hintergrund_old_english
Donnerstag, 18. September 2014  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Radiotipp

Drucken E-Mail

“You are not a loan!”
Oder: Kapitalismus als Schuldenökonomie

Als im September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, wurde der Gesamtwert aller Schulden weltweit mit 160 Billionen Dollar beziffert. Ein Wert, der das globale Bruttoinlandsprodukt um das Dreieinhalbfache überstieg. Viele Ökonomen sehen in dieser gigantischen Schuldenexplosion bloß einen spekulativen Exzess und plädieren für die Regulierung des gegen die Realwirtschaft gerichteten aufgeblähten Finanzsektors und die Rückkehr zur Güter und Dienstleistungen produzierenden Wirtschaft. Kapitalismuskritische Theoretiker schauen sich dagegen an, inwiefern der Kapitalismus sich von Grund auf verändert hat, und analysieren seine neoliberale Phase als die einer Schuldenökonomie neuen Typs, in der die Finanz- mit der Realwirtschaft eng verzahnt ist. Wie hat die Schuldner-Gläubiger-Beziehung das Feld des Wirtschaftlichen, aber auch das des Sozialen und Politischen transformiert?

Di 16.09., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk


 

Erst Rüstung, dann Rettung
Deutschlands Waffengeschäfte mit Griechenland

Deutsche Unternehmen verdienten vor der Krise in Griechenland Milliarden mit Rüstungsgeschäften. Der kleine Mittelmeerstaat verfügt über mehr Panzer als Deutschland und Frankreich zusammen. Schmiergelder in Millionenhöhe gingen an griechische Amtsträger. Vor der Krise genossen sie dadurch ein Leben in Reichtum. Jetzt sitzen viele von ihnen im Gefängnis. Auch deutsche Rüstungsmanager sollen sich durch sogenannte Kickback-Zahlungen bereichert haben. Vertreter von Atlas, Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann haben dies der Athener Staatsanwaltschaft gestanden. Als Geldbote fungierte der Cousin eines ehemaligen Ministers. Er berichtet, durch welche Kanäle das Geld floss, um letztlich in Luxusimmobilien zu münden. Ein Politthriller.

Di 16.09., 19:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Herr und Frau Paul laden ein
Ein deutsches Ehepaar und die Asylbewerber in ihrem Ort

Flüchtlinge, die in Deutschland um Asyl bitten, müssen oft lange auf den Entscheid warten – monatelang, manchmal jahrelang. In ihren Unterkünften begegnen sie meist nur Beamten und anderen Flüchtlingen. Das Ehepaar Birgit und Detlef Paul in Karlsruhe ist einen Schritt auf die Flüchtlinge in ihrer Stadt zugegangen. Die Pauls helfen bei der Orientierung, geben Deutschunterricht und laden manche Flüchtlinge auch zu sich nach Hause zum Essen ein. Die Pauls idealisieren die Flüchtlinge nicht – doch sie wollen den Flüchtlingen helfen, anzukommen. Ein Feature über deutsche Willkommenskultur.

Mi 17.09., 10:05 Uhr, SWR2


 

Grüner, gerechter, glaubwürdiger?
EU-Agrarreform nach der Umsetzung

In Brüssel wurde sie beschlossen, in Deutschland wurden dann die Details für die heimischen Bauern festgelegt: Die EU-Agrarreform sollte die Landwirtschaft grüner, gerechter und glaubwürdiger machen. Funktioniert das auch in der Praxis? Bauern klagen über die Einbußen, die sie durch die neuen Öko-Regeln abfedern müssen. Umweltverbände sehen in den neuen Bestimmungen aber nur Stückwerk - wird die Landwirtschaft tatsächlich grüner? Kleine Bauern bekommen etwas mehr Geld aus Brüssel - wird so das Höfesterben gebremst? Oder nur eine falsche Agrar-Romantik gefördert? Die Sendung sich bei denen um, die nun nach den neuen Vorgaben aus Brüssel wirtschaften müssen: den Bauern. Wie kommen sie mit den neuen Regelungen zurecht? Die Agrarreform nach der Umsetzung – ist sie nun der große Wurf oder nur ein „weiter so“?

