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Dienstag, 21. April 2015  

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Konjunkturspritze mit Nebenwirkung
Wie der Ölpreissturz die Wirtschaft beeinflusst

Die Talfahrt der Ölpreise ist für Deutschland zunächst einmal ein riesiges Konjunkturprogramm. Denn Verbraucher, Unternehmen und die öffentliche Hand müssen weniger Geld ausgeben für Treibstoff und Heizöl, außerdem sind Produkte, die Öl als Rohstoff enthalten, günstiger zu produzieren. Auf der anderen Seite kämpfen einige Länder, die vom Ölexport leben, plötzlich mit gewaltigen Finanzproblemen, das schlägt auch auf deutsche Firmen durch. Und spritsparende Fahrzeuge sowie E-Autos könnten Ladenhüter werden, der Klimaschutz könnte auf der Strecke bleiben, wenn Öl noch länger billig bleibt. Wie kam es überhaupt zu diesem Ölpreissturz? Wie reagiert die Ölbranche, die sogar in Deutschland neue Förderprojekte verfolgt? Wie lange wird die Ölschwemme noch anhalten?

Di 14.04., 19:07 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Vom Klimaschädling zum Rohstoff
Wie sich das Treibhausgas Kohlendioxid nutzen lässt

Um das Klima zu schützen, soll das Treibhausgas Kohlendioxid aus den Schornsteinen von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken abgefangen werden. Doch wohin damit? Man könnte es zum einen unterirdisch „entsorgen“. CO2 lässt sich aber auch als wertvoller Rohstoff in der Chemieindustrie nutzen. Zur Produktion des Treibstoffs Methanol und anderem mehr. Etliche Verfahren stecken zwar noch in den Kinderschuhen. Aber schon jetzt ist klar: Die technischen Probleme sind lösbar. Bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Mi, 15.04., 08:30 Uhr, SWR 2


 

Fluch und Segen
Kakao-Geschichten aus der Elfenbeinküste

Deutschland und die Elfenbeinküste verbindet etwas sehr eng: Aus dem westafrikanischen Land kommt jedes Jahr etwa die Hälfte des Kakaos, den Deutschland importiert. Daraus machen viele deutsche Hersteller Schokoladenriegel, Pralinen, Nikoläuse oder Schoko-Osterhasen. Nur ganz langsam wird aber bekannt, wie der Kakao an der Elfenbeinküste angebaut und geerntet wird. Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen ist an der Tagesordnung - manchmal auch, obwohl die Betriebe als „fair“ zertifiziert sind. Doch wer soll das kontrollieren? Auch die Umwelt leidet unter der Kakaoproduktion: Gefährliche Spritzmittel werden eingesetzt, Urwälder für die Plantagen gerodet – jedes Jahr fallen 200.000 Hektar Wald der Motorsäge zum Opfer. Kakaobauern zerstören ihre eigenen Lebensgrundlagen – und verdienen selbst nur wenig am „braunen Gold“. Die Kakao-Multis, Exporteure und die Schokoladenhersteller dagegen machen das große Geld. Und es könnte noch mehr werden, denn die Nachfrage nach Kakaobohnen steigt. „Die Welt isst den Regenwald auf“, so beschreibt ARD-Korrespondent Alexander Göbel die Situation an der Elfenbeinküste, wo er mit Bauern, Umweltschützern und Behördenvertretern gesprochen hat.

Do 16.04., 10:05 Uhr, Bayern 2


 

Sinti und Roma in Deutschland
Prozess einer Annäherung

Annähernd eine halbe Million europäische Sinti und Roma fielen dem Völkermord der Nazis zum Opfer – davon 25.000 in Deutschland. Sinti siedeln seit sechs Jahrhunderten in deutschen Landen. Die Vorfahren der heute in der Bundesrepublik ansässigen Roma kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus Moldawien und der Walachei. Anfang der 60er-Jahre waren unter den ersten Gastarbeitern aus Jugoslawien überwiegend Roma; zu Beginn der 90er-Jahre flüchteten Roma vor dem Balkankrieg. Im Gegensatz zu den Sinti, die nach den bitteren Erfahrungen im Nazireich auf ihrer kulturellen Eigenständigkeit beharren, sind die meisten Roma in der Mehrheitsgesellschaft aufgegangen. Sie fallen kaum auf. Erst die in den letzten Jahren zuwandernden Roma aus Bulgarien und Rumänien, aus Bosnien oder Mazedonien werden als Armutsflüchtlinge wahrgenommen. Ihr Anblick ist vielen Sinti peinlich, sie wollen nicht mit ihnen verwechselt werden. Gemeinsam sind Sinti und Roma die Sprachwurzeln und die mehr oder weniger offene Diskriminierung. Nach vielen vergeblichen Anläufen hat im November 2012 das Landesparlament in Schleswig-Holstein Sinti und Roma als nationale Minderheit anerkannt. Baden-Württemberg schloss mit dem dortigen Landesverband vor einem Jahr einen Staatsvertrag, der das erlittene Leid würdigt, die deutschen Sinti aber auch dazu verpflichtet, die Integration der bleibeberechtigten Roma zu unterstützen. Aber das gegenseitige Misstrauen ist noch lange nicht aus der Welt geschafft.

