hintergrund_old_english
Donnerstag, 28. Juli 2016  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

UNHCR: Immer mehr Menschen auf der Flucht

Drucken E-Mail

(7.1.2015/hg/dpa)

Bewaffnete Konflikte treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Dabei ist Deutschland das begehrteste Ziel für Asylbewerber. Die weitaus meisten Flüchtlinge werden jedoch von armen Ländern aufgenommen. Das Ausmaß von Flucht und Vertreibung hat vor allem durch die zahlreichen bewaffneten Konflikte weltweit den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht: Bis Mitte 2014 verzeichnete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 56,7 Millionen Flüchtlinge sowie Vertriebene innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Allein innerhalb der ersten sechs Monate des vergangenen Jahres wurden 5,5 Millionen Menschen durch Krieg, Gewalt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen in die Flucht getrieben. 1,4 Millionen von ihnen flohen über Landesgrenzen hinweg, die anderen suchten innerhalb des eigenen Staates Schutz. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien, mehr als drei Millionen. Bislang bildeten rund 2,7 Millionen Menschen aus Afghanistan die größte Flüchtlingsgruppe.

Mit der Zahl der Flüchtlinge ging weltweit auch die der Asylanträge deutlich nach oben - wobei Deutschland wie in früheren Jahren das begehrteste Zielland ist. In der Bundesrepublik baten von Januar bis Ende Juni 67 400 Menschen um Asyl - fast 20 000 mehr als in den USA (47 500) sowie deutlich mehr als doppelt so viele wie in Frankreich, mit 29 900 Anträgen auf Platz drei. Die weitaus meisten Flüchtlinge werden aber in den zumeist armen Ländern der jeweiligen Konfliktregionen versorgt. „Wenn sich die Trends so fortsetzen, wird Deutschland (für 2014 insgesamt) wahrscheinlich den höchste Jahresstand von Asylanträgen seit fast 20 Jahren verzeichnen“, heißt es in dem Bericht. Fast ein Fünftel der Asylanträge in der Bundesrepublik wurden laut UNHCR von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien gestellt, gefolgt von Menschen aus Serbien, dem Kosovo, Afghanistan und Eritrea.

Weltweit stieg in den ersten sechs Monaten 2014 die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf fast 560 000. «Solange die internationale Gemeinschaft darin versagt, politische Lösungen für die anhaltenden Konflikte zu finden und neue Konflikte zu verhindern, werden wir es mit deren dramatischen humanitären Konsequenzen zu tun haben», warnte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. Das Land, das weltweit die meisten Flüchtlinge beherbergte, war bis Ende Juni 2014 Pakistan, 1,6 Millionen Menschen. Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), Iran (982 000), die Türkei (824 000), Jordanien (737 000), Äthiopien (588 000), Kenia (537 000) und der Tschad (455 000). Nicht berücksichtigt sind in dem Bericht die fast fünf Millionen palästinensischen Flüchtlinge, da diese von der gesonderten UN-Hilfsorganisation UNRWA betreut werden.

 

Kurzmeldungen im Überblick

Türkei verlangt von Deutschland Auslieferung von Gülen-Anhängern

(28.07.2016/hg/dpa) Nach dem Putschversuch in der Türkei fordert die islamisch-konservative Regierung von Deutschland die Auslieferung türkischer Gülen-Anhänger. Damit droht neuer Streit zwischen Ankara und Berlin. Per Notstands-Dekret ordnete Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Schließung von mehr als 100 Medien an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ermahnte Erdogan am Donnerstag zu mehr Zurückhaltung im Umgang mit Gegnern. Sie zeigte sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen in der Türkei, in der seit Donnerstag vergangener Woche der Ausnahmezustand gilt. In einem Rech [ ... ]


Öffentlicher Appell an die deutsche Bundesregierung sowie die Institutionen des Europarates, der OSZE und der NATO

(26.07.2016/hg) IALANA (International Association of Lawyers against Nuclear Arms) hat eine Stellungnahme zur Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei abgegeben, die unter anderem an sämtliche Mitglieder des Bundestages versandt werden wird.   Als das türkische Verfassungsgericht Ende Februar 2016 die angeordnete Untersuchungshaft gegen zwei Journalisten aufhob, die die Unterstützung militanter Islamisten in Syrien durch türkische Stellen aufgedeckt hatten, drohte der türkische Präsident Erdogan den Richtern: „Ich sage es offen und klar, ich akzeptiere das nicht und füg [ ... ]


Innenminister Herrmann: Islamistisches Motiv des Bombenanschlags

(25.07.2016/hg/dpa) Der Bombenanschlag im fränkischen Ansbach hat nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vermutlich einen islamistischen Hintergrund. Man müsse davon ausgehen, dass die Motivation des Täters nicht völlig unabhängig von islamistischem Gedankengut gesehen werden müsse, sagte Herrmann am Montag in Nürnberg. In der Unterkunft des Täters seien zwei Handys gefunden worden mit mehreren weiteren Sim-Karten sowie ein Laptop, sagte Herrmann. Eine erste Auswertung habe Hinweise darauf gegeben, dass Gewaltvideos mit islamistischer Ausrichtung und salafistis [ ... ]


Türkei: Festnahme von 42 Journalisten angeordnet

(25.07.2016/hg/dpa) Bei den Massenfestnahmen nach dem Putschversuch in der Türkei gehen die Behörden nun auch gegen Journalisten vor. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ordnete am Montag im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Putschversuch die Festnahme von 42 Journalisten an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Darunter ist die prominente Regierungskritikerin Nazli Ilicak. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Ermittlungen richteten sich gegen Medien aus dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich.  [ ... ]


Afghanistan: Taliban auf dem Vormarsch

(21.07.2016/hgdpa) In Afghanistan hat nach Berichten aus Sicherheitskreisen die Gewalt wieder stark zugenommen. Demnach bedrängen die Taliban vor allem die Nordprovinz Kundus schwer. Dort war bis Herbst 2013 die Bundeswehr stationiert. Schon seit Montag gibt es schwere Gefechte im Bezirk Kala-e Sal. Am Donnerstagmorgen fiel angeblich das Zentrum des Bezirks Dascht-e Artschi an die Islamisten. In Kala-e Sal hätten die Aufständischen in der Nacht das Gebäude der Bezirksregierung sowie das Polizeihauptquartier eingenommen, sagte ein Provinzratsmitglied, Amruddin Wali. Gefechte dauerten an.  [ ... ]


Türkei: Menschenrechtskonvention teilweise außer Kraft gesetzt

(21.07.2016/hg/dpa) Die Türkei setzt nach der Verhängung des Ausnahmezustands die Europäische Menschenrechtskonvention Medienberichten zufolge teilweise aus. Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus verwies nach übereinstimmenden Angaben türkischer Medien vom Donnerstag auf Artikel 15 der Konvention, der einen solchen Schritt in Kriegs- oder Notstandszeiten mit Einschränkungen erlaubt. Auch Frankreich hat die Konvention nach den Anschlägen von Paris teilweise ausgesetzt, ebenso wie die Regierung in Kiew wegen der Gewalt in der Ostukraine. Kurtulmus sagte nach Angaben der Zeitung Hürri [ ... ]