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Amerikanische Tiefenereignisse und das weltweite Drogennetzwerk der CIA (Teil 2)

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Von PETER DALE SCOTT, 1. April 2009 -

Helliwell, Castle und die "Oberwelt" -

Wir haben uns bisher noch nicht mit den legalen Beziehungen der Castle Bank beschäftigt. Die wohlhabendsten Kontoinhaber der Bank "waren Mitglieder der sagenhaft reichen Pritzker Familie aus Chicago, Klienten der Kanter Firma". Block merkt an, dass die Pritzkers, zu deren gewaltigem Besitz die Hyatt Hotelkette gehört, auch einen Kredit vom Teamsters Pensionsfonds zur Investition für ein Hotel-Casino in Nevada erhielten, und dass "Jimmy Hoffa und Allen Dorfman persönlich für die Pritzker-Kredite zuständig waren".

Kanter und Castle Bank planten zudem Bauvorhaben mit anderen Mitgliedern der "Oberwelt", wie zum Beispiel mit Henry Ford II und seiner Frau Christina. Mercantile, die Vorgängerbank von Castle, vertrat Investitionen von zwei Schifffahrts-Magnaten: vom Milliardär Daniel K. Ludwig und vom äußerst wohlhabenden norwegischen Schiffsbauer Inge Gordon Mosvold, der wohl für Ludwig als Fassade diente.

Mercantile und Castle waren eng mit einer anderen Helliwell Bank auf den Bahamas verzahnt, Underwriters Bank, Limited. Der Mehrheitseigentümer von Underwriters mit 95 Prozent war der amerikanische Versicherungskonzern American International Underwriters Corp. [AIUC], der zuerst Teil des Versicherungsimperiums des ehemaligen OSS-Agenten C.V. Starr war und heute zur gigantischen multinationalen AIG gehört. Block stellt korrekt fest, dass AIUC „ein Versicherungsgroßkonzern war, der vermutlich Verbindungen zur C.I.A. in Südostasien hatte“.

Ich habe anderswo beschrieben, wie die C.V. Starr Gruppe durch Thomas („Tommy the Cork“) Corcoran in Washington vertreten und nach dem Zweiten Weltkrieg von Corcorans früheren Anwaltspartner William S. Youngman geleitet wurde. Die Gruppe war auf diese Weise mit dem so genannten Chennault-Kreis verzahnt (oder auch Chennaults „Washington-Geschwader“), eine mächtige Verbindung, die sich 1940 mit Roosevelts Segen zusammen getan hatte, um die Bereitstellung von Ausrüstung, Personal und finanzieller Unterstützung von General Claire Chennaults Flying Tigers in China zu ermöglichen.

Corcoran war schon seit den 1930er Jahren eine Schlüsselfigur in Washington, als er noch „Franklin D. Roosevelts informellen Geheimdienst und internationale Spionageoperationen anführte, lange bevor es die OSS gab“. In den 1950er Jahren, als Fortune über ihn schrieb, dass er „den besten Geheimdienst in Washington“ führe, waren seine Lobbying-Aktivitäten eng mit seinem Einfluss auf CIA Geheimoperationen verknüpft:

Die meisten [seiner Klienten] sind Unternehmen mit internationalen Geschäftsinteressen, und er hat eine ausgewählte Klientel in diesem Bereich. Dazu gehören United Fruit Co., American International Underwriters Corp. (als Teil der Interessen C. V. Starrs in Asien und anderswo) und General Claire Chennaults Civil Air Transport, Inc. Ende 1951, um ein Beispiel zu nennen, ließ Corcoran seinen Geheimdienst Überstunden arbeiten, um mit der amerikanischen Politik in Bezug auf Iran Schritt halten zu können – die Handhabung des Außenministerium dieser Affäre sollte später als Vorbild dafür dienen, was es tun würde (oder auch nicht tun würde), um seinen Klienten, United Fruit, davor zu bewahren, aus Guatemala geworfen zu werden.

Helliwell und Corcoran zusammen trugen entscheidend zu Chennaults kontinuierlichen Einfluss in Asien bei: diese beiden Männer überzeugten Frank Wisner von der OPC davon, Chennaults Nachkriegsfluglinie CAT (die spätere CIA-eigene Air America) zu kaufen und zu refinanzieren. Auch William Pawley, eine Schlüsselfigur in Chennaults so genannten "Washington-Geschwader" während des Zweiten Weltkriegs, hat bei dieser wichtigen Entscheidung eine Rolle gespielt. Zusammen mit Helliwells anderer Schöpfung, Sea Supply Inc., bildete CAT die hauptsächliche logistische Infrastruktur für die Drogenhandeltruppen der KMT in Burma.

