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Freitag, 30. Januar 2015  

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Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

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„Deutsches Internet“
Marketing-Trick oder Weg zum sicheren Netz?

Die Wege unserer Daten im Internet sind oft verworren und für normale Nutzer kaum nachvollziehbar: Selbst wenn man Emails zwischen zwei deutschen Anbietern verschickt, können unsere Daten viele Ländergrenzen und Kontinente passieren, ehe sie beim Empfänger ankommen. Und fast immer laufen sie über die großen Kontenpunkte in den USA. Oft lassen sich dabei selbst intime, persönliche Daten im Netz einfach mitlesen – so offen wie auf einer Postkarte. Wer die Leitungen ganz legal anzapfen darf und wer nicht, ist in Europa allerdings ganz anders geregelt als in den USA, Indien, China oder Russland. Das Internet ist also kein einheitlicher Rechtsraum. Es gilt vielmehr immer das Recht des jeweiligen Landes, durch das die Daten gerade fließen.

Seit dem NSA-Skandal kam daher die Forderung auf: Wenn die US-Geheimdienste hemmungslos alle unsere Daten mitlesen, sobald sie sie „in die Finger“ bekommen, dann bauen wir uns halt unser eigenes Netz; ein rein deutsches Internet, mit deutschen Leitungen, deutschen Routern – für das dann durchgehend deutsches Recht gilt und in dem das Abhören durch Sicherheitsdienste streng geregelt ist. Doch ist so ein „Deutschlandnetz“ technisch überhaupt machbar? Wer trägt die Zusatzkosten? Und wer würde tatsächlich davon profitieren? Die Bürger, durch mehr Datenschutz und Datensicherheit? Oder nur Anbieter wie die Deutsche Telekom, indem sie unter dem Vorwand von mehr Sicherheit die Befugnis erhalten, neue Monopolstrukturen aufzubauen?

Do 29.01., 18:05 Uhr, Bayern 2


 

Nähen in Myanmar?
Auf Markterkundungsreise in Südostasien

Noch ist Bangladesch die Nähstube der Welt. Das Land kämpft mit seinem schlechten Image nach der Rana-Plaza Katastrophe im April 2013, bei der 1239 Menschen starben. Und schon fragt sich die westliche Textil-Branche, in welchem Land kann sie ihren unermüdlichen Hunger nach billigen Arbeitskräften stillen? Reporter Karmen Frankl und Andreas Maus sind unterwegs von Dhaka nach Myanmar und begleiten eine sogenannte Markterkundungsreise deutscher Unternehmer, die überprüfen wollen, unter welchen Bedingungen sich in Myanmar produzieren lässt.

Fr 30.01., 10:05 Uhr, SWR 2


 

Lernen hinter Gittern
Jugendliche Strafgefangene und das Leben „nach dem Knast“

Die rechtliche Vorgabe ist eindeutig: Paragraf zwei des Strafvollzugsgesetzes bestimmt, dass Gefangene befähigt werden sollen, künftig ein Leben ohne Straftaten zu führen. Dies gilt sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche. Vor allem bei minderjährigen Gefangenen gilt die Resozialisierung jedoch als oberstes Gebot. Denn die jungen Straftäter befinden sich erst relativ kurze Zeit auf der „schiefen Bahn“, Eingliederungsbemühungen fallen hier womöglich auf fruchtbareren Boden. Wie aber sehen diese Maßnahmen aus? Steht die schulische oder berufliche Ausbildung im Mittelpunkt? Oder doch eher das Erlernen sozialer Normen? Und welche Rolle spielt das „negative Lernen“ innerhalb der Gefängnisstrukturen?

