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Freitag, 27. Mai 2016  

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Radiotipp

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Boko Haram
Ein Lehrstück in Staatsversagen

Sie verüben Bombenanschläge auf belebte Märkte und Busbahnhöfe und entführen Hunderte Schulkinder: Boko Haram, der Name der Terrormiliz in Nordnigeria, bedeutet „Bücher sind Sünde“. Neben dem Verbot „westlicher“" Bildung und der Abschaffung demokratischer Wahlen fordert die Gruppe die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und bekämpft Regierung und Justiz. Der Bürgerkrieg ist das Ergebnis jahrzehntelangen Staatsversagens: In den 1980er-Jahren wurde Nigeria von einer Wirtschaftskrise erschüttert, die die Regierung bis heute nicht im Griff hat. Plötzlich verarmt, wandten sich viele Nigerianer religiösen Sekten zu. Seitdem ist die Gesellschaft entlang religiöser Linien gespalten. Das überspitzten radikale Prediger Boko Harams zur Staatsverachtung und Zehntausende ließen sich euphorisch darauf ein. Heute kämpfen sie mit brutaler Gewalt für ihre Utopie vom Kalifat.

Di 10.05., 08:30 Uhr, SWR2


Generation Praktikum
Was hat sich durch den Mindestlohn geändert?

Viel Arbeit, kein Lohn – das war lange Zeit das Schicksal von einigen Hochschulabsolventen, die sich einen Zugang zum Berufsleben schaffen wollten. Sie schlitterten von Praktikum zu Praktikum, arbeiteten voll im Unternehmen mit, bekamen dafür fast kein Geld, nur um sich danach wieder auf eine solche Stelle zu bewerben. Die Sendung hat mit solchen jungen Menschen gesprochen und sich erklären lassen, was sich seit der Einführung des Mindestlohns für sie geändert hat. Aber auch Unternehmen kommen zu Wort, denn sie mussten umdenken und die Arbeitsplätze für Praktikanten neu strukturieren.

Mi 11.05., 10:05 Uhr, Bayern 2


Michel Foucault
Was macht Macht?

Der französische Historiker und Philosoph Michel Foucault (1926-1984) ist einer der einflussreichsten Denker der Moderne. Ihn interessierte, wie Macht entsteht und wozu sie benutzt wird. Um dies herausfinden, ging der Denker einen ungewöhnlichen Weg. Er untersuchte nämlich nicht die klassischen Zeichen und Orte der Macht, sondern wandte sich in seinen Forschungen der Frage zu, wie und warum Krankenhäuser, Irrenanstalten und Gefängnisse entstehen konnten. Für Michel Foucault waren diese Institutionen Orte, an denen Wissen über den Menschen angehäuft würde, um ihn so besser kontrollieren und beherrschbarer machen zu können. Damit brachte Michel Foucault eine Größe ins Spiel, die bisher bei der Diskussion dessen, was Macht überhaupt ist und wie sie funktioniert, überhaupt nicht beachtet worden war: den Körper des Menschen. Wahnsinn, Krankheit und Inhaftierung wurden für Foucault zu Chiffren, an denen die Intensität von Machtausübung und Kontrolle abgelesen werden kann.

Mi 11.05., 15:05 Uhr, Bayern 2


Der Golf von Urabá
Unterwegs auf Kolumbiens Kokain-Route

Während ein Friedensabkommen in Kolumbien mit den FARC-Rebellen immer näher rückt, wächst laut den Vereinten Nationen vor Ort erneut die Koka-Anbaufläche und die Kokain-Produktion. Einen Großteil kontrolliert eine kriminelle Vereinigung namens „Clan Úsaga“. Sie zahlt für jeden ermordeten Polizisten Kopfgeld. Ihr Hauptaktionsgebiet für den Schmuggel des Kokains in die ganze Welt liegt im Nordwesten Kolumbiens – am Golf von Urabá.

Mi 11.05., 18:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur


Vom Villenviertel in den Problemkiez
Rentner hilft muslimischen Migranten

Ein Rentner zieht aus seiner Eigentumswohnung im Berliner Nobelviertel Schlachtensee aus und mietet sich im Problemkiez Rollberg-Viertel eine Wohnung. In der gutbürgerlichen, aber sterilen Umgebung hatte sich der emeritierte Chemieprofessor gelangweilt. Weil er selbst viel Glück erlebt und kaum materielle Sorgen hatte, will er nun anderen helfen und der Gesellschaft „etwas zurückgeben“, wie er sagt. Den Wohnungstipp erhielt er vom Migrationsbeauftragten. Sein Nachbar entpuppte sich als Kleinkrimineller. Das ist nun fünf Jahre her und seither betreut er Ausländer beim Nachhilfeunterricht und engagiert sich in einer Kiez AG als Vermittler zwischen den Mietern und der Wohnungsbaugesellschaft. Der 80-Jährige hat „jeden Moment genossen“, ist immer noch glücklich in seiner neuen Umgebung, aber er warnt zugleich vor falscher Integration und der Entstehung einer islamistischen Parallelgesellschaft in seiner neuen Wahlheimat.

Do 12.05., 10:05 Uhr, SWR2


Die Organe der Hingerichteten
Chinas Transplantationsmedizin und der Westen

Rund zehntausend Organe werden in China pro Jahr verpflanzt. Damit liegt das Land weltweit auf Platz 2 hinter den USA. China verdankt seine Spitzenposition einer Praxis, die international geächtet ist: Noch 2013 stammte nach Angaben der Regierung mehr als die Hälfte der verpflanzten Organe von hingerichteten Gefangenen. Insgesamt wurden in China bis heute mehr als einhunderttausend Organe bei getöteten Häftlingen entnommen – nach zurückhaltender Interpretation offizieller Zahlen. Nicht nur ausländische Patienten haben von dem chinesischen System profitiert. Westliche Kliniken und Ärzte unterstützen chinesische Transplantationszentren, ohne viele Fragen zu stellen. Pharmafirmen versorgen den Markt mit Medikamenten gegen Organabstoßung - und forschen an chinesischen Transplantationszentren. China verspricht die Abkehr von seiner international geächteten Transplantationspraxis. Aber kann man dem Versprechen glauben?

Do 12.05., 18:05 Uhr, Bayern 2


Autonomes Fahren
Wer haftet, wenn es kracht?

„Autonomes Fahren“ soll den Verkehr auf unseren Straßen revolutionieren. Das Auto soll sich zunehmend in eine Art „kognitives Wesen“ verwandeln, das seine Umgebung wahrnimmt, Verkehrssituationen bewertet und dann eigenständig entscheidet. Selbständig fahrende Autos sollen so helfen, den immer dichteren Verkehr in unseren Großstädten stressfrei und vor allem unfallfrei zu meistern. Kann der Fahrer so ein System überhaupt noch kontrollieren? Und vor allem: Wenn etwas schief geht, wer hat dann die Beweislast? Muss der Fahrer dann am Ende dem Hersteller nachweisen, dass sein Auto fehlerhaft konstruiert ist, und dass genau dieser Fehler ursächlich war für einen entsprechenden Schaden? Kritiker befürchten daher bereits, „autonomes Fahren“ könnte bedeuten, dass auch „Big Brother“ immer mitfährt: Eine Art „Blackbox“ an Bord könnte verpflichtend werden, um sämtliche Aktivitäten des Fahrzeugs zu überwachen und zu protokollieren, damit strittige Fälle überhaupt geklärt werden können. Und wer keine Lust hat auf eine derartige „Totalüberwachung“, dürfte so ein Fahrzeug dann eben gar nicht benutzen. Ob sich „Autonomes Fahren“ auf unseren Straßen tatsächlich durchsetzen wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob und wie man diese Haftungsfragen juristisch lösen wird.

Fr 13.05., 09:05 Uhr, Bayern 2


Satellite Wars
Der Krieg erreicht die Umlaufbahn

Im Jahr 1983 kündigte US-Präsident Ronald Reagan seine Strategic Defense Initiative an, mit der er neben feindlichen Atomraketen auch gegnerische Satelliten lahmlegen wollte. Wegen der eher größenwahnsinnigen Dimension erhielt die Initiative den Beinamen „Star Wars“. Nun deutet sich ein neues Wettrüsten an. Nach wie vor geht es um Waffen, die gegnerische Satelliten abschießen, aber auch um Schadbefehle, die ihren Weg über das Internet zum Satelliten finden. Ein Konflikt im All wäre für alle fatal: Denn schon eine einzige Kollision hinterließe eine Trümmerwolke, die Flugobjekte aller Staaten gleichermaßen gefährden. Längst versuchen zivile Raumfahrtagenturen, Politiker, Forscher und Freiwillige, das neue Wettrüsten im All zu begrenzen. Doch die Bedingungen sind schwieriger geworden. Gerade Hackerangriffe lassen sich nicht zwingend bis zur Quelle zurückverfolgen.

So 15.05., 16:30 Uhr, Deutschlandfunk