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Sonntag, 26. Oktober 2014  

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Mexiko: Die Macht der Kartelle

Die Brutalität der mexikanischen Drogenkartelle kennt keine Grenzen: Erpressung, Entführungen, Ermordungen gehören zum Alltag der Bevölkerung. Der investigative Dokumentarfilm verfolgt die Spur der weltweit agierenden Kartelle und enthüllt ein Business-System, das es den Verbrechersyndikaten ermöglicht, nahezu ungehindert – und straffrei – zu agieren.

Die Macht der Kartelle geht längst weit über die Grenzen hinaus. Internationale Großbanken stehen im Verdacht, mexikanische Drogengelder in Höhe von Hunderten Millionen Dollar zu waschen. Auch hier herrscht nahezu Straffreiheit; die Prozesse enden mit lächerlich niedrigen Geldstrafen.

In London, am größten Finanzplatz Europas, verstoßen mittlerweile offenbar 75 Prozent der Banken gegen die Geldwäschebestimmungen und organisieren ungehindert ihre Transaktionen über die Offshore-Finanzplätze. Die Regierungen und Gesetzgeber wirken machtlos. Weltweit wird mehr Transparenz gefordert, doch die Allianz zwischen Drogen- und Finanzwelt scheint weiterhin straffrei ihren Geschäften nachgehen zu können.

Di 21.10., 20:15 Uhr, Arte


 

Der Krieg in meinem Kopf

Robert war begeisterter Stabsunteroffizier, Elitesoldat und Hundeführer. Als Fallschirmjäger kämpft er erst im Kosovo, später in Afghanistan. Am 2. März 2002 explodiert zwei Meter neben ihm eine Rakete. Fünf Soldaten vor ihm werden getötet, auch zwei seiner Kameraden. Er selbst überlebt wie durch ein Wunder. Die äußeren Wunden verheilen, aber für ihn ist nichts mehr wie zuvor. Denn der Krieg geht nach seiner Rückkehr in Deutschland weiter: in seinem Kopf. Robert leidet unter Schlafstörungen und Albträumen, kleinste Gerüche oder Geräusche reichen, und er ist wieder mitten im Krieg. Immer deutlicher spürt er die Folgen einer Krankheit, die er lange nicht wahrhaben wollte: der Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS.

Immer mehr deutsche Soldaten kehren mit PTBS von Auslandseinsätzen zurück. Das vor Ort Erlebte ist nur schwer für die oftmals noch sehr jungen Rekruten zu verkraften. Und auch nach den Einsätzen sind sie mit ihren Erlebnissen oft allein. Erst 2010 wurde ein Trauma-Zentrum der Bundeswehr in Berlin eröffnet. Mit der Diagnose PTBS beginnt für Robert ein ganz neuer Kampf – der Kampf zurück ins Leben, um die Anerkennung von PTBS als Berufskrankheit und gegen die Ignoranz in Politik und Gesellschaft.

Mi 22.10., 05:30 Uhr, Einsfestival


 

Propagandaschlacht um die Gentechnik

Nach Recherchen der Sendung gibt es erhebliche Zweifel an Verkaufsargumenten der Gentechnik-Lobby: Statt höherem Ertrag und weniger Pestiziden durch gentechnisch veränderte Pflanzen, gehen vielerorts oft nach wenigen Jahren Erträge zurück. Und die Natur wehrt sich, bildet Resistenzen. Die Folge: Es muss mehr gespritzt werden, um die gleichen Erträge wie zuvor zu erzielen. Offensichtlich mit verheerenden Folgen, etwa in Argentinien, wo in großem Ausmaß Genpflanzen angebaut werden.

Mi 22.10., 14:30 Uhr, Phoenix


 

Letzte Hoffnung Demokratie

Der Arabische Frühling ist gescheitert. Er führte zu blutigen Konflikten, wie in Libyen und Syrien, oder zu einer Rückkehr der Militärherrschaft, wie in Ägypten. Nur ein Land ist diesem Schicksal bisher entkommen: Tunesien, wo die arabischen Aufstände Anfang 2011 ihren Ursprung hatten. Wahlen stehen hier vor der Tür, die ein weiterer Schritt in Richtung Stabilisierung und Demokratisierung des Landes sein sollen. Doch gelingt in dem kleinen Tunesien wirklich, was in den Nachbarstaaten misslang – der Aufbruch zur ersten echten Demokratie der Arabischen Welt?

Do 23.10., 22:15 Uhr, DW


 

Mode zum Wegwerfen

Schubsen, drängeln, kreischen – wo auch immer in Deutschland eine PRIMARK-Filiale eröffnet, herrscht Ausnahmezustand. Der irische Textil-Discounter erobert mit seiner Wegwerfmode die Fußgängerzonen. Ein Paradies für Teenager: hip wie H&M und billig wie KiK. Ein T-Shirt für zwei Euro, eine Hose für elf Euro. Wie kann PRIMARK so billig sein? Die Sendung geht dem neuen Trend zur Wegwerfmode auf den Grund.

