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Roland Koch wird Vorstandschef bei Bilfinger Berger

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(29.10.2010/hg/dpa)

Wieder hat ein ehemaliger deutscher Spitzenpolitiker sein von den Wählern verliehenes Mandat als Absprungbrett für einen lukrativeren Posten in der Wirtschaft genutzt:

Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird neuer Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger. Das habe der Aufsichtsrat am Freitag entschieden, teilte das Unternehmen in Mannheim mit.

Koch (52) wird dem Vorstand ab 1. März 2011 angehören und zum 1. Juli 2011 den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird der bisherige Amtsinhaber Herbert Bodner (62) nach zwölf Jahren als Vorsitzender in den Ruhestand treten.

„Die immer wieder bewiesene Führungskraft von Roland Koch ist die beste Voraussetzung, die sehr erfolgreiche Entwicklung von Bilfinger Berger fortzusetzen und das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen“, begründete der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Walter laut Mitteilung die Entscheidung.

Im Februar 2010 war der Verdacht auf Betrug durch Mitarbeiter von Bilfinger Berger beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln laut geworden. Dabei ging es um den Vorwurf von gefälschten Messprotokollen bei der Erstellung der Schlitzwände an der Baugrube sowie um nicht eingebaute Teile der Stahlbewehrung in den Schlitzwänden. (1)  Ende Februar 2010 folgte ein weiterer Verdacht auf gefälschte Protokolle beim Bau der ICE-Trasse Nürnberg-München (2) sowie beim U-Bahn Bau in Düsseldorf.

Es sieht so aus, als wolle sich der ins Gerede gekommen Konzern mit Roland Koch wieder einen seriösen Anstrich verleihen. Der CDU-Hardliner hatte im Mai überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt und war Ende August nach elf Jahren an der hessischen Regierungsspitze aus dem Amt geschieden, um in die Wirtschaft zu wechseln. Vor ihm waren etliche andere Politiker in die Wirtschaft gewechselt, so Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

(1) http://www.ksta.de/html/artikel/1265965866536.shtml; http://archiv.sueddeutsche.de/s5b38k/3230038/Durchsuchung-wegen-U-Bahn-Bau-und-ICE-Trasse.html,

(2) http://www.focus.de/panorama/welt/ermittlungen-pfusch-an-ice-trasse-muenchen-nuernberg_aid_482213.html
 

Kurzmeldungen im Überblick

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G7 planen Verlängerung der Sanktionen gegen Russland

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Bundesregierung beschließt Integrationsgesetz

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Russland lässt Pilotin frei

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Peru ruft wegen Quecksilber-Verschmutzung Notstand aus

(24.05.2016/hg/dpa) Die peruanische Regierung hat wegen einer Quecksilber-Verschmutzung den Notstand für ein 85 000 Quadratkilometer großes Gebiet ausgerufen. Zum Vergleich: Bayern hat als größtes deutsches Bundesland etwa 70 550 Quadratkilometer. Rund 40 Prozent der 110 000 Einwohner des östlichen Departements Madre de Dios seien von der vom illegalen Bergbau verursachten Verseuchung betroffen, erklärte Umweltminister Manuel Pulgar Vidal am Montag. "Die Folgen des illegalen Bergbaus in Madre de Dios werden uns über die kommenden 80 Jahre begleiten", sagte der Minister unter Berufung  [ ... ]


Steuer-Razzia bei Google in Paris

(24.05.2016/hg/dpa)  Französische Ermittler haben wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Büros des US-Internetkonzerns Google in Paris durchsucht. Das Vorermittlungsverfahren sei bereits im vergangenen Juni infolge einer Klage der französischen Finanzverwaltung eröffnet worden, teilte die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. An der Durchsuchung seien Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten beteiligt gewesen. Es gehe darum, zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoße [ ... ]