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Mursi bleibt hart - Neue Proteste in Kairo

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(27.11.2012/hg/dpa)

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi will trotz des Widerstandes der Opposition und der Justiz nicht von seiner umstrittenen Verfassungserklärung abrücken. Das sagte sein Sprecher, Jassir Ali, am späten Montagabend nach einer Zusammenkunft des islamistischen Präsidenten mit Vertretern des Obersten Richterrates. Die Richter bezeichneten das Treffen anschließend als „gescheitert“..

Zum dritten Mal in Folge erschienen zahlreiche Richter aus Protest gegen die Entmachtung der Justiz durch Präsident Mursi am Dienstag nicht zur Arbeit. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo trafen Oppositionelle Vorbereitungen für eine Demonstration gegen Mursi und die Muslimbruderschaft.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europa-Parlament, Elmar Brok (CDU), drohte Ägypten mit einer Kürzung der EU-Hilfen, falls Mursi an seinen Maßnahmen zur Ausschaltung der Justiz festhalten sollte. „Wenn Mursi den Weg in die Diktatur wählt, wird weniger Geld fließen. Das müssen wir ihm jetzt deutlich machen“, sagte Brok der Frankfurter Rundschau am Dienstag. Am Montag hatte die EU den Weg frei gemacht für eine Rückgabe des in Europa eingefrorenen Vermögens des Regimes von Ex-Präsident Husni Mubarak.

Ursprünglich wollten die Muslimbrüder und die Salafisten auch am Dienstag demonstrieren – für Mursi. Sie sagten ihre Kundgebung jedoch kurzfristig ab, weil sie befürchteten, es könne zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern der beiden politischen Lager kommen.

Der Vize-Chef der Partei der Muslimbruderschaft, Essam al-Arian, kritisierte Medien, die Mursi in den vergangenen Tagen als „Diktator“ oder „neuen Pharao“ bezeichnet hatten. Er beschimpfte die Organisatoren der Anti-Mursi-Proteste als „Überbleibsel des alten Regimes“, die sich der Revolution in den Weg stellten.

Vor der für die am Dienstagnachmittag geplanten Demonstration der liberalen und linken Parteien lieferten sich Jugendliche und die Polizei in Kairo Straßenschlachten. Laut Angaben des  Polizeigenerals Osama al-Saghir hat die ägyptische Polizei während der seit einer Woche andauernden Proteste in Kairo 348 Menschen festgenommen. 109 von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen.

Auf Seiten der Polizei seien seit Montag vergangener Woche über 200 Verletzte zu beklagen. Außerdem seien 22 Polizeifahrzeuge zerstört worden.  

Die Demonstrationen hatten sich Anfang vergangener Woche zunächst gegen das Innenministerium gerichtet. Nachdem Präsident Mohammed Mursi am Donnerstagabend eine Verfassungserklärung verkünden ließ, mit der seine Macht gestärkt wird, war die Protestwelle deutlich angeschwollen. Augenzeugen berichten, unter die Demonstranten hätten sich mehrfach Jugendliche gemischt, die offensichtlich aus purer Lust an der Randale auf die Polizei losgingen und auch privates Eigentum beschädigten – womöglich in der Absicht, die Proteste zu diskreditieren.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Bundeswehr: Umstrittenes G36-Sturmgewehr soll ausgemustert werden

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Moskau schließt US-Teilnahme an Friedensprozess im Donbass nicht aus

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China: Staatsunternehmen lässt erstmals Anleihe platzen

(21.04.2015/hg/dpa) Erstmals kann ein chinesisches Staatsunternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Der Transformator-Hersteller Baoding Tianwei Group konnte am Dienstag eine fällige Zinszahlung von 85,5 Millionen Yuan (umgerechnet 12,9 Millionen Euro) nicht leisten, wie das Unternehmen in einer Mitteilung an die Anleger wissen ließ. Es geht um Zinsen auf Unternehmensanleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Yuan, die im April 2011 ausgegeben worden waren. Der Ausfall der Firmenanleihe ist ein wichtiger Präzedenzfall im Umgang mit den Risiken auf dem großen chinesischen Fina [ ... ]


Kuba: US-Wirtschaftsdelegation lotet Geschäftsmöglichkeiten aus

(21.04.2015/hg/dpa) Vertreter des US-Bundesstaates New York wollen die Annäherung der Vereinigten Staaten an das sozialistische Kuba für eine Verbesserung der Handelsbeziehungen nutzen. Man sei auf der Suche nach internationalen Geschäftsmöglichkeiten, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo beim Auftakt eines zweitägigen Besuchs in Havanna. Dort kam er am Montag mit ranghohen kubanischen Funktionären zusammen. Begleitet wurde Cuomo von rund 20 US-Geschäftsleuten, darunter Vertreter von Mastercard, Pfizer oder der Fluggesellschaft JetBlue. Viele US-Firmen haben nach der im Dezember ei [ ... ]


Russische Rocker planen „Siegesfahrt“ nach Berlin

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Ukraine: Ex-Abgeordneter in Kiew ermordet

(16.4.2015/hg/dpa) Ein Mitglied der Regierung des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist am Mittwochabend tot aufgefunden worden. Das berichtet der Sender Radio Liberty online. Oleg Kalaschnikow gehörte wie Janukowitsch der Partei der Regionen an. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll Kalaschnikow (52) möglicherweise Verbindungen zu der Anti-Maidan-Bewegung gehabt haben, die sich gegen die damalige regierungsfeindliche Protestbewegung auf dem gleichnamigen zentralen Platz in Kiew stemmte. Während das ukrainische Innenministerium nahelegen, es könne sich um einen Mo [ ... ]