Helliwell und die Einflusspolitik

Helliwell und Corcorans Anwaltskanzlei, Corcoran und Rowe, kooperierte auch mit William Donovan und nutzte Thai Geld, um den Kongress zu beeinflussen. Helliwell selbst war der Hauptorganisator für die Republikanische Partei in Florida, wo er 1952 half, den Bundesstaat für Eisenhower zu gewinnen und damit dazu beitrug, das Aufsteigen der Republikaner im Süden zu sichern. (Helliwell wurde später zum guten Bekannten von Nixons Gefährten Bebe Rebozo.)

Corcoran und Rowe waren indessen Demokraten, und Rowe war gut mit dem aufsteigenden texanischen Senator Lyndon Baines Johnson bekannt. Corcoran hatte in den 1940er Jahren die Konten und politischen Geschäfte von Chiang Kai-sheks Schwager T.V. Soong geführt, der durch das Abzweigen von Millionen aus chinesischem Gold in kalifornische Konten zu einem der reichsten Männer der Welt geworden war.

Zusammen mit Soong betrieb Corcoran erfolgreich Lobbypolitik für ein Leih-Pacht-Programm für die chinesischen Nationalisten (KMT) und für die private Firma American Volunteer Group, die Piloten der Streitkräfte für ein privates Unternehmen anheuerte, das von Corcorans Freund William Pawley geleitet wurde. Tatsächlich wurden die Piloten rekrutiert, um in China im Rahmen von Chennaults irregulärer Luftwaffe, für Chiang Kai-shek und die KMT zu kämpfen:

Eigentlich führte Corcoran einen undokumentierten Privatkrieg, in dem ein Privatunternehmen, China Defense Supplies, einen Teil des Wehrmaterials für China an eine Privatarmee, die American Volunteer Group, umleitete.

Nach dem Krieg wurden Soong, Corcoran und Pawley zu starken Unterstützern der pro-KMT China-Lobby. Die Beamten des Außenministeriums, die das Pech hatten, als Eintrag in T.V. Soongs "schwarzen Buch" zu landen, wurden zur Zielscheibe der politischen Säuberungen von J. Edgar Hoover und später Joseph McCarthy.

Das Schicksal der von Soong gestützten China-Lobby änderte sich 1954 mit dem Niedergang von Joseph McCarthy zum Schlechten. Zu diesem Zeitpunkt kollaborierten Corcoran und Donavan, die schon 1942 bei Chennaults Präventivkauf von Chinas kommerzieller Luftflotte mit Hilfe von CAT zusammen gearbeitet hatten, noch einmal, um den Geldfluss von Asien zur Beeinflussung des Kongresses aufrecht zu erhalten. Die neue Quelle war der thailändische Diktator Phao Sriyanon, ein großer Nutznießer des KMT Drogennetzwerks, das von Helliwell, Sea Supply und CAT gegründet wurde. (Zum Zeitpunkt seines Todes im Schweizer Exil soll Phao "einer der reichsten Männer der Welt" gewesen sein.)

Nachdem Skandale und Enthüllungsberichte eine Umgestaltung der China-Lobby in Washington notwendig gemacht hatten,

brachte der private Zweig der Thai Lobby seine eigenen Ressourcen zusammen . . . Mit Hilfe von Donovan, [OSS Veteran Willis] Bird [Sea Supplies Einkäufer in Bangkok] oder seinen anderen CIA-Verbindungsmännern hatte Phao zu diesem Zeitpunkt Anwalt Paul Helliwell, zusätzlich zu Donovan, als Lobbyisten eingestellt. Helliwell und Donovan [der angebliche 100 000 Dollar von der thailändischen Regierung erhalten haben soll] teilten den Kongress untereinander auf - Donovan war für die Republikaner zuständig und Helliwell bekam die Demokraten.

Wie schaffte es Helliwell, die Demokraten auf seine Seite zu ziehen? Indem er die Rolle des thailändischen Konsuls in Miami spielte: seine Jahresberichte als Lobbyist für ausländische Firmen zeigen, dass er tausende Dollar im Jahr an James Rowe, von Corcoran und Rowe, abgegeben hat.

