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Mittwoch, 01. Oktober 2014  

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Radiotipp

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Dunkelkammer Psychiatrie

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Menschen in geschlossene Psychiatrien eingewiesen worden. In Deutschland entscheiden Richter darüber auf der Grundlage psychiatrischer Gutachter. Ob Allgemeinpsychiatrie oder Forensik – hinter Mauern und Zäunen verbirgt sich eine abgeschottete Welt. Der Autor recherchiert in den schwer einsehbaren Zonen formalrechtlich korrekter Verhältnisse. Er blickt hinter die Fassade einer fragwürdigen Normalität und fragt nach alltäglichen Grenzüberschreitungen und schweren Grundrechtsverletzungen. Amtliche und wissenschaftliche Akteure konfrontiert er mit ihren Rollen in diesem System aus Zwang und Sicherheit, das Bürger vielleicht zu oft als Risiko und Gefahr für die Allgemeinheit behandelt.

Mi 24.09., 22:03 Uhr, SWR2


 

Was unter unseren Füßen ist – Dreck oder wertvolle Ressource?

Die Welt spricht vom Klimawandel, der Öl- oder der Wasserkrise, vom bedrohlichen Verlust der Böden durch Erosion spricht fast niemand. Die Erde unter unseren Füßen wird mit „Schmutz“ und „Dreck“ gleichgesetzt. Daraus spricht ein Mangel an Verständnis für die Wichtigkeit gesunder, lebendiger Böden für das Leben von Mensch und Tier, für die globale Ernährung, für klimatische Stabilität. Die Sendung vermittelt, welche zentrale Bedeutung der Schutz der Böden für den Fortbestand moderner Zivilisationen hat. Sie klärt darüber auf, wie die industrielle Landwirtschaft zu einer zunehmenden Zerstörung der lebenswichtigen Ressource „Boden“ führt und zeigt alternative Strategien und Forschungsansätze, wie Erosion gebremst und nachhaltige Wirtschaft ermöglicht werden kann. Und sie erläutert, warum wir eine neue Kultur des Respekts gegenüber dem brauchen, was unter unseren Füßen ist.

Do 25.09., 15:05 Uhr, Bayern 2


 

Mauern und Grenzen – Warum Staaten sich abschotten

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauern bauen Staaten heute weltweit ihre Grenzen aus wie nie zuvor. Mit Mauern und Zäunen schotten sie sich ab – aus Angst vor Migranten, Terroristen oder auch nur, um das eigene Territorium zu markieren. So trennt heute eine gigantische Grenzanlage die USA von Mexiko. Israel verbarrikadiert sich hinter einer immer höher werdenden Mauer, Indien baut seine Grenzen aus, genauso wie Saudi-Arabien und auch die EU. In einer immer globaleren Welt folgen immer mehr Länder damit einem Jahrhunderte alten Konzept: Von der Chinesischen Mauer über den Hadrianswall und den Limes gab es schon immer Mauern und Grenzanlagen.  Doch schon die historischen Beispiele zeigen: Mauern lösen keine politischen Probleme. Schlimmer noch: Sie verschärfen sie meist sogar.

Fr 26.09., 09:05 Uhr, Bayern 2


 

What makes them kill?

Es ist ein gängiges Klischee, dass bewaffnete Gruppen willige Vollstrecker ihres Kampfauftrags sind: Analysen zeigen, dass viele kampfunerprobte Rekruten im Angesicht des Gefechts den Gehorsam verweigern. Sie schießen nicht auf den Gegner, sondern in die Luft. Es gibt offenbar eine normale Hemmung, einen Mitmenschen zu töten. Das Pentagon setzt deshalb eine Waffe gegen die eigenen Soldaten ein: die Psychologie. Sozialisationsprozesse, in denen die Gruppe und die Verantwortung für den Nebenmann, den Buddy, die wichtigste Rolle spielen, machen in wenigen Wochen aus normalen jungen Männern tötungswillige Soldaten. Beim Besuch im US-Truppencamp Hohenfels versucht die Autorin diesen Prozess nachzuvollziehen.

Sa 27.09., 18:05 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Meine Schwester Ulrike

Ulrike Meinhof wäre im Oktober 80 Jahre alt geworden. Ihre Schwester Wienke Zitzlaff ist drei Jahre älter. Sie hat all die Jahre nie öffentlich über ihre Schwester gesprochen. Sie tut das jetzt zum ersten Mal. Von den Kontakten ihrer Schwester zu Andreas Baader und Gudrun Ensslin wusste Zitzlaff frühzeitig. Ulrike Meinhof hielt die Schwester stets auf dem Laufenden. Sie hatte ihre Schwester auch gebeten, falls ihr etwas passieren sollte, die beiden Töchter aus der Ehe mit Klaus Rainer Röhl zu sich zu nehmen. Wienke Zitzlaff hat dann die Beerdigung von Ulrike Meinhof organisiert. Am Vorabend konnte sie sich noch einmal überzeugen, dass es wirklich ihre Schwester war, die da im Sarg lag. Sie musste allein zu dem Sarg, entlang an einem Spalier von Polizisten mit Maschinengewehren.

So 28.09., 07:05 Uhr, WDR 5


Der vermessene Mensch – Die Datenindustrie

Daten sind das Gold des Internetzeitalters, Google und Facebook sind ihre erfolgreichsten Schürfer. Geld kostet die Nutzung von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken nicht, wir zahlen mit einer Datenspende – mal freiwillig, mal unfreiwillig. Webseiten installieren Überwachungssoftware auf unserem Computer, Ärzte und Apotheken vermarkten unsere anonymisierten Patientendaten, Online-Shops unsere Kaufgewohnheiten. Die Datenindustrie operiert global, nationale Behörden sind mit der Überwachung völlig überfordert. Trotzdem ist Gegenwehr möglich. Der überfällige Einstieg in den Datenschutz 2.0 erfordert den Ausstieg aus der Always-On-Mentalität. Die politische Debatte darüber hat begonnen.

So 28.09., 07:30 Uhr, WDR 5


 

Die Gründung der „Ersten Internationale“

Das erklärte Ziel der „Ersten Internationale“ war „die ökonomische Emanzipation der Arbeiterklasse“. Fast 2000 Teilnehmer aus ganz Europa kamen zur Gründungskonferenz in die Londoner St. Martin’s Hall. Man wollte endlich international zusammenarbeiten. Jeden Dienstag tagte in London der Generalrat der „Ersten Internationale“, die sich anfangs „Internationale Arbeiterassoziation“ nannte. Soziale Grundforderungen und aktuelle politische Ereignisse wurden diskutiert und der große Jahreskongress vorbereitet. Umstritten ist bis heute die Rolle des in London lebenden Theoretikers Karl Marx. War er wirklich der allmächtige Dirigent, der sich den Aufbau einer weltweiten kommunistischen Parteiführung zum Ziel gesetzt hatte? Stimmten die in Polizeikreisen kursierenden Gerüchte über hohe Mitgliederzahlen und Geldreserven? Wie viel politischen Einfluss besaß die „Erste Internationale“ wirklich?

So 28.09., 09:05 Uhr, WDR 5


 

Transatlantiker mit Meinungsmacht

In Deutschland findet derzeit ein Streit um die richtige Außenpolitik statt. Im Zentrum steht der Umgang mit Russland: Brauchen wir eine stärkere NATO, um Wladimir Putin in Schach zu halten, oder läge es im deutschen Interesse, die ehemals guten Beziehungen zu Russland wieder zu kitten? Die so genannten Transatlantiker stehen fest an der Seite der USA. Sie vertreten eine offensive deutschen Außen- und Sicherheitspolitik mit klarer Westbindung. Regelmäßig treffen sie sich in Vereinen wie der Atlantik-Brücke. Bei den Treffen kommen Politiker und Wirtschaftsführer, aber auch Journalisten mit Meinungsmacht zusammen. Wissenschaftler, die sich mit den transatlantischen Netzwerken beschäftigt haben, kritisieren deren vermeintlich übermäßigen Einfluss. Was passiert in diesen transatlantischen Netzwerken, und wie groß ist ihr Einfluss wirklich?

Mo 29.09., 19:07 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Bildung ohne Schule oder die Grenzen der Freiheit

Immer wieder stehen in Deutschland Familien vor Gericht, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Wie kommt es dazu, dass Eltern – und Kinder – sich für einen solchen Weg entscheiden? Was treibt sie an, wie sieht ihr Alltag aus? Juristisch ist eine Kindheit ohne Schule in der Bundesrepublik nicht vorgesehen, anders als in fast allen anderen Ländern Europas. Für die meisten Deutschen ist schon der Gedanke eine Provokation. Die Sendung zeichnet das Porträt einer fast in jeder Hinsicht normalen Mittelschichtsfamilie, die sich für den Weg in die Illegalität entschieden hat: Die Kinder besuchen weder Schule noch Kita. Wie lebt man mit der Angst vor Entdeckung? Wie reagiert das Umfeld auf den radikalen Entschluss? Wie geht es den Kindern? Die Schulpflicht ist eines der letzten Tabus in der scheinbar liberalen deutschen Gesellschaft.

Di 30.09., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk