hintergrund_old_english
Montag, 22. Dezember 2014  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Shell zu Schadenersatz wegen Ölpest in Nigeria verurteilt

Drucken E-Mail
(31.01.2013/hg/dpa)

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell ist wegen der Ölpest in Nigeria zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Ein Zivilgericht in Den Haag gab heute der Klage eines Bauern aus dem Nigerdelta und einer niederländischer Umweltorganisation statt. Shell habe die Leitungen nicht ausreichend vor Sabotage geschützt, hieß es zur Begründung. Die Höhe des Betrages wird in einem anderen Verfahren festgelegt.

In vier Fällen sei das Unternehmen aber nicht haftbar, stellten die Richter fest. Die Schäden seien durch Sabotage entstanden. Nur in einem Dorf war nach Ansicht des Gerichts ein Brunnen nicht gut gesichert. Dadurch hätten Kriminelle beim illegalen Abzapfen die Leitungen beschädigt. Das herauslaufende Öl habe das Ackerland des Bauern verseucht.

„An einer Stelle hätten wir bessere Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen. Inzwischen ist das geschehen und die Verschmutzung beseitigt“, räumte Shell-Umweltdirektor, Allard Castelein, ein.

Die Umweltschutzorganisation Milieudefensie spricht von einer bahnbrechenden Entscheidung. „Zum ersten Mal zwingt ein Gericht Shell, den Schaden zu kompensieren. Das ist in Nigeria noch nie gelungen“, sagte der Sprecher der Organisation, Geert Ritsema. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „Durchbruch für Gerechtigkeit“, da die Haftbarkeit des Unternehmens festgestellt worden sei.

Milieudefensie will gegen die vier übrigen Urteile Berufung einlegen. „Die Beweise von Shell waren sehr dünn“, sagte Ritsema. In den Dörfern waren schlecht gewartete Leitungen die Ursache der Verseuchung und nicht Sabotage.

Seit 2005 strömten Millionen Barrel Öl aus und verseuchten Grundwasser und Boden. Bauern und Fischer im Nigerdelta verloren ihre Existenzgrundlage. Shell hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und Saboteure für die Schäden verantwortlich gemacht. Es ist der erste Prozess in den Niederlanden gegen einen multinationalen Konzern für Umweltvergehen im Ausland.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Israel lehnt Vorgaben für Frieden mit Palästinensern ab


(18.12.2014/hg/dpa) Israel wird sich nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weder „Diktat“ noch Zeitvorgaben für einen Frieden mit den Palästinensern beugen. Netanjahu bezog sich dabei am Montag auf die Absicht der Palästinenserführung, mit Unterstützung des UN-Sicherheitsrates ein Ende der israelischen Besatzung binnen zwei Jahren durchzusetzen. „Ein diplomatischer Angriff, der Israel dazu zwingen soll, sich auf die Grenzen von 1967 zurückzuziehen, würde die islamischen Extremisten in die Vororte von Tel Aviv bringen“, sagte Netanjahu vor einem Gespräch mi [ ... ]


China finanziert Bahnverbindung zwischen Belgrad und Budapest

(18.12.2014/hg/dpa) China finanziert den Neubau der zentralen Bahnverbindung zwischen Serbien und Ungarn. Einen entsprechenden Vertrag über die 350 Kilometer lange Strecke zwischen Belgrad und Budapest unterzeichneten am Mittwoch in der serbischen Hauptstadt der chinesische Regierungschef Li Keqiang und seine Amtskollegen aus Serbien und Ungarn, Aleksandar Vucic und Viktor Orban. Das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von bis zu zwei Milliarden Euro könne schon in zwei Jahren fertig sein, sagte Li. Die Verbindung sei ein wichtiger Baustein, um den Transportweg chinesischer Waren nach Eu [ ... ]


Türkei: USA und EU kritisieren Razzia gegen Regierungsgegner

(15.12.2014/hg/dpa) Die USA und die EU haben die landesweite Razzia gegen Journalisten und angebliche Regierungsgegner in der Türkei kritisiert. Die USA appellierten „als Freund und Verbündeter“ an die türkischen Behörden, sicherzustellen, dass ihre Handlungen die demokratischen Fundamente des Landes nicht verletzen. Die EU verurteilte die Aktion als „unvereinbar mit der Freiheit der Medien“. Auch die Bundesregierung reagierte mit Unverständnis. Es sei nicht erkennbar, wie das gezielte Vorgehen der türkischen Polizei gegen Journalisten mit den Grundprinzipien von Meinungs- und [ ... ]


Hongkong: Polizei räumt letzte Straßenbarrikaden

(15.12.2014/hg/dpa) Nach mehr als zwei Monaten hat die Polizei in Hongkong die letzten Straßenblockaden der Protestbewegung geräumt. Polizisten rissen am Montag am Protestlager in Causeway Bay Barrikaden nieder. Mehr als ein Dutzend Demonstranten wurden festgenommen, die noch an dem Lager ausgeharrt hatten. Vergangene Woche hatte die Polizei das größte Protestlager im Stadtviertel Admiralty beendet. Noch immer harren wenige Aktivisten in einem kleinen Lager vor Hongkongs Parlament und in einem Lager vor dem britischen Konsulat aus. Im Gegensatz zu den anderen Protestlagern versperren di [ ... ]


Berlin: Müller neuer Regierender Bürgermeister

(11.12.2014/dpa) Der SPD-Politiker Michael Müller ist neuer Regierender Bürgermeister von Berlin. Mit 87 von insgesamt 146 Stimmen erreichte der 50-Jährige am Donnerstag im Abgeordnetenhaus im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU hatten zuvor angekündigt, geschlossen für Müller als Nachfolger von Klaus Wowereit (SPD) zu stimmen. Sie verfügen zusammen über 85 Mandate. Müller muss also auch Stimmen der Opposition bekommen haben. Er wurde unmittelbar nach der Wahl vereidigt. Zuvor hatte Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland (SPD) das Rückt [ ... ]


Griechenland: Nikos Romanos beendet Hungerstreik

(11.12.2014/hg/dpa) Der wegen eines Banküberfalls zu 16 Jahren Gefängnis verurteilte griechische Anarchist Nikos Romanos hat seinen im November begonnenen Hungerstreik am Mittwoch abgebrochen. Zuvor hatte das Parlament nach einer Intervention von Staatspräsident Karolos Papoulias eine Gesetzesänderung gebilligt. Mit dieser wird Häftlingen erlaubt, ihr Studium fortzusetzen, indem sie Hafturlaub bekommen und dabei eine elektronische Fußfessel tragen. Der Fall des 21-jährigen Nikos Romanos hatte in den vergangenen Wochen wiederholt Proteste ausgelöst. Am Mittwoch hatte ein Unbekannter b [ ... ]