Helliwell, Resorts International und ihre Korruptionspolitik

Helliwell und seine Banken verwalteten auch die Sachinvestitionen für den Lansky-Haufen:

Zu den Immobiliengesellschaften in Florida, die von Helliwells Fingerfertigkeit profitierten, gehörte General Development Corporation, ein Unternehmen, das von Louis Chesler, einem in Florida ansässigen Bauträger und Gefährten von Lansky, und "trigger Mike" Coppola, einem Kumpanen von Lansky, kontrolliert wurde. Chesner war der Partner von Wallace Groves. Chesler und Groves arbeiteten als Partner bei Spekulationen mit Resorts International zusammen, geleitet durch ein Unternehmen aus Grand Bahama, dessen Rechtsbeistand durch die Anwaltskanzlei Helliwell, Melrose und DeWolf geleistet wurde.

Resorts International, ehemals die von James Crosby kontrollierte Mary Carter Paint Company, war der Haupteigentümer eines Urlaubsorts auf den Bahamas, Paradise Island, und hatte Schwierigkeiten eine Lizenz zu bekommen, bis es 1966 Wallace Groves als Partner aufnahm. Die altbekannte Reaktion eines Beamten des amerikanischen Justizministeriums zu diesem Eigentümerwechsel war folgende: "Die Stimmung scheint reif für einen Lansky-Deal“. Noch Jahre später würden „die Anwälte der Abteilung für Glücksspielbekämpfung in New Jersey es ablehnen, Crosby und seinem Unternehmen [Resorts International] eine Glückspiellizenz zu gewähren. Als Gründe hierfür führten sie 'Verbindungen zu in Misskredit geratenen Personen und Organisationen' und besonders ihre Aufzeichnungen über Paradise Island an“.

Wie Helliwell und Groves gehörte also auch Resorts Intenational zum globalen CIA-Mob-Netzwerk. Ein CIA-Bericht aus dem Jahr 1976, der in der Meyer Lansky-Akte enthalten war, stellt folgendes fest:

Resorts International, Inc. ist Gegenstand der OS-Akte 591 722 [Office of Security]. Diese Akte zeigt auf, dass Resorts International, Inc. 1972 und 1973 von Interesse für Cover und die Wirtschaftsabteilung, DDO [Operations Directorate], war.

Wie dieser CIA-Bericht weiterhin klarstellt, passierte dies nachdem 1969 das Buch The Grim Reapers von Ed Reid veröffentlicht worden war. Dieses Buch deckte die Verbindungen des Unternehmens zu Wallace Groves und, durch den Casino-Manager Eddie Cellini, zu „den Glücksspielaktivitäten von Meyer LANSKY, dem Boss des organisierten Verbrechens“ (CIA-Bericht) auf. Mit anderen Worten, Resorts International fungierte als Mittler zwischen der CIA und Eddie Cellini, genauso wie Tony Varona, der Leiter der CIA-Schweinebucht-Invasion, 1960 eine ähnliche Rolle spielte.

1972, das Jahr in dem Resorts für die CIA „interessant“wurde, war auch das Jahr, in dem Meyer Lansky zusammen mit Dino Cellini (Eddies Bruder) in Miami angeklagt wurde. Ein Anklagepunkt war, dass „Lansky 1968 zumindest etwas Kontrolle über lukrative Teile der Operationen mit dem Paradise Island Casino behielt“. Ich werde später darlegen, dass sowohl Resorts International als auch die Lansky-Anklage in diesen zwei Jahren „von Interesse“ waren, weil es in dieser Zeit – als Folge des Watergate-Einbruchs – zur Kraftprobe zwischen Nixon und der CIA kam.

Die CIA mag von den 1972 angebrachten Anschuldigungen, dass Gelder auf geheimem Wege vom Paradise Island-Casino durch einen Casino-Angestellten zu Nixon und seinem Freund Bebe Rebozo überbracht worden waren, gewusst haben. Dieser Angestellte war Seymour (Sy) Alter, der sowohl Partner von Lansky und seinem Mann Eddie Cellini, als auch „seit 1962 Freund von Nixon und Rebozo“ war. Die Gelder kamen von der Paradise Island Bridge Company, einem Unternehmen, das zu Teilen im Besitz eines Vorstandsmitglied von Benguet International war. Benguet International wiederum wurde durch Paul Helliwell vertreten. Es ist wahrscheinlich, dass Nixon selbst ein verdecktes Interesse an der Bridge Company hatte. Dies würde auch die Enthüllung durch Operation Tradewinds erklären, die aufzeigte, dass ein „Richard M. Nixon“ (nicht anderweitig kenntlich gemacht) ein Konto bei Helliwells Castle Bank hatte.

