hintergrund_old_english
Samstag, 04. Februar 2012  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Afghanistan: Kein Ende des Tötens in Sicht

Drucken E-Mail
(28.06.2010/hg/dpa)

Ein zeitnaher Abzug der internationalen Besatzungstruppen aus Afghanistan wird immer unwahrscheinlicher. Zu dem von Präsident Barack Obama angepeilten Termin Juli 2011 werde es wahrscheinlich keinen größeren Rückzug geben, sagte Obamas ehemaliger Afghanistan-Berater Bruce Riedel dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Nach der Absetzung von Stanley McChrystal als obersten Kommandeur der ISAF hatte Obama zunächst erklärt, die Afghanistan-Strategie und der Abzugstermin blieben auch nach dem Personalwechsel unverändert. Später konkretisierte er, dass der Juli 2011 den Beginn einer Übergangsphase markiere. Es sei niemals gesagt geworden, dass „wir dann das Licht ausmachen und die Tür hinter uns schließen“.

In einem Bericht der britischen Zeitung The Independent hieß es indessen unter Berufung auf „Militärkreise“, dass  General McChrystal auch wegen seiner pessimistischen Einschätzung der Lage in der Konfliktregion gehen musste.  

So habe McChrystal nur wenige Tage vorher in einem Hintergrund-Gespräch mit NATO-Verteidigungsministern gesagt, eine Besserung der Lage am Hindukusch in den kommenden sechs Monaten sei unwahrscheinlich. Der General soll auch ernsthafte Bedenken über die Effektivität und die Korruption innerhalb der afghanischen Verwaltung geäußert haben.

Unterdessen haben Soldaten der ISAF nach Polizeiangaben bei einer Militäroperation in der südafghanischen Provinz Kandahar acht Zivilisten getötet. Wie der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Mohammad Shah Farooqi, am Montag mitteilte, starben die Männer, als NATO-Soldaten am Morgen (Ortszeit) zwei Gebäude in einem Vorort der Millionenstadt Kandahar stürmten.

Aber auch die Besatzungstruppen erlitten am Wochenende schwere Verluste. Insgesamt zwölf ISAF-Soldaten verloren bei Kämpfen im Süden und Osten des Landes ihr Leben.

Seit Jahresbeginn verloren nach Informationen des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org bereits 315 ausländische Soldaten am Hindukusch ihr Leben. Der Monat Juni ist mit nun mindestens 95 Toten der bislang verlustreichste für die Truppen seit Beginn des  Afghanistaneinsatzes Ende 2001.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]