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Samstag, 04. Februar 2012  

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Atomforscher zurück in Iran - Heftige Vorwürfe an USA und Israel

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(15.07.2010/hg/nzz/dpa)

Der Atomforscher Shahram Amiri ist in Iran eingetroffen. An einem Auftritt vor Medien bekräftigt er erneut, dass er von US-Geheimdiensten entführt und in die USA geschafft vorden sei. Doch der Fall bleibt verworren.

Die Affäre um den verschwundenen iranischen Atomforscher geht in eine weitere Runde: Shahram Amiri ist in Teheran eingetroffen. Nach mehr als einjähriger Odyssee kehrte der 32-jährige Iraner inzwischen wieder in den Schoß der Familie zurück. Zu seiner Begrüßung auf dem Flughafen von Teheran war in den frühen Morgenstunden neben Frau, Sohn und Eltern auch der stellvertretende Außenminister Hassan Ghashgavi erschienen. Der strahlende Heimkehrer hielt die meiste Zeit seinen kleinen Sohn im Arm und zeigte der Presse das Victory-Zeichen. Amiri wandte sich anschließend an die Medien, wo er wiederholte, was er bereits in einem Video erklärt hatte.

Er sei in Medina vor seinem Hotel von amerikanischen und saudischen Geheimagenten entführt worden. Man habe ihn an einen unbekannten Ort in Saudi-Arabien gebracht. Man habe ihm eine Injektion mit Betäubungsmittel gegeben. Dann habe man ihn in einem Militärflugzeug in die Vereinigten Staaten gebracht. Während zwei Monaten sei er von CIA-Agenten gefoltert worden. Sie hätten ihn unter Druck gesetzt und ihm gedroht, ihn an Israel auszuliefern, wenn er nicht kooperiere. „In Israel gibt es versteckte Gefängnisse. Da bleibt keine Spur mehr von dir zurück.“

Amiri fügte an, der CIA habe ihm 50 Millionen Dollar angeboten, wenn er in den USA bleibe. Er habe Dokumente, mit denen er belegen könne, dass er sich nicht freiwillig dort aufgehalten habe. Die Washington Post berichtete am Donnerstag weiter, Amiri habe die Summe zwar erhalten, komme aber nach seiner Rückkehr in den Iran nicht mehr an das Geld heran. „Auf alles, was er bekam, hat er keinen Zugriff mehr, dank der Finanz-Sanktionen gegen den Iran“, sagte der US-Regierungsbeamte. Laut Amiri war in der Tat Geld im Spiel, sogar mehr als von den Amerikanern angegeben. „Mir wurden 10 Millionen Dollar angeboten, damit ich im US-Nachrichtensender CNN zugebe, dass ich in den USA Asyl beantragt habe, und weitere 50 Millionen, damit ich nicht zurückkehre“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur ISNA den Wissenschaftler am Donnerstag. Als anständiger Iraner habe er das Geld jedoch abgelehnt.

Bisher haben die USA offiziell kaum auf den Fall reagiert. Herr Amiri sei zu jeder Zeit frei gewesen, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag. Inoffiziell heißt es jedoch, Amiri sei ein Überläufer gewesen, der den USA Informationen geliefert habe. Nach einem Nervenzusammenbruch sei er jedoch „gekippt“, vermutlich aus Sorge um seine Familie. Die Geschichte bleibt verworren.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]