren hat der US-Geheimdienstapparat die Entstehung der „Islamischen Brigaden Afghanistans“, den Ursprung Al Qaidas, unterstützt und in der Folge alles dafür getan, die Wahrheit über die Entstehungsgeschichte dieses selbst erschaffenen „Staatsfeindes Nummer Eins“ auszulöschen.

Der US-Geheimdienstapparat hat sich seine eigenen Terrorgruppen erschaffen - und infolgedessen auch die Terrorwarnungen bezüglich eben jener selbst erschaffenen Terrorgruppen. Mittlerweile ist daraus eine zusammenhängende, milliardenschwere Kampagne zur Verfolgung und Bekämpfung des Terrorismus geworden.

Osama bin Laden und seine Gefolgsmänner, von den westlichen Medien entsprechend dargestellt, mutieren in diesem Kampf gegen den Terror zu den ersten Schreckgespenstern Amerikas nach Ende des kalten Krieges, welche die westliche Demokratie bedrohen. Die Annahme, dass Amerika durch „islamische Terroristen“ bedroht wird, durchzieht das gesamte US-Sicherheitssystem und dient der Rechtfertigung von Angriffskriegen im Nahen Osten und gleichzeitig der Implementierung von Überwachungsstaatstrukturen im eigenen Land.


Geschichtlicher Hintergrund

Wo liegen die historischen Wurzeln von Al Qaida und wer ist Osama bin Laden?

Der vermeintliche Drahtzieher hinter den Terroranschlägen vom 11. September, der in Saudi-Arabien geborene Osama bin Laden, wurde während des Afghanistankrieges “ironischerweise durch die CIA zur Bekämpfung sowjetischer Eindringlinge“ rekrutiert. (Hugh Davies: Informers’ point the finger at bin Laden; Washington on alert for suicide bombers. The Daily Telegraph, London, 24. August 1998)

Im Jahre 1979 begann in Afghanistan die bis dahin größte verdeckte Operation in der Geschichte der CIA.

„Zwischen 1982 und 1992 beteiligten sich etwa 35.000 muslimische Extremisten aus 40 islamischen Staaten am Krieg Afghanistans gegen die Sowjetunion, aktiv unterstützt durch Pakistans Geheimdienst ISI und die CIA, deren gemeinsames Ziel es war, den afghanischen Dschihad zu einem weltweiten Krieg aller muslimischen Staaten gegen die Sowjetunion auszuweiten. Zehntausende begannen in den pakistanischen Madrasas [Koranschulen] zu studieren. Letztendlich wurden mehr als 100.000 ausländische muslimische Extremisten direkt durch den afghanischen Dschihad beeinflusst.“ (Ahmed Rashid: The Taliban: Exporting Extremism. Foreign Affairs, November-December 1999)

Dieses Projekt der US-Geheimdienststrukturen wurde durch den pakistanischen Geheimdienst ISI aktiv unterstützt, welcher damit betraut war, den Islamischen Brigaden verborgene militärische Unterstützung zur Verfügung zu stellen und zusammen mit der CIA die Madrasas und Trainingscamps der Mudschaheddin zu finanzieren.

Diese Unterstützung der Mudschaheddin durch die US-Regierung wurde der Weltöffentlichkeit als „notwendige Antwort“ auf die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan im Jahr 1979 präsentiert, welche geschah, um die pro-kommunistische Regierung Babrak Kamals zu unterstützen.

Die Geheimdienstoperationen der CIA in Afghanistan, welche die Heranbildung der „Islamischen Brigaden“ beinhaltete, begannen aber schon weit vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Das wahre Motiv Washingtons bestand in der absichtlichen Provokation eines Bürgerkrieges, der nun seit mehr als 25 Jahren andauert.

Die Rolle der CIA bei der Entstehung von Al Qaida wird besonders in einem Interview deutlich, welches Zbigniew Brzezinski, zu jener Zeit Berater für nationale Sicherheitsfragen (National Security Adviser) unter Jimmy Carter, im Jahr 1998 gab:

Brzezinski: In der offiziellen Version der Weltgeschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch die CIA in den 1980er Jahren, sprich nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Afghanistan [am] 24. Dezember 1979. Die bisher gut behütete Realität dahinter sieht jedoch völlig anders aus. Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter den ersten Befehl zur verdeckten Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul bereits am 03. Juli 1979. Am gleichen Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Nachricht, in der ich ihn darauf hinwies, dass meiner Ansicht nach diese Unterstützung unweigerlich zu einer sowjetischen Militärintervention führen würde.

Frage: Aber trotz dieses Risikos waren sie ein Befürworter dieser verdeckten Operation. Vielleicht wünschten Sie sich ebenfalls eine Kriegserklärung der Sowjetunion und wollten diese provozieren?

Brzezinski: Das ist so nicht ganz richtig. Wir haben die Russen nicht gedrängt zu intervenieren, wir haben nur absichtlich die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.

Frage: Als die Sowjets ihre Intervention mit der Bekämpfung einer verdeckten Einmischung der Vereinigten Staaten in Afghanistan begründeten, glaubte ihnen niemand, obwohl diese Aussage im Grunde genommen richtig war. Bereuen Sie diesen Schritt aus heutiger Sicht nicht?

Brzezinski: Was soll ich bereuen? Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten und sie erwarten ernsthaft, dass ich das bereue? Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.

Frage: Und sie bereuen es also auch nicht, den islamischen Fundamentalismus unterstützt und somit Waffen und Know-how an zukünftige Terroristen weitergegeben zu haben?

Brzezinski: Was ist wohl bedeutender im Lauf der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zerfall des sowjetischen Reiches? Ein paar verwirrte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges? (The CIA’s Intervention in Afghanistan, Interview with Zbigniew Brzezinski, President Jimmy Carter’s National Security Adviser. Le Nouvel Observateur, Paris, 15.-21. January 1998; Veröffentlichung in Englisch: Centre for Research on Globalisation: http://www.globalresearch.coa/articles/BRZ110A.html. Kursivschrift wurde hinzugefügt)

Laut Brzezinskis Bericht wurde ein „militantes islamisches Netzwerk“ von der CIA gegründet.

Der „islamische Dschihad“ (oder der heilige Krieg gegen die Sowjets) wurde ein substantieller Bestandteil der Machenschaften der CIA. Er wurde durch die USA und Saudi Arabien vorangetrieben, wobei ein bedeutender Anteil der Mittel hierfür aus dem fluktuierenden Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes stammte:

“Im März 1985 unterzeichnete Präsident Reagan die National Security Decision Directive 166 …, [durch welche] eine verstärkte militärische Unterstützung der Mudschaheddin genehmigt [wurde] und welche ebenfalls die neuen Ziele des geheimen Krieges in Afghanistan offenbarte: den Sieg über die sowjetischen Truppen in Afghanistan durch verdeckte Aktionen sowie den Rückzug der Sowjets aus Afghanistan. Diese neue verdeckte Unterstützung durch die Vereinigten Staaten begann zunächst mit einer drastischen Aufstockung militärischer Güter – diese stieg bis 1987 stetig bis auf 65.000 Tonnen pro Jahr … sowie mit einem „endlosen Strom“ von Spezialisten der CIA und des Pentagons, welcher sich auf der Hauptstrasse nahe Rawalpindi in Pakistan zu den geheimen Hauptquartieren der pakistanischen ISI bewegte. Dort trafen sich die Spezialisten der CIA mit Agenten des pakistanischen Geheimdienstes, um bei der Planung von Operationen der afghanischen Rebellen zu helfen”. (Steve Coll, The Washington Post, July19, 1992)

Die CIA benutzte die pakistanische ISI als Vermittler und spielte somit eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung der Mudschaheddin. Im Gegenzug wurde das von der CIA gesponserte Guerillatraining in den Islamunterricht integriert. Die Madrasas wurden von fundamentalistischen Wahhabiten errichtet, deren Finanzierung aus Saudi-Arabien stammte: „Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten wurden durch den pakistanischen Diktator General Zia ul Haq Tausende religiöser Schulen erbaut, die sich zu Keimzellen der Taliban entwickelten.” (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA): RAWA Statement on the Terrorist Attacks in the U. S.. Centre for Research on Globalisation (CRG), http://globalresearch.ca/articles/RAW109A.html, 16. September 2001)

Vorherrschende Themen dieser Schulen waren der Islam als komplette sozialpolitische Ideologie, die Verletzung der Werte des heiligen Islam durch die atheistischen Sowjet-Truppen sowie die Notwendigkeit einer Revolte gegen das linksgerichtete, von Moskau unterstützte afghanische Regime zwecks einer Wiederherstellung der Unabhängigkeit des afghanischen Volkes. (Dilip Hiro: Fallout from the Afghan Jihad. Inter Press Services, 21 November 1995)


Pakistans ISI als „Vermittler“

Die verdeckte Unterstützung des „islamischen Dschihads“ funktionierte indirekt über die pakistanische ISI, was bedeutet, dass die CIA ihre Mittel nicht direkt in die Reihen der Mudschaheddin einbrachte. Um den „Erfolg“ dieser verdeckten Operationen zu sichern, war Washington sehr darauf bedacht, das wahre Ziel dieses „Dschihads“ – nicht nur die Destabilisierung der säkularen (pro-sowjetischen) Regierung Afghanistans, sondern letztendlich die Zerstörung der Sowjetunion - nicht zu offenbaren.

Die Äußerung des CIA Agenten Milton Beardman “Wir haben keine Araber ausgebildet.” lässt sich durch die Aussage von Abdel Monam Saidali vom Al-Ahram Zentrum für Strategische Studien in Kairo widerlegen: „Bin Laden und die „afghanischen Araber“ wurden durch hoch entwickelte Trainingsarten ausgebildet, welche von der CIA vermittelt wurden. (National Public Radio: Weekend Sunday (NPR) with Eric Weiner and Ted Clark. 16. August 1998)

Der CIA Agent Beardman bestätigte in diesem Zusammenhang auch, dass Osama bin Laden selbst nicht wusste, welche Rolle er im Namen Washingtons spielte. Laut Beardman sagte bin Laden: “Weder ich noch meine Brüder konnten Hinweise für eine amerikanische Hilfe erkennen.” (National Public Radio: Weekend Sunday (NPR) with Eric Weiner and Ted Clark. Abschrift, 16. August 1998)

Angestachelt durch Nationalismus und religiösen Eifer waren die islamischen Krieger blind für die Tatsache, dass sie die sowjetische Armee in Wahrheit stellvertretend für Uncle Sam bekämpften. Es gab zwar Kontakte auf den höheren Ebenen der Geheimdienststrukturen, aber die am Kriegsgeschehen beteiligten islamischen Rebellenführer hatten keinerlei Kontakte zur CIA oder nach Washington.

