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Shell zu Schadenersatz wegen Ölpest in Nigeria verurteilt

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(31.01.2013/hg/dpa)

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell ist wegen der Ölpest in Nigeria zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Ein Zivilgericht in Den Haag gab heute der Klage eines Bauern aus dem Nigerdelta und einer niederländischer Umweltorganisation statt. Shell habe die Leitungen nicht ausreichend vor Sabotage geschützt, hieß es zur Begründung. Die Höhe des Betrages wird in einem anderen Verfahren festgelegt.

In vier Fällen sei das Unternehmen aber nicht haftbar, stellten die Richter fest. Die Schäden seien durch Sabotage entstanden. Nur in einem Dorf war nach Ansicht des Gerichts ein Brunnen nicht gut gesichert. Dadurch hätten Kriminelle beim illegalen Abzapfen die Leitungen beschädigt. Das herauslaufende Öl habe das Ackerland des Bauern verseucht.

„An einer Stelle hätten wir bessere Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen. Inzwischen ist das geschehen und die Verschmutzung beseitigt“, räumte Shell-Umweltdirektor, Allard Castelein, ein.

Die Umweltschutzorganisation Milieudefensie spricht von einer bahnbrechenden Entscheidung. „Zum ersten Mal zwingt ein Gericht Shell, den Schaden zu kompensieren. Das ist in Nigeria noch nie gelungen“, sagte der Sprecher der Organisation, Geert Ritsema. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „Durchbruch für Gerechtigkeit“, da die Haftbarkeit des Unternehmens festgestellt worden sei.

Milieudefensie will gegen die vier übrigen Urteile Berufung einlegen. „Die Beweise von Shell waren sehr dünn“, sagte Ritsema. In den Dörfern waren schlecht gewartete Leitungen die Ursache der Verseuchung und nicht Sabotage.

Seit 2005 strömten Millionen Barrel Öl aus und verseuchten Grundwasser und Boden. Bauern und Fischer im Nigerdelta verloren ihre Existenzgrundlage. Shell hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und Saboteure für die Schäden verantwortlich gemacht. Es ist der erste Prozess in den Niederlanden gegen einen multinationalen Konzern für Umweltvergehen im Ausland.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Bundeswehr: Umstrittenes G36-Sturmgewehr soll ausgemustert werden

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Moskau schließt US-Teilnahme an Friedensprozess im Donbass nicht aus

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China: Staatsunternehmen lässt erstmals Anleihe platzen

(21.04.2015/hg/dpa) Erstmals kann ein chinesisches Staatsunternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Der Transformator-Hersteller Baoding Tianwei Group konnte am Dienstag eine fällige Zinszahlung von 85,5 Millionen Yuan (umgerechnet 12,9 Millionen Euro) nicht leisten, wie das Unternehmen in einer Mitteilung an die Anleger wissen ließ. Es geht um Zinsen auf Unternehmensanleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Yuan, die im April 2011 ausgegeben worden waren. Der Ausfall der Firmenanleihe ist ein wichtiger Präzedenzfall im Umgang mit den Risiken auf dem großen chinesischen Fina [ ... ]


Kuba: US-Wirtschaftsdelegation lotet Geschäftsmöglichkeiten aus

(21.04.2015/hg/dpa) Vertreter des US-Bundesstaates New York wollen die Annäherung der Vereinigten Staaten an das sozialistische Kuba für eine Verbesserung der Handelsbeziehungen nutzen. Man sei auf der Suche nach internationalen Geschäftsmöglichkeiten, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo beim Auftakt eines zweitägigen Besuchs in Havanna. Dort kam er am Montag mit ranghohen kubanischen Funktionären zusammen. Begleitet wurde Cuomo von rund 20 US-Geschäftsleuten, darunter Vertreter von Mastercard, Pfizer oder der Fluggesellschaft JetBlue. Viele US-Firmen haben nach der im Dezember ei [ ... ]


Russische Rocker planen „Siegesfahrt“ nach Berlin

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Ukraine: Ex-Abgeordneter in Kiew ermordet

(16.4.2015/hg/dpa) Ein Mitglied der Regierung des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist am Mittwochabend tot aufgefunden worden. Das berichtet der Sender Radio Liberty online. Oleg Kalaschnikow gehörte wie Janukowitsch der Partei der Regionen an. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll Kalaschnikow (52) möglicherweise Verbindungen zu der Anti-Maidan-Bewegung gehabt haben, die sich gegen die damalige regierungsfeindliche Protestbewegung auf dem gleichnamigen zentralen Platz in Kiew stemmte. Während das ukrainische Innenministerium nahelegen, es könne sich um einen Mo [ ... ]