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Syrien: Rebellen in Homs wollen Kinder weiter als Schutzschilde missbrauchen

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Von REDAKTION, 28. Januar 2014 -

Mit rund 700 000 Einwohnern ist Homs die drittgrößte Stadt Syriens. Sie liegt in der Mitte des Landes, an einem strategisch wichtigen Verkehrsweg, der Damaskus mit Aleppo verbindet. Sie galt als eine Hochburg der „Rebellen“, obwohl sie nur in den Stadtteilen, deren Bevölkerung konservativ-islamistisch geprägt ist, auf nennenswerte Unterstützung zählen konnten. Dennoch gelang es ihnen mittels brutaler Gewalt innerhalb kurzer Zeit im Herbst 2011 über Teile der Stadt ein blutiges Terrorregime zu errichten. Vor allem die als „gemäßigt“ geltende islamistische Al-Farouk-Brigade, die mittlerweile kaum noch eine Rolle im Krieg spielt und von noch fanatischeren Kräften verdrängt wurde, brüstete sich damit, in Homs hunderte Menschen hingerichtet zu haben. Selbst die über die Aufständischen wohlwollend berichtenden Medien wie Spiegel-online kamen nicht umhin, das einzugestehen – zu groß war das Ausmaß des Terrors. (1)

Doch die syrische Armee hat die Sicherheit in der Stadt inzwischen weitestgehend wieder hergestellt, viele der vor den Kampfhandlungen geflohenen Einwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.

Nur in der historischen Altstadt und Teilen des Stadtviertels Chaldijeh verschanzen sich noch immer „Rebellen“ mitsamt ihren Familien – insgesamt rund zweitausend Menschen. Sie sind von der Armee eingekesselt. Zwar scheiterten all ihre Ausbruchversuche, doch die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist immer noch groß. Regelmäßig terrorisieren sie benachbarte Stadtteile durch willkürlichen Mörserbeschuss.

Doch ihr Kampf ist aussichtlos. Mangelnder Nachschub und geringer Rückhalt in der Bevölkerung lassen es nur als eine Frage der Zeit erscheinen, wann sie kapitulieren müssen.

Allerdings weckt die Friedenskonferenz in Genf neue Hoffnung unter ihnen. Dort verlangen die Vertreter der Opposition eine schrittweise Beendigung der Belagerung und die Versorgung der Eingeschlossenen mit dringend benötigten Hilfsgütern. Diplomaten in Genf sehen Homs als ersten Testfall für das Gelingen der Konferenz.

Obwohl die syrische Regierung kein Interesse an einem Scheitern der Konferenz haben kann, wird sie auf diese Forderung kaum eingehen können. Denn die absehbare Folge wäre ein massives Wiederaufflammen des Terrors seitens der „Rebellen“, mit der Konsequenz einer Ausweitung der Kampfhandlungen auf bereits befriedete Bezirke und erneuter Massenflucht der Einwohner.

Die Regierung bietet hingegen an, die Frauen und Kinder aus den eingekesselten Gebieten in Sicherheit zu bringen. Ein Angebot, das mit den Verhandlungen in Genf im Grunde nichts zu tun hat. Denn Frauen und Kindern ist es seit Beginn der Einkesselung erlaubt, die umstellten Gebiete zu verlassen.

Doch die Unterhändler der Opposition in Genf wollen diese nicht in Sicherheit wissen und verweigern sich dem Angebot der syrischen Regierung. Eine Zustimmung wäre „auch nicht wirklich logisch gewesen“, heißt es in einer Meldung der dpa. „Würden die Zivilisten die Gebiete verlassen, würde dies dem Regime ermöglichen, die letzten Widerstandsnester mit geballter militärischer Macht und ohne jede Rücksichtnahme anzugreifen.“

Da ist der Nachrichtenagentur, die sich im Syrien-Konflikt vor allem mit einseitiger, die Grenze zur Propaganda oftmals überschreitender  Berichterstattung im Dienste der „Rebellen“ hervortut, ein in doppelter Hinsicht entlarvender Satz herausgerutscht.

Zum einen wird „dem Regime“ in dieser Meldung unterstellt, Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Zum anderen wird darin der Leserschaft mitgeteilt, dass die „Rebellen“ keine Skrupel haben, selbst die eigenen Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Anmerkungen
(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/syriens-rebellen-lassen-gefangene-soldaten-in-bab-amr-hinrichten-a-823382.html

 

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