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Mittwoch, 02. September 2015  

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Wirtschaftskrisen
Muster des ökonomischen Zusammenbruchs

Wirtschaftskrisen haben die Menschen schon immer heimgesucht, wie eine der biblischen Plagen. Jetzt hat sich eine Gruppe von Wirtschaftshistorikern auf die Suche nach Mustern gemacht. Während die vormodernen Krisen vor allem durch Klimaveränderungen und Ernteausfälle bedingt waren, spielten bei ökonomischen Zusammenbrüchen in der Moderne offenbar der Umfang der Kredite und das Verdrängen der ersten Niedergangs-Symptome eine entscheidende Rolle. Und auch ein überhitzter Immobilienmarkt taucht auffallend häufig in der Geschichte auf. Was lässt sich daraus für den Umgang mit Wirtschaftskrisen lernen? Und welchen Einfluss werden Klimawandel und Ressourcenknappheit auf das weltweite Finanz- und Wirtschaftssystem haben?

Do 03.09., 08:30 Uhr, SWR2


 

Die Welthandelsorganisation
Ein unkontrollierbarer Gigant?

Die Welthandelsorganisation, kurz WTO, ist neben dem IWF und der Weltbank die wichtigste Institution, um internationale Wirtschaftsbeziehungen zu regeln. Gegründet wurde sie1994, ihren Sitz hat die WTO in Genf. Heute hat die Organisation mehr als 150 Mitgliedsstaaten, die zusammen mehr als 90 Prozent des Welthandels ausmachen. Die Aufgabe der WTO ist, den internationalen Handel zu regulieren, zu überwachen und bei Konflikten zwischen Mitgliedsländern zu schlichten. Das Prinzip, dem sie dabei folgt, ist die Liberalisierung des Handels, etwa indem Zölle abgebaut werden. Das soll den Lebensstandard aller am Handel beteiligten Länder steigern. Die Kritik an der WTO ist umfangreich. Nichtregierungsorganisationen beklagen oft fehlende Transparenz. Wie Entscheidungen zustande kommen, sei kaum nachvollziehbar. Auch der starke Einfluss von Konzernen auf die WTO wird kritisiert. Hinzu kommen Zweifel, ob etwa der Abbau von Zöllen tatsächlich allen Beteiligten nützt. Profitieren weniger entwickelte Länder überhaupt von dieser Politik? Oder profitieren vor allem exportorientierte westliche Staaten?

Fr 04.09., 09:05 Uhr, Bayern 2


 

Am Rande des Erlaubten
Flüchtlingshilfe in Europa

Die einen rufen eine Hotline für Bootsflüchtlinge ins Leben, die rund um die Uhr besetzt ist und die Küstenwachen in der Mittelmeer-Region alarmiert. Ein anderer nimmt Flüchtlinge in seinem Hotel auf, bildet sie aus und bekommt den Zorn der Dorfbevölkerung zu spüren. Ein Internetportal vermittelt Kontakte zu Unternehmen und schafft damit ein eigenes Netzwerk, abseits der normalen administrativen Strukturen. Warum fühlen sich Menschen für das Schicksal von Flüchtlingen persönlich verantwortlich? Was erreichen sie mit ihren Einzelaktionen tatsächlich angesichts der europäischen Abschottungspolitik? Und hilft das den Flüchtlingen tatsächlich – oder beruhigt ein rebellischer Rettungsversuch vor allem das eigene Gewissen? Wobei einige Gefahr laufen, sich wegen Beihilfe zur illegalen Einreise oder Förderung illegalen Aufenthalts strafbar zu machen – Tatbestände, die eigentlich auf Schlepper und Menschenhändler angewandt werden. Die Sendung erzählt von Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Auf Eigeninitiative oder im Team, spontan oder organisiert, mal mit, mal ohne Erfolg.

