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Montag, 21. Mai 2012  

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Fukushima: Kühlung nun auch in Block 5 ausgefallen

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(24.03.2011/hg/dpa)

Drei Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima haben eine gefährlich hohe Strahlendosis abbekommen. Zwei von ihnen mussten aufgrund der schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.  

Die drei verletzten Techniker wollten in Reaktor 3 Kabel reparieren, um das Kühlsystem wieder in Gang zu bringen. Sie seien einer Strahlung von bis zu 170 oder 180 Millisievert ausgesetzt gewesen, sagte Hidehiko Nishiyama von der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA. Die Betreiberfirma Tepco hatte zuvor festgelegt, dass die Arbeiter am Atomkraftwerk nicht mehr als 150 Millisievert pro Noteinsatz abbekommen dürfen. Der Grenzwert der Regierung für AKW-Arbeiter liegt bei 250 Millisievert pro Jahr.

Schon zuvor waren in Fukushima 1 Arbeiter verstrahlt und anderweitig verletzt worden. Laut Angaben des Betreibers hätten nun insgesamt 17 Arbeiter eine Strahlenbelastung von mehr als 100 Millisievert abbekommen.

Die anderen Helfer kommen bei den verzweifelten Versuchen, die Krisenreaktoren zu kühlen, nicht entscheidend voran. Es soll auch weiterhin versucht werden, die Überhitzung der Reaktoren mit Meerwasser zu stoppen. Ein Vorhaben, welches zusätzliche Risiken birgt. Experten warnen vor einer Salzverkrustung der Brennstäbe durch den Einsatz von Meerwasser. Das würde ihre Kühlung blockieren.

Im Block 1 sei die Temperatur wieder deutlich gesunken, nachdem sie zeitweise auf 400 Grad geklettert war. Allerdings stieg in dem Reaktor der Druck. Deswegen konnte weniger Meerwasser als geplant zur Kühlung von außen eingeleitet werden, so Nishiyama. Zum ersten mal stieg heute neben den Blöcken 2 und 4 auch über Block 1 weißer Dampf auf. Dennoch habe sich die Lage dort aber stabilisiert. Im Kontrollraum brenne inzwischen wieder Licht, gab Nishiyama gegenüber der Presse an. Dass es nach sage und schreibe fast zwei Wochen gelungen ist, einen Raum auszuleuchten, dürfte allerdings kaum als Anzeichen von Stabilisierung zu betrachten sein. Vielmehr zeigt es die Hilflosigkeit, wenn selbst dies als hoffnungsstiftende Erfolgsmeldung verbreitet wird.    

Dass nun auch in dem bisher unkritischen Block 5 Probleme auftreten, zeigt wie sich die Lage insgesamt verschlechtert und nicht verbessert. Auch dort ist jetzt das Pumpsystem des Reaktors nach Angaben der NISA defekt. Die Kühlung sei ausgefallen. Die Situation sei zwar momentan stabil, es müsse aber mit steigenden Temperaturen sowohl im Reaktor als auch im Abklingbecken gerechnet werden. Es sei geplant, die Pumpe möglichst bald zu reparieren. Nähere Informationen gab es dazu aber nicht.

Laut Japans Regierungssprecher Yukio Edano breite sich die Verstrahlung von Lebensmitteln weiter aus. Beim Leitungswasser in Tokio gab es derweil eine vorläufige Entwarnung: In der Hauptstadt sank die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod am Donnerstag wieder unter den für Säuglinge festgelegten Grenzwert von 100 Becquerel pro Liter. Da die Behörden am Vortag gewarnt hatten, Babynahrung mit Leitungswasser zuzubereiten, wurde abgefülltes Wasser in den Geschäften der Hauptstadt knapp.

Trotz der positiven Meldung über den Rückgang der radioaktiven Belastung des Trinkwassers besteht wenig Anlass zu Optimismus.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schätzt die Gesamtsituation als „nach wie vor dramatisch“ ein. Der deutsche Nuklearexperte Michael Sailer sagte: „Wir sind noch auf der Intensivstation.“

Der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, stuft das Unglück im japanischen Atomkraftwerk bereits als Super-GAU ein. Gegenüber MDR INFO sagte er am Dienstag: „Super-GAU ist Fakt.“ Die ganze Anlage sei aus dem Ruder gelaufen. „Es wird – böse gesagt – gefummelt. Man probiert dies und das, um etwas zu machen, aber wirklich schlagkräftige Lösungen sind bisher nicht erkennbar.“

„Nach gegenwärtiger Lage dürfen wir nicht zu optimistisch sein,“ so Regierungssprecher Edano heute.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Militärbeobachter: Deutschland schickt Soldaten nach Syrien

(16.05.2012/hg/dpa)

Deutschland beteiligt sich dem Beobachtereinsatz der Vereinten Nationen in Syrien. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch die Entsendung von bis zu zehn Soldaten, die allerdings unbewaffnet sind. Zunächst soll nur ein einziger Stabsoffizier in die Krisenregion entsendet werden.