Unterdessen entwickelte sich die pakistanische ISI mit Hilfe massiver militärischer Unterstützung der Vereinigten Staaten und Rückendeckung durch die CIA zu einer „Parallelstruktur, die enormen Einfluss auf die gesamte Regierung hatte“. (Dipankar Banerjee: Possible Connection of ISI With Drug Industry. India Abroad, 2. December 1994). Die ISI bestand aus geschätzten 150.000 Mitgliedern, welche sich aus Militär- und Geheimdienstmitarbeitern, Bürokraten sowie verdeckten Ermittlern und Informanten zusammensetzten. (ebd.)

Die Operationen der CIA hatten mittlerweile dazu geführt, dass das pakistanische Militärregime unter General Zia ul Haq zunehmend gestärkt wurde:
“Die Beziehungen zwischen der ISI und der CIA waren durch die von [General] Zia durchgeführte Amtsenthebung Bhuttos und die Implementierung des Militärregimes immer intensiver geworden. … Pakistans Haltung war in weiten Teilen des Afghanistankrieges sehr antisowjetisch geprägt, mehr als dies jemals in den USA der Fall gewesen war. Schon kurz nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan im Jahr 1980 schickte Zia [ul Haq] seinen ISI Chef los, um die sowjetischen Republiken in Zentralasien zu destabilisieren. Die CIA stimmte diesem Vorhaben erst im Oktober 1984 zu.

Sowohl Pakistan als auch die Vereinigten Staaten nahmen im Bezug auf Afghanistan in der Öffentlichkeit die Rolle von verhandelnden Partnern ein, während man sich im Hintergrund darauf einigte, dass eine militärische Eskalation der Weg der Wahl sein sollte. Hierbei gingen die USA aber wesentlich vorsichtiger vor als Pakistan.“ (Diego Cordovez and Selig Harrison: Out of Afghanistan: The Inside Story of the Soviet Withdrawal. Oxford University Press, New York, 1995. Siehe auch: Rezension von Cordovez und Harrison in: International Press Services, 22. August 1995)
Die CIA als Sponsor des Drogenhandels

Die Geschichte des Drogenhandels in Zentralasien ist eng verwoben mit den verdeckten Operationen der CIA in diesem Gebiet. Vor dem Afghanistankrieg richtete sich die Opiumproduktion Pakistans und Afghanistans nach den kleinen Märkten der Region. Es gab dort keinerlei Produktion von Heroin. (Alfred McCoy: Drug Fallout: The CIA’s Forty Year Complicity in the Narcotics Trade. The Progressive, 1. August 1997)

Die Studien des Forschers Alfred McCoy bestätigen, dass innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Operationen der CIA in Afghanistan „das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan zur weltweit bedeutendsten Region bezüglich der Heroinproduktion avancierte und 60% des Bedarfes am amerikanischen Markt abdeckte.“ (ebd.)

„Das Kapital der CIA kontrollierte ebenfalls diesen Heroinhandel. Als die Guerillas der Mudschaheddin Regionen Afghanistans besetzten, wiesen sie die dort ansässigen Bauern an, Opium als eine Art revolutionäre Steuer anzubauen. Jenseits der Grenze, in Pakistan, unterhielten afghanische Anführer und einheimische Syndikate unter dem Schutz des pakistanischen Geheimdienstes Hunderte Heroinlabore. In diesem Jahrzehnt des offenen Drogenhandels konnten keinerlei bedeutsame Durchsuchungen oder Verhaftungen durch die U.S. Drug Enforcement Agency [US-amerikanische Drogenverfolgungsbehörde] in Islamabad durchgesetzt werden.“ … (ebd.)

Afghanistan ist ein strategisch äußerst wichtiges Drehkreuz in Zentralasien, angrenzend sowohl an Chinas Westen als auch an die ehemalige Sowjetunion. Es stellt eine Landbrücke für die Öl- und Gas-Pipelines dar, die das Kaspische Meer mit dem Arabischen Meer verbinden. Des Weiteren hat sich seine Lage aber auch als strategisch günstig für die Opiumproduktion herausgestellt. Die Produktion allein in dieser Region deckt heute laut Angaben von UN-Quellen mehr als 90% des Bedarfes an Heroin auf dem Weltmarkt ab und sichert Gewinne in Milliardenhöhe für Wirtschaftsyndikate, Finanzunternehmen, Geheimdienste und das organisierte Verbrechen. (Siehe: Michael Chossudovsky: America’s War on Terrorism. Global Research, 2005, Kapitel XVI)

In der Zeit nach dem Kalten Krieg war in Afghanistan unter dem Schutz der CIA ein akuter Anstieg der Opiumproduktion zu verzeichnen. Seit der Invasion der Vereinigten Staaten in Afghanistan im Jahr 2001 ist die Opiumproduktion um das 33fache angestiegen. Die jährlichen Einnahmen aus dem Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes wird auf 120 bis 194 Milliarden Dollar (2006) geschätzt, dieses bedeutet einen Anteil von mehr als einem Drittel am jährlichen weltweiten Absatz. (Michael Chossudivsky: Heroin is good for Your Health. Occupation Forces Support Afghan Drug Trade. Global Research, April 2007. Siehe auch: Douglas Keh: Drug Mones in a Changing World. Technical document No. 4, 1998)


Vom Afghanistankrieg zum „Krieg gegen den Terrorismus“

Auch nach dem Untergang der UdSSR wurde der aufwendige Geheimdienstapparat Pakistans, die ISI, noch gebraucht. Die CIA unterstützte nach dem Ende des Kalten Krieges auch weiterhin die Islamischen Brigaden außerhalb Pakistans. Neue Geheimdienstaktionen im Nahen Osten, Zentralasien, auf dem Balkan und Südostasien wurden eingeleitet. Unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges diente die pakistanische ISI „als Katalysator des Zerfalls der Sowjetunion und der Entstehung sechs neuer muslimischer Republiken in Zentralasien“. (International Press Services, 22. August 1995)

Unterdessen hatten islamische Missionare der Wahhabiten aus Saudi Arabien sich in den muslimischen Republiken und auch innerhalb der Russischen Föderation etabliert, indem sie die weltlichen Einrichtungen der Staaten unterwanderten. Trotz seiner anti-amerikanischen Ideologie diente der islamische Fundamentalismus auf diese Weise den strategischen Interessen Washingtons in der früheren Sowjetunion, auf dem Balkan und im Nahen Osten.

Nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen 1989 ging der Bürgerkrieg in Afghanistan unvermindert weiter. Die Taliban wurden durch die pakistanischen Deobandis und deren Partei, der Jamiat-ul-Ulema-e-Islam (JUI), unterstützt. Die JUI trat 1993 der pakistanischen Regierungskoalition von Premierminister Benazzir Bhutto bei und begann Verbindungen zum Militär und zur ISI aufzubauen. Im Jahr 1996, als die Hezb-I-Islami-Regierung unter Hektmatyar in Kabul gestürzt wurde, bildeten die Taliban nicht nur eine streng islamische Regierung, sie gaben auch „die Kontrolle über die Trainingscamps in Afghanistan in die Hände der JUI...“. (Ahmed Rashid: The Taliban: Exporting Extremism. Foreign Affairs, November-December 1999, S. 22)

Die JUI spielte mit Unterstützung der Wahhabiten aus Saudi Arabien eine zentrale Rolle bei der Rekrutierung von Freiwilligen zum Kampf auf dem Balkan und in der früheren Sowjetunion. (ebd.)

Die Zeitschrift Jane’s Defence Weekly bestätigt, dass „die Hälfte der Truppen und der Ausrüstung der Taliban aus Pakistan und den Beständen der ISI stammt[en]“. Tatsächlich sollte sich später herausstellen, dass nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen beide Parteien im afghanischen Bürgerkrieg von der verdeckten Unterstützung seitens der USA mittels der pakistanischen ISI profitierten. (Tim McGirk: Kabul Learns to Live with its bearded Conquerors. The Independent, London, 6. November 1996)

Gestärkt durch den pakistanischen Geheimdienst, welcher wiederum unter dem Einfluss der CIA stand, bediente der islamische Taliban-Staat weitgehend die geopolitischen Interessen der USA. Das erklärt zweifelsohne, warum Washington die Augen vor dem Terror-Regime, welches die Taliban 1996 errichteten und welches die offensichtliche Abschaffung der Frauenrechte, die Schließung von Mädchenschulen, die Entlassung weiblicher Angestellter aus Regierungsämtern und die Einführung der „Scharia-Strafgesetzgebung“ beinhaltete, verschloss. (K. Subrahmanyam: Pakistan is Pursuing Asian Goals. India Abroad, 3. November 1995.)

Erlöse aus dem Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes wurden seit Beginn der 1990er Jahre u.a. auch zur Finanzierung und Ausrüstung der Muslimischen Armee Bosniens und der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) verwendet. Tatsächlich kämpften zur Zeit der Anschläge des 11. September von der CIA finanzierte Mudschaheddin-Söldner in den Reihen der UÇK-NLA-Terroristen, als diese Mazedonien angriffen.


Der Krieg in Tschetschenien

Die Führer der Rebellenbewegung der abtrünnigen autonomen Region Tschetschenien (Mitglied der Russischen Föderation), Shamil Basayev und Al Khattab, wurden beide in CIA-finanzierten Trainingscamps in Afghanistan und Pakistan ausgebildet und indoktriniert. Yossef Bodansky, Leiter der Arbeitsgruppe Terrorismus und unkonventionelle Kriegsführung im US-Kongress (U.S. Congress’ Task Force on Terrorism and Unconventional Warfare), ist der Meinung, dass der Krieg in Tschetschenien schon 1996 während eines geheimen Gipfeltreffen der Hisbollah in Mogadischu, Somalia beschlossen wurde. (Levon Sevunts: Who’s Calling The Shots? Chechen conflict finds Islamic roots in Afghanistan and Pakistan. The Gazette, Montreal, 26. October 1999)

Dieses Gipfeltreffen wurde von niemand Geringerem als Osama bin Laden sowie hochrangigen iranischen und pakistanischen Geheimdienstoffizieren besucht. Es ist offensichtlich, dass die Beteiligung der pakistanischen ISI in Tschetschenien „weit über die Versorgung der Tschetschenen mit Waffen und Fachwissen hinausgeht: Die ISI und ihre radikalen islamischen Vertreter bestimmen den Verlauf dieses Krieges.“ (ebd.)

