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Samstag, 04. Februar 2012  

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Medwedew positioniert sich gegen Iran

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(13.07.2010/hg/dpa)

Drei Tage nach dem spektakulären Agentenaustausch zwischen Russland und den USA, bei dem in Wien insgesamt 14 Spione die Seiten wechselten, hat Kremlchef Dmitri Medwedew erstmals Stellung zu der Affäre bezogen – allerdings nur per Twitter. „Es ist wichtig, dass Russland und die USA verstehen, dass die Grundlage der nationalen Sicherheit nicht Waffen sind oder Spionagespiele, sondern dauerhafte innere Entwicklungen“, teilte der Präsident gestern in dem Kurznachrichtendienst mit. Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau seien „trotz allem“ auf gutem Niveau, schrieb Medwedew weiter. „Man darf die Chance nicht verpassen, sie ordentlich zu regeln.“

Medwedew hatte seit Beginn der Spionage-Affäre Ende Juni keinerlei Stellung zu dem Skandal genommen, obwohl er vor dem Austausch vier in Russland inhaftierte Westspione begnadigte, damit sie gegen die zehn enttarnten russischen Agenten ausgetauscht werden konnten.

Medien in Moskau hatten unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle im Kreml geschrieben, dass beide Staatschefs dies so abgesprochen hätten. Auch US-Präsident Barack Obama hatte sich mit Kommentaren zurückgehalten.

Als Beleg für das gute Niveau der russisch-amerikanischen Beziehungen können auch Medwedews jüngste Äußerungen in Sachen iranisches Atomprogramm gewertet werden. Nach Medwedews Einschätzung stehe der Iran vor der Entwicklung von waffenfähigem Uran. Das persische Land nähere  sich dem Besitz einer Menge an, „die für den Bau von Atomwaffen genutzt werden kann“, sagte Medwedew am Montag in Moskau. Es sei ein großes Problem, dass der Atomwaffensperrvertrag einen solchen Besitz nicht grundsätzlich verbiete. „Wir rufen Teheran konsequent auf, die notwendige Transparenz und Kooperationsbereitschaft mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA an den Tag zu legen“, forderte der russische Präsident nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Medwedew zeigte sein Bedauern, dass die jüngsten Sanktionen des Weltsicherheitsrates gegen Iran  leider noch kein Ergebnis gebracht hätten. „Aber wir sollten geduldig bleiben und darauf hoffen, dass Teheran doch noch auf die Ebene des Dialogs einschwenkt.“ Alles andere wäre „ein kollektiver Misserfolg der internationalen Gemeinschaft“, so Medwedew, der sich mit seinen Einlassungen immer mehr auf Linie der USA befindet. Die Beziehungen zwischen Russland und Iran hatten sich dementsprechend verschlechtert. Moskau hatte erst vor kurzem mitgeteilt, dass eine Lieferung von modernen Luftabwehrsystemen an Teheran wegen der UN-Sanktionen unmöglich sei, obwohl diese Lieferung schon Jahre vor den Sanktionen vertraglich vereinbart wurden und es sich hierbei um Verteidigungswaffen handelt. Auch die Fertigstellung des ersten Atomkraftwerks im Iran verschob Russland auf frühestens September.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]