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Mittwoch, 01. Juli 2015  

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Amazonen, Kriegerinnen, Soldatinnen
Frauen an der Waffe

Die Bundeswehr ist seit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2000 verpflichtet, alle Posten auch Frauen zugänglich zu machen – inklusive Fronteinsatz. Doch Frauen im Kampfeinsatz sind nichts Neues. Schon die alten Griechen erzählten Geschichten von einem ganzen Volk kämpfender Frauen: den legendären Amazonen. Kriegerinnen hat es zu allen Zeiten und in allen Ländern gegeben. Archäologen fanden in zentralasiatischen Gräbern weibliche Skelette, denen man Pfeil und Bogen, Wurfspieße und Schilde ins Grab gelegt hatte. In der Nähe der württembergischen Stadt Heidenheim hat eine DNA-Analyse zwei merowingische Krieger – bestattet mit Schwert, Schild und Pfeilen – als Kriegerinnen identifiziert. Im Mittelalter zogen streitbare Edelfrauen und Königinnen in den Krieg. Frauen aus dem Volk nahmen bewaffnet an der Französischen Revolution teil. Im 19. Jahrhundert kämpften Frauen in den Revolutionsheeren in Süd- und Nordamerika.

Di 30.06., 08:30 Uhr, SWR2


 

Die Welt verbessern?
Über langfristige Folgen von Entwicklungsprojekten

487 Entwicklungsprojekte wurden auf der hannoverschen Weltausstellung 2000 als empfehlenswerte „Expoprojekte“ präsentiert. Doch waren sie nachhaltig und haben langfristig etwas bewirken können? 15 Jahre nach der Weltausstellung macht sich der Autor auf, alle zwölf in Kenia liegenden Expoprojekte zu besuchen, von der privat organisierten Straßenkinderhilfe in Nairobi bis zur international koordinierten Rettung des Ökosystems Viktoriasee, vom Kampf für die Landrechte der Massai bis zur Hilfe für Kleinbauern in Westkenia. Was ist noch sichtbar, was hat positive Folgen gehabt und vielleicht Nachfolgeaktionen erzeugt? Welche Fehler lassen sich beobachten? Welchen Einfluss haben ökonomische Realität und grassierende Korruption genommen? Und haben die Geberländer ihre politischen Vorstellungen durchzusetzen versucht?

Di 30.06., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk


 

Fisch aus dem Stall
Massentierhaltung mit globalen Folgen

Lachsfarmen in Fjorden, Forellenteiche im Binnenland und industrielle Kreislaufanlagen für die Mast von Wels oder Shrimps – Aquakultur ist der am schnellsten wachsende Zweig der globalen Ernährungswirtschaft. Auch Deutschland hat ehrgeizige Ausbauziele. Denn nirgendwo wird tierisches Eiweiß effizienter erzeugt als mit der Massentierhaltung im Wasser. Doch ihr weltweiter Boom hat unerwünschte Nebenwirkungen. Chemikalien und Antibiotika verseuchen Flüsse, Seen und Küstengewässer, der Shrimpszucht fallen Mangrovenwälder zum Opfer, Wildbestände sind durch das Übergreifen von Krankheiten gefährdet. Und für die Herstellung des Kraftfutters wird weltweit mehr Fisch verbraucht als die Aquakultur anschließend damit erzeugt.

Di 30.06., 19:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Das Deutsche Kaiserreich und der Dschihad
Warum die erste deutsche Moschee 1915 in Wünsdorf gebaut wurde

Muslimische Kriegsgefangene erfuhren im Ersten Weltkrieg in zwei Lagern südlich von Berlin eine relativ gute Behandlung. Nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ wollte man die sogenannten Kolonialsoldaten der englischen, französischen und russischen Armee zum Überlaufen bewegen. Insbesondere das Halbmondlager in Wünsdorf entstand als eine Art Vorzeige-Camp. Zwar diente die Moschee, die im Sommer 1915 eingeweiht wurde, auch religiösen Zwecken, propagierte jedoch als bildmächtiges Postkartenmotiv vor allem die vermeintliche Islamfreundlichkeit der Deutschen. Die Kriegsgefangenen liefen nur in geringer Anzahl über. Umso mehr wurden sie zu Forschungsobjekten, etwa für Sprachwissenschaftler, die Tonaufnahmen anfertigten. Manche dieser bis heute erhaltenen Stimmen eröffnen ganz persönliche Perspektiven, etwa im Lied eines Tunesiers: „Ich freute mich, dass mich die Deutschen fortholten, und dachte, ich käme nun nach Hause. Sie schlossen mich aber ein. Nun sitze ich verlassen hier!“

Mi 01.07., 19:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Ich wusste nicht immer, ob ich da noch rauskomme
Gespräch mit dem Journalisten Bruno Schirra