Fr 24.10., 17:30 Uhr, ZDFinfo


 

Im Land der Piraten

Die Piraterie am Horn von Afrika ist eines der größten Probleme der internationalen Schifffahrt. Die Route durch den Golf von Aden und den Suez-Kanal ist so etwas wie eine Hauptschlagader des Welthandels. Tausende von Tankern und Frachtschiffen verkehren hier, der größte Teil des Güterverkehrs zwischen Afrika, Asien und Europa nimmt diesen Weg. Und ist willkommenes Ziel für Piratenangriffe: Etwa 40 Schiffe und mehr als 1000 Geiseln sind Anfang 2012 in der Hand von Entführern. Der Schaden ist immens: Etwa 160 Millionen Dollar Lösegeld haben die Piraten im Jahr 2011 von Redereien und Regierungen erpresst. Piraterie ist also ein Big Business. Somalia ist ein Staat ohne Gesetz, ohne Ordnung und ohne Sicherheiten. Hunger, Kriminalität und vor allem ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg haben das Land zermürbt. Ausländische Journalisten kommen kaum noch hier her. Und so ist das Land und seine grauenvolle Lage aus der öffentlichen Wahrnehmung fast vollständig verschwunden.

Sa 25.10., 08:00 Uhr, Einsfestival


 

Frieden ist der Sieg

Seit Jahrzehnten ist Kolumbien vom Bürgerkrieg zerrissen – Gewalt beherrscht das Land. Während Kolumbiens Regierung und die Rebellen der FARC seit Monaten um ein Friedensabkommen ringen, sehnen sich die Menschen nach einem friedlichen Kolumbien. Drei Powerfrauen kämpfen seit Jahren dafür: Diana Avella aus Bogotá ist die bekannteste Hip-Hop-Sängerin des Landes – die alleinerziehende Mutter erhebt ihre Stimme gegen Unrecht und für den Frieden. Ihre Texte sind politisch, provozieren voller Wut und Rebellion. Einen ganz anderen Weg geht die vierfache Mutter Teresa Jesús Castrillón: Sie hat eine der ersten Organisationen in Kolumbien für Gewaltopfer aufgebaut. Sie stammt aus dem Nordosten von Kolumbien, aus der Kleinstadt Puerto Berrío, am größten Fluss Kolumbiens, dem Rio Magdalena. Diese Region war in den achtziger Jahren von linken Guerillagruppen besetzt, später marschierten Paramilitärs ein, begingen zahlreiche Massaker an der Bevölkerung. Teresa hat in diesem Bürgerkrieg Mutter und Vater, zwei Geschwister und einen Onkel verloren. Und doch hat sie mit „Ave Fénix“ eine der ersten Organisationen in Kolumbien gegründet, in der Opfer sich zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist Vergebung - trotz allem. Die dritte Frau im Kampf für den Frieden in Kolumbien ist die Pädagogin und Schauspielerin Yamili Ocampo Molina. Mit einem Netz von Bibliotheken hat sie gewaltfreie und sichere Orte gerade für die heranwachsende Generation geschaffen, liest Kindern und Jugendlichen vor, lehrt sie Schauspiel und Kreativität. Die 35-Jährige hat in den neunziger Jahren hautnah miterlebt, wie der Drogen-Krieg das Leben vieler Menschen zerstört hat. 'Die meisten meiner Jugendfreunde leben nicht mehr', erzählt sie und setzt alles daran, junge Menschen in Medellín vor Drogenbanden, Berufskillern und Zuhältern zu schützen. Diese drei mutigen Frauen sind zu Hoffnungsträgerinnen für den Frieden in Kolumbien geworden, in einem Land, das jahrzehntelang von Gewalt geprägt wurde. Der Krieg zwischen Regierung, Guerilla und Paramilitärs tobt seit mehr als fünfzig Jahren: Er forderte über 200.000 Todesopfer, über vier Millionen Menschen wurden vertrieben, und 25.000 sind bis heute vermisst.

So 26.10., 10:30 Uhr, HR


 

Das Ende der Angst?

Quälende, schlimme Erinnerungen. Wie schön wäre es, könnte man sie einfach und auf Knopfdruck löschen – endgültig, unwiderruflich, für immer. Was wie in einem Science-Fiction-Film klingt, kann schon bald Realität sein: Forscher auf der ganzen Welt suchen fieberhaft nach dem Schlüssel zu den menschlichen Erinnerungen. Am European Neuroscience Institute hat ein junger Wissenschaftler ein Enzym entdeckt, das für die Speicherung der Angst im Langzeitgedächtnis verantwortlich ist. Ein einfaches Medikament soll im Rahmen einer Studie in Kanada Menschen von traumatischen Erinnerungen befreien.

Ein ganz anderer Ansatz wird in München verfolgt – Traumatherapie mit einfachen Augenbewegungen. Gemeinsam haben alle Therapien: Die ursprünglich negative Erinnerung soll manipuliert, Menschen von ihren qualvollen Erinnerungen befreit werden. Ist dies ein Hoffnungsschimmer für traumatisierte Menschen wie Robert Müller, der als Soldat das Grauen des Krieges erlebte, oder Joel Coutu aus Kanada, der einem bewaffneten Raubüberfall zum Opfer fiel – oder ist dies ein gefährlicher Weg für die Gesellschaft?

So 26.10., 14:55 Uhr, SRF 1