Do 18.09., 10:05 Uhr, Bayern 2


 

Mit leeren Netzen
Die Überfischung vor den Küsten Senegals

Fisch gehörte ursprünglich in dem westafrikanischen Staat Senegal zu den preiswerten Grundnahrungsmitteln – doch inzwischen wird der eiweißhaltige Fisch langsam zum Luxusgut. Der Grund: Die einst reichen Bestände vor der senegalesischen Küste sind drastisch überfischt. Die Ware wird knapp und die senegalesischen Fischer können sich den eigenen Fang mittlerweile kaum noch leisten. Stattdessen wird er immer häufiger ins Ausland verkauft. Vor allem in Asien und Europa sind riesige Absatzmärkte entstanden – „Globalisierungssog“ nennen das Experten.

Do 18.09., 15:05 Uhr, Bayern 2


 

Argentiniens Stunde Null
Der schwere Weg aus der Krise

Die finanzpolitischen Turbulenzen in Europa und die jüngste Entwicklung im eigenen Land haben in Argentinien die Erinnerung an eine schlimme Zeit geweckt. Zum Jahreswechsel 2001/2002, war Argentinien pleite. Der Peso kollabierte, die Banken schlossen ihre Türen, die Menschen im Land verloren durch die Abwertung der Währung mehr als zwei Drittel ihrer Ersparnisse, die einstmals breite Mittelschicht schrumpfte massiv. Tausende von Menschen gingen auf die Straße, protestierten mit Töpfen und Pfannen ohnmächtig gegen ihre Politiker. In nur zwei Wochen gaben sich fünf Staatspräsidenten die Klinke in die Hand. Gut zwölf Jahre nach diesem finanzpolitischen Erdbeben haben sich die Menschen im Land und die Ökonomie des Staates weitgehend erholt. Doch die positive Entwicklung scheint erstmal ein Ende zu haben: Erneut steht Argentinien vor einer Staatspleite.

Fr 19.09., 09:05 Uhr, Bayern 2


 

Aus den Augen, aus dem Sinn
Deutscher Atommüll in Russland

Die Suche nach einem geeigneten Endlager für hoch radioaktive Abfälle in Deutschland beginnt wieder von vorne. Im Geheimen wurde bereits nach Optionen im Ausland gesucht, auch in Russland. Obwohl der Export offiziell politisch nicht erwünscht ist – Spuren gibt es dennoch: Vertrauliche Kostenpläne eines deutschen Energiekonzerns, die Ersparnisse durch den Export aufzeigen, russische Ministeriumspapiere, die mit den zahlungskräftigen Kunden aus Deutschland kalkulieren. Das Feature folgt diesen Spuren in Deutschland und Russland. Sie führen bis an den Zaun der geschlossenen Stadt Krasnojarsk-26, einem Zentrum der russischen Atomindustrie und in die Vorstandsetage der deutschen EnBW in Karlsruhe.

So 21.09., 11:05 Uhr, NDR Info


 

Endlich Hoffnung auf Frieden
Ein Feature von Raul Zelik über den kolumbianischen Bürgerkrieg

Mehr als eine Viertelmillion Tote und sechs Millionen Vertriebene sind das Ergebnis von 50 Jahren bewaffneter Konflikte in Kolumbien. Nun besteht erstmals berechtigte Hoffnung, dass der längste Bürgerkrieg Lateinamerikas beendet werden kann. Seit zwei Jahren führt die Regierung des kolumbianischen Staatschefs Juan Manual Santos auf Kuba Verhandlungen mit den Rebellen der FARC. Santos' knappe Wiederwahl sowie positive Signale der links gerichteten Guerilla rücken ein Friedensabkommen für Kolumbien in greifbare Nähe. Der Kampf um Ackerland, Gerechtigkeit und eine ökologisch wie sozial nachhaltige Entwicklung würde damit allerdings nicht beendet.

So 21.09., 11:05 Uhr, WDR 5