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Sonntag, 11. Dezember 2016  

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Großbritannien: DNA-Manipulation von menschlichen Embryonen erlaubt

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(01.02.2016/hg/dpa)

In Großbritannien sollen Forscher künftig das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt verändern dürfen. Die zuständige Behörde HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) erlaubte am Montag dem Londoner Francis Crick Institute, solche Versuche an Embryonen bis zum Alter von sieben Tagen mithilfe neuer Techniken durchzuführen. Damit wollen Wissenschaftler die Erfolgsrate künstlicher Befruchtungen steigern. Die Erlaubnis gelte aber ausschließlich zu Forschungszwecken, betonte die Behörde. Veränderte Embryonen dürften keiner Frau eingesetzt werden. Bevor das Forscherteam starten kann, muss noch eine Ethikkommission zustimmen.

Insbesondere interessiert die Wissenschaftler des Instituts, warum es zu Fehlgeburten kommt und wie diese verhindert werden können. Dazu müsse man „verstehen, welche Gene menschliche Embryonen brauchen, um sich erfolgreich zu entwickeln“, erläuterte die beteiligte Kathy Niakan. Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen.

Konkret zielt die Genehmigung auf das Verfahren mit der Gen-Schere CRISPR/Cas9 ab. Damit können Forscher wesentlich präziser als bisher Teile der DNA ausschneiden oder einsetzen. Dass diese Methode nun genehmigt sei, sei das Neue, sagte ein Sprecher des Francis Crick Institute. Die Embryonalentwicklung erforschten Mitarbeiter des Instituts bereits seit längerem, betonte er.

Aktives Verändern der menschlichen DNA ist äußerst umstritten und in vielen Ländern – auch in Deutschland – verboten. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten.

Der deutsche Experte Prof. Hans Schöler bewertet die Entwicklung daher mit Skepsis: „Diese Forschung hat eine neue Qualität. Sie öffnet eine Tür, gezielt in die Keimbahn eines menschlichen Embryos einzugreifen“, sagte der Leiter des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster der Deutschen Presse-Agentur. „Dass solche Eingriffe nicht durchgeführt werden, war bislang internationaler Konsens. Die Briten wollen offenbar eine Vorreiterrolle einnehmen.“

 

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Landraub: Palästinenser fordern UN-Krisensitzung

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Stuttgart: Bewährungsstrafe für IS-Mitglied

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Zypern: Auf dem Weg zur Einigung?

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Mittelmeer: 340 Bootsflüchtlinge sterben binnen zwei Tagen

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Düsseldorf: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher der „Freien Syrischen Armee“ vor Gericht

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