hintergrund_old_english
Samstag, 13. Februar 2016  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Shell zu Schadenersatz wegen Ölpest in Nigeria verurteilt

Drucken E-Mail
(31.01.2013/hg/dpa)

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell ist wegen der Ölpest in Nigeria zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Ein Zivilgericht in Den Haag gab heute der Klage eines Bauern aus dem Nigerdelta und einer niederländischer Umweltorganisation statt. Shell habe die Leitungen nicht ausreichend vor Sabotage geschützt, hieß es zur Begründung. Die Höhe des Betrages wird in einem anderen Verfahren festgelegt.

In vier Fällen sei das Unternehmen aber nicht haftbar, stellten die Richter fest. Die Schäden seien durch Sabotage entstanden. Nur in einem Dorf war nach Ansicht des Gerichts ein Brunnen nicht gut gesichert. Dadurch hätten Kriminelle beim illegalen Abzapfen die Leitungen beschädigt. Das herauslaufende Öl habe das Ackerland des Bauern verseucht.

„An einer Stelle hätten wir bessere Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen. Inzwischen ist das geschehen und die Verschmutzung beseitigt“, räumte Shell-Umweltdirektor, Allard Castelein, ein.

Die Umweltschutzorganisation Milieudefensie spricht von einer bahnbrechenden Entscheidung. „Zum ersten Mal zwingt ein Gericht Shell, den Schaden zu kompensieren. Das ist in Nigeria noch nie gelungen“, sagte der Sprecher der Organisation, Geert Ritsema. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „Durchbruch für Gerechtigkeit“, da die Haftbarkeit des Unternehmens festgestellt worden sei.

Milieudefensie will gegen die vier übrigen Urteile Berufung einlegen. „Die Beweise von Shell waren sehr dünn“, sagte Ritsema. In den Dörfern waren schlecht gewartete Leitungen die Ursache der Verseuchung und nicht Sabotage.

Seit 2005 strömten Millionen Barrel Öl aus und verseuchten Grundwasser und Boden. Bauern und Fischer im Nigerdelta verloren ihre Existenzgrundlage. Shell hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und Saboteure für die Schäden verantwortlich gemacht. Es ist der erste Prozess in den Niederlanden gegen einen multinationalen Konzern für Umweltvergehen im Ausland.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Deutschland treibt Pläne für NATO-Einsatz in der Ägäis voran

(10.02.2016/hg/dpa) Deutschland macht sich zusammen mit der Türkei für den Einsatz von NATO-Schiffen zum Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis stark. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte am Mittwoch zu Beginn eines NATO-Treffens in Brüssel: „Ziel muss es sein, das perfide Geschäft der Schmuggler und der illegalen Migration zu erschweren – wenn nicht unmöglich zu machen.“ Wie die neue Mission konkret aussehen könnte, muss noch geklärt werden. Die Pläne gehen auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet  [ ... ]


Atomruine Fukushima: Stilllegung wird Jahrzehnte dauern

(10.02.2016/hg/dpa) Rund fünf Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat sich die Lage in der Atomruine nach Ansicht des Betreiberkonzerns Tepco „stabilisiert“. Die Bedingungen auf dem Gelände der Anlage seien „wirklich stabil“, versicherte der Leiter des zerstörten AKW, Akira Ono, am Mittwoch bei einer Besichtigungstour für eine Gruppe ausländischer Journalisten. Die Arbeiten zur Stilllegung seien zu „rund zehn Prozent“ bewältigt, sagte der Tepco-Manager. Die vollständige Stilllegung wird schätzungsweise noch dreißig bis vierzig Jahre dauern. Die größt [ ... ]


Griechenland: Bauern-Proteste eskalieren – Regierung kündigt härteres Vorgehen an

(09.02.2016/hg/dpa) Die seit mehr als drei Wochen andauernden Proteste der griechischen Landwirte eskalieren. Mit der landesweiten Blockade von Straßen, Schienen und Grenzübergängen wehren sich die Bauern gegen geplante Rentenkürzungen und Steuererhöhungen. An den Grenzen stauen sich die Lastwagen mittlerweile über 25 Kilometer lang. Auf der bulgarischen Seite des Grenzübergangs Promachon-Kulata besetzten am Dienstagvormittag Hunderte bulgarische Fernfahrer ihrerseits überraschend die Straßen, um sich gegen die andauernde Blockade der griechischen Bauern zu wehren. Aufgebracht forde [ ... ]


Mehr tote Flüchtlinge in der Sahara als im Mittelmeer

(09.02.2016/hg/dpa) Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit spielt sich in der Sahara und der Sahelzone mutmaßlich eine humanitäre Katastrophe ab. Die Flüchtlingskrise hat nach Einschätzung des Entwicklungsministeriums und namhafter Experten zu einem Boom der organisierten Kriminalität in Nordafrika und der Türkei geführt, der mutmaßlich weit mehr Flüchtlinge und Migranten das Leben gekostet hat als bisher bekannt. „Nach vorsichtigen Schätzungen sind über eine Million Menschen in der Sahara ums Leben gekommen“, sagt Entwicklungsstaatssekretär Thomas Silberhorn (CSU), [ ... ]


Iran und Griechenland suchen strategische Zusammenarbeit

(08.02.2016/hg/dpa) Der Iran und Griechenland streben eine strategische Zusammenarbeit an. „Griechenland kann als Brücke zwischen dem Iran und Europa agieren“, sagte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras am Montag in Teheran. Sein Besuch sei der Beginn eines neuen Kapitels der historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Auch politisch sei der Iran für Athen ein wichtiger Partner. Mit den Flüchtlingen sei auch Griechenland vom Syrienkrieg betroffen. Der Iran „als ein stabiles Land in einer unstabilen Region“ sei daher ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terr [ ... ]


Raketentest: USA fordern „beispiellose“ Sanktionen gegen Nordkorea

(08.02.2016/hg/dpa) Nach Nordkoreas umstrittenem Raketenstart wollen die USA im UN-Sicherheitsrat die bisher härtesten Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang durchsetzen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York, Samantha Power, rief am Sonntag insbesondere China auf, sich „harten beispiellosen Maßnahmen“ anzuschließen. Die Maßnahmen sollten die Erwartungen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un übersteigen. Das höchste UN-Gremium hatte zuvor den Raketenstart scharf verurteilt. Einen Tag nach dem Raketenstart kam es am Montag zu einem Zwischenfall an der [ ... ]