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Samstag, 04. Februar 2012  

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Ärger um Trinkgelage von Polizisten in Nobelhotel

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(29.07.2010/hg/dpa)

Im Internet wirbt das Vier-Sterne-Hotel mit einem „unvergesslichen Aufenthalt“. Den haben Polizisten aus Sachsen-Anhalt den Hotelgästen in Hamburg auch bereitet: Betrunkene Beamte liefen grölend durch die Flure. Hamburg Polizeipräsident ist stinksauer.

Sie waren für einen Polizeieinsatz gegen Krawalle im Hamburger Schanzenviertel gekommen - und machten dann selbst Krawall: In einem noblen Hamburger Hotel haben Polizeibeamte aus Sachsen-Anhalt ein Trinkgelage veranstaltet und betrunken andere Gäste belästigt. Ein Polizeisprecher bestätigte am Donnerstag in der Hansestadt einen Bericht des „Hamburger Abendblatts“.

Die Beamten einer Hundertschaft waren am vergangenen Wochenende in dem Vier-Sterne-Hotel im Norden Hamburgs untergebracht, weil sie ihre Kollegen bei einer Demonstration im Schanzenviertel unterstützen sollten. Dort hatten am Samstag rund 800 Menschen gegen Polizeigewalt und staatliche Repression protestiert.

Nach dem Ende ihres Einsatzes gegen 23.00 Uhr seien Polizisten biertrinkend und grölend durch die Flure des Golfhotels getaumelt, hätten eine Hochzeitsgesellschaft gestört und Hotelangestellte verbal attackiert, bestätigte der Sprecher. „Wenn ich Hotelgast gewesen wäre, hätte ich wohl die 110 angerufen.“ Ein betrunkener Beamter soll sich sogar übergeben haben.

Bei den Polizisten aus Sachsen-Anhalt handelt es sich um Angehörige der Landesbereitschaftspolizei. Deren Leitung in Magdeburg habe sich in einem Brief an die Hamburger Polizei für das Verhalten der Beamten entschuldigt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Krems. Ob Disziplinarverfahren eingeleitet werden, sei noch nicht entschieden.

Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch sei „stinksauer“ gewesen und habe sich bei dem Hotel entschuldigt, sagte der Sprecher. Das Vier-Sterne-Hotel liegt im Naturschutzgebiet Alstertal. Im Internet wirbt die Nobelherberge mit einem Meisterschaftsgolfplatz, einem Höchstmaß an Service - und einem garantiert „unvergesslichen Aufenthalt“.

Die Polizei habe in dem Quartier schon häufiger Zimmer für Kräfte von außerhalb gebucht. Wenn Hamburg Beamte aus anderen Bundesländern anfordere, müssten diese „nach bestimmten Kriterien“ untergebracht werden, sagte der Sprecher. „Sie können nicht mit 100 Leuten in einer Turnhalle schlafen.“ Das Hotel müsse zentral gelegen sein - und ermöglichen, dass alle Beamte samt des Fahrzeugparks gemeinsam untergebracht sind.

Die Polizisten hatten laut „Hamburger Abendblatt“ zwar keine Rufbereitschaft und mussten daher auch nicht sofort wieder einsatzbereit sein. Dass sie sich betrinken, ist dennoch verboten: Ihre „Funktionsfähigkeit“ muss gewährleistet sein.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Proteste in Ägypten: Viele Verletzte und Tote

(03.02.2012/hg/dpa)

Am Freitagmorgen kam es in Kairo in der Nähe des Innenministeriums bei Protesten gegen den Militärrat erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija starb ein Demonstrant, der von einem Gummigeschoss getroffen worden war. Hunderte Zivilisten seien verletzt worden.

Am Donnerstag waren bei ähnlichen Auseinandersetzungen bereits 60 Polizisten und 900 Zivilisten verletzt worden. In der Stadt Sues starben in der Nacht zwei Menschen, etwa 30 wurden nach Informationen der staatlichen Medien verletz [ ... ]


Griechenland: Hackerangriff auf das Justizministerium

(03.02.2012/hg/dpa)

Hacker der Gruppe „Anonymus“ haben am Freitag die Website des griechischen Justizministeriums angegriffen. Der Inhalt wurde für etwa vier Stunden blockiert und es wurden eigene Texte und Nachrichten gesendet. Die Hacker protestierten gegen die harten Sparmaßnahmen der griechischen Regierung. „Ihr habt die Demokratie in Griechenland getötet“, warfen die Hacker den Politikern vor. Außerdem forderten sie die Regierung dazu auf, die Teilnahme Griechenlands am international vereinbarten Urheberrechts-Gesetz ACTA zu beenden. Andernfalls würden weitere Angriffe folgen [ ... ]


Münchner Sicherheitskonferenz: Wecker protestiert, Greenpeace kollaboriert

(02.02.2012/hg/dpa)

Fast 100 Organisationen haben zu Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende aufgerufen. Bei der Hauptkundgebung am Samstag werden etwa 5.000 Menschen erwartet, sagte Claus Schreer vom „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ am Mittwoch in München. Konstantin Wecker ist einer der prominentesten Unterstützer der Proteste.

„Noch nie war die Situation so brandgefährlich wie heute“, sagt der Liedermacher laut Münchner Abendzeitung in Anspielung auf die westlichen Drohgebärden gegenüber dem Iran: Das Atomprogramm des Landes [ ... ]


Bandenmäßiger Betrug: Urteil gegen Scientology in Frankreich

(02.02.2012/hg/dpa)

Die Scientology-Sekte ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu insgesamt 600.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung aus erster Instanz. Die Richter sahen als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten. Sie sollen unter anderem in den 1990er Jahren eine Frau dazu verleitet haben, in kurzer Zeit mehr als 21.000 Euro für Bücher, Medikamente und Kurse zur Lebensbewältigung auszugeben.

Neben der Scientology-Organisation bestrafte das Ger [ ... ]


EU-Veto gegen Börsenfusion

(01.12.2012/hg/dpa)

Die geplante Fusion der Börsen von Frankfurt und New York ist geplatzt. Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext ein. Der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex  [ ... ]


Assange tritt vor den Supreme Court

(01.02.2012/hg/dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch den letzten Versuch gestartet, seine drohende Auslieferung von Großbritannien nach Schweden zu verhindern. Der 40-Jährige zweifelt vor dem höchsten britischen Gericht die Rechtmäßigkeit eines EU-weiten Haftbefehls an. Der Haftbefehl sei nur von der schwedischen Staatsanwaltschaft, nicht aber von einem Richter erwirkt worden. Das siebenköpfige Richtergremium des Supreme Court muss über diese Grundsatzfrage entscheiden.

Assange soll wegen des Verdachts auf Sexualstraftaten gegen zwei Frauen nach Schweden ausgeliefert wer [ ... ]