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Donnerstag, 18. Dezember 2014  

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Radiotipp

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Gasrausch im ewigen Eis
Unterwegs auf russischen Gasfeldern jenseits des Polarkreises

In die wegen des harten Klimas gefürchteten Gebiete jenseits des Polarkreises, wo früher die Gulag-Häftlinge in Bergwerken von Workuta oder Norilsk schuften mussten, ziehen heute freiwillig Tausende meist junger Russen. Sie wollen bei der Erschließung der Erdgasvorkommen schnell gutes Geld verdienen. Kleine sibirische Ansiedlungen sind in den vergangenen dreißig Jahren zu großen Städten angewachsen, deren Namen bei uns meist völlig unbekannt sind. Und wie in Novy Urengoy, auch „Gazpromcity“ genannt, leben dort die Bewohner vor allem vom Gas – und ein wenig wie auf einem anderen Stern.

Mi., 17.12., 22:00 Uhr, rbb Kulturradio


 

Ein Leben als Enthüllungsjournalist
Günter Wallraff, Journalist, im Gespräch mit Maria Ott-Hinüber

Sein Name gilt heute als Synonym für verdeckte Ermittlungen: Günter Wallraff hat Zeit seines Lebens gesellschaftliche Schwachstellen und Skandale aufgespürt und darüber öffentlichkeitswirksam geschrieben. Angefangen hat Wallraff mit Industriereportagen und damit das Genre der Dokumentarliteratur in Deutschland etabliert. Er schlich sich unerkannt in Betriebe und Institutionen ein und berichtete so aus dem Inneren von Versicherungskonzernen, vom Redaktionsalltag der Bildzeitung oder über seine Erfahrungen als türkischer Fremdarbeiter. Immer war Wallraff aufgrund seiner Arbeitsmethoden scharfen Angriffen ausgesetzt, was sein Engagement in keiner Weise geschmälert hat. Im Gegenteil: Er hielt dagegen mit immer neuen Enthüllungsgeschichten über die Abgründe der modernen Arbeitswelt.

Mi 17.12., 20:05 Uhr, WDR 5


 

Mal hü, mal hott
Energiewende in Bayern

Der Weg der Energiewende in Bayern verläuft nicht gerade, sondern mit einigen Kurven. Die Gleichstromtrassen, die Strom vom Norden in den Freistaat bringen sollen, sind schwer umstritten – und sollen nun doch in anderer Form kommen als geplant. Statt von erneuerbaren Energien sprechen die bayerischen Regierungspolitiker in letzter Zeit vermehrt von Gaskraftwerken, für die sie Subventionen wollen, weil sie sich anders nicht lohnen. Windräder zu bauen wird durch die neue bayerische Abstandsregelung zu Wohngebieten erschwert – aber nicht unmöglich. Pumpspeicherwerke sollen vorläufig nicht gebaut werden – in einigen Jahren aber vielleicht sehr wohl. Der Ausbau der Photovoltaik hat an Dynamik verloren, Bioenergie und Wasserkraft sind fast ausgereizt. Das Energiesparen verläuft unspektakulärer, aber nicht erfolglos – vor allem im Bereich Wärme gäbe es aber noch viel zu tun. Das bayerische Energiekonzept von 2011, viel gelobt und unter dem Eindruck von Fukushima entstanden, ist offenbar überholt - ein neues gibt es aber noch nicht.

Do 18.12., 10:05 Uhr, Bayern 2


 

Timbuktu Blues
Die malische Stadt kämpft gegen den Einfluss islamistischer Gruppen

Die historische Kulturstadt Timbuktu in Mali wird weiterhin von radikalen Islamisten bedroht. Im Frühjahr 2012 hatten islamistische Gruppen den gesamten Norden des Landes erobert, und auch Timbuktu besetzt, die Oase am südlichen Rand der Sahara. Die zum al-Qaida-Netzwerk gehörenden Kämpfer zerstörten die meisten historischen Mausoleen und verbrannten Teile einer berühmten Manuskript-Sammlung, deren älteste Handschriften aus dem frühen 13. Jahrhundert stammen. Die meisten Manuskripte hatten die Bewohner allerdings heimlich gerettet. Seit einer französischen Militärintervention im Frühjahr 2013 sind die Islamisten geschwächt, aber nicht geschlagen. In der Region Timbuktu nimmt die Zahl der Anschläge auf UN-Soldaten und andere Ziele wieder zu. Aus den internationalen Schlagzeilen bleibt Timbuktu verschwunden. Vor Ort kämpfen die Menschen weiter um ihre Kultur, und gegen den radikalen Islam.

Do 18.12., 20:03 Uhr, Bayern 2


 

Ostdeutschland 2020
Von der Angleichung der Lebensverhältnisse und anderen Schwierigkeiten

„Keinem wird es schlechter gehen, vielen wird es besser gehen“, – mit diesen Worten versprach der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl 1990 die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West in Deutschland. Im Frühsommer dieses Jahres legte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie vor, in der die Ökonomen zu dem Schluss kommen: Die Lebensverhältnisse in Ost und West werden sich auch auf Dauer nicht angleichen. Der Grund: regionale Unterschiede, wie es sie auch zwischen Nord- und Süddeutschland gibt. Dennoch ziehen die Forscher eine positive Bilanz. Die Wiedervereinigung und der Einfluss Ostdeutschlands haben der gesamten deutschen Wirtschaft zu mehr Dynamik verholfen. Was ist aus der Vorstellung von der Angleichung der Lebensverhältnisse geworden? War die Wiedervereinigung wirklich nur ein Wachstumsmotor für den Westen der Republik und müßen die Menschen im Osten weiter unter schlechteren Bedingungen leben?

Fr 19.12., 13:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur


 

Im Schatten der Moschee
Jüdisches Leben am Bosporus

Rund 500 Jahre ist es her, dass die Juden aus Spanien und Portugal vertrieben wurden und sich viele von ihnen im Osmanischen Reich ansiedelten. Unter ihnen waren Ärzte, Übersetzer und Händler mit internationalen Kontakten. In Istanbul leben heute noch rund 20 000 Juden. Die jüdische Gemeinde in Istanbul ist gut organisiert mit  Synagogen, Kindergärten, Schulen und Alterspflegeheimen. Dennoch bleibt man als Jude in Istanbul eher unauffällig. Der jüdisch-türkische Schriftsteller Mario Levi sieht dafür die Gründe zum einen in dem wachsenden islamischen Fundamentalismus im Land und zum anderen in der politischen Entwicklung im Nahen Osten.  Das belastet, so der bekannte Romanautor, den Alltag und die Beziehungen zwischen Juden und Muslimen in der Türkei.

So 21.12., 08:30 Uhr, WDR 3


 

Terror gegen Christen
Der „Islamische Staat“ will das Christentum im Irak auslöschen

Seit zwei Monaten erlebt der Nordirak eine Christenverfolgung, wie es sie seit Jahrhunderten nicht mehr gab: 150.000 Christen wurden vom sogenannten Islamischen Staat (IS) aus ihren Dörfern und Städten nahe Mossul vertrieben, Priester wurden ermordet, Frauen verschleppt. Mossul, einst eine Metropole des orientalischen Christentums, ist nun zur irakischen Metropole der Dschihadisten geworden. Der IS setzt alles daran, 2000 Jahre christliche Geschichte im Irak auszulöschen. Bis vor zehn Jahren lebten noch 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es gerade noch 300.000. Und die meisten von ihnen wollen nur noch weg nach Europa.

So 21.12., 12:05 Uhr, SWR2


 

Wohnen in Deutschland
Die lukrativen Geschäfte mit dem Mangel

Ballungsräume platzen aus allen Nähten, aber auf dem platten Land gibt’s genügend Wohnungen. Zuwanderung, höhere Lebenserwartung und mehr Single-Haushalte sind die Ursachen, Wohnungsmangel und steigende Mieten die Folgen. Trotzdem verkauft die öffentliche Hand weiterhin höchstbietend Immobilien und baut nur wenige neue Sozialwohnungen. Auch private Wohnungsbaugesellschaften mischen am lukrativen Markt kräftig mit. Während Investoren mit goldenen Zahlen und Zeiten rechnen, demonstrieren Mieter für bezahlbares Wohnen. Doch es ist nicht allein die Gier der Investoren, auch hohe Grundstückpreise und staatliche Auflagen verteuern das Bauen und damit auch die Mieten. In den Städten werden Millionen von Wohnungen dringend gebraucht. Wie müsste der Plan für bezahlbares Wohnen aussehen?

Mo 22.12., 20:05 Uhr, WDR 5