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Anschlag in Ankara: Türkei macht PKK und syrische Kurdenmiliz verantwortlich

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(18.2.2016/hg/dpa)

Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Untergrundorganisation PKK und deren syrische Schwesterorganisation YPG für den verheerenden Anschlag von Ankara verantwortlich. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu behauptete am Donnerstag, ein 1992 in Syrien geborener Selbstmordattentäter der YPG habe die Tat mit Unterstützung der „separatistischen Terrororganisation“ PKK verübt.

Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurden 14 Menschen in Verbindung mit dem Anschlag in der Hauptstadt festgenommen. YPG und PKK dementierten eine Beteiligung an der Tat, bei der der Attentäter mit einer Autobombe 28 Menschen in den Tod gerissen hatte. In einer Pressemitteilung betont die YPG, dass Ankara durch die Schuldzuweisungen eine Attacke gegen Syrien und das syrische Kurdengebiet Rojava vorbereite.

Davutoglu kündigte Vergeltung für den Anschlag an. Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Damaskus. „Die YPG ist eine Marionette des syrischen Regimes, und das syrische Regime ist direkt verantwortlich für diesen Anschlag. Wir behalten uns das Recht vor, jede Art von Maßnahme gegen das syrische Regime zu treffen.“

Die syrische Kurdenpartei PYD - deren bewaffneter Arm die YPG ist - wies jede Verantwortung für den Anschlag zurück. „Wir haben keine Verbindungen zu dem, was in der Türkei passiert“, sagte der Ko-Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die türkischen Anschuldigungen seien Teil einer „Eskalationspolitik“ gegen kurdische Parteien.

PKK-Kommandeur Cemil Bayik sagte der PKK-nahen Agentur Firat zu dem Anschlag: „Wir wissen nicht, wer das getan hat. Es könnte aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein.“ Die Armee geht seit Mitte Dezember mit einer Offensive gegen kurdische Städte im Südosten des Landes vor. Hunderte Zivilisten wurden dabei getötet, zehntausende sind auf der Flucht.

Davutoglu sagte am Donnerstag, bei den Opfern des Anschlags in der Nähe des Parlaments in Ankara habe es sich um 27 Soldaten und einen Regierungsbeamten gehandelt. Von den 61 Verletzten schwebte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA niemand in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Streitkräfte flog die türkische Luftwaffe nach dem Anschlag von Ankara Bombenangriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak. Davutoglu sagte, dabei seien 70 PKK-Kämpfer getötet worden, darunter Anführer der Organisation.

Nach dem Selbstmordattentat in Ankara wurden bei einem mutmaßlichen PKK-Bombenanschlag auf die Armee in der Südosttürkei mindestens sechs Soldaten getötet. Ein weiterer Soldat sei bei der Detonation des Sprengsatzes auf der Straße von Diyarbakir nach Lice am Donnerstag schwer verwundet worden, teilten die Streitkräfte mit.

 

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