hintergrund_old_english
Montag, 26. September 2016  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Selbsttötung oder Mord: Ensslin und Lehmann beantragen neues RAF-Ermittlungsverfahren

Drucken E-Mail
(19.10.2012/hg)

Vor 33 Jahren starben die RAF-Mitglieder Andreas Baader und Gudrun Ensslin unter bis heute noch nicht vollständig geklärten Umständen im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim. Jan-Carl Raspe verstarb im Krankenhaus. Irmgard Möller überlebte mit schweren Stichverletzungen. Die offizielle Version, dass es sich um den Versuch einer kollektiven Selbsttötung gehandelt habe, wurde von vielen Beobachtern von Anfang an in Zweifel gezogen. Nun könnte der Fall wieder ins Rollen kommen.

Denn der Sachbuchautor Helge Lehmann („Die Todesnacht von Stammheim“, 2011) und Gottfried Ensslin, der Bruder von Gudrun Ensslin, haben am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft in Stuttgart beantragt, ein neues Verfahren zur Ermittlung der Todesursache einzuleiten. Das berichtete die Tageszeitung junge Welt (jW) am Freitag. (1) Während der öffentlichen Vorstellung des Antrags durch die beiden genannten Personen und die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke habe Lehmann 31 Punkte genannt, die neu untersucht werden müssten.

„In aufwendiger Recherche hatte er zahlreiche mittlerweile freigegebene Gerichtsakten und Ermittlungsprotokolle durchkämmt, mit Zeitzeugen gesprochen und technische Versuche durchgeführt. Er stellt Fragen wie: Warum hatte Gudrun Ensslin, die sich angeblich selbst erhängt hatte, weitere Verletzungen am Körper? Wie kann es angehen, dass sich Baader und Raspe selbst erschießen, ohne dass an ihren Händen Schmauchspuren gefunden werden? Wieso sind auf beiden Pistolen keine Fingerabdrücke? Was hat es mit vier Patronen des Kalibers 9 mm auf sich, die einen NATO-Stempel trugen und im Estrich von Baaders Zelle entdeckt wurden? Woher kamen die schwarzen Limousinen, die ein Mitgefangener in der Todesnacht im Hof gesehen haben will?“, heißt es in der jW.


(1) http://www.jungewelt.de/2012/10-19/041.php
 

Kurzmeldungen im Überblick

Linke kritisiert SPD-Votum für CETA

(20.09.2016/hg/dpa) Die Zustimmung der SPD zum geplanten Freihandelsabkommen der EU mit Kanada ist bei den Linken auf scharfe Kritik gestoßen. „Der BDI gratuliert – Gabriel pariert“, sagte Parteichef Bernd Riexinger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Am Montag waren zwei Drittel der Delegierten auf dem SPD-Konvent in Wolfsburg dem Kurs von SPD-Chef Sigmar Gabriel gefolgt und stellten sich grundsätzlich hinter das geplante Freihandelsabkommen. Gabriel sprach von einem „richtig guten Tag für die SPD“. Wirtschaftsverbände, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (B [ ... ]


Neuer NSU-Ausschuss im Stuttgarter Landtag nimmt Arbeit auf

(19.09.2016/hg/dpa) Mit der Befragung eines Politikwissenschaftlers zum Ku-Klux-Klan hat der zweite NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag von Baden-Württemberg seine öffentliche Arbeit aufgenommen. Das Gremium ging am Montag der Frage nach, ob der rassistische Verbund in Schwäbisch Hall Verbindungen zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) hatte. Bisher ist bereits bekannt, dass der deutschen Sektion des Klu-Klux-Klans rund zwanzig Personen angehört haben. In einem Klan im Raum Schwäbisch Hall waren zwei Polizisten aus Baden-Württemberg Mitglieder. Einer der Beamten war spät [ ... ]


Nach Anschlag in New York: Paketbomben in New Jersey entdeckt

(19.09.2016/hg/dpa) Am Bahnhof des Ortes Elizabeth im US-Bundesstaat New Jersey ist nach Angaben der Bundespolizei FBI ein verdächtiges Paket mit mehreren Bomben entdeckt worden. Örtliche Medien sprachen von fünf Sprengsätzen. Einer der improvisierten Sprengsätze sei beim Versuch, ihn zu entschärfen, explodiert, teilte das FBI in der Nacht zum Montag (Ortszeit) per Twitter mit. Es sei aber niemand verletzt worden. Das FBI gab nicht an, wie viele Bomben in dem Paket platziert waren. Der Bürgermeister von Elizabeth, Chris Bollwage, bestätigte Berichte, wonach die Bomben in einem Rucksa [ ... ]


Milliardenübernahme: Bayer kauft Monsanto

(14.09.2016/dpa) Die Milliardenübernahme des US-Biotechnologiekonzerns Monsanto durch Bayer ist perfekt. Das teilte Bayer am Mittwoch in Leverkusen nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hatte das Angebot für Monsanto zuvor noch einmal erhöht. Vorausgegangen war ein monatelanges Ringen der beiden Konzerne. Bayer und Monsanto unterzeichneten eine bindende Fusionsvereinbarung, die Bayer die Übernahme von Monsanto für 128 US-Dollar je Aktie in bar ermöglicht. Das entspricht einem Kaufpreis von rund 66 Milliarden Dollar (knapp 59 Milliarden Euro). Der [ ... ]


Juncker-Plan: Mehr als 600 Milliarden Investitionen gegen Wirtschaftsflaute

(14.09.2016/hg/dpa) Mit neuen Milliardeninvestitionen gegen die Wirtschaftsflaute und dem Versprechen verbesserter Sicherheit nach innen und außen will die Europäische Union aus ihrer tiefen Krise herauskommen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker präsentierte am Mittwoch dem Europaparlament ein ganzes Bündel konkreter Projekte – vom freien WLAN auf öffentlichen Plätzen bis zum Hilfsplan für Afrika – und bekam dort auch einige Rückendeckung. Als nächstes berät am Freitag das EU-Treffen in Bratislava, wo die Prioritäten liegen sollen, um Europa zu einen und die Bürger daf [ ... ]


Hartz-IV-Sätze steigen

(30.08.2016/dpa) Hartz-IV-Bezieher sollen vom kommenden Jahr mehr Geld bekommen. So soll der monatliche Regelsatz für alleinstehende Langzeitarbeitslose von derzeit 404 Euro auf 409 Euro im Monat steigen, für Paare von 364 auf 368 Euro pro Partner. Die größte Steigerung gibt es mit 21 Euro mehr bei den 6- bis 13-Jährigen auf dann 291 Euro im Monat. Das sieht ein Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vor, wie am Dienstag aus Regierungskreisen verlautete. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Entwurf berichtet. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahren bleibt unver [ ... ]