hintergrund_old_english
Dienstag, 07. Februar 2012  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Trotz Afghanistan-Akten im Netz: US-Kongress bewilligt weitere Milliarden für Kriege

Drucken E-Mail
(28.07.2010/hg/dpa)

Ungeachtet der jüngsten Kontroverse hat der US-Kongress zusätzliche Milliarden für den Afghanistan-Krieg freigegeben. Das Repräsentantenhaus stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) einer Budgeterhöhung um 33 Milliarden Dollar (25 Mrd Euro) zu. Das mit 308 zu 114 Stimmen klare Votum erfolgte zwei Tage nach der aufsehenerregenden Veröffentlichung Zehntausender teils geheimer Militärakten zu dem Krieg auf der Enthüllungswebsite Wikileaks.

Die größte Zustimmung für die weiteren Finanzmittel kam aus den Reihen der oppositionellen Republikaner. Mehr als 100 Abgeordneten von Präsident Barack Obamas Demokraten votierten gegen das insgesamt 59 Milliarden Dollar schwere Gesetz, das auch andere Zusatzausgaben vorsieht - zum Beispiel für den Irak-Krieg oder für Finanzhilfen an Haiti. Viele der Parteifreunde Obamas hätten ihre Nein-Stimme mit dem Wikileaks-Skandal begründet, schreibt die New York Times (Mittwoch). Die Unterlagen zeigen die großen Schwierigkeiten der USA im Anti-Terror-Kampf auf und erhöhen Kritikern zufolge den Druck auf Obama, seine Kriegsstrategie zu verteidigen.

Die Mehrkosten für den Afghanistan-Einsatz entstehen vor allem durch die Entsendung von rund 30.000 zusätzlichen Soldaten in das Land. Die massive Truppenaufstockung war Teil von Obamas revidierter Afghanistan-Strategie, die er Ende des vergangenen Jahres ausgerufen hatte. Gut ein halbes Jahr danach wird ein Eckpfeiler der Strategie, vom Sommer kommenden Jahres an mit dem Abzug der US-Truppen zu beginnen, in der Öffentlichkeit zunehmend als unrealistisch beurteilt.

Nach Aussage des Präsidenten gerieten durch das Internet-Leck keine Geheimnisse ans Tageslicht. „Die Dokumente offenbaren keine Sachverhalte, die nicht schon Teil der öffentlichen Diskussion über Afghanistan waren“, sagte er am Dienstag. Vielmehr zeigten die Papiere bekannte Probleme auf, wegen derer er im vergangenen Jahr die Afghanistan-Strategie ausführlich überarbeitet habe.

Dennoch sei er beunruhigt über die Preisgabe der mehr als 91.000 überwiegend geheimen Militärdokumente auf der Enthüllungswebsite. „Das könnte möglicherweise einzelne Beteiligte der Operation in Gefahr bringen.“

Auch die Opposition sieht die Wikileaks-Veröffentlichungen nach eigenen Angaben gelassen. Sie seien lediglich eine größere Fußnote in der bekannten jüngeren Geschichte des Afghanistan-Krieges, sagte der Senator John McCain, Obamas damaliger Kontrahent bei der Präsidentschaftswahl. „Eine Titelzeile in der Zeitung war, dass der Krieg eine intensive und gefährliche Sache ist.“ Das sei wahrlich keine Neuigkeit, sagte er.

Die Dokumente stammen aus den Jahren 2004 bis 2009 und decken größtenteils die Amtszeit von Obamas Vorgänger George W. Bush ab. „Seit 2009 hat sich viel geändert“, behauptete der US-Generalstabschef Mike Mullen.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]