Bruno Schirra ist 2014 auf den Spuren des „Islamischen Staates“ (IS bzw. ISIS) durch den Irak gereist. Gemeinsam mit seinem kurdischen Fahrer und Übersetzer wagt sich der Journalist weit in gefährdete Gebiete. Er befragt Überlebende des Terrors, trifft einen deutschen IS-Kämpfer und einen Aussteiger des IS nach seiner Rückkehr nach Deutschland. Schirras Buch „ISIS – Wie der Islamische Staat den Terror nach Europa trägt“ – bietet ungewohnte Einblicke und Erkenntnisse. Im Gespräch mit Almut Engelien schildert der Journalist Begegnungen mit Opfern und Tätern. Er beschreibt seine risikoreiche Arbeit und den Preis, den er dafür bezahlt.

Fr 03.07., 10:05 Uhr, SWR2


 

Gestrandet in Eriwan
Armenische Christen fliehen vor dem Bürgerkrieg in Syrien

Für kurze Zeit rückte das armenische Volk im April 2015 ins Zentrum des medialen Interesses. Die Erinnerung an die 1,5 Millionen Toten und das Ringen um die Anerkennung des Genozids von 1915 als historische Tatsache eint die Armenier in der Diaspora weltweit. Weniger Aufmerksamkeit erfährt die größte christliche Minderheit in Syrien, die nun der Bürgerkrieg erneut in alle Winde zerstreut. Hundert Jahre lang war das Land ein sicherer Hafen gewesen für die Nachkommen der Armenier, die den Genozid überlebt hatten. Sie genossen dieselben Rechte wie muslimische Bürger, konnten dabei aber ihre Kultur bewahren, in christlichen Kirchen beten, ihre Kinder in armenischen Schulen unterrichten. In Aleppo, nur 55 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, bildeten die Armenier 15 Prozent der Bevölkerung und das wirtschaftliche Rückgrat der ganzen Region. Viele zögerten lange, die Heimat zu verlassen. Doch der Raketenbeschuss nahm zu und auch die Übergriffe auf Christen. Das weckte alte Ängste. Und so suchen seit 2012 immer mehr Armenier Zuflucht in der ehemaligen Sowjetrepublik Armenien. Das kleine und wirtschaftlich schwache Land, im Lauf seiner Geschichte stets vom Ausbluten bedroht, begrüßt offiziell die Zuwanderung der Glaubensbrüder aus Syrien, kann ihnen aber keine Perspektive bieten.

So 05.07., 08:05 Uhr, Bayern 2


 

Völkermord in „Deutsch-Südwestafrika“
Namibias tiefe Wunden

In der Savanne Namibias stehen noch die Bäume, an denen Soldaten der deutschen Kolonialtruppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufständische Herero-Krieger erhängten. Nachfahren der Toten halten aktiv die Erinnerung wach. Sie wollen endlich Wiedergutmachung für die Verbrechen der Kolonialherren in „Deutsch-Südwestafrika“, doch die Bundesregierung weist ihre Ansprüche zurück. Dabei sind sich Historiker mittlerweile einig, dass deutsche Truppen damals einen Völkermord begingen: Der Stamm der Herero wurde beinahe ausgerottet, die Nama zu Tausenden ermordet – aufgrund der rassistischen Überzeugungen, die im imperialistischen Europa quasi selbstverständlich waren. Heute bergen die Spätfolgen der deutschen Kolonialherrschaft für die Zukunft des friedlichen Namibia noch immer gefährlichen Zündstoff.

Mo 06.07., 09:05 Uhr, Bayern 2


 

Über die Schaffung von nazifreien Zonen
Stadtentwicklung in Berlin-Schöneweide

Schöneweide, einst eines der größten innerstädtischen Industriegebiete Europas, ist ein Berliner Stadtteil, mit dem sich seine Bewohner jahrzehntelang zu Recht voller Stolz identifizierten. Mit der Wende gingen rund 30000 Arbeitsplätze verloren. Industriebrache und soziale Brache wurden der Humus für eine bis vor wenigen Jahren auffällige Neonazi-Szene. Besonders raumgreifend im Vorfeld des S-Bahnhofs in Niederschöneweide. Lange musste sich die Bevölkerung gedulden, bis Sanierungskonzepte von Bezirk und Land den Weg für neue Lebensinhalte und Zukunftsperspektiven ebneten. Und bis den braunen Platzhirschen Paroli geboten werden konnte. Als Kraftakt auf einer breiten zivilgesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Basis. Mit Milieuschutz für die ansässige Bevölkerung. Als ‚Leuchtturm‘ gilt die Ansiedlung der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Von vielen Seiten kommen heute Impulse und Konzepte, der einstigen Bastion von Innovation und Erfindergeist erneut ein überregionales Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen

Di 07.07., 19:15 Uhr, Deutschlandfunk