Sa 31.1., 08:30 SWR 2


 

Aufarbeitung oder Verdrängung?
Fünf Jahre nach dem Missbrauchsskandal

Vor fünf Jahren – Ende Januar 2010 – trat Jesuitenpater Klaus Mertes vor die Presse und verkündete Schockierendes: In zahlreichen Jesuitenschulen seien junge Männer sexuell missbraucht worden. Kurze Zeit später wurden in den Bistümern und in anderen Ordensschulen ähnliche Vorwürfe bekannt. Eine Diskussion begann über Leitlinien, wie die katholische Kirche mit diesen Fällen in den eigenen Reihen umgeht und über die Frage, ob ausreichend mit den staatlichen Behörden zusammengearbeitet wurde. Auch ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs entwickelte sich – der Ruf nach mehr Prävention in kirchlichen und auch weltlichen Einrichtungen wurde laut. Nach wie vor aber muss sich die katholische Kirche vorwerfen lassen, dass sich an den Strukturen, die die Vertuschung von Missbrauch begünstigten, nur wenig geändert hat, trotz diverser Forschungsprojekte und Gremien, die in den nationalen Kirchen, aber auch im Vatikan gegründet wurden. Die Sendung zieht Bilanz und fragt nach, wie glaubwürdig und konsequent die katholische Kirche den Missbrauchsskandal in den vergangenen Jahren tatsächlich aufgearbeitet hat.

So 01.02., 08:05 Uhr, Bayern 2


 

„Ubtuntu“ – Das Friedenswunder von Südafrika
Südafrika und seine uralte Philosophie der Verbundenheit

Als 1994 die brutale Rassenpolitik der südafrikanischen Apartheid abgeschafft wurde, befürchtete die Welt Rachetaten. Es kam anders und niemand konnte verstehen, warum die schwarze Mehrheit nach Jahrzehnten der Erniedrigung, Folter und Rechtlosigkeit der weißen Minderheit mit offenen Armen entgegentrat, so dass die Weltpresse vom „Wunder Südafrika“ sprach. Die Grundlage dieser erstaunlich friedlichen Transformation war die alte Philosophie des „Ubuntu“ im südlichen Afrika. Ubuntu umschreibt die Essenz afrikanischer Lebensphilosophie und Spiritualität, benennt die Schnittmenge aus Begriffen wie „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“, aber auch „Gnade“ und „Freiheit“. Es umschreibt die Erfahrung und das Bewusstsein, dass jeder Teil eines Ganzen ist. Diese Philosophie wird in einem Südafrika der Postapartheid immer mehr zum Fundament einer modernen afrikanischen Sozialethik und könnte in Zeiten weltweiter Konflikte und Kriege auch global als Vorbild für ein friedliches respektvolles Miteinander der Kulturen dienen.

So 01.02., 08:30 Uhr, Bayern 2


 

Aspekte der Überwachung
Von der Straßenbeleuchtung zur Metadatenerfassung

Was Überwachung angeht, ist unsere Ambivalenz verwirrend. Mal regen wir uns darüber auf, mal nehmen wir sie scheinbar gleichgültig hin wie ein Gewitter, das schon an uns vorbeiziehen wird. Und häufig, wenn es (vermeintlich) zu unserem Vorteil oder unserer Sicherheit ist, finden wir Überwachung sogar richtig und gut. Sind wir kulturgeschichtlich schon so sehr an Überwachung gewöhnt, dass wir letztlich glauben, sie sei für uns alle gut? Ob diese Ambivalenz nun aus unserer Geschichte bedingt ist oder ob wir die Überwachung zum großen Teil unbemerkt von unserem inneren Homo Politicus über uns ergehen lassen, ist eine erstaunlich selten gestellte Frage. Als ob wir der eigentlichen Frage, was unsere Freiheit ausmacht, ausweichen würden.

So 01.02., 13:30 Uhr, Deutschlandfunk


 

Hoyerswerda auf dem Prüfstand
Ein Jahr Flüchtlingsheim

Vor einem Jahr wurde in Hoyerswerda ein neues Flüchtlingsheim eröffnet. „Ausgerechnet in Hoyerswerda“, wunderten sich damals viele. Gilt die Stadt seit den Ausschreitungen gegen Ausländer im Jahr 1991 doch als Symbol für rassistische Gewalt. Damals griffen Rechtsradikale – unter Beifall von Anwohnern – ein Asylbewerberheim an. Die Flüchtlinge verließen daraufhin die Stadt. Die Situation scheint sich etwas beruhigt zu haben. Im letzten Jahr gab es jedenfalls kaum Meldungen im Zusammenhang mit Fremdenfeindlichkeit und dem neuen Flüchtlingsheim. Doch wie erleben die Menschen vor Ort die Situation? Wie läuft das tägliche Zusammenleben?

Di 03.02., 13:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur