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Dienstag, 22. Mai 2012  

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Atomforscher zurück in Iran - Heftige Vorwürfe an USA und Israel

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(15.07.2010/hg/nzz/dpa)

Der Atomforscher Shahram Amiri ist in Iran eingetroffen. An einem Auftritt vor Medien bekräftigt er erneut, dass er von US-Geheimdiensten entführt und in die USA geschafft vorden sei. Doch der Fall bleibt verworren.

Die Affäre um den verschwundenen iranischen Atomforscher geht in eine weitere Runde: Shahram Amiri ist in Teheran eingetroffen. Nach mehr als einjähriger Odyssee kehrte der 32-jährige Iraner inzwischen wieder in den Schoß der Familie zurück. Zu seiner Begrüßung auf dem Flughafen von Teheran war in den frühen Morgenstunden neben Frau, Sohn und Eltern auch der stellvertretende Außenminister Hassan Ghashgavi erschienen. Der strahlende Heimkehrer hielt die meiste Zeit seinen kleinen Sohn im Arm und zeigte der Presse das Victory-Zeichen. Amiri wandte sich anschließend an die Medien, wo er wiederholte, was er bereits in einem Video erklärt hatte.

Er sei in Medina vor seinem Hotel von amerikanischen und saudischen Geheimagenten entführt worden. Man habe ihn an einen unbekannten Ort in Saudi-Arabien gebracht. Man habe ihm eine Injektion mit Betäubungsmittel gegeben. Dann habe man ihn in einem Militärflugzeug in die Vereinigten Staaten gebracht. Während zwei Monaten sei er von CIA-Agenten gefoltert worden. Sie hätten ihn unter Druck gesetzt und ihm gedroht, ihn an Israel auszuliefern, wenn er nicht kooperiere. „In Israel gibt es versteckte Gefängnisse. Da bleibt keine Spur mehr von dir zurück.“

Amiri fügte an, der CIA habe ihm 50 Millionen Dollar angeboten, wenn er in den USA bleibe. Er habe Dokumente, mit denen er belegen könne, dass er sich nicht freiwillig dort aufgehalten habe. Die Washington Post berichtete am Donnerstag weiter, Amiri habe die Summe zwar erhalten, komme aber nach seiner Rückkehr in den Iran nicht mehr an das Geld heran. „Auf alles, was er bekam, hat er keinen Zugriff mehr, dank der Finanz-Sanktionen gegen den Iran“, sagte der US-Regierungsbeamte. Laut Amiri war in der Tat Geld im Spiel, sogar mehr als von den Amerikanern angegeben. „Mir wurden 10 Millionen Dollar angeboten, damit ich im US-Nachrichtensender CNN zugebe, dass ich in den USA Asyl beantragt habe, und weitere 50 Millionen, damit ich nicht zurückkehre“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur ISNA den Wissenschaftler am Donnerstag. Als anständiger Iraner habe er das Geld jedoch abgelehnt.

Bisher haben die USA offiziell kaum auf den Fall reagiert. Herr Amiri sei zu jeder Zeit frei gewesen, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag. Inoffiziell heißt es jedoch, Amiri sei ein Überläufer gewesen, der den USA Informationen geliefert habe. Nach einem Nervenzusammenbruch sei er jedoch „gekippt“, vermutlich aus Sorge um seine Familie. Die Geschichte bleibt verworren.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Militärbeobachter: Deutschland schickt Soldaten nach Syrien

(16.05.2012/hg/dpa)

Deutschland beteiligt sich an dem Beobachtereinsatz der Vereinten Nationen in Syrien. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch die Entsendung von bis zu zehn Soldaten, die allerdings unbewaffnet sind. Zunächst soll nur ein einziger Stabsoffizier in die Krisenregion entsendet werden.

Ende Mai soll die UN-Truppe für Syrien (UNSMIS) 300 Militärbeobachter umfassen. Derzeit sind dort etwa 190 Blauhelm-Beobachter, die aus Sicherheitsgründen stets in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs sind. Die Truppe soll auf Beschluss des UN-Sicherheitsrats helfen, den Friedensplan des internat [ ... ]


Frankfurter Occupy-Camp geräumt, demokratische Versammlungen verboten

(16.05.2012/hg/dpa)

Die Polizei hat am Mittwoch dass Frankfurter Protest-Camp geräumt. Mit Lautsprechern waren die Bewohner des Occupy-Zeltlagers zuvor aufgefordert worden, den Platz vor der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verlassen. Danach fingen die Beamten an, die Bewohner aus dem Camp zu tragen.

Die Polizisten waren mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Sie wurden von einigen Aktivisten, die mit Farbeimern in Kinderplanschbecken saßen, mit Farbe bespritzt. Begleitet wurde die rund einstündige Wegtrageaktion von Trommeln und Rufen der Demonstranten wie „Wir bleiben hier“.
Nach Po [ ... ]


Rom will Anti-Terror-Maßnahmen verschärfen

(14.05.2012/hg/dpa)

Nach Anschlägen auf einen Atommanager in Genua und die Steuereinzugsbehörde in Livorno will die italienische Regierung einen Anti-Terror-Plan auflegen. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen verschärft werden. Innenministerin Anna Maria Cancellieri nannte aber am Montag keine Details. Zunächst seien die örtlichen Sicherheitsbehörden zuständig, die bereits ihre entsprechenden Gremien einberufen hätten. Am Donnerstag will der nationale Sicherheitsausschuss zusammenkommen, um über Maßnahmen zu beraten. Zu den Anschlägen hatte sich eine anarchistische Gruppe bekannt.

Die  [ ... ]


Janukowitsch nennt EM-Boykottdrohungen bedeutungslos

(14.05.2012/hg/dpa)

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bezeichnete die Debatte über die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko als Belastung für das das Land. Zugleich bezeichnete er Boykottdrohungen gegen die Fußball-EM am Montag aber als bedeutungslos.

„Wenn jemand nicht in die Ukraine reisen will, ist das seine Sache“, sagte Janukowitsch nach der Eröffnung eines rund 30 Millionen Euro teuren Flughafenterminals für die Europameisterschaft in Donezk. Er sei überzeugt, dass das Turnier, das die Ukraine mit Polen ausrichtet, reibungslos ablaufe. Man werde s [ ... ]


Frankfurt: Lautstarke Proteste gegen Flughafenlärm

(11.05.2012/hg/dpa)

Demonstranten haben bei der Hauptversammlung des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gegen den Fluglärm an Deutschlands größtem Flughafen protestiert. Sie beschallten am Freitag die anreisenden Aktionäre mit lauter Musik und Geräuschen.

Die rund 100 Demonstranten verlangten von dem vom Land Hessen (31,49 Prozent) und der Stadt Frankfurt (20,11 Prozent) beherrschten M-Dax-Konzern unter anderem eine Begrenzung des Flugverkehrs, eine Ausdehnung des Nachtflugverbots sowie die Schließung der erst im Oktober eröffneten neuen Landebahn. Fraport-Chef Stefan Schulte verwi [ ... ]


„Qualitätsjournalismus“: Bild-Vize wird Focus-Chef

(11.05.2012/hg/dpa)

Jörg Quoos (48), Stellvertreter des Bild-Chefredakteurs Kai Dieckmann, wird Anfang 2013 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, dem konservativen Flaggschiff des Burda-Konzerns.

Er übernimmt den Posten von Uli Baur (56), der neben Helmut Markwort Focus-Herausgeber wird, wie der Verlag Hubert Burda Media am Freitag in München mitteilte. Markwort und Baur hatten das Nachrichtenmagazin als Konkurrenz zum Spiegel ab dem Jahr 1992 gemeinsam aufgebaut, die erste Ausgabe erschien im Januar 1993.

Quoos arbeitet seit 1992 bei der Bild-Zeitung, im Jahr 2004 wurde er Stellvertr [ ... ]