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Freitag, 12. Februar 2016  

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Proteine - Ein begehrter Rohstoff
Zwischen Fleisch-Boom und Hunger

Seit Jahrzehnten steigt der Fleischverzehr - erst in Europa und Nordamerika, inzwischen auch in aufstrebenden Schwellenländern wie China. Wer zu Wohlstand kommt, isst Fleisch - immer mehr Tiere stehen in den Ställen, und sie brauchen immer mehr hochwertiges Eiweiß-Futter. Während Menschen in anderen Teilen der Welt nicht mal ihren Mindestbedarf an Proteinen decken können, Fleisch ist für sie unerreichbarer Luxus. Und gerade dort wird die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen. Brauchen wir neue Proteinquellen, für Menschen ebenso wie für Tiere? Insekten bieten sich an, oder Pflanzen, die Fleisch ersetzen. Daran wird intensiv geforscht. Auch als Alternative zu Soja, derzeit die wichtigste Proteinquelle im Tierfutter. In Europa wird es in riesigen Mengen eingeführt - zu einem großen Teil ist es gentechnisch verändert. Doch der Anbau von Soja steckt hierzulande in den Kinderschuhen, der Anbau anderer Proteinpflanzen spielt auch keine große Rolle. Das soll sich ändern, dank neuer „Eiweißstrategien“ in der Agrarpolitik.

Di 02.02., 18:05 Uhr, Bayern 2


 Mein Essen bau ich selbst an
Das Modell Solidarische Landwirtschaft

Die Biolandwirtschaft steckt in der Krise. Allein in Mecklenburg-Vorpommern hat die Ökolandbau-Fläche 2014 um 6.000 Hektar abgenommen, obwohl der Umsatz bei Biolebensmitteln bundesweit gestiegen ist. Auch Biokonsumenten sind anspruchsvoller geworden, haben sich an gerade gewachsene Möhren gewöhnt. Großbetriebe können die liefern, Kleinbauern aber oft nicht. Sie setzen auf alternative Vermarktungsmodelle wie die Gemüsekiste oder den Hofladen. Die erwiesen sich als wenig erfolgreich: zu hohe Auflagen, zu wenig Abnehmer. Das Modell einer Solidarischen Landwirtschaft soll jetzt Abhilfe schaffen. Es entstand in den späten 1980er-Jahren und gilt mittlerweile weltweit als Erfolgsmodell. In Deutschland gibt es rund einhundert Höfe, die entsprechend wirtschaften. Meistens übernehmen von Kunden getragene Kooperativen die Verantwortung und die Finanzierung für mehrere Höfe. Sie ernten, holen die Lebensmittel ab und verteilen sie an die beteiligten Familien, die dafür einen regelmäßigen Beitrag zahlen. Ein kleiner Nebeneffekt: weniger Gemüse landet im Müll, weil auch krumme Möhren beim Kunden ankommen. Die Sendung geht der Frage nach, ob Solidarische Landwirtschaft eine mögliche Antwort auf die Krise der Biolandwirtschaft und die Lebensmittelverschwendung ist oder doch nur ein Nischenmodell.

Mi 03.02., 22.03 Uhr, SWR2


 Vom Muntermacher zum Gesundheitsrisiko?
Was wirklich in der Milch steckt

Jahrzehntelang wurde Kuhmilch geradezu gefeiert: als Kalziumlieferant, Vitaminspender und Kraftspritze für Kinder im Wachstum. Doch ihr schneeweißes Image hat die Milch inzwischen verloren. Jeder siebte Deutsche leidet unter Laktoseintoleranz – einer Unverträglichkeit beim Verdauen des Milchzuckers, die mit Bauchschmerzen und Blähungen einhergehen kann. Viele Betroffene steigen auf pflanzliche Ersatzprodukte wie Sojamilch oder Mandelmilch um. Diese stehen auch bei Veganern hoch im Kurs. Sie lehnen die Massentierhaltung von künstlich schwanger gehaltenen Hochleistungs-Kühen aus ethischen Gründen ab. Empfindlich getroffen wird die Milchbranche auch von einigen Studienergebnissen. Nach Erkenntnissen schwedischer Forscher schützt ein hoher Milchkonsum nicht, wie erwartet, vor Knochenbrüchen, sondern verkürzt sogar die Lebenserwartung. Andere Wissenschaftler bezweifeln allerdings, dass Milch das Risiko für Zivilisationskrankheiten erhöht.

Do 04.02., 18:05 Uhr, Bayern 2


 Von neuer Landnahme zu rebellischer Demokratie
Über die Folgen kapitalistischer Inwertsetzung

Um zu funktionieren, ist der (Finanzmarkt-)Kapitalismus stets auf ein zuvor nicht durchökonomisiertes Außen angewiesen, das er entweder eingemeindet oder gar erst selber erstellt. Solch kapitalistische Landnahmen sorgen für soziale Unsicherheit und die Notwendigkeit neuer Formen politischer Repräsentation. Ein Vortrag von  Klaus Dörre, Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Do. 04.02., 22:00 Uhr, MDR Figaro


 Rebellion für Recht und Ordnung
Italien und die Fünf-Sterne Bewegung

Als bei den letzten italienischen Nationalwahlen im Februar 2013 die Fünf-Sterne-Bewegung 25,55% der Stimmen für das Abgeordnetenhaus errang und somit besser als alle anderen Parteien abschnitt, erwischte das Ergebnis Politiker und Journalisten völlig unvorbereitet. Niemand hatte geglaubt, dass die offiziell erst 2009 gegründete Bewegung ein solches Resultat erzielen könnte – nicht einmal deren Gründer, der Komiker Beppe Grillo. Seine Schimpftiraden gegen die politische Kaste Italiens, gegen Parteien und Brüsseler Technokraten hatten ihm den Ruf eines Populisten, Antipolitischen und Europaskeptikers eingehandelt. Unbekannte zogen als Fünf-Sterne-Abgeordneten und Senatoren in die italienischen Parlamentskammern. Heftige Polemiken über mangelnde interne Demokratie, Autoritarismus, Ausschlüsse und Austritte von Fraktionsmitgliedern haben die ersten zwei Parlamentsjahre der Neugewählten begleitet. Doch sind viele Italiener davon überzeugt, dass die Fünf-Sterne-Abgeordneten momentan die einzige Opposition gegen die neoliberale Politik der regierenden Großen Koalition darstellen – und die einzige Hoffnung auf ein Land, in dem die Gesetze für alle gelten, die Verwaltung funktioniert, und das nicht von korrupten Seilschafen regiert wird. Denn, so bilderstürmerisch sie sich auch geben, im Parlament sind die sogenannten Grillini vor allem als Verteidiger von Recht und Gesetz aufgefallen, als Kämpfer gegen Korruption und Verschwendung und für Transparenz der Verwaltung.

Fr 05.02., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk


Fahrt ins Blaue
Russlands Traum von der Eroberung der Arktis

1,2 Millionen Quadratkilometer Polarmeer und Milliarden Tonnen Öl und Gas aus den Tiefen der Arktis: Das ist die Vision des Kreml, um Russland auf Jahrzehnte hin den Status einer Energiegroßmacht zu sichern. Im August 2014 hat die russische Regierung bei den Vereinten Nationen den Anspruch auf weite Gebiete rund um den Nordpol untermauert. Im Wettrennen um die Erschließung arktischer Rohstoffe und neuer Schiffsrouten will Moskau die Pole-Position einnehmen, kein anderer Anrainerstaat ist ähnlich aktiv. Russlands 'Tor zur Arktis' soll die Hafenstadt Murmansk im hohen Norden Westrusslands sein: als zentraler Umschlagplatz für das geförderte Öl und Gas, als Heimathafen der modernisierten Eisbrecherflotte und Anlandepunkt für internationale Reedereien, die die legendäre Nordostpassage nutzen wollen. Doch die derzeitige Situation ist nicht günstig für arktische Megaprojekte. Schon in den vergangenen Jahren haben die niedrigen Rohstoffpreise einige von Russlands hochfliegenden Plänen zunichte gemacht. So ist die Industrialisierung der Arktis auch in Zeiten schmelzender Polkappen ein hochriskantes Unterfangen.

Sa 06.02., 11:05 Uhr Deutschlandfunk


 Pflegeberufe im Fokus der Politik
Mehr Nachwuchs durch attraktivere Ausbildung?

Ob im Krankenhaus oder im Altenheim: In den Pflegeberufen mangelt es an qualifizierten Fachkräften. Schon seit langem suchen Branchenexperten nach Möglichkeiten, diese Berufe für den Nachwuchs attraktiver zu machen. Konsens gibt es bei der Finanzierung: Die Ausbildung an Pflegefachschulen soll künftig kostenlos sein, das Schulgeld wird abgeschafft. Stattdessen sollen die angehenden Pflegekräfte eine Ausbildungsvergütung erhalten. Darüber hinaus ist in der Koalitionsvereinbarung von Unionsparteien und SPD festgehalten, die drei bislang getrennten Berufe der Krankenpflege, Altenpflege und der Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammenzuführen. Die examinierten Pflegekräfte könnten sich dann entscheiden, ob sie im Krankenhaus oder im Pflegeheim arbeiten. Begründet wird die geplante Reform mit dem Wandel der Aufgaben im Berufsalltag: Das Krankenhauspersonal muss zunehmend pflegebedürftige und demenzkranke Patienten versorgen. Gleichzeitig gibt es in den Altenheimen immer mehr chronisch kranke Bewohner, die eine medizinische Behandlungspflege benötigen. Dieses Reformvorhaben allerdings ist politisch stark umstritten. Verbände und Berufsorganisationen sind sich in der Bewertung uneins, und Widerstand kommt inzwischen auch aus den Reihen der Unionspolitiker im Bundestag.

Mo 08.02., 10:05 Uhr, Bayern 2