Twitter oder Facebook? Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht. |
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Im Netz der Daten - Wem nützt das Internet? Essay von Martin Tschechne
Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Den Usern ist das oft wohl gar nicht bewusst, aber für den, der die virtuellen Fährten lesen kann, steckt darin das große Geschäft. Google, Facebook und Co. ersinnen immer neue Methoden, um auf den Menschen vor dem Bildschirm Einfluss zu nehmen. Sind wir bald nur noch leicht lenkbare Empfänger ihrer Botschaften, die eigenes Denken und eigenen Spürsinn aufgegeben haben?
Mi 15.05., 20:30 Uhr, NDRinfo
ZeitZeichen Zum Geburtstag von Josef Weiss (16.5.1893)
Er war der letzte Judenälteste im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Und er war ein Menschenretter, über den es hieß: Er war mutig, ohne waghalsig zu werden. Josef Weiss aus Flamersheim – heute ein Stadtteil von Euskirchen – musste 1933 wegen seines jüdischen Glaubens mit seiner Familie in die Niederlande flüchten. Dort begann er, der eigentlich ein Kaufmann war, eine zweite Karriere als Menschenretter. Er schmuggelte jüdische Kinder aus Deutschland über die Grenze. Später, in Bergen-Belsen nutzte er seine von den Nazis aufgezwungene Rolle als Judenältester nicht, um eigennützig Vorteile daraus zu ziehen. Er rettete viele Menschen, weil er unter anderem den Nationalsozialisten falsche Angaben über die Zahl der gestorbenen Insassen machte, um mehr Essensrationen für die Lebenden herauszuschlagen. Ein lebensgefährliches Unterfangen.
Do 16.05., 09:05 Uhr, SR2
„Wer sich nicht bewegt, kann nichts bewegen“ Kultur der Veränderung in der Favela Santa Marta
Die Favela Santa Marta, die kleinste der zahllosen Armensiedlungen von Rio de Janeiro, wurde 2009 als erste befriedet. Die Gewalttäter wurden vertrieben, und die Infrastruktur wurde endlich dem Standard in den besseren Vierteln der Stadt angepasst. In diesem Transformationsprozess spielt die Kultur eine wichtige Rolle.
Eine der zentralen Figuren nennt sich Rapper Fiell und ist ein junger Mann Anfang 30, der sich dem Hip-Hop, der Protestmusik in den Favelas verschrieben hat. Er hat sich zum Agitator entwickelt, betreibt ein kommunales Radioprogramm, wenn es nicht gerade verboten wird, dreht Videos über die sozialen Probleme und hat seine Erfahrungen bereits in einer viel gelesenen Fibel niedergeschrieben, sein Beitrag zur „marginalen Literatur“.
Andere, wie der Friseur Cesar, machen Theater. Und Gilson ist es gelungen, aus der Kriminalität auszusteigen und als Organisator von Samba-Veranstaltungen sowie als Fremdenführer von Santa Marta sein Brot zu verdienen. Denn längst ist die Favela auch zu einer nicht unumstrittenen Touristenattraktion geworden.
Fr 17.05., 20:10 Uhr, Deutschlandfunk
Goldrausch Der Kampf um den ungehobenen Schatz in Russlands Weiten
„Auch durch Gold rinnen Tränen“, sagt ein russisches Sprichwort. Seit die internationalen Märkte von Finanzkrisen geschüttelt werden, ist das Edelmetall zur Ersatzwährung geworden und gilt als Wunderwaffe gegen die Inflation.
Bereits zu Zarenzeiten wurde in den Rohstoff-gesättigten Böden des Riesenreiches - ineffizient, aber umweltschonend - per Waschrinne nach Gold geschürft. Heute kämpfen russische Staatskonzerne und internationale Investmentfonds um die Ausbeute in den Goldminen. Moderne Technologien sollen das einst mühsame Handwerk revolutionieren.
Und auch deutsche Konzerne werden am russischen Goldrausch verdienen, denn sie liefern die hochgiftigen Chemikalien, die hier bald zum Einsatz kommen sollen.
Sa 18.05., 11:05 Uhr, Deutschlandfunk
Da capo: Im Gespräch Michael Kerbler spricht mit Heiner Flassbeck, Wirtschaftswissenschafter
„Die gegen die Arbeitslosigkeit verabreichte Medizin der „Flexibilität“ hat die Krankheit der Ungleichheit verschlimmert, ohne die Arbeitslosigkeit zu heilen.“
Heiner Flassbeck nennt die Dinge beim Namen. Direkt und ohne Beschönigung. Diplomatie ist seine Sache nicht. Deshalb hat sich der deutsche Wirtschaftswissenschaftler - er war mehr als zehn Jahre beamteter Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen in Berlin und weitere zehn Jahre Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf - nicht viele Freunde gemacht.
Auch mit seinem Buch „Gescheitert. Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert“ vergrößerte er seinen Freundeskreis unter Politikern nicht. Denn Flassbeck diagnostizierte in dem Buch, das 2009 erschienen ist, dass die Politik überfordert sei, die großen fünf Krisen der Gegenwart zu analysieren und zu lösen. Diese fünf Krisen sind seiner Meinung nach: die Finanzkrise, die Arbeitskrise, die Handelskrise, die Klimakrise und - nicht zuletzt - die Schuldenkrise. Heiner Flassbeck, wörtlich: „Die Menschheit steht vor einem Wendepunkt.“ Der Ökonom sieht nicht nur die intakte Natur bedroht, sondern auch die europäische Integration und darüber weit hinausreichend, die globalisierte Wirtschaft. Für die Marktwirtschaft sieht Heiner Flassbeck nur dann auf Dauer eine Existenzberechtigung, wenn sie es schafft „allen Bürgern eine systematische Chance auf Verbesserung ihrer Lebensumstände zu geben.“ Und die Basissicherung liegt bei der arbeitsfähigen Bevölkerung im Zugang zum Arbeitsmarkt. Um den Arbeitsmarkt und dessen neoliberale Deformationen geht es Heiner Flassbeck auch in seinem jüngsten Buch, das er gemeinsam mit anderen prominenten Autoren mit „HANDELT JETZT! - Das globale Manifest zur Rettung der Wirtschaft“ übertitelt hat.
Fr 17.05., 16:00 Uhr, Ö1
„Körperkult“ Warum immer mehr Menschen sich verschönern lassen
Body-Waxing, Extensions und Nagelmodellage – für viele Frauen gehört das mittlerweile zum regelmäßigen Schönheitsprogramm. Kaum zu glauben, dass Frauen in den 70ern bewachsene Schienbeine und Achseln zeigten und Männer mit dicken Bäuchen als stattlich galten. Heute diktiert die Schönheits-industrie die Ideale und immer mehr Menschen fügen sich. Auch Fett absaugen und Falten aufspritzen sind keine Tabus mehr. In der Sendung erzählen ganz unterschiedliche Menschen, wie und warum sie der Natur nachhelfen - und Attraktivitätsforscher erklären, was wir als schön empfinden und weshalb Schönheit tatsächlich Vorteile verschafft. Aber wo liegen die Grenzen des Machbaren? Und wann überwiegen die Nachteile für Körper und Seele?
Mo 20.05., 17:30 Uhr, NDRinfo
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