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Konzentrationsprozess in Chemiebranche hält an: Größte Übernahme Chinas im Ausland

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(03.02.2016/hg/dpa)

Bei der bisher teuersten chinesischen Firmenübernahme im Ausland will der Chemiekonzern ChemChina den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta schlucken. Das würden sich die Chinesen 43 Milliarden Dollar kosten lassen, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Bis zum Ende des Jahres solle der Deal abgeschlossen sein.

Wenn Aktionäre und Behörden zustimmen, wäre es der bislang größte chinesische Zukauf im Ausland. Damit würde das Staatsunternehmen zu einem wichtigen globalen Mitspieler in der Branche. Es ist auch ein wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Methoden wie Biotechnologie voranzubringen.

Die China National Chemical Corporation – kurz ChemChina – bietet 465 US-Dollar je Aktie zuzüglich einer Sonderdividende von 5 Franken, berichtete der Konzern in Peking. Das Angebot entspricht 480 Franken je Aktie. Der Syngenta-Verwaltungsrat empfahl den Anteilseignern einstimmig, das Angebot der Chinesen anzunehmen.

Vergangenes Jahr sank der Umsatz von Syngenta um elf Prozent auf 13,41 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis (Ebitda) verminderte sich um fünf Prozent auf 2,78 Milliarden Dollar, der Überschuss fiel um siebzehn Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

Die Aktie des Basler Agrarkonzerns machte im vorbörslichen Handel Luftsprünge und stieg um bis zu neun Prozent. Experten begrüßten das Übernahmeangebot, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur sda. ChemChina sei bereit, das Sechsundzwanzigfache des letztjährigen Gewinns zu bezahlen. Auch für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung von Syngenta sei die angestrebte Lösung akzeptabel, weil sie die operative Eigenständigkeit des Unternehmens sichere.

Das Vorhaben muss aber möglicherweise einen langwierigen Genehmigungsprozess in der EU und den USA durchlaufen. Eine Kernfrage ist, ob das US-amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) zustimmen muss. Das Aufsichtsgremium, das Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft, gilt als nicht besonders chinafreundlich. Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA, wo es der größte Pestizid-Verkäufer ist.

ChemChina will Syngenta helfen, in China und anderen aufstrebenden Märkten stärker Fuß zu fassen. Konzernchef Ren Jianxin sagte: „Wir werden weiter an der Seite des Managements und der Beschäftigten von Syngenta arbeiten, um den Wettbewerbsvorsprung in der weltweiten Agrartechnologie zu wahren.“ Nach Vollzug der Übernahme soll Ren Jianxin dem zehnköpfigen Syngenta-Verwaltungsrat vorstehen. Dem Gremium sollen dann noch vier der aktuellen Verwaltungsräte angehören.

Der Syngenta-Vorstandsvorsitzende John Ramsay erklärte, sein Konzern könne durch die Transaktion die Position als Weltmarktführer bei Pflanzenschutzmitteln ausbauen und das Potenzial des Saatgutgeschäfts erheblich vergrößern. Dass die Kartellbehörden den Mega-Deal noch zu Fall bringen könnten, hält der Manager für wenig wahrscheinlich: „Dieser Deal erhöht die Auswahlmöglichkeiten für die Landwirte.“

Im August hatte der Verwaltungsrat von Syngenta noch eine 46 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeofferte des US-Konkurrenten Monsanto zurückgewiesen. Einige Wochen später wurde dann ChemChina als möglicher Interessent ins Spiel gebracht.

Die geplante Fusion der US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont hatte den Druck in der Branche zuletzt gewaltig erhöht. Mitte Dezember hatten beide Konzerne ihre Pläne öffentlich gemacht. Mit dem neuen Riesen Dowdupont soll das weltgrößte Chemieunternehmen noch vor dem alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland entstehen. Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche.

ChemChina hatte im Januar schon den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Millionen Euro geschluckt – es war die bisher größte chinesische Übernahme in Deutschland. Vor knapp einem Jahr hatte ChemChina auch die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli für mehr als sieben Milliarden Euro gekauft. Nach eigenen Angaben hat ChemChina derzeit rund 140 000 Mitarbeiter.

 

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Gespräch zwischen AfD und Muslimen endet im Eklat

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US-Präsident bestätigt Tod des Talibanchefs

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Wikileaks-Informantin Manning legt Berufung gegen ihre Verurteilung ein

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EU-Staaten vertagen Glyphosat-Entscheidung

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