CIA, Eddie Cellini, Edward K. Moss und ihre CIA-Mafia Intrigen


Doch es steckt noch mehr hinter der CIA-Resorts-Verbindung. 1967 stellte Resorts (zu diesem Zeitpunkt noch Paradise Island) Eddie Cellini, der vorher Lanskys Casino im Hotel Internacional in Havana geleitet hatte, als Casino-Manager an. 1967 war auch das Jahr, in dem der Generalinspekteur der CIA in seinem „Bericht über CIA-Pläne zur Ermordung Fidel Castros“ bekannt gab, dass Eddie Cellini und sein noch bekannterer Bruder Dino

vermutlich mit [Tony] Varona [einem Mitglied der CIA-Frontgruppe der Schweinebucht-Invasion] in Verbindung standen. . . . Berichten zufolge sollen sie Varona große Summen Geld für seinen Einsatz gegen Castro geboten haben, unter der Voraussetzung, dass sie 'in einem zukünftigen Kuba' bevorzugt behandelt werden würden.


Der Bericht des Generalinspekteurs wurde angefertigt, um auf die Welle von Entrüstung einzugehen, die 1967 durch Jack Andersons spektakuläre Anschuldigung aufgeworfen wurde, dass John F. Kennedy eventuell in Folge eines Attentatskomplotts gegen Castro, „der dann möglicherweise gegen Kennedy selbst zurückgeschlagen ist“, getötet worden ist. Jack Andersons beste Quelle für diese Geschichte war John Roselli, ein Mafiosi, der verärgert darüber war, dass seine Kooperation mit der CIA zu den Attentatsplänen ihn nicht davor bewahrt hatte, verurteilt und möglicherweise abgeschoben zu werden.

Der Wissenschaftler Alan A. Block stellt fest, dass Paradise Island erstaunlich unüberlegt handelte, als sie Eddie Cellini 1967 anstellten, nachdem sie selbst gerade erst einen eigenen Skandal in Sachen organisiertes Verbrechen überstanden hatten. Aber der CIA stand der noch größere Skandal zum organisierten Verbrechen erst noch bevor, den Jack Anderson durch seine Kolumne ausgelöst hatte. Dazu kam der Bericht des Generalinspekteurs, der CIA-Direktor Helms gerade erst davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass Cellini bei den Attentatsplänen möglicherweise als Verbindungsmann zwischen den beiden Hauptauftraggebern des Attentats, Varona und Santos Trafficante, agierte. Eine Möglichkeit ist, dass Resorts Cellini angeheuerte, um sicherzustellen, dass er es nicht Roselli nachtun und sich bekennen würde.

Es gibt einen bedeutenden FBI-Bericht (abgedruckt ohne Rechtseinwand in einem CIA-Dokument, das in Lanskys Sicherheitsakte enthalten war), der nahezu frei von jeglichen Referenzen auf Lansky ist, aber durchaus als Akte zu den CIA-Mafia-Plänen beschrieben werden kann. Gemäß diesem FBI-Bericht, war der Kontakt zwischen Varona und den Cellini-Brüdern, die die Mafia vertraten, durch einen Washingtoner Pressereferenten namens Edward K. Moss zustande gekommen:

Verona [sic] hat Edward K. Moss als seinen Assistenten eingestellt, um Geld für Operationen gegen Castro aufzubringen. . . . Julia Cellini ist angeblich die Geliebte von Moss und leitet einen Sekretariatsservice, [der] in Wahrheit eine Fassade für Edward K. Moss' Aktivitäten ist. Julia Cellinis Bruder, Dino Cellini und sein Bruder (dessen Vorname nicht bekannt ist), bilden eine aktive Fassade für die beiden größten Casinos, die bis zum Batista-Regime in Kuba betrieben wurden. . . . Es wird angenommen, dass die Cellini-Brüder durch Edward K. Moss in engem Kontakt mit Tony Verona [sic] stehen und angeboten haben, Tony Verona eine beträchtliche Summe Geld (angeblich bis zu zwei Millionen Dollar) durch Edward K. Moss zukommen zu lassen, um Operationen gegen das Castro-Regime zu finanzieren, vorausgesetzt sie würden ein großes Tortenstück vom „zukünftigen Kuba“ abbekommen.

Gemäß diesem CIA-Memo war Moss einer der früheren Präsidenten der Public Relations Society of America. Zur selben Zeit scheint es, laut eines mündlichen Berichts von Dun und