Fr 17.04., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk


 

Oury Jalloh
Die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalles

Siebter Januar 2005, Dessau, Sachsen-Anhalt. In einer Polizeizelle verbrennt ein an Händen und Füßen gefesselter Mensch bei lebendigem Leib. Selbst verschuldet, sagen die einen. Ermordet, sagen die anderen. Was geschehen ist, wird nur gedeutet. Klare Beweise liegen nicht vor. Da auch der dritte Prozess vor dem Landgericht Magdeburg keine endgültige Aufklärung zum Entstehen des Brandes bringt, knüpft die Autorin an ihre Recherche für ihr erstes Feature zum Fall Jalloh „Verbrannt in Polizeizelle Nummer fünf“ an und hinterfragt die Ermittlungsergebnisse erneut. Mit Unterstützung von Gerichtsmedizinern, Toxikologen und Kriminalbeamten geht sie Ungereimtheiten nach und bekommt Hinweise auf einen dritten Mann. Ging es am Anfang um unterlassene Hilfeleistung des Dienstgruppenleiters ermittelt die Staatsanwaltschaft Dessau seit 2014 gegen Unbekannt wegen Mord.

Sa 18.04., 13:05 Uhr, Bayern 2


 

Warum der Kapitalismus im Prinzip nicht zu retten ist
Im Gespräch mit Wirtschaftshistorikerin Ulrike Herrmann

Mit Billionenspritzen versuchen Zentralbank und „marktkonforme“ Wirtschaftspolitik das Wachstum anzukurbeln. Grüne Theoretiker plädieren für „Green Growth“ – einen ökologisch sauberen Kapitalismus. Gewerkschafter fordern eine Stärkung der Massenkaufkraft und staatliche Investitionen, um die Soziale Marktwirtschaft zu retten. Sie alle können sich auf Wirtschaftswissenschaftler berufen. Die gegenwärtige Krise aber hat zu einer Renaissance der Theorien geführt, die auf die prinzipielle Unmöglichkeit eines ewigen Kapitalismus hinweisen - und das nicht nur aus ökologischen Gründen. Aber können sie uns etwas über eine Zukunft jenseits des Kapitalismus sagen?

So 19.04., 09:30 Uhr, Deutschlandfunk


 

Big Brother 2.0
Spionage in Realität und Fiktion

Wissen ist Macht – und Spionage seit jeher ein Mittel, sie zu gewinnen. Spionage geschieht im Verborgenen, wären da nicht Autoren wie John le Carré, Frederick Forsyth oder aktuell der Deutsche Tom Hillenbrand; Serien wie „Homeland“ und Filme wie „A most wanted man“. Sie alle schildern, wie das Ausspionieren funktioniert oder in Zukunft funktionieren könnte. Doch hat die Realität die Fiktion nicht längst überholt? Das Feature nähert sich dem Phänomen der Spionage, angefangen vom Judaskuss bis hin zum nahezu gläsernen Menschen der heutigen Zeit. Autoren, Literatur- und Filmwissenschaftler bringen Licht ins Dunkel. Und ein ehemaliger Agent erzählt von realen Überwachungstechniken und aktuellen Wegen der Informationsbeschaffung.

So 19.04., 20:05 Uhr, Deutschlandfunk


 

Diese Musik gehört uns!
Kollektives geistiges Eigentum in Zeiten der Globalisierung

1994 wurde das TRIPS-Abkommen ausgehandelt: Alle Länder, die am Welthandel teilnehmen wollen, werden dadurch zu einem Mindeststandard des Schutzes geistigen Eigentums verpflichtet. Die konkreten Vorgaben dienen aber vor allem der transnationalen Musikindustrie, die sich einen besseren Zugriff auf nationale Märkte wünscht. Welchen Stellenwert hat in dieser globalen Ordnung jene Musik, die ein kollektives geistiges Eigentum darstellt, die also in einer und durch eine Gemeinschaft entsteht? Schon vor über 40 Jahren begannen Länder wie Tunesien oder Bolivien, kollektives geistiges Eigentum gesetzlich zu schützen. Der schwedische Musikwissenschaftler Krister Malm, seit Jahrzehnten mit diesem Thema befasst, berichtet als Zeitzeuge von dem sich weltweit formierenden Widerstand gegen ein rein merkantiles Verständnis von Urheberrecht, das den Wert kollektiver Praktiken ignoriert. Adrian lorgulescu, Präsident der rumänischen Organisation zum Schutz musikalischer Autorenrechte, und die Ethnomusikologin Speranþa Rãdulescu erläutern die Schwierigkeiten, Urheberrechte in einem europäischen Land zu verteidigen, in dem noch kollektive musikalische Praktiken gepflegt werden. Für die breite Öffentlichkeit geht es auch um einen möglichst freien Austausch von Informationen. Samy Ben Redjeb, Chef des Labels Analog Africa, erklärt die praktischen Möglichkeiten, auf faire Weise interkontinental Urheberrechte zu verhandeln.

Mo 20.04., 20:10 Uhr, Deutschlandfunk