Ende Mai soll die UN-Truppe für Syrien (UNSMIS) 300 Militärbeobachter umfassen. Derzeit sind dort etwa 190 Blauhelm-Beobachter, die aus Sicherheitsgründen stets in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs sind. Die Truppe soll auf Beschluss des UN-Sicherheitsrats helfen, den Friedensplan des internation [ ... ]


Frankfurter Occupy-Camp geräumt, demokratische Versammlungen verboten

(16.05.2012/hg/dpa)

Die Polizei hat am Mittwoch dass Frankfurter Protest-Camp geräumt. Mit Lautsprechern waren die Bewohner des Occupy-Zeltlagers zuvor aufgefordert worden, den Platz vor der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verlassen. Danach fingen die Beamten an, die Bewohner aus dem Camp zu tragen.

Die Polizisten waren mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Sie wurden von einigen Aktivisten, die mit Farbeimern in Kinderplanschbecken saßen, mit Farbe bespritzt. Begleitet wurde die rund einstündige Wegtrageaktion von Trommeln und Rufen der Demonstranten wie „Wir bleiben hier“.
Nach Po [ ... ]


Rom will Anti-Terror-Maßnahmen verschärfen

(14.05.2012/hg/dpa)

Nach Anschlägen auf einen Atommanager in Genua und die Steuereinzugsbehörde in Livorno will die italienische Regierung einen Anti-Terror-Plan auflegen. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen verschärft werden. Innenministerin Anna Maria Cancellieri nannte aber am Montag keine Details. Zunächst seien die örtlichen Sicherheitsbehörden zuständig, die bereits ihre entsprechenden Gremien einberufen hätten. Am Donnerstag will der nationale Sicherheitsausschuss zusammenkommen, um über Maßnahmen zu beraten. Zu den Anschlägen hatte sich eine anarchistische Gruppe bekannt.

Die  [ ... ]


Janukowitsch nennt EM-Boykottdrohungen bedeutungslos

(14.05.2012/hg/dpa)

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bezeichnete die Debatte über die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko als Belastung für das das Land. Zugleich bezeichnete er Boykottdrohungen gegen die Fußball-EM am Montag aber als bedeutungslos.

„Wenn jemand nicht in die Ukraine reisen will, ist das seine Sache“, sagte Janukowitsch nach der Eröffnung eines rund 30 Millionen Euro teuren Flughafenterminals für die Europameisterschaft in Donezk. Er sei überzeugt, dass das Turnier, das die Ukraine mit Polen ausrichtet, reibungslos ablaufe. Man werde s [ ... ]


Frankfurt: Lautstarke Proteste gegen Flughafenlärm

(11.05.2012/hg/dpa)

Demonstranten haben bei der Hauptversammlung des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gegen den Fluglärm an Deutschlands größtem Flughafen protestiert. Sie beschallten am Freitag die anreisenden Aktionäre mit lauter Musik und Geräuschen.

Die rund 100 Demonstranten verlangten von dem vom Land Hessen (31,49 Prozent) und der Stadt Frankfurt (20,11 Prozent) beherrschten M-Dax-Konzern unter anderem eine Begrenzung des Flugverkehrs, eine Ausdehnung des Nachtflugverbots sowie die Schließung der erst im Oktober eröffneten neuen Landebahn. Fraport-Chef Stefan Schulte verwi [ ... ]


„Qualitätsjournalismus“: Bild-Vize wird Focus-Chef

(11.05.2012/hg/dpa)

Jörg Quoos (48), Stellvertreter des Bild-Chefredakteurs Kai Dieckmann, wird Anfang 2013 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, dem konservativen Flaggschiff des Burda-Konzerns.

Er übernimmt den Posten von Uli Baur (56), der neben Helmut Markwort Focus-Herausgeber wird, wie der Verlag Hubert Burda Media am Freitag in München mitteilte. Markwort und Baur hatten das Nachrichtenmagazin als Konkurrenz zum Spiegel ab dem Jahr 1992 gemeinsam aufgebaut, die erste Ausgabe erschien im Januar 1993.

Quoos arbeitet seit 1992 bei der Bild-Zeitung, im Jahr 2004 wurde er Stellvertr [ ... ]