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Freitag, 31. Oktober 2014  

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Die Sieger von Kundus
Eine Bilanz der deutschen Afghanistan-Mission

„Wir haben Großartiges geleistet“, bilanziert Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der ISAF-Schutztruppe in Nordafghanistan. „Die afghanische Bevölkerung im Norden bewegt sich durch ihre Provinzen völlig normal.“ Und wenn nicht alle Ziele vollständig erreicht wurden, so räumt man bei der Bundeswehr ein – das sei eben Afghanistan. Schließlich können „wir“ „ihnen“ westliche Standards nicht einimpfen. Der Autor hat die Entwicklungen in Kundus, dem Vorzeigegebiet des deutsch geführten Regionalkommandos Nord, über viele Jahre beobachtet. Ein Rechtsstaat wurde dort nicht einmal in Ansätzen aufgebaut. Woran liegt es? Um eigene Verluste zu vermeiden und Mittel einzusparen, schloss die Bundeswehr Allianzen mit korrupten Provinzfürsten, mit Klein- und Schwerkriminellen. Sie sind die eigentlichen Gewinner des bislang größten deutschen Auslandseinsatzes.

Mi 29.10., 22:03 Uhr, SWR2


 

Eine chemische Zeitbombe?
Weichmacher im Plastik

Weichmacher sind auf den ersten Blick echte Wohltäter: Von Autoreifen bis zu Zahnfüllungen machen sie Alltagsgegenstände aus Plastik geschmeidig, biegsam und dehnbar. Millionen Tonnen der Chemikalien werden jährlich hergestellt. Doch so nützlich Weichmacher auch sein können, so schädlich können sie offenbar auch wirken, wenn sie – meist unbemerkt – aus den verarbeiteten Materialien austreten und dann unter anderem auf die menschliche Haut gelangen. Laut EU-Kommission können sie „Krebs auslösen, das Erbgut verändern und Unfruchtbarkeit verursachen“. Besonders gefährdet sind Kinder, da sie belastetes Spielzeug gern in den Mund nehmen. Für Phtalate, darunter das wohl hormonverändernde DEHP, gibt es EU-weit Grenzwerte, in Spielzeug und Lebensmittelverpackungen sind einige Stoffe bereits verboten. Eine Welt frei von gefährlichen Weichmachern scheint aber schwer erreichbar: Über Plastikmüll verbreiten sich die Stoffe längst über den ganzen Planeten – ein kaum zu kontrollierendes Risiko für Tier und Mensch. Kritisch sehen Wissenschaftler, dass die Chemikalien sich im Körper nach und nach ansammeln und damit potenzieren könnten. Ihre Langzeitwirkung könnte deshalb besonders gefährlich sein. Wird es gelingen, diese chemische Zeitbombe zu entschärfen?

Do 30.10., 18:05 Uhr, Bayern 2


 

Nazi-Netzwerk NSU
Ein Feature über Europas extreme Rechte

„Der NSU war nach dem Ergebnis der Ermittlungen [...] stets eine singuläre Vereinigung aus drei Personen“, sagt der Generalbundesanwalt. Doch Strategie und Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds waren alles andere als isoliert und einzigartig. Rechte Terrorakte gab es in der Vergangenheit in ganz Europa und den USA. Folgt man den Spuren des Terrors, stößt man immer wieder auf das nationalsozialistische Netzwerk „Blood & Honour“. Zum harten Kern zählten – laut Ermittlern – auch die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe. Doch Vernetzungen spielen bei der Aufarbeitung der dem NSU zugeschriebenen Morde kaum eine Rolle. Stattdessen verfolgen die Behörden lediglich die „erweiterte Einzeltätertheorie“. Werden die terroristischen Gefahren von rechts schon wieder unterschätzt?

Do 30.10., 21:05 Uhr, Nordwestradio


 

Immer mehr, immer schneller
Warum weniger für die Gesellschaft oft mehr ist

Wer bestimmt, wie schnell wir leben? Und warum haben so viele Menschen das Gefühl, ihr Leben habe ein zu hohes Tempo? Der Druck und die Hektik, die viele in der Arbeit empfinden, sind auch in der Freizeit zu spüren. Die Aufforderung zur Entspannung verursacht dabei oft nur noch mehr Stress und ein schlechtes Gewissen, eben das nicht zu schaffen. Forscher sehen die Ursache in unserem Wirtschaftssystem: eine durchökonomisierte Gesellschaft, die sich allein durch Wachstum und Dynamik stabilisiert, treibt nicht nur Produktion und Konsum an, sondern jedes Individuum. Effizienz-Denken ist der Motor, mit dem wir das Hamsterrad immer weiter beschleunigen. Soziologen, Volkswirte und Psychologen sind bei der Frage gefordert: wer kann den Fuß rausstellen und bremsen?

Fr 31.10.; 09:05 Uhr, Bayern 2


 

Gekommen, um zu bleiben
Die neuen Einwanderer aus Bulgarien und Rumänien

Seit Januar 2014 gilt in Deutschland die „volle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ für EU-Bürger aus Bulgarien und Rumänien. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit bis zu 180.000 Einwanderern aus beiden Ländern jährlich. Die Immigranten sind sehr verschieden ausgebildet. Der Anteil der „Geringqualifizierten“ wuchs zuletzt auf 35 Prozent, aber beachtliche 25 Prozent sind Akademiker. Der Autor hat Einwanderer, deren Nachbarn und Kollegen sowie Experten getroffen: in Wohnungen, Büros und Betrieben, aber auch in überfüllten Absteigen und Zelten. Viele Einwanderer pendeln täglich zwischen Erfolg und Desaster. Vor allem dort, wo sie sich – wie zum Beispiel in Köln – selbst überlassen bleiben. Anders ist es in der niederbayerischen Kreisstadt Deggendorf: Von hier schwärmen Politiker und Unternehmer bis nach Bulgarien aus, um Einwanderer anzulocken.

Sa 01.11., 11.04 Uhr, SR 2 KulturRadio


 

„Ich will ein Geständnis“
Medikamentenversuche an Kindern in der Schweiz

In Vormundschaftsakten der psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Kanton Thurgau finden sich Patienten-Protokolle, aus denen hervorgeht, dass in den 60er und 70er Jahren an Kindern Psychopharmaka getestet wurden. Die Kinder hatten in Heimen, etwa des katholischen Klosters Fischingen gelebt oder in Pflegefamilien. Die Pillen stammten vom Basler Konzern Ciba- Geigy, heute Novartis. Die Betroffenen leiden bis heute an den Folgen der Versuche: an extremem Bluthochdruck, Panikattacken, ständigen Kopfschmerzen. Wie war es möglich, dass an diesen Kindern experimentiert werden konnte? Und wer trägt Sorge für die Folgen? Welche ethischen Standards haben Pharmakonzerne heute, wenn sie in Indien, Rumänien oder Argentinien Arzneimittel testen?

Sa 01.11, 11:05 Uhr, WDR 5


 

„Sehr gut“
Die Macht der Tester

Ihre Prüfsiegel haben die Wirtschaft verändert. Die Urteile unabhängiger Warentester dirigieren das Kaufverhalten mehr als jeder Werbespot. Weltweit wachen Verbraucherorganisationen über Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen, mit zunehmendem Erfolg: In Deutschland sind Stiftung Warentest und Ökotest Instanzen, die darüber entscheiden, ob eine Ware Bestseller oder Ladenhüter wird. Die Macht der Tester geht so weit, dass Firmen ihre Produktionen an den Kriterien der Institute orientieren. Um möglichst ein "Sehr gut" zu ergattern. Wenn die Kriterien gut und die Siegel seriös sind, zum Wohl der Verbraucher. Aber wer testet die Tester?

So 02.11., 11:05 Uhr, NDR Info


 

Oury Jalloh
Die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls

Kann ein gefesselter Mensch sich selbst anzünden ? Oder war der Feuertod eines afrikanischen Asylsuchenden im Polizeigewahrsam sorgsam vertuschter Mord ? 7. Januar 2005, Dessau, Sachsen-Anhalt: In einer Polizeizelle verbrennt ein an Händen und Füßen gefesselter Mensch bei lebendigem Leib. Selbst verschuldet, sagen die einen. Ermordet, sagen die anderen. Klare Beweise liegen nicht vor. Zwei Prozesse vor dem Landgericht Magdeburg bringen keine endgültige Aufklärung über die Brandursache. Eine Revision lehnt der Bundesgerichtshof ab. Mit Unterstützung von Gerichtsmedizinern, Toxikologen und Kriminalbeamten geht die Autorin Widersprüchen nach und bekommt Hinweise auf einen weiteren Beteiligten. Ging es bislang um unterlassene Hilfeleistung des Dienstgruppenleiters, ermittelt die Staatsanwaltschaft Dessau nun gegen Unbekannt wegen Mord.

Mo 03.11., 20:05 Uhr, WDR 5