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Samstag, 04. Februar 2012  

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Schwarzenegger verkündet erneut finanziellen Notstand

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(29.07.2010/hg/dpa)

Aufgrund des sich gegenwärtig auf 19 Milliarden US-Dollar belaufenden Haushaltsdefizits hat Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger am gestrigen Mittwoch einen Finanznotstand erklärt und als sofortige Sparmaßnahme für mehr als 200.000 Staatsangestellte unbezahlten Zwangsurlaub angeordnet. Von August an sollen sie drei Tage pro Monat nicht zur Arbeit gehen und damit auch kein Gehalt kassieren.

Dem Parlament des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates war es zuvor nicht gelungen, sich bis zum Beginn des neuen Finanzjahres am 1. Juli auf einen Haushaltsetat zu einigen. Solange die Abgeordneten keinen Haushalt verabschieden, müssten die Beamten kürzer treten, warnte der Gouverneur.

Im Dezember 2008 hatte Schwarzenegger erstmals den finanziellen Notstand ausrufen müssen. Doch trotz massiver Ausgabenkürzungen rutschte Kalifornien weiter auf den Staatsbankrott zu. Im Juni 2010 gestand Schwarzenegger ein: "Unsere Geldbörse ist leer, unsere Bank geschlossen, unser Kredit aufgebraucht."

Um den Haushalt der achtgrößten Wirtschaftsmacht der Welt zu sanieren, rief er im Juli 2009 für ein Jahr erneut den finanziellen Notstand aus.

Durch die Ausrufung des Notstands zwingt er den Gesetzgeber, innerhalb von 45 Tagen ein Budget vorzulegen. Zuvor war Schwarzenegger mit seinen Sparplänen an der Mehrheit der Demokraten gescheitert. Seine Pläne sahen u.a. vor, einer Million Kindern armer Eltern die Krankenversicherung und zudem ein Arbeitsprogramm für 1,4 Millionen Sozialhilfeempfänger zu streichen. Auch sollten 220 von 279 staatlichen Parks nicht mehr finanziert und sich selbst überlassen werden. Sparen wollte er auch bei Weiterbildungs- und Rehabilitationsprogrammen in Gefängnissen. Den größten Einschnitt mit 6,1 Milliarden Dollar sollte es aber im ohnehin schon maroden Schulsystem geben.

„Die Idee, Steuern zu erhöhen statt Löhne zu kürzen, findet der Gouverneur wiederum ‚ungeheuerlich’ und kündigte schon mal vorsorglich sein Veto an“, schrieb die Zeit damals. Nachdem er mit seinen Plänen vorerst scheiterte, ordnete er auch damals nach der Verkündung des Notstands für 200.000 Staatsangestellte einen dreitägigen Zwangsurlaub an. Außerdem wurden staatliche Leistungen und Verbindlichkeiten nicht mehr in Dollar ausgezahlt und beglichen, sondern es wurden Schuldscheine, die sogenannten IOU („I owe you“ - „Ich schulde dir was“), ausgegeben.

Da sich Schwarzenegger vehement weigert, den Haushalt durch höhere Einnahmen zu sanieren, wie etwa von den Demokraten gefordert durch höhere Steuern auf Tabak und im Land gefördertes Öl, wird weiter im sozialen Bereich und beim öffentlichen Dienst gespart. Flankiert wurden die Einschnitte im Juli 2009 durch einen Auftritt des Gouverneurs, bei dem er mit einem 60 cm langen Jagdmesser vor der Kamera posierte.

Seinen Messer-Auftritt kommentierte er mit den Worten, Haushaltskürzungen bereiteten ihm keine Freude, aber er werde seinen Sinn für Humor behalten. „Nicht, dass ich Spaß habe mit den Einschnitten, sie machen mich traurig. Aber das bedeutet nicht, dass man nicht ein Messer oder sein Schwert herumschwenken kann, um die Botschaft rüberzubringen, dass gewisse Einschnitte gemacht werden müssen.“

Ob die von den Einschnitten Betroffenen auch so viel Sinn für Humor haben wie ihr „Gouvernator“, bleibt fraglich. Fraglich ist allerdings kaum, dass die Sparmaßnahmen, welche insgesamt betrachtet  nichts anderes als die weitere Fortführung der Umverteilung von unten nach oben darstellen, nicht zu einer spürbaren Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Bundesstaates beigetragen haben.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]