Sa 05.09., 11:05 Uhr, Deutschlandfunk


 

Mauern des Schweigens
Kinderraub in Spanien

Mehr als 100 000 politische Gegner ließ das Franco-Regime nach dem spanischen Bürgerkrieg umbringen. Das haben Historiker mittlerweile ausführlich dokumentiert. Eine andere Art von Verbrechen blieb jedoch über Jahrzehnte weitgehend unbekannt: organisierter Kindesraub. In den ersten Jahren der Diktatur ideologisch motiviert, entwickelte er sich bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren. Es wird geschätzt, dass in spanischen Geburtskliniken bis in die 80er-Jahre an die 300 000 Babies verschwanden und mit gefälschten Papieren an kinderlose Paare verkauft wurden. Inzwischen suchen Mütter ihre Kinder und Kinder ihre leiblichen Eltern – doch das gestaltet sich extrem schwierig: Kein Wunder angesichts fehlender Dokumente, mangelndem politischen Willen und vor allem der Mauer des Schweigens, mit der sich die Kirche umgibt.

Sa 05.09., 13:05 Uhr, Bayern 2


 

Schöne neue Gentechnik
Wissenschaftler feiern die CRISPR-Cas-Revolution

Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Arbeit in den Genlabors der Welt von Grund auf verändert. An die Stelle grobschlächtiger, aufwendiger und fehleranfälliger Verfahren ist eine neue Genchirurgie getreten: Einfach, punktgenau und hoch effizient. Mit einer Methode namens CRISPR-Cas können Wissenschaftler das Erbgut von Lebewesen gezielt manipulieren. Wie ein Textdokument im Computer ändern sie das Erbgut einer Zelle. „Das ist fast zu schön, um wahr zu sein“, jubeln die Forscher und träumen nach 25 Jahren voller Rückschläge von einem Durchbruch für die Gentherapie. Fast im Wochenrhythmus präsentieren die Fachzeitschriften neue Ideen. Eine Impfung gegen Herzinfarkt wird möglich, die Malaria könnte für immer verschwinden und das ausgestorbene Mammut wird möglicherweise dank CRISPR-Cas wieder auferstehen. Und schließlich – so glauben viele – wird der Mensch demnächst seine eigenen Gene umschreiben. Umstrittene Experimente an menschlichen Embryonen haben bereits begonnen.

So 06.09., 16:30 Uhr, Deutschlandfunk


 

Im Süden nichts Neues?
Der Mittelmeerraum erholt sich nur langsam

Als Südeuropa in die Europäische Union und Eurozone eintrat und der arabische Frühling losging, waren die Hoffnungen groß, die Peripherie, die Europa kulturell seit Jahrhunderten geprägt hatte, würde auch politisch und wirtschaftlich Anschluss gewinnen. Die Bilanz 2015: Schuldenberge, Bootsflüchtlinge, massive Menschenrechtsverletzungen, gescheiterte Staaten lassen das Mittelmeer als Zone der Bedrohung erscheinen. Wer nach Zeichen für eine Erholung sucht, muss genauer hinschauen und dabei den Blickwinkel des reichen Nordens verändern. Denn es bleibt dabei: Die Zukunft Europas entscheidet der Süden – zum Besseren wie zum Schlechteren.

So 06.09., 19:05 Uhr, NDR Kultur


 

TTIP
Transatlantischer Traum oder der Ausverkauf der Demokratie?

Im Frühjahr 2013 wurden der EU-Lobbyexpertin Pia Eberhardt von einer unbekannten Quelle geheime Dokumente eines EU-Verhandlungsmandats zugespielt. Es ging um geheime Details des geplanten Freihandelsabkommens TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen den USA und der EU. Zur Debatte steht eine lange Wunschliste von Konzernlobbyisten und Finanzinstituten: die Lockerung der Lebensmittelsicherheit, laxere Umwelt- und Chemiestandards, Arbeitsschutzbestimmungen des Arbeitsrechts, staatlicher Schutz für Bildung und Kultur. Kurz: Es geht um die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, der gesamten Daseinsvorsorge. Sonderschiedsgerichte, besetzt von global agierenden Anwaltskanzleien, sollen den Investitionsschutz multinationaler Unternehmer garantieren. Rechtsstaatliche Errungenschaften sowie nationale Rechtsstandards zählen dann nicht mehr. Politiker versprechen Wachstum und Arbeitsplätze. Doch die Zahl der Kritiker wächst, die öffentliche Stimmung droht zu kippen, während der Propagandaapparat der Lobbyisten auf vollen Touren läuft.

Di 08.09., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk