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Russland und Saudi-Arabien wollen Ölförderung einfrieren

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(16.02.2016/hg/dpa)

Angesichts der fallenden Ölpreise wollen die wichtigen Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela ihre Produktion nicht weiter ausbauen. Die Förderung solle auf dem Niveau vom Januar 2016 eingefroren werden, kündigte der russische Energieminister Alexander Nowak an. Voraussetzung sei, dass sich andere Öl-Fördernationen anschlössen, teilte Nowak nach einem Treffen mit Kollegen aus Mitgliedsländern des Ölkartells OPEC am Dienstag in Katar mit.

Am Morgen hatten die Ölpreise noch deutlich zugelegt, nachdem bekanntgeworden war, dass sich die vier Förderländer zu Gesprächen treffen. Offenbar wurde erwartet, dass sich die Länder auf eine gemeinsame Förderkürzung verständigen könnten, statt ihre Produktion auf hohem Niveau nur einzufrieren. Die Ölpreise sanken daraufhin wieder.

Ob die Einigung zu einem Abbau des Überangebots führt, bleibe abzuwarten, kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank. „Denn dazu müssten sich Iran und Irak an dieser Vereinbarung beteiligen.“ Mit den beiden Mitgliedsländern des Ölkartells Opec soll an diesem Mittwoch verhandelt werden. Irak hat seine Förderung in den vergangenen Monaten ausgeweitet. Iran will seine Produktion auf eine Million Barrel pro Tag erhöhen, nachdem westliche Sanktionen gegen das Land im Januar aufgehoben wurden.

Zum anderen sei fraglich, ob die Länder ihre Vereinbarung auch umsetzten. „Schließlich müssen den Worten auch Taten folgen“, betonte Experte Frederik Kunze von der NordLB.

Das Treffen der Ressortchefs der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) mit dem russischen Minister war mit Spannung erwartet worden. Seit Mitte 2014 waren die Ölpreise um bis zu siebzig Prozent eingebrochen. Die Debatte um eine Reduzierung der Fördermengen verläuft seit Monaten ergebnislos.

Saudi-Arabien, das mit Abstand produktionsstärkste OPEC-Land, stemmt sich gegen Förderkürzungen. Das Königreich will seine Marktanteile mit einem Preiskampf gegen aufstrebende Ölförderer wie US-Schieferölproduzenten verteidigen – notfalls auch mit Hilfe großer Mengen zu geringen Preisen. Russland, das der OPEC nicht angehört, ist ebenfalls einer der größten Ölförderer der Welt.

Allein Saudi-Arabien und Russland produzieren zusammen pro Tag gut zwanzig Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl. Das sind etwas mehr als zwanzig Prozent der weltweiten Tagesproduktion. Die OPEC kommt auf eine Tagesproduktion von etwa 33 Millionen Barrel. Das ist gut ein Drittel der globalen Förderung.

Für die krisengeschüttelte Rohstoffmacht Russland wäre eine Festlegung auf das Januar-Niveau Beobachtern zufolge von großem Vorteil. Im Januar hatte Russland mit rund 46 Millionen Tonnen mehr Öl gefördert als in jedem einzelnen Monat 2015, wie die Agentur Tass meldete. Hochgerechnet würde das Riesenreich demnach damit 2016 die Rekordmenge von 552 Millionen Tonnen produzieren. Unklar war zunächst, wie hoch das Förderniveau der OPEC-Staaten im Januar war.

In bisherigen Szenarien war das Wirtschaftsministerium in Moskau von geringeren Mengen für dieses Jahr ausgegangen. Der Absturz der Ölpreise hat eine massive Abwertung der russischen Landeswährung Rubel zum US-Dollar und Euro ausgelöst und zur Wirtschaftskrise beigetragen. Die Wirtschaftsleistung war 2015 nach Schätzungen des Statistikamtes im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent geschrumpft.

 

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Ex-Agent Werner Mauss schweigt vor Gericht

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Neuer NSU-Ausschuss im Stuttgarter Landtag nimmt Arbeit auf

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Nach Anschlag in New York: Paketbomben in New Jersey entdeckt

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