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Steinmeier im Kreml: Wiederannäherung zwischen Berlin und Moskau?

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(23.03.2016/hg/dpa)

Die Stimmung ist freundlich, die Themen sind ernst. Trotz Krieg in Syrien, Krise in der Ukraine und Terror in Brüssel lässt es sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Moskau nicht nehmen, zunächst seinem Duzfreund und Kollegen Sergej Lawrow zum Geburtstag zu gratulieren. Der russische Chefdiplomat ist am Montag 66 geworden. Doch dann setzen die beiden auch schon wieder ernste Mienen auf.

Steinmeiers diplomatische Initiative kommt angesichts einer beladenen internationalen Agenda in einem kritischen Moment. Im Syrien-Konflikt hat Russland mit seinem unerwarteten Teilabzug der Streitkräfte erneut Fakten geschaffen, auf die sich der Westen nun einstellen muss. In der Ukraine steckt der Konflikt zwischen der Regierung und prorussischen Aufständischen in einer Sackgasse. Zudem unterstreichen die Anschläge in Brüssel vom Dienstag die Dringlichkeit des Kampfes gegen Terrororganisationen wie dem „Islamischen Staat“.

Steinmeier und Lawrow sind sich darin einig: Nur gemeinsam kann der Kampf gegen den islamistischen Terror gelingen. Beobachter halten es daher nicht für einen Zufall, dass kurz nach Steinmeier auch US-Außenminister John Kerry in Moskau eintraf.

„Für Russland ist der Doppelbesuch von zwei Schwergewichten wie Steinmeier und Kerry eine gute Gelegenheit, wichtige Punkte anzusprechen“, sagt der Politologe Wladislaw Below der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem bei den Themen Syrien und Terror-Bekämpfung sehe er gute Möglichkeiten, die Zusammenarbeit voranzutreiben.

Es sei bereits seit Längerem eine Widerannäherung zwischen Moskau und Berlin zu beobachten, die „Viele übersehen haben oder nicht wahrhaben wollten“, so Below.

Für den Deutschland-Experten der Akademie der Wissenschaften in Moskau war das Minsker Friedensabkommen im Ukraine-Konflikt vom Februar 2015 der Wendepunkt. Damals hatte Kanzlerin Angela Merkel maßgeblich mit Putin am Verhandlungstisch einen Kompromiss vermittelt. Seitdem geht es in Belows Sicht wieder aufwärts in den Beziehungen zwischen Moskau und Berlin.

Die Sicht auf den Krieg in der Ukraine bleibt aber zwischen Berlin und Moskau verschieden. Steinmeier müht sich und erläutert vor der Presse, was alles für mehr Sicherheit in der Ostukraine getan werden sollte.

„Es gibt immer noch keine stabile Sicherheitslage“, sagte er. Obwohl ein Waffenstillstand gilt, beschießen Aufständische und Regierungstruppen  einander täglich dutzende Male.

Wichtig sei es, der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ungehinderten Zugang zu verschaffen, so der Außenminister. Die Beobachter sollten eine Entflechtung der Konfliktparteien und den Abzug der Waffen von der Frontlinie besser kontrollieren können. Auch die Räumung von Minen sei wichtig. Lawrow kritisierte vor allem die Regierung in Kiew, die sich nicht an das Minsker Abkommen halte.

Beide Minister betonten die Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen. „Die Beziehungen zu Deutschland, wie wir es heute bestätigt haben, bleiben eine Priorität für uns“, sagte Lawrow. Für das Jahr des deutsch-russischen Jugendaustausches 2016/17 übernehmen Steinmeier und Lawrow die Schirmherrschaft.

 

Kurzmeldungen im Überblick

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Medienbericht: CIA-Rebellen übergeben russischen Panzer an al-Qaida

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US-Wahlkampf: Attentat auf Donald Trump vereitelt

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Ägyptisches Gericht stoppt Insel-Übergabe an Saudi-Arabien

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Einsatz für Flüchtlinge: Kommunalpolitiker beklagen Hasswelle

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Steinmeier: Streit um Äußerungen zur NATO hält an

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