Russlands wichtigste Pipelinetrassen durchlaufen Tschetschenien und Dagestan. Auch wenn Washington den „islamischen Terrorismus“ immer wieder aufs Schärfste verurteilt, sind die indirekten Nutznießer der Kriege in Tschetschenien die angloamerikanischen Ölgroßkonzerne, die um die totale Kontrolle über die Ölreserven und Pipelineverläufe rund um das Kaspische Meer wetteifern.

Die beiden wichtigsten tschetschenischen Rebellenarmeen (welche zu dieser Zeit von den (verstorbenen) Befehlshabern Shamil Basayev und Emir Khattab angeführt wurden) waren geschätzte 35.000 Mann stark und wurden durch die pakistanische ISI unterstützt, die auch bei der Organisierung und Schulung der Rebellenarmeen eine Schlüsselrolle spielte:
“[Im Jahr 1994] organisierte die pakistanische ISI für Basayev und seine treuen Offiziere eine intensive islamische Indoktrination und ein Training in Guerillakriegsführung im Camp Amir Muawia in der Provinz Khost in Afghanistan. Dieses Camp wurde in den frühen 1980er Jahren von der CIA und der ISI gegründet und von dem berüchtigten afghanischen Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatyar geleitet. Im Juli 1994 wurde Basayev nach Absolvierung des Camps Amir Muawia nach Markaz-i-Dawar gebracht, einem Camp in Pakistan, wo er sich einem Training in fortgeschrittener Guerillataktik unterzog. Hier traf er auch auf die hochrangigsten pakistanischen Militär- und Geheimdienstoffiziere: Verteidigungsminister General Aftab Shahban Mirani, Innenminister General Naserullah Babar, sowie den Leiter der ISI Abteilung zur Unterstützung islamischer Angelegenheiten, General Javed Ashraf (mittlerweile alle pensioniert). Diese Verbindungen auf höchster Ebene sollten sich bald als sehr nützlich für Basayev erweisen.” (ebd.)
Nach dem Training und der Indoktrination in diesen Camps wurde Basayev 1995 zum Anführer des Anschlages gegen Truppen der russischen Föderation im ersten Tschetschenien-Krieg. Seine Organisation entwickelte auch umfangreiche Verbindungen zu kriminellen Syndikaten in Moskau sowie zum organisierten Verbrechen in Albanien und der UÇK. In den Jahren 1997/98 begannen laut dem Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB) „tschetschenische Kriegsherren damit, Immobilien im Kosovo ... mittels mehrerer Immobilienunternehmen, die zur Vertuschung in Jugoslawien angemeldet waren, aufzukaufen.“ (Vitaly Romanov and Viktor Yadukha: Chechen Front Moves To Kosovo. Segodnia, Moscow, 23. Feb 2000)

Der Abbau säkularer Institutionen in der früheren Sowjetunion

Das Inkrafttreten des islamischen Rechtssystems in den bisher weitestgehend säkularen muslimischen Gesellschaften der früheren UdSSR diente Amerikas strategischen Interessen in dieser Region. Zuvor herrschte auch hier, wie in weiten Teilen der Republiken Zentralasiens und des Kaukasus, inklusive Tschetschenien und Dagestan (die Teile der Russischen Föderation sind), eine stark säkulare Tradition basierend auf der Ablehnung des islamischen Rechtssystems.

Der Tschetschenien-Krieg in den Jahren 1994 bis 1996, initiiert durch die großen Rebellionen gegen Moskau, führte zu einer Destabilisierung der säkularen staatlichen Einrichtungen. In zahlreichen Gegenden Tschetscheniens bildeten sich parallel zu den staatlichen Einrichtungen lokale Regierungsstrukturen, welche durch die islamische Miliz kontrolliert wurden. In einigen kleinen Städten und Dörfern wurden islamische Schariah-Gerichtshöfe eingerichtet und die Herrschaft des politischen Terrors begann.

Die finanzielle Unterstützung der Rebellengruppen durch Saudi-Arabien und die Golfstaaten wurde genutzt, um die Schariah-Gerichtshöfe zu errichten - trotz des massiven Widerstandes der Zivilbevölkerung. Der höchste Richter und Emir der Scharia-Gerichtshöfe in Tschetschenien war Sheikh Abu Umar, der „1995 nach Tschetschenien zu den Mudschaheddin kam, die damals von Ibn-ul-Khattab angeführt wurden. ... Er begann den tschetschenischen Mudschaheddin Unterricht über die Lehren des Islam der richtigen Aqeedah zu geben, da viele ungenaue und verzerrte Vorstellungen hierüber kursierten.“ (Global Muslim News: http://www.islam.org.au/articles/21/news.htm, December 1997)

Unterdessen zerfielen die staatlichen Institutionen der Russischen Föderation in Tschetschenien unter der Last der Sparmaßnahmen des IWF, welche während der Präsidentschaft Boris Jelzins auferlegt worden waren. Die Scharia-Gerichtshöfe hingegen, finanziert ausgestattet durch Saudi-Arabien, verdrängten allmählich die noch existierenden staatlichen Institutionen der Russischen Föderation in der autonomen Region Tschetschenien.

Die Wahhabiten aus Saudi-Arabien hatten nicht nur die Absicht, zivile staatliche Institutionen in Dagestan und Tschetschenien zu überrennen, man suchte auch nach einer Lösung, um die Führer der traditionellen muslimischen Sufis zu ersetzen. Tatsächlich bestand der Widerstand gegen die islamischen Rebellen in Dagestan hauptsächlich aus einer Allianz der (säkularen) regionalen Regierungen mit den Sufi-Scheichs:
„Diese [Wahhabiten] Gruppen sind eine kleine, aber sehr gut situierte und ausgerüstete Minderheit. Mit ihren Anschlägen verfolgen sie das Ziel, den Terror in die Herzen der Massen zu tragen. … Sie verbreiten Anarchie und Gesetzlosigkeit und setzen auf diese Weise ihre eigene Form eines brutalen und intoleranten Islam durch. … Solche Gruppen vertreten nicht die vorherrschende Meinung der meisten gläubigen Muslime und Islam-Gelehrten über den Islam, denn für diese ist der Islam das Beispiel für eine vorbildliche Gesellschaft und eine perfekte Moral. Die Wahhabiten sind nichts anderes als eine anarchistische Bewegung unter islamischer Flagge. … Sie wollen aber keinen islamischen Staat schaffen, sondern einen Zustand der Verwirrung, in dem sie gut und erfolgreich leben können.“ (Mateen Siddiqui: Differentiating Islam from Militant ‘Islamists’. San Francisco Chronicle, 21. September 1999)
Unterstützung der Sezessionsbewegungen in Indien

Parallel zu den verdeckten Operationen auf dem Balkan und in der früheren Sowjetunion hat die pakistanische ISI seit den 1980er Jahren mehreren sezessionistischen islamischen Aufständen in der indischen Provinz Kaschmir Unterstützung zukommen lassen.

Obwohl diese Geheimoperationen der ISI offiziell von Washington scharf verurteilt wurden, fanden sie mit stillschweigender Zustimmung der US-Regierung statt. Zu der Zeit, als 1989 das Genfer Friedensabkommen unterzeichnet wurde und sich die Sowjetunion aus Afghanistan zurückzog, wirkte die ISI bei der Erschaffung der militanten Jammu and Kashmir Hizbul Mudschaheddin (JKHM) mit. (Siehe: K. Subrahmanyam: Pakistan is Pursuing Asian Goals. India Abroad, 3. November 1995)

Noch unter dem direkten Einfluss der Ereignisse vom 11. September wurden von zwei aus Pakistan stammenden Rebellengruppen, Lashkar-e-Taiba (Armee der Reinen) und Jaish-e-Muhammad (Armee Mohammeds) im Dezember 2001 terroristische Anschläge auf das indische Parlament ausgeübt. Diese sollten Indien und Pakistan an die Schwelle eines neuen Krieges führen. Beide Rebellengruppen wurden von der pakistanischen ISI verdeckt unterstützt. (Council on Foreign Relations: Terrorism: Questions and Answers, Harakat ul-Mujahideen, Lashkar-e-Taiba, Jaish-e-Muhammad. http://www.terrorismanswers.com/groups/harakat2.html, Washington 2002. Anmerkung: Dieser Bericht liegt nicht mehr auf der CFR Website vor.)

Der Anschlag auf das indische Parlament, gefolgt von den ethnischen Unruhen in Gujarat Anfang des Jahres 2002 bildeten die Höhepunkte eines Prozesses, welcher, finanziert durch Geld aus Drogengeschäften und unterstützt durch den pakistanischen Geheimdienst, bereits in den 1980er Jahren eingeleitet wurde.

Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dass genau diese von der ISI unterstützten terroristischen Anschläge den geopolitischen Interessen der USA sehr entgegen kamen. Der machtvolle Rat für auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations, CFR), dem eine Hintergrundrolle in der US-Außenpolitik zukommt, bestätigt, dass die Rebellengruppen in Lashkar und Jaish von der ISI unterstützt werden:
„Pakistan hat [den Rebellengruppen] in Lashkar und Jaish mittels seines Geheimdienstes ISI Geldmittel, Waffen, Trainingseinrichtungen und Hilfe bei der Grenzüberschreitung zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung ist ein Versuch, den „Heiligen Krieg“ der internationalen islamischen Brigaden Afghanistans gegen die Sowjetunion in Kaschmir nachzubilden und brachte in den schon lang schwelenden Konflikt um Kaschmir das Element des radikalen Islam ein.“ ...

Wurden diese Gruppen noch von anderer Seite als von der pakistanischen Regierung finanziert?

„Ja. Aus den Kreisen der Exil-Pakistani und -Kashmirer in England kamen Millionen von Dollar pro Jahr, und auch von den Sympathisanten der Wahhabiten am Persischen Golf kam Unterstützung.“

Besteht eine Verbindung zwischen den islamischen Terroristen in Kaschmir und der Al-Qaida?

„Ja. Der Anführer der Harakat, Farooq Kashmiri Khalil, unterzeichnete 1998 die Erklärung Osama bin Ladens, mit der zu Angriffen auf Amerikaner, auch Zivilisten, und deren Verbündeten aufgerufen wurde. Bin Laden steht US-amerikanischen und indischen Behörden zufolge außerdem unter Verdacht, die Jaish finanziert zu haben. Ausserdem reiste der Gründer der Jaish, Maulana Massoud Azhar, mehrere Male zu Treffen mit bin Laden nach Afghanistan.“

Wo wurden diese militanten Islamisten ausgebildet?

„Viele von ihnen nahmen an den gleichen ideologischen Trainingseinheiten oder muslimischen Seminaren in den Madrasas teil wie die Taliban oder die ausländischen Söldner in Afghanistan. Ihre militärische Ausbildung erhielten sie in afghanischen Camps oder in Dörfern im pakistanisch kontrollierten Kaschmir. Erst kürzlich wurden etliche neue Madrasas in Azad Kaschmir durch Extremistengruppen errichtet.”

(Council on Foreign Relations: Terrorism: Questions and Answers, Harakat ul-Mujahideen, Lashkar-e-Taiba, Jaish-e-Muhammad.
http://www.terrorismanswers.com/groups/harakat2.html, Washington 2002. Dieser Text wurde 2006 von der CFR Website entfernt)
Was der Rat für auswärtige Beziehungen nicht erwähnt, sind die Verbindungen zwischen der ISI und der CIA sowie die Tatsache, dass die „Internationalen Islamischen Brigaden“ eine Schöpfung der CIA sind.

Die USA provozieren Unruhen in China

Um den amerikanischen „Krieg gegen den Terrorismus“ in seiner ganzen Tragweite erfassen zu können, ist es auch von Bedeutung, die islamischen Unruhen an Chinas westlicher Grenze zu Afghanistan und Pakistan näher zu betrachten, welche durch die ISI unterstützt werden. Tatsächlich lassen sich viele der islamischen Bewegungen in den muslimischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion in direkten Zusammenhang mit den Bewegungen in Turkestan und Uigur in Chinas autonomer Region Xinjiang-Uigur bringen.

All diese Separatistengruppen, wie z.B. die Terroristische Streitmacht Ost-Turkestan (East Turkestan Terrorist Force), die Islamisch-reformistische Partei (Islamic Reformist Party), die Allianz der nationalen Einheit Ost-Turkestan (East Turkestan National Unity Alliance), die Uigur Befreiungsbewegung (Uigur Liberation Organization) und die Zentralasiatische Uigur Dschihad Partei (Central Asien Uigur Jihad Party), erhielten Unterstützung und Training durch Osama bin Ladens Al Qaida. (Lt. Berichten der offiziellen chinesischen Quellen in UPI (United Press International), 20 November 2001) Das erklärte Ziel jener in China beheimateten islamischen Unruhen ist die „Etablierung eines islamischen Kalifates in der Region“. (Defence and Security, May 30, 2001)

Dieses Kalifat soll Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien (West-Turkestan) und die autonome Region Uigur in China (Ost-Turkestan) zu einer einzigen politischen Einheit zusammenfassen.

Dieses „Kalifat-Projekt“, finanziert durch verschiedene Wahhabiten-Gruppierungen in den Golfstaaten, greift somit die territoriale Souveränität Chinas an. Eine solche Abspaltung einer Region an Chinas Westgrenze liegt durchaus im strategischen Interesse der USA bezüglich Zentralasien. Gleichzeitig lässt eine mächtige Lobby in den USA den Separatistengruppen in Tibet Unterstützung zukommen.

Durch die stillschweigende Unterstützung der Abspaltung der Xinjiang-Uigur-Region (mit der pakistanischen ISI als „Vermittler“) versucht Washington einen tiefgreifenden Prozess der politischen Destabilisierung und Aufspaltung in der Volksrepublik China in Gang zu setzen. Neben den verschiedenen verdeckten Operationen haben die USA außerdem militärische Stützpunkte in Afghanistan und mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken, direkt an der chinesischen Westgrenze, errichtet.

Ein weiteres Element dieser Strategie ist die Militarisierung des Südchinesischen Meeres und der Formosastraße (Meerenge zwischen Taiwan und China).


Jugoslawien

Während des jugoslawischen Bürgerkrieges in den 1990er Jahren benutzte die CIA den pakistanischen Geheimdienst ISI, um Waffen und Mudschaheddin-Söldner in die Muslimische Armee Bosniens (Bosnian Muslim Army) zu schleusen. Aus einem Bericht der International Media Corporation, London:
„Verlässliche Quellen berichten, dass die Vereinigten Staaten nun [1994] aktiv an der Aufrüstung und dem Training der muslimischen Truppen Bosnien-Herzegowinas teilhaben. Dies steht im direkten Widerspruch zu den Vereinbarungen der Vereinten Nationen. US-Organe lieferten Waffen, die in ... China (PRC), Nordkorea (DPRK) und Iran hergestellt wurden. Dieselben Quellen deuteten an, dass ... Iran, unter Kenntnis und Billigung der USA, die bosnische Armee mit einer großen Anzahl Mehrfachraketenwerfer und einer beachtlichen Menge an Munition belieferte. Diese Lieferungen beinhalteten 107mm- und 122mm-Raketen aus der Volksrepublik China sowie VBR-230 Mehrfachraketenwerfer ... aus Iran. ... [Außerdem] sollen 400 Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarde Pasdaran (Iranian Revolutionary Guard, Pasdaran) mit großen Mengen an Waffen und Munition nach Bosnien gekommen sein. Es wurde angenommen, dass die CIA hiervon umfassende Kenntnis hatte und dass sie davon ausging, dass einige dieser 400 [Pasdaran-Mitglieder] für zukünftige Terroranschläge in Westeuropa eingesetzt würden.
Die US-Regierung hat ihre Beteiligung an dem heimlichen Verstoß gegen das UN-Waffenembargo bisher in keinster Weise eingeschränkt ... [Des Weiteren] wurden innerhalb der letzten zwei Jahre [vor 1994] drei hochrangige Delegationen entsandt, um die jugoslawische Regierung auf amerikanischen Kurs zu bringen, jedoch vergeblich. Damit ist Jugoslawien der einzige Staat der Region, der sich dem Druck der USA nicht beugt.“ (International Media Corporation: Defence and Strategy Policy, U. S. Commits Forces, Weapons to Bosnia. London, 31. October 1994)


„Aus erster Hand“

Die verdeckten Geheimdienstaktivitäten der US-Regierung durch die CIA in Bosnien, die daraus bestanden, “Islamische Brigaden” heranzubilden, sind ironischerweise bis ins Detail durch die Partei der Republikaner festgehalten worden. Ein langer Bericht des US-Kongresses, welcher von dem Komitee der republikanischen Partei im Senat (Senate Republican Party Committee, RPC) im Jahr 1997 veröffentlicht wurde, bestätigt größtenteils den Bericht der International Media Corporation (s.o.). In diesem Kongressbericht wird der Clinton-Regierung vorgeworfen, „dazu beigetragen zu haben, in Bosnien eine Basis für militante Islamisten geschaffen zu haben“, was zu einer Rekrutierung von Tausenden Mudschaheddin aus der muslimischen Welt durch das so genannte „Militante Islamische Netzwerk“ geführt hat:
„Am bedenklichsten für die SFOR-Mission und, was noch wichtiger ist, für die Sicherheit des amerikanischen Personals, welches in Bosnien dient, ist wahrscheinlich die Weigerung der Clinton-Regierung, dem Kongress und dem amerikanischen Volk gegenüber zuzugeben, welche Rolle die USA bei der Lieferung von Waffen aus Iran an die muslimische Regierung in Sarajevo spielten. Diese Vorgehensweise, von Bill Clinton selbst im April 1994 auf Drängen des designierten CIA-Chefs (und späteren NSC-Chefs) Anthony Lake und dem US-Botschafter in Kroatien Peter Galbraith genehmigt, spielt laut Los Angeles Times (welche aus vertraulichen Geheimdienstquellen zitiert) „eine zentrale Rolle bei der drastischen Zunahme des iranischen Einflusses in Bosnien.

(...)

Zusammen mit den Waffen überquerten auch Mitglieder der Iranischen Revolutionären Garde und Agenten des pakistanischen Nachrichtendienstes VEVAK die bosnische Grenze in großer Zahl, zusammen mit Tausenden Mudschaheddin („Heilige Krieger“) aus allen Teilen der muslimischen Welt. Auch andere muslimische Staaten (wie Brunei, Malaysia, Pakistan, Saudi Arabien, Sudan und die Türkei) waren beteiligt, sowie etliche radikale Moslemgruppen. Als Beispiel dient hier die gut dokumentierte Teilnahme der „humanitären Organisation“ Third World Relief Agency (TWRA) aus dem Sudan. Das Engagement der Clinton-Regierung an der Beschaffung von Waffen für das islamische Netzwerk ging so weit, das US-Angestellte die Inspektion von Waffelieferungen aus Iran vornahmen. ... Die Third World Relief Agency (TWRA), eine pseudo-humanitärische Organisation aus dem Sudan ... half bei der Beschaffung von Waffen für Bosnien. ... Die TWRA soll über gute Verbindungen zu Größen des islamischen Terrornetzwerkes verfügen, so z. B. zu Sheik Omar Abdel Rahman (der verurteilte Drahtzieher der Anschläge auf das World Trade Centre im Jahr 1993) und Osama bin Laden, einem wohlhabenden saudischen Emigranten, der eine Reihe militanter Gruppen finanzieren soll.“ (Washington Post, 9/22/96)
(Congressional Press Release, Republican Party Committee (RPC), U. S. Congress: Clinton-Approved Iranian Arms Transfers Help Turn Bosnia into Militant Islamic Base. Washington DC, 16. January 1997. Zu finden auf der Website des Centre of Research on Globalisation (CRG) unter: http://globalresearch.ca/articles/DCH109A.html. Das Orginaldokument befindet sich auf der Website des U.S. Senate Republican Party Committee (Senator Larry Craig) unter: http://www.senate.gov/~rpc/releases/1997/iran.htm. Siehe auch: Washington Post, 22. September 1999. Die Heraushebungen wurden hinzugefügt.)

Die Komplizenschaft der Clinton Regierung

Mit anderen Worten: Der Bericht des RPC bestätigt also eindeutig die Mittäterschaft der Clinton-Regierung bei mehreren islamisch-fundamentalistischen Gruppierungen inklusive Al-Qaida.

Die Republikaner wollten zu jener Zeit die Clinton-Regierung untergraben, aber das ganze Land schaute gebannt auf den Monica-Lewinsky-Skandal. Also entschieden sich die Republikaner dafür, die „Iran-Bosniengate“-Affäre nicht zu veröffentlichen, denn dies hätte die Aufmerksamkeit der Menschen von der Lewinsky-Affäre abgelenkt. Die Republikaner wollten Bill Clinton des Amtes entheben lassen, da er in Bezug auf die Monica-Lewinski-Affäre „das amerikanische Volk belogen hat“. Was die wesentlich substantielleren „außenpolitischen Lügen“ wie den Drogenhandel und die verdeckten Operationen auf dem Balkan anging, entschieden Demokraten und Republikaner einstimmig und sicherlich unter Druck seitens des Pentagons und der CIA, hierüber nichts „auszuplaudern“.


Von Bosnien zum Kosovo

Das im Kongressbericht des RPC aus dem Jahr 1997 beschriebene „Bosnien-Modell“ wurde im Kosovo nachgebildet. Unter Mittäterschaft der NATO und des US-Außenministeriums wurden in den Jahren von 1997 bis 1998 Mudschaheddin-Söldner aus dem Nahen Osten und Zentralasien rekrutiert, um in den Reihen der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) zu kämpfen und somit die Kriegsanstrengungen der NATO zu unterstützen.

Quellen aus den Reihen des Britischen Militärs bestätigen, dass die Aufgabe des Aufrüstens und des Trainings der UÇK im Jahr 1998 dem US-amerikanischen Verteidigungsnachrichtendienst (US Defence Intelligence Agency, DIA) und dem Britischen Geheimdienst MI6, „ehemaligen sowie sich noch im Dienst befindlichen Mitgliedern der 22. SAS [Großbritanniens 22. Spezial-Luftwaffenregiment] sowie drei privaten britischen und amerikanischen Sicherheitsunternehmen anvertraut wurde“. (The Scotsman, Edinburgh, 29. August 1999)

Die US-amerikanische DIA kontaktierte laut einem führenden Mitglied des britischen Militärs den MI6, um gemeinsam ein Trainingsprogramm für die UÇK zusammenzustellen. Der MI6 vergab dann die Durchführung dieser Operation an zwei britische Sicherheitsunternehmen, die ihrerseits wiederum einige ehemalige Mitglieder des Regiments (22. SAS) mit dieser Aufgabe betrauten. Daraufhin wurden Listen mit allem, was die UÇK an Waffen und Ausrüstung gebrauchen konnte, erstellt. Während diese geheimen Vorbereitungen liefen, wurden sich noch im Dienst befindliche Mitglieder des 22. SAS Regiments, meist aus den Reihen des Schwadron D, noch vor dem Beginn des Bombardements im März im Kosovo stationiert. (Truth in Media: Kosovo in Crisis. Phoenix, Arizona. http://www.truthinmedia.org/, 2. April 1999)

Während die Spezialeinheiten der britischen SAS damit begannen, die UÇK auf Basen im Norden Albaniens auszubilden, arbeiteten türkische und afghanische Militärausbilder, finanziert durch den „islamischen Dschihad“, zusammen an der Ausbildung der UÇK in Guerillataktik und Verschleierungsstrategien. (The Sunday Times, London, 29. November 1998):
„Bin Laden selbst war schon in Albanien gewesen. Er war einer unter etlichen Fundamentalistengruppen, die Einheiten in den Kosovo zum Kampf entsendet hatten, ... Man nimmt an, dass bin Laden 1994 eine Operation in Albanien auf die Beine gestellt haben soll ... Albanischen Quellen zufolge hatte der damalige Präsident, Sali Berisha, Verbindungen zu Organisationen, die sich im Nachhinein als extrem fundamentalistisch herausgestellt hatten.“ (ebd.)
Aussagen des Kongresses zu den Verbindungen zwischen UÇK und Al-Qaida

Mitte der 1990er schlossen sich der CIA und der deutsche Geheimdienst BND zusammen, um die UÇK verdeckt unterstützen zu können. Die UÇK wiederum bezog aber auch Hilfe seitens Al Qaida.

Frank Ciluffo, ein Mitarbeiter des Programms bezüglich des weltweiten organisierten Verbrechens (Globalized Organised Crime Program), sagte Folgendes vor dem Rechtskomitee des Repräsentantenhauses aus:
„Was der Öffentlichkeit größtenteils verschwiegen wurde, war die Tatsache, dass die UÇK einen Teil ihres Budgets aus dem Drogenhandel bezog. Albanien und der Kosovo liegen im Herzen der „Balkanroute“, welche die Region des „Goldenen Halbmondes“ in Afghanistan und Pakistan direkt mit den Abnehmermärkten in Europa verbindet. Diese Route hat einen Marktwert von schätzungsweise 400 Milliarden Dollar pro Jahr und über sie werden 80% des für Europa bestimmten Heroins gehandelt.“ (U. S. Congress: Testimony of Frank J. Cilluffo, Deputy Director of the Global Organized Crime Program, to the House Judiciary Committee. Washington DC, 13. December 2000)
Ebenfalls vor dem Rechtskomitee des Repräsentantenhauses machte Ralf Mutschke, Mitglied der Geheimdienstabteilung Interpols, folgende Aussage:
„Das US-Außenministerium führte die UÇK als terroristische Vereinigung mit dem Hinweis, dass diese ihre Operationen mit Mitteln aus dem internationalen Heroinhandel und Krediten von islamischen Staaten und Einzelpersonen, unter ihnen wahrscheinlich auch Osama bin Laden, durchführte. Eine weitere Verbindung zu bin Laden ist die Tatsache, dass der Bruder eines der Führer einer ägyptischen Dschihad-Organisation, der zugleich Militärkommandeur Osama bin Ladens war, während des Kosovo-Konfliktes eine Eliteeinheit der UÇK anführte. (U.S. Congress: Testimony of Ralf Mutschke of Interpols Criminal Intelligence Division, to the House Judicial Committee. Washington DC, 13. December 2000)
Madeleine Albright und die UÇK

Zu Zeiten der Clinton-Regierung wurden diese Verbindungen der UÇK zum internationalen Terrorismus und organisierten Verbrechen, welche vom US-Kongress dokumentiert wurden, völlig ignoriert. Stattdessen war US-Außenministerin Madeleine Albright schon Monate vor den Bombenangriffen auf Jugoslawien sehr damit beschäftigt, eine „politische Legitimierung“ für die UÇK zu konstruieren. Die paramilitärische Armee hatte von einem Tag auf den anderen den Status einer redlichen „demokratischen“ Kraft im Kosovo. Im Gegenzug beschleunigte Madeleine Albright das Tempo der internationalen Diplomatie: Die UÇK spielte eine führende Rolle bei den gescheiterten „Friedensverhandlungen“ in Rambouiillet Anfang 1999.

Der Senat und das Repräsentantenhaus unterstützen stillschweigend den Staatsterrorismus

Die Tatsache, dass durch verschiedene Kongressberichte immer wieder nachgewiesen wurde, dass die US-Regierung mit Osama bin Ladens Al Qaida unter einer Decke steckte, hielt die Regierung sowohl unter Clinton als auch später unter Bush nicht davon ab, die UÇK weiterhin auszurüsten. Die Unterlagen des Kongresses beweisen außerdem, dass Mitglieder des Senates und des Repräsentantenhauses über die Art der Beziehungen der Regierung zum internationalen Terrorismus sehr genau Bescheid wussten. Hierzu ein Zitat des Republikaners John Kasich, Mitglied des Komitees ‚Bewaffneter Dienst’ im Repräsentantenhaus (House Armed Services Committee): „[1998-99] begannen wir, Beziehungen zur UÇK aufzubauen, und das war der Moment, in dem bin Laden auf der Bildfläche erschien...“ (U.S. Congress: Transcripts of the House Armed Services Committee. Washington DC, 5. October 1999)

Nach den tragischen Ereignissen am 11. September gaben sowohl Demokraten als auch Republikaner dem Präsidenten einstimmig grünes Licht für den „Krieg gegen Osama“.

Senator Jo Liebermann machte 1999 entschieden die Aussage, dass „der Kampf für die UÇK ein Kampf für Menschenrechte und die amerikanischen Werte“ sei. In den Stunden nach den ersten Luftangriffen auf Afghanistan am 7. Oktober rief derselbe Jo Liebermann zu Vergeltungsluftschlägen gegen den Irak auf: „Wir befinden uns in einem Krieg gegen den Terrorismus... Wir können nicht bei bin Laden und den Taliban aufhören.“ Senator Jo Liebermann hatte als Mitglied des Komitees ‚Bewaffneter Dienst’ des Senats (Armed Services Committee of the Senate) Zugang zu allen Dokumenten, die dem Kongress bezüglich der Verbindung „UÇK – Osama“ vorlagen. Als er also diesen Aufruf zum Krieg gegen den Terrorismus startete, war er sich wohl völlig darüber im Klaren, dass sowohl die Behörden der US-Regierung als auch der NATO den internationalen Terrorismus förderten.

Das „Islamisch-Militante Netzwerk“ und die NATO verbünden sich in Mazedonien

Als Folge des Krieges in Jugoslawien im Jahr 1999 hatten sich die terroristischen Aktivitäten der UÇK bis nach Südserbien und Mazedonien ausgebreitet. In der Zwischenzeit hatte die UÇK ihren Namen in KPC (Kosovo Protection Corps) geändert und wurde von den Vereinten Nationen anerkannt. Dies bedeutete die Gewährung „legaler“ Hilfsmittel durch die UNO sowie über bilaterale Verbindungen, einschließlich der direkten militärischen Hilfe durch die USA.

Kaum zwei Monate nach der offiziellen Stellung der KPC unter die Schirmherrschaft der UNO (September 1999) bereiteten KPC/UÇK-Kommandeure mit Hilfe von UNO-Ressourcen und -Ausrüstungen schon die Anschläge in Mazedonien vor. Diese waren eine logische Folge ihrer terroristischen Aktivitäten im Kosovo. Der Tageszeitung Dnevnik aus Skopje zufolge hatte die KPC ein „sechstes Operationsfeld“ im Süden Serbiens und in Mazedonien erschlossen:
„Quellen, die auf Anonymität bestehen, behaupten, dass sich die Kosovo Protection Brigades [die der von der UNO unterstützten KPC nahe stehen] bereits [März 2000] in Tetovo, Gostivar und Skopje Hauptquartiere geschaffen haben und ebensolche in Debar und Struga [an der albanischen Grenze] mit bestimmten Vorgaben vorbereitet.“ (Macedonian Information Centre Newsletter, Skopje, 21. March 2000. Veröffentlicht durch: BBC Summary of World Broadcast, 24. March 2000)
Der BBC zufolge „bildeten westliche Spezialeinheiten immer noch die Guerillas aus“, d.h. sie unterstützten die UÇK darin, ein „sechstes Operationsfeld“ im Süden Serbiens und in Mazedonien zu erschließen. (BBC, 29. January 2001)

Unter den ausländischen Söldnern, die 2001 in Mazedonien in den Reihen der selbsternannten Nationalen Befreiungsarmee (National Liberation Army, NLA) kämpften, waren Mudschaheddin aus dem Nahen Osten und den Republiken der ehemaligen Sowjetunion in Zentralasien. In den Reihen dieser stellvertretenden Streitmacht der UÇK in Mazedonien befanden sich auch viele hochrangige US-Militärberater, die einen privaten Söldner-Vertrag mit dem Pentagon geschlossen hatten, sowie Freiwillige aus Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland. Einige dieser westlichen Söldner hatten zuvor zusammen mit der UÇK und der Bosnischen Muslimischen Armee gekämpft. (Scotland on Sunday, 15. June 2001. Siehe auch: UPI, 9. July 2001. Für weitere Informationen siehe: Michel Chossudovsky: America’s War on Terrorism. Global Research, 2005, Kapitel III).

Die US-Regierung und das „Islamisch-Militante Netzwerk“ arbeiteten eng bei der Unterstützung und Finanzierung der selbsternannten NLA zusammen, welche in die Terroranschläge in Mazedonien verwickelt war. Diese Zusammenarbeit wurde durch die mazedonische Presse und durch Aussagen der mazedonischen Behörden ausführlichst dokumentiert. Die NLA ist ein Stellvertreter der UÇK. Diese wiederum und die von der UNO unterstützte KPC sind identische Institutionen mit denselben Befehlshabern und identischem militärischen Korpus. Die von der UNO entlohnten KPC-Kommandeure kämpfen in der NLA zusammen mit den Mudschaheddin.

Unterstützt und finanziert durch Osama bin Ladens Al Qaida befand sich die UÇK-NLA in einem Konflikt, da sie ebenfalls durch die NATO und die Kosovo-Mission der UNO (United Nations mission to Kosovo, UNMIK) unterstützt wurde. Tatsächlich ist das „Islamisch-Militante Netzwerk“ noch immer ein wesentlicher Bestandteil der verdeckten militärischen Geheimdienstaktionen der Vereinigten Staaten in Mazedonien und dem Süden Serbiens.

Die UÇK-NLA Terroristen wurden mit Hilfe von US-Militärunterstützung, dem UNO-Budget für friedenserhaltende Maßnahmen und durch mehrere islamische Organisationen, einschließlich Al Qaida, gefördert. Unter Mittäterschaft der US-Regierung wurde auch Geld aus dem Drogenhandel zu ihrer Finanzierung benutzt. Die Rekrutierung von Mudschaheddin für die Kämpfe in den Reihen der NLA in Mazedonien wurde von verschiedenen islamischen Gruppierungen durchgesetzt.

US-Militärberater waren zusammen mit den Mudschaheddin in ein und derselben paramilitärischen Truppe ebenfalls aktiv. Westliche Söldner aus den NATO-Staaten kämpften Seite an Seite mit den Mudschaheddin, die im Nahen Osten und Zentralasien rekrutiert wurden. Die US-Medien bezeichnen dies als “Blowback”, bei dem sich die so genannten „Kontaktpersonen der Geheimdienste“ (intelligence asset) gegen die Interessen ihrer Auftraggeber richten!

Aber dies geschah nicht während des Kalten Krieges, sondern in den Jahren 2000 und 2001 in Mazedonien! Nur wenige Monate vor den Anschlägen des 11. September hatten die USA die Islamischen Brigaden noch unterstützt. Dies wurde durch zahlreiche Presse- und Augenzeugenberichte, fotografische Belege sowie durch offizielle Aussagen des mazedonischen Premierministers, der die westliche Militärallianz beschuldigte, den Terroristen Beihilfe zu leisten, bestätigt.


Washingtons Geheimplanung

Die US-Außenpolitik ist nicht darauf ausgerichtet, die Wogen des islamischen Fundamentalismus zu glätten, das Gegenteil ist der Fall. Die signifikante Entwicklung eines „radikalen Islam“ nach dem Ende des Kalten Krieges in der früheren Sowjetunion und dem Nahen Osten deckt sich mit den geheimen Plänen der USA, die auf die Erhaltung statt der Bekämpfung des internationalen Terrorismus abzielen, um nationale Gesellschaftssysteme zu destabilisieren und die Entwicklung von aufrichtigen, säkularen und sozialen Bewegungen, die sich gegen das amerikanische Empire richten könnten, zu verhindern.

Durch verdeckte Operationen der CIA unterstützt Washington weiterhin die Entwicklung des islamischen Fundamentalismus im gesamten Nahen Osten, auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion sowie in China und Indien.

Die Entwicklung von konfessionsgebundenen, fundamentalistischen und anderen derartigen Organisationen in den Entwicklungsländern dient den Interessen der USA. Diese verschiedenen Organisationen sowie bewaffnete Aufständische treten vor allem in solchen Ländern auf, in denen staatliche Institutionen unter der Last der von der IWF geförderten wirtschaftlichen Reformen zusammenbrachen.

Diese fundamentalistischen Organisationen tragen dazu bei, säkulare Einrichtungen zu zerstören und durch andere zu ersetzen.

Islamischer Fundamentalismus schafft soziale und ethnische Teilungen innerhalb einer Gesellschaft. Er untergräbt die Möglichkeiten der Menschen, sich gegen das amerikanische Empire zu organisieren. Diese Organisationen oder Bewegungen, wie die Taliban, schüren oft den „Widerstand gegen Uncle Sam“, allerdings in einer Art und Weise, die keine ernst zu nehmende Gefahr für Amerikas übergeordnete geopolitische und wirtschaftliche Interessen darstellt.


Das Auslöschen der Entstehungsgeschichte der Al Qaida

Seit September 2001 ist die Geschichte der Al-Qaida weitestgehend ausradiert worden und die Verbindungen der jeweiligen US-Regierungen zum „Islamisch-Militanten Netzwerk“ werden kaum mehr erwähnt.

Im Oktober 2001 wurde im Nahen Osten und Zentralasien ein angeblicher „Krieg gegen den Terrorismus“ begonnen, und zwar durch eine Regierung, die den internationalen Terrorismus als Teil ihrer eigenen Außenpolitik längst integriert hatte. Anders ausgedrückt war die Hauptrechtfertigung für den Krieg gegen Afghanistan und den Irak völlig an den Haaren herbei gezogen. Das amerikanische Volk wurde durch seine Regierung vorsätzlich und wissentlich in die Irre geführt.

Die Entscheidung, das amerikanische Volk zu täuschen, wurde am 11. September 2001 gefällt, kaum ein paar Stunden nach den Terroranschlägen auf das World Trade Centre. Ohne über eindeutige Beweise zu verfügen, wurde Osama bin Laden bereits als „Hauptverdächtiger“ bezeichnet. Zwei Tage später, am Donnerstag, den 13. September 2001, als die Ermittlungen des FBI gerade erst begonnen hatten, versprach Präsident Bush bereits „die Welt zum Sieg zu führen“.

Während die CIA stillschweigend einräumt, dass Al Qaida eine „Kontaktpersonen der Geheimdienste“ (intelligence asset) während des Kalten Krieges war, werden die Beziehungen nun einer längst vergangenen Ära zugeschrieben.

In den meisten Berichterstattungen nach dem 11. September wird davon ausgegangen, dass diese Verbindungen der CIA zu Al Qaida nur zu Zeiten der „vergangenen Ära“ des Afghanistankrieges bestanden. Sie werden ausnahmslos als unerheblich für das Verständnis der Vorgänge am 11. September und des „weltweiten Krieges gegen den Terrorismus“ betrachtet. Aber noch wenige Monate vor dem 11. September gab es Beweise für eine aktive Zusammenarbeit von Mitgliedern des US-Militärs und Al Qaida-Funktionären im Bürgerkrieg in Mazedonien.

Die Rolle der CIA bei der Unterstützung und Entwicklung von internationalen terroristischen Organisationen während des Kalten Krieges und danach wird von den westlichen Medien meist ignoriert oder heruntergespielt.

Ein offensichtliches Beispiel für die Verwirrung der Presse nach dem 11. September ist die „Blowback“-These, frei nach dem Motto: Die Geister, die ich rief. In einer völlig verdrehten Logik werden die US-Regierung und die CIA als die vom Unglück verfolgten Opfer dargestellt:
“Die hochentwickelte Ausbildung, welche die Mudschaheddin genossen haben sowie die Tausende von Tonnen an Ausrüstung, welche ihnen durch die USA und Großbritannien zur Verfügung gestellt wurden, wenden sich nun gegen den Westen in Gestalt des „Blowback“-Phänomens, bei dem eine politische Strategie sich gegen deren Erfinder richtet.” (The Guardian, London, 15. September 2001)
In den US-Medien wird sich gleichwohl eingestanden, dass „die Machtergreifung der Taliban [im Jahr 1996] teilweise auf die Unterstützung der Mudschaheddin, der radikalen islamischen Gruppierung, durch die USA im Krieg gegen die UdSSR in den 1980er Jahren zurückzuführen ist“. Allerdings werden die eigenen sachlichen Aussagen gleich wieder entkräftet, indem man gemeinsam schlussfolgert, dass die CIA durch einen hinterlistigen Osama hereingelegt wurde. Es wird so betrachtet, als „lehne sich ein Sohn gegen seinen Vater auf“.


Der „Krieg gegen den Terrorismus“ nach dem 11. September

Die „Blowback“-Theorie ist eine Erfindung.

Die CIA hat ihre Verbindungen zum „Islamisch-Militanten Netzwerk“ nie unterbrochen. Es gibt reichlich Beweise, dass Al Qaida noch immer ein von den USA unterstützter Geheimdienstkontakt geblieben ist.

Al Qaida wird weiterhin als der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September dargestellt, ohne jemals ihre geschichtlichen Beziehungen zur CIA und der pakistanischen ISI zu erwähnen.

Al Qaida befindet sich nach wie vor fest unter der Kontrolle des US-Geheimdienstapparates, und dennoch behauptet die US-Regierung immer wieder, dass dieser „Feind von Außen“ wieder zuschlagen wird, dass ein „zweiter 11. September“ irgendwo in Amerika oder der westlichen Welt geschehen werde:
[Es gibt] „Anzeichen dafür, dass [die] bald stattfindenden Anschläge ... den Anschlägen [vom 11. September] gleichkommen oder diese gar an Härte übertreffen werden ...

Und es ist ziemlich eindeutig, dass dabei die Hauptstadt und die Stadt New York auf jeglicher Liste stehen werden.” (Tom Ridge, Weihnachten 2003)

“Sie fragen mich ob die Lage ernst sei? Ja, darauf können Sie ihr Leben verwetten. Menschen tun so etwas nicht, es sei denn, die Situation ist ernst.” (Donald Rumsfeld, Weihnachten 2003)

“Glaubwürdige Recherchen deuten darauf hin, dass Al Qaida die Pläne zur Durchführung eines großangelegten Anschlages in den Vereinigten Staaten fortführt, um unseren demokratischen Prozess zum Erliegen zu bringen... Dies sind ernüchternde Informationen über diejenigen, die uns schaden wollen... Aber mit jedem Tag werden wir stärker in der Sicherheit unserer Nation.” (George W. Bush, July 2004)

“Der Feind, der uns am 11. September traf, ist getroffen und schwach, aber immer noch tödlich und immer noch bereit, uns wieder zu treffen.” (Dick Cheney, July 2006)

“Ein neuer Anschlag [wie der am 11. September] könnte beides liefern: Eine Rechtfertigung und eine Möglichkeit, Vergeltungsschläge gegen einige bekannte Ziele durchzuführen” (Beamter des Pentagons, zitiert in der Washington Post, 23. April 2006)
Kriegspropaganda

Ein Terroranschlag des Ausmaßes und der Art des 11. September auf amerikanischem Grund und Boden würde dem ehemaligen US Befehlshaber des Zentralkommandos der Streitkräfte (Central Command (USCENTCOM) Commander), General Tommy Franks (er leitete 2003 die Invasion in den Irak), zufolge den Untergang der verfassungsmäßigen Regierung bedeuten. In einem Interview vom Dezember 2003, welches in den Medien kaum Beachtung fand, beschrieb General Franks ein Szenario, welches die Aufhebung der Verfassung und die Errichtung des Militärrechts in den USA zur Folge hätte:
„[Ein] terroristisches Ereignis mit hoher Schadenswirkung [wird] irgendwo in der westlichen Welt [geschehen] - vielleicht auch in den Vereinigten Staaten. Dieses wird unsere Bevölkerung dazu bringen, unsere Verfassung in Frage zu stellen und unser Land zu militarisieren, damit eine Wiederholung eines weiteren, Todesopfer fordernden Ereignisses verhindert wird.“ (Cigar Aficionado, December 2003)
Franks spielte hierbei auf ein so genanntes „Ereignis vom Typ Pearl Harbor“ an, durch den die US-amerikanische Öffentlichkeit wachgerüttelt und eine Militärregierung sowie einen Polizeistaat unterstützen würde.

Dieses „terroristische Ereignis mit hoher Schadenswirkung“ wurde von General Franks als entscheidender politischer Wendepunkt dargestellt. Die unweigerliche Krise, soziale Unruhen und die öffentliche Empörung würden eine große Veränderung in den politischen, sozialen und institutionellen Strukturen der USA bewirken.

Es ist wichtig zu bedenken, dass General Franks hier nicht seine persönliche Meinung äußerte. Seine Aussage deckt sich mit den vorherrschenden Standpunkten des Pentagon sowie der Heimatschutzbehörde (Homeland Security Department) über die Entwicklung der Dinge im Fall eines nationalen Notstands.


„Ereignis mir hoher Schadenswirkung“

Dieser Begriff ist ein zentraler Teil der Militärdoktrin. Die Zerstörung und der Verlust von Menschenleben durch einen Terroranschlag führen zu einer Welle öffentlicher Empörung. Kollektives Empfinden von Angst und Einschüchterung entstehen, was die Beschneidung der bürgerlichen Rechte sowie die Einführung von Polizeistaat-Methoden ermöglicht.

Die Terroranschläge auf das World Trade Centre und das Pentagon am 11. September 2001 wurden dazu benutzt, öffentliche Unterstützung für eine Invasion in Afghanistan zu bekommen, welche gerade einmal vier Wochen danach stattfand. Ohne stützende Beweise wurde Al Qaida, der man vorwarf, von der Taliban-Regierung finanziert zu werden, für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht.

Die Planung eines großangelegten Krieges hatte schon lange vor dem 11. September begonnen. Die US-Streitkräfte waren schon längst in „erhöhte Alarmbereitschaft“ versetzt worden, als am Abend des 11. September die Entscheidung fiel, gegen Afghanistan Krieg zu führen. Diese Entscheidung wurde sodann am nächsten Morgen offiziell verkündet. Unterdessen berief sich die NATO auf Artikel 5 des Washingtoner Abkommens und erklärte Afghanistan im Namen aller Mitgliedsstaaten des Atlantischen Bündnisses den Krieg. Die Kriegserklärung der NATO basierte auf dem Prinzip der „Selbstverteidigung“ und wurde binnen 24 Stunden nach den Anschlägen beschlossen.

Auf Artikel 5 des Washingtoner Abkommens wurde sich erstmals am 12. September 2001 berufen. Die europäischen Alliierten und Kanada boten Amerika sofort nach den Terroranschlägen vom 11. September ihre Unterstützung an. Die NATO begrüßte den von den USA ausgerufenen „weltweiten Krieg gegen den Terrorismus“. Vierzehn NATO-Mitgliedstaaten entsandten Truppen nach Afghanistan. (Siehe: NATO Review, Summer 2006. http://www.nato.int/docu/review/2006/issue2/english/summaries.html)

Die Operation Northwoods

Das „Ereignis mit hoher Schadenswirkung“ am 11. September spielte im Prozess der militärischen Planung eine entscheidende Rolle. In den Augen der Öffentlichkeit diente es als Vorwand, um in den Krieg zu ziehen.

Die Auslösung von „Ereignissen, die als Vorwand zur Kriegsführung dienen“ ist Teil der grundlegenden Arbeitsweise des Pentagon. Mehr noch. Sie ist ein wichtiger Bestandteil in der Geschichte des US-Militärs.

1962 entwickelten die Oberkommandeure aller Streitkräfte der USA (Joint Chiefs of Staff, JCS) den Geheimplan „Operation Northwoods“, um absichtlich zivile Verluste herbeizuführen, die eine Invasion in Kuba rechtfertigen würden:
“Wir könnten ein US-amerikanisches Schiff in Guantanamo Bay in die Luft jagen und Kuba die Schuld daran in die Schuhe schieben.“ „Wir könnten eine kubanische kommunistische Terrorkampagne in der Gegend um Miami und anderen Städten in Florida oder sogar in Washington organisieren.“ „Opferlisten in US-amerikanischen Tageszeitungen könnten dazu beitragen, in der Bevölkerung eine nationale Welle der Empörung loszutreten.” (Siehe: freigegebenes Top Secret Dokument von 1962 mit dem Titel: Justification for U. S. Military Intervention in Cuba. Siehe: Operation Northwoods unter http://www.globalresearch.ca/articles/NOR111A.html)
Terrorwarnungen und Terroranschläge

Um möglichst „effektive“ Einschüchterungs- und Desinformationskampagnen durchzuführen ist es nötig, über die bloße Verbreitung grundloser „Warnungen“ zukünftiger Anschläge hinauszugehen. Man braucht „reale“ Vorfälle terroristischer Natur oder „Geschehnisse“, welche den Kriegsplanungen der Regierung Glaubhaftigkeit verleihen. Propaganda rechtfertigt die Implementierung von „Notfallmaßnahmen“ und die Durchführung militärischer Vergeltungsaktionen.

Sowohl Terrorwarnungen als auch Terroranschläge lieferten und liefern den idealen Vorwand, um weitreichende militärische Entscheidungen zu rechtfertigen.

Nach den Londoner Bombenanschlägen im Juli 2005 soll Vizepräsident Dick Cheney die USSTRATCOM angewiesen haben, einen Notfallplan zu entwerfen, „um bei einem erneuten terroristischen Angriff auf die USA, wie dem vom 11. September, gut gerüstet zu sein“. In diesen Notfallplan inbegriffen ist die Gewissheit, dass Iran hinter einem zweiten 11. September stecken würde.

Dieser „Notfallplan“ nutze einen „zweiten 11. September“, der noch gar nicht eingetreten war, als Vorwand, um eine große Militäraktion gegen Iran vorzubereiten, während zugleich Druck auf Teheran wegen seines (nicht-existierenden) Nuklearwaffenprogramms ausgeübt wurde.

Das Teuflische an dieser Entscheidung des US-Vizepräsidenten ist, dass sich die von Cheney vorgelegte Rechtfertigung für den Krieg gegen Iran allein auf eine vermutete Beteiligung Irans an einem rein hypothetischen Terroranschlag auf Amerika stützte, der bis heute nicht stattgefunden hat:

Inhalt des Plans sind umfangreiche Luftangriffe gegen Iran unter Verwendung sowohl konventioneller als auch taktischer nuklearer Waffen. Es gibt im Iran mehr als 450 wichtige strategische Ziele, darunter zahlreiche, die angeblich zur Produktion von Nuklearwaffen dienen. Viele dieser Ziele sind gut geschützt oder unterirdisch angelegt, so dass sie durch konventionelle Waffen kaum zerstört werden können. Daher die nukleare Option. Wie im Fall des Irak ist es auch im Fall Iran für eine Kriegserklärung nicht nötig, tatsächlich in Terroraktionen gegen die Vereinigten Staaten verwickelt zu sein. Es ist belegt, dass viele der hochrangigen Air Force Offiziere, die an den Planungen der Militäraktionen teilnahmen, erschüttert waren über die möglichen Folgen dessen, was sie taten – einen grundlosen Nuklearwaffenangriff auf Iran vorzubereiten. Aber keiner von ihnen war bereit, wegen der Erhebung von Einsprüchen seine Karriere aufs Spiel zu setzen. (Philip Giraldi: Attack on Iran: Pre-emptive Nuclear War. The American Conservative, 2. August 2005)

Sollen wir das also so verstehen, als warteten die Militärstrategen in den USA, Großbritannien und Israel geradezu auf einen zweiten 11. September, damit eine militärische Aktion gegen Syrien und Iran in Gang gesetzt werden kann?

Der von Cheney vorgeschlagene „Notfallplan“ ist nicht im Geringsten daraufhin konzipiert, einen zweiten 11. September zu verhindern. Der Cheney-Plan basiert auf der Annahme, dass Iran hinter einem zweiten 11. September stecken wird und dass dementsprechende Vergeltungsschläge sofort umgesetzt werden könnten, noch bevor überhaupt eine Untersuchung dieser Annahmen stattfinden würde. Eine sehr ähnliche Vorgehensweise wie bei den Angriffen auf Afghanistan im Oktober 2001, welche angeblich als Vergeltung für die angebliche Unterstützung der Terroristen des 11. September durch die Taliban-Regierung stattfanden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass man einen Krieg nicht eben mal in drei Wochen planen kann: Die Bombenangriffe und die Invasion im Fall Afghanistans wurden weit vor dem 11. September geplant, wie Michael Keefer in einem detaillierten Bericht darlegt:
“Genau betrachtet heißt das, dass „Terroranschläge von der Art des 11. September“ Cheney und dem Pentagon als angemessene Mittel zur Legitimierung von Angriffskriegen gegen jedwedes Land, welches durch das Regime und seinen Propagandastrukturen für diese Behandlung ausgewählt wurde, dienen.” (Michael Keefer: Petrodollars and Nuclear Weapons Proliferation: Understanding the Planned Assault on Iran. Global Research, February 10, 2006)
Seit 2001 hat Vizepräsident Cheney seine Warnung vor einem zweiten 11. September bei etlichen Anlässen wiederholt:
“Der Feind, der uns am 11. September traf, ist getroffen und schwach, aber immer noch tödlich und immer noch bereit, uns wieder zu treffen.” (Waterloo Courier, Iowa, 19 July 2006. Kursivschrift hinzugefügt)
„Eine Rechtfertigung und eine Möglichkeit, Vergeltungsschläge gegen einige bekannte Ziele durchzuführen“

Der (frühere) Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld rief im April 2006 einen weitreichenden Militärplan zur Bekämpfung des weltweiten Terrorismus ins Leben, mit Blick auf Vergeltungsschläge im Falle eines zweiten großen Terrorangriffes auf Amerika.

“Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld hat den bisher ehrgeizigsten Militärplan der Geschichte abgesegnet. Dieser beinhaltet die weltweite Bekämpfung des Terrorismus und die Möglichkeit, bei einem erneuten massiven Terroranschlag auf die Vereinigten Staaten schneller und entschiedener vergelten zu können,” so Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.

Dieser lang erwartete Schlachtplan zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus sowie zwei weitere untergeordnete Pläne, die Rumsfeld innerhalb des vergangenen Monats vorlegte, werden im Pentagon mit höchster Priorität behandelt. Diese Aussage stammt von Beamten, die diese drei Dokumente kennen, aber anonym bleiben möchten, da sie zu Stillschweigen über die Pläne verpflichtet wurden.

Die Einzelheiten der Pläne sind geheim, aber das ihnen übergeordnete Ziel ist eine erhebliche Ausweitung der Rolle des Militärs und im Speziellen eine anwachsende Streitmacht von Elite-Spezialeinheiten bei einer steigenden Anzahl von Einsätzen zur Bekämpfung des Terrorismus außerhalb von Kriegsgebieten wie z. B. Irak und Afghanistan. Die Pläne wurden über einen Zeitraum von drei Jahren von der streitkraftübergreifenden Kommandoeinrichtung (Special Operations Command, SOCOM) in Tampa entwickelt. In ihnen zeigt sich, dass das Pentagon immer mehr in Aufgabengebiete eingreift, die zuvor traditionelles Betätigungsfeld der CIA und des Außenministeriums waren. (Washington Post, 23. April 2006)

Diese Pläne basieren, wie bereits erwähnt, auf der Annahme, dass ein zweiter 11. September geplant und es daher nötig sei, bei einem Angriff auf die USA schnell vergelten zu können:

"Ein dritter Plan legt dar, auf welche Weise die Armee einen weiteren großen Terroranschlag gegen die USA sowohl unterbinden als auch darauf antworten kann. Er enthält lange Anhänge, in denen bis ins Detail aufgezeigt wird, welche Möglichkeiten für das Militär bestehen, schnell Vergeltung üben zu können, sei es gegen Terrorgruppen, Einzelpersonen oder auch unterstützende Staaten, je nachdem, wer für den Anschlag verantwortlich gemacht werden kann. Gegenwärtige und frühere Beamte des Verteidigungsministeriums, welche den Plan kennen, meinen, dass ein erneuter Anschlag sowohl die heute noch fehlende Rechtfertigung als auch die Möglichkeit für Vergeltungsschläge gegen schon bekannte Ziele bieten kann.

Der Plan beschreibt in allen Einzelheiten “welche Terroristen oder Bösewichte wir angreifen würden, wenn wir die Samthandschuhe auszögen. Aber noch haben wir sie an,” so ein Beamter, der aber aufgrund der sensiblen Thematik unerkannt bleiben möchte. (Washington Post, 23. April 2006. Kursivschrift hinzugefügt)

Dieses Militärdokument lässt vermuten, dass ein zweiter Anschlag von der Art des 11. September, “welcher bis heute noch aussteht”, sich als nützlich erweisen könnte, indem er eine „Rechtfertigung und eine Möglichkeit“ liefern würde, „bereits bekannten Zielen [wie Iran und Syrien]“ den Krieg zu erklären.

Die Wirklichkeit wird ins Gegenteil verkehrt. Die Desinformationskampagnen sind in vollem Gang. Die Medien in Großbritannien und den USA bezeichnen „Präventivkriege“ immer öfter als Akt der „Selbstverteidigung“ gegen Al Qaida and die Staaten, die den Terrorismus unterstützen, weil jene ja angeblich einen zweiten 11. September vorbereiten. Das grundlegende Ziel ist, durch Erzeugung von Angst und Einschüchterung ein Klima öffentlicher Akzeptanz gegenüber der nächsten Stufe des „Krieges gegen den Terrorismus“ im Nahen Osten zu schaffen, der sich gegen Syrien und Iran richtet.


Abschließende Bemerkungen

Die Bedrohung eines „Angriffs auf Amerika“ durch Al Qaida wird von der Bush-Regierung und ihren unerschütterlichen britischen Alliierten reichlich und absichtlich dazu benutzt, die öffentliche Meinung zugunsten einer weltweiten Militäraktion zu beeinflussen.

Es ist bekannt und dokumentiert, dass das „Islamische Terrornetzwerk“ eine Schöpfung des US-Geheimdienstapparates ist. Es gibt handfeste Beweise dafür, dass mehrere terroristische „Ereignisse mit hoher Schadenswirkung“, die mit zivilen Verlusten endeten, absichtlich durch das Militär und/oder den Geheimdienst ausgelöst wurden. Es ist ebenfalls bewiesen, dass in ähnlicher Weise mehrere unechte Terrorwarnungen auf Grund von falschen Informationen durch den Geheimdienst herausgegeben wurden, wie z. B. im Fall des verhinderten „Flüssigsprengstoff-Anschlags“ in London im Jahr 2006, bei dem die vermutlichen Flugzeugentführer keine Flugtickets gekauft hatten und einige keine Pässe zum Besteigen des Flugzeugs dabei hatten.

Der „Krieg gegen den Terrorismus“ ist ein Schwindel. Das Märchen vom 11. September, welches seitens der Untersuchungskommission vorgelegt wurde, ist von vorne bis hinten frei erfunden und die Bush-Regierung ist in die Vertuschung bis in die höchsten Regierungskreise hinein verwickelt.

Die Lügen rund um den 11. September aufzudecken würde dem „Krieg gegen den Terrorismus“ die Grundlage entziehen.

Die Lügen rund um den 11. September aufzudecken sollte Teil einer beständigen Antikriegsbewegung sein.

Ohne den 11. September hätten die Kriegsverbrecher in den hohen Ämtern keine Daseinsberechtigung mehr und das gesamte Sicherheitskonstrukt des Staates würde in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Über den Autor:

Michel Chossudovsky ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Univerität Ottawa (Kanada) und war Mitarbeiter verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen. Er ist Leiter des Centre for Research on Globalization (CRG), Autor mehrerer Bücher und Mitwirkender bei der Encyclopedia Britannica. Seine Texte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Im Jahre 2003 erhielt er den Menschrechtspreis der Gesellschaft für Menschen- und Bürgerrechte.

Übersetzung aus dem Englischen durch hintergrund.de

Der Aufsatz wurde erstveröffentlicht in Italien in : Giuletto Chiesa (Editor), Zero, Perché la versione ufficiale sull' 11/9 è un Falso [Zero: Why the Official Version on 9/11 is a Falsehood], Piemme, Casale Monferrato, 2007.

Eine detaillierte Analyse einiger relevanter Abschnitte dieses Artikels sind auch in dem Buch des Autors Michel Chossudovsky "War on Terrorism" zu finden, Global Research, 2005.
 

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