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Samstag, 28. März 2015  

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Radiotipp

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Neuer Exodus
Warum zieht es Israelis nach Berlin?

Bei vielen Israelis genießt Berlin geradezu Kultstatus, die Stadt gilt als extrem „cool". Etwa seit Ende der 1990er Jahre kommen deshalb immer mehr, vor allem junge Israelis nach Berlin. Genaue Zahlen liegen nicht vor, in den Medien ist die Rede von 18 000 bis 30 000 israelischen Staatsbürgern, die mehr oder weniger dauerhaft in Berlin leben. Was aber zieht diese Menschen in die deutsche Hauptstadt? Ist es nur der Kultfaktor, der Status Berlins als Party-Location? Oder gibt es tiefer liegende Gründe? In letzter Zeit wurden oft die im Vergleich zu Israel viel günstigeren Lebenshaltungskosten genannt. Welche Rolle spielen Vorbehalte gegen die israelische Regierungspolitik? Warum dann aber gerade Berlin? Die Stadt, von der der Holocaust ausging. Welche Bedeutung hat die Shoah im Kontext der Auswanderung? Ist es überhaupt eine dauerhafte Auswanderung? Vielleicht sogar eine Rückkehr zu den Wurzeln? Sind die Einwanderer Nachfahren der Jeckes, der deutschen Juden? Wie und wovon leben die Israelis in Berlin? Haben sie Erfahrungen mit antisemitischen Angriffen gemacht?

Fr 27.03., 18:07 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Artabana
Über ein alternatives Krankenkassen-Modell

Wer das erste Mal von „Artabana“ hört, reagiert ungläubig. Ein Leben ohne richtige Krankenversicherung? Geht das? Artabana ist eine Solidargemeinschaft, gegründet vor dreißig Jahren in der Schweiz, in Deutschland aktiv seit 1999. Derzeit existieren 250 lokale Gruppen mit mehr als 2.100 Mitgliedern, viele in Ostdeutschland, „wo der solidarische Gedanke noch verwurzelt ist“, sagt Felicitas Gerull von Artabana Deutschland. Die Grundsätze sind: Solidarität, Eigenverantwortung und Vertrauen im Sinne des uralten Knappschafts-Gedankens, der seine Wurzeln im Bergbau des Erzgebirges hat.

Sa 28.03., 09:05 Uhr, rbb Kulturradio


 

Abgehängt in West-Virginia
Armut in den USA

Die ärmste Gemeinde der USA liegt malerisch in der verwunschenen Hügellandschaft von West Virginia, mit 22.000 Einwohnern, verteilt auf zehn Orte. Und weil Armut speziell im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stets mit sozialen Verwerfungen ein her geht, türmen sich im McDowell County die Probleme: Jedes zweite Kind wächst ohne Eltern auf, die Gemeinde hat eine der höchsten Kriminalitätsraten im Land, die prozentual höchste Anzahl an Drogensüchtigen, schwangeren Teenagern, an Fettleibigen und Gefängnisinsassen. Tom Noga hat die Gemeinde besucht und Menschen getroffen, die den Glauben an die Zukunft dennoch nicht verloren haben.

Sa 28.03., 18:05 Uhr, Bayern 2


 

Diagnose: Psychisch krank!
Warum wir zu Patienten gemacht werden

Fühlen Sie sich ausgebrannt, kommen morgens kaum aus dem Bett und arbeiten lustlos? Dann haben Sie Burnout und sollten eine Therapie machen. Ist Ihr Kind zappelig und unkonzentriert? Dann hat es ADHS und muss medikamentös behandelt werden. Haben Sie Schlafstörungen und Anfälle von Trauer und Melancholie? Dann sind Sie depressiv und gehören in eine Klinik. Immer mehr Menschen mit Alltagsproblemen werden als psychisch krank abgestempelt, und daran verdienen Mediziner und Pharmakonzerne gut. Der Medizinjournalist Jörg Blech zeigt, wie und warum eine Seelenindustrie uns zu Patienten macht.

So 29.03., 08:30 Uhr, SWR2


 

Der rote Korsar
Warum ein Ex-Häftling eine Gefangenengewerkschaft gründet

Oliver Rast saß als politischer Aktivist im Gefängnis und fand auch hier sein Engagement. Dass Inhaftierte nur zwischen 9 und 15 Euro am Tag verdienen und nicht einmal rentenversichert sind, empört ihn. Das sei systematische Billiglöhnerei. Vor allem die Insassen mit langen Strafen würden nach der Haft direkt in die Altersarmut rutschen. Gemeinsam mit Unterstützern gründete er eine Gefangenengewerkschaft. Seit Herbst 2014 ist Oliver Rast draußen. Seine Haftstrafe verbüßte er für seine angebliche Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und für einen versuchten Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge. Jetzt kämpft er als Gewerkschaftssprecher.

Mi 01.04., 10.05 Uhr, SWR2


 

Die Stadt, der Cop, die Fehlurteile
Justizskandal in New York

In den 80er-Jahren war New York die Hauptstadt der Kriminalität. Drogenhändler beherrschten die Straße, Morde waren an der Tagesordnung. Die Polizei brauchte dringend Erfolge und Detektive Louis Scarcella lieferte sie. Er brachte Mörder gleich dutzendweise auf die Anklagebank. Die Staatsanwälte glaubten ihm gerne, dass Augenzeugen gleich mehrere Morde gesehen haben wollten, fiel ihnen nicht auf und niemand fragte, warum etliche Angeklagte auf ihrer Unschuld beharrten. Sie wurden verurteilt und erhielten langjährige Haftstrafen. New York schien wieder sicher. Nach über 20 Jahren stellt sich heraus, dass viele unschuldig im Gefängnis saßen. Über 70 Fälle werden jetzt neu aufgerollt, die ersten Häftlinge wurden inzwischen freigelassen. Wie konnte es dazu kommen? Verurteilte kommen zu Wort, Anwälte, Politiker und Bürgerrechtler, die zu erklären versuchen, wie Fehlurteile in diesem Ausmaß überhaupt möglich waren. Es zeigt sich: Louis Scarcella ist nur Teil eines sehr viel größeren Problems.

Mi 01.04., 22:03 Uhr, SWR2


 

Wenn Kinder nur noch weg wollen
Der mittelamerikanische Exodus

Sie kommen aus Guatemala, El Salvador und Honduras. Sie sind Kinder oder Jugendliche und durchqueren alleine Mexiko. Eine mörderische Route, die sie nur mit viel Glück unversehrt hinter sich bringen können, ohne dabei in die Hände von Drogenkartellen, Entführern, Menschenhändlern oder auch der Migrationspolizei zu gelangen. All die Gefahren halten sie nicht davon ab, sich auf den Weg zu machen. Zu Hunderten sitzen sie dicht gedrängt auf Dächern von Güterzügen und hoffen täglich aufs Neue, ihr Ziel zu erreichen: Die USA. Dort glauben sie, ein Leben leben zu können, dass ihnen mehr bietet, als der gewalttätige Alltag, den sie in ihren Heimatländern erlitten haben. Doch Präsident Obama erwägt angesichts des Ansturms Minderjähriger eine Gesetzesänderung, um diese Kinder schneller abschieben zu können. Die Heimatländer gelten nicht als Kriegsregionen und doch sind sie Ausgangspunkt des Exodus. Die Geschichte der Kinder einer vergessenen Region, die Geschichte einer humanitären Katastrophe.

Di 31.03., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk