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Samstag, 10. Dezember 2016  

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Ölpreise fallen erstmals seit zwölf Jahren unter 31 Dollar

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(12.01.2016/hg/dpa)

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Talfahrt fortgesetzt. Erstmals seit zwölf Jahren fielen die wichtigsten Ölpreise unter 31 US-Dollar. Ein Ende der Talfahrt ist angesichts des hohen Angebots an Rohöl, der eher schwachen Nachfrage und des festen Dollars kurzfristig nicht in Sicht.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar fiel am Dienstag zeitweise bis auf 30,43 US-Dollar – der niedrigste Stand seit 2004. Zuletzt erholte sich der Preis ein wenig und lag bei 31,12 Dollar. Das sind immer noch 43 Cent weniger als am Vortag. Auch die US-Sorte WTI sackte mit 30,41 Dollar auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Zuletzt wurde WTI mit 30,85 Dollar gehandelt.

Das bereits hohe Angebot an Rohöl könnte noch größer werden. Der Iran dürfte bald wieder mehr exportieren, da die endgültige Aufhebung der Sanktionen offenbar näher rückt. „Meine Erwartung ist, dass dieser Tag recht bald kommen wird“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag. Es gebe aber noch keinen festen Termin. Voraussetzung sei, dass der Iran alle Verpflichtungen aus dem Atomabkommen erfülle. In diesem Umfeld hat auch die Erholung am chinesischen Aktienmarkt die Ölpreise nicht gestärkt.

Zur Stützung der Preise stellte Nigerias Ölminister Emmanuel Kachikwu ein Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) für Anfang März in Aussicht. Schließlich leide nun auch Saudi-Arabien, das wichtigste Land des Kartells, unter den niedrigen Preisen. Man sei bereits in informellen Gesprächen mit Ölförderländern außerhalb des Kartells wie Russland. Zuletzt war die OPEC bisher nicht in der Lage, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen.

Die Experten der Commerzbank erwarten daher einen weiteren Rückgang der Ölpreise. Viele Investoren, die auf steigende Preise gesetzt hätten, seien durch den Preisrutsch von zwanzig Prozent zu Jahresbeginn auf dem falschen Fuß erwischt worden. Diese versuchten nun, Verluste zu begrenzen, was weiteren Druck auf die Preise ausüben könnte.

Die Analysten vom Bankhaus Metzler halten eine Preisstabilisierung aber dennoch für möglich. Sie verweisen auf die gesunkene Zahl der Ölplattformen in den USA im Jahr 2015. Angesichts der niedrigen Preise werden Ölbohrlöcher geschlossen.

Auch der OPEC-Preis für Rohöl fiel erneut. Das OPEC-Sekretariat teilte am Dienstag mit, der Korbpreis habe am Montag 27,07 Dollar pro Barrel betragen. Das waren 1,39 Dollar weniger als am Freitag. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

 

Kurzmeldungen im Überblick

Syrien: Armee befreit Altstadt von Aleppo

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Landraub: Palästinenser fordern UN-Krisensitzung

(07.12.2016/hg/dpa) Führende Palästinenser haben die hartnäckigen Bemühungen der israelischen Regierung zu einer Legalisierung „wilder Siedlungen“ im Westjordanland verurteilt. Ein solches Gesetz werde alle Chancen auf ein Friedensabkommen im Nahost-Konflikt zerstören, sagte der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Saeb Erekat, am Mittwoch. Das führende PLO-Mitglied Hanan Aschrawi hatte am Dienstag eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Es müssten „ernsthafte Strafmaßnahmen gegen Israel“ ergriffen werden, sagte sie. Israel will ta [ ... ]


Stuttgart: Bewährungsstrafe für IS-Mitglied

(21.11.2016/hg/dpa) Das Oberlandesgericht Stuttgart hat einen jungen Mann, der vorübergehend Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) war, am Montag zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Der heute 20-Jährige aus Südbaden hatte eingeräumt, sich 2015 für mehrere Monate einer Terrorgruppe in Nordsyrien angeschlossen zu haben. Nach Überzeugung des Gerichts ließ er sich an Kriegswaffen ausbilden, trug den Kampfnamen „Abu Ismail al-Almani“, bekam einhundert US-Dollar Sold pro Monat und wurde einer Einheit zugeordnet. Dann floh er und wurde im Oktober 2015 a [ ... ]


Zypern: Auf dem Weg zur Einigung?

(21.11.2016/hg/dpa) Nach mehr als 42 Jahren Teilung scheinen die griechischen- und türkischen Zyprer einer Einigung ein ganzes Stück näher gekommen zu sein. Angestrebt wird eine Föderation aus zwei Bundesstaaten. Ein griechisch-zyprischer im Süden und ein türkisch-zyprischer im Norden der drittgrößten Mittelmeerinsel. Die zyprischen Volksgruppenführer – der griechische Zyprer Nikos Anastasiades und der türkische Zyprer Mustafa Akinci – verhandeln im schweizerischen Mont Pélerin, seit Monatsbeginn schon sieben Tage lang. Vorangegangen waren Monate zäher Vorgespräche. Im Mitte [ ... ]


Mittelmeer: 340 Bootsflüchtlinge sterben binnen zwei Tagen

(17.11.2016/hg/dpa) Die Tragödien im Mittelmeer nehmen kein Ende. Bei vier Bootsunglücken binnen zwei Tagen kamen nach Behördenangaben mehr als 340 Menschen im Mittelmeer ums Leben. „Die Schlepper nehmen keine Rücksicht auf die schlechten Wetterbedingungen“, sagte der Sprecher der Internationalen Migrationsbehörde IOM, Flavio Di Giacomo, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Rom. „Überlebende haben uns berichtet, dass sie gezwungen wurden, in die Boote zu steigen, obwohl sie wegen des Wetters nicht wollten.“ Allein etwa einhundert Menschen starben laut IOM und der Hilfs [ ... ]


Düsseldorf: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher der „Freien Syrischen Armee“ vor Gericht

(17.11.2016/hg/dpa) Ein 41 Jahre alter Mann, der in Syrien gefoltert und geplündert haben soll, muss sich aller Voraussicht nach in Düsseldorf vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hat am dortigen Oberlandesgericht Anklage gegen ihn erhoben, wie am Donnerstag in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Der Mann sitzt seit seiner Festnahme im Raum Westfalen im April in Untersuchungshaft. Er soll im syrischen Aleppo eine Stadtteilmiliz befehligt haben, die aufseiten der „Freien Syrischen Armee“ gegen die Regierung von Baschar al-Assad kämpfte. Der Beschuldigte und seine mindestens 150 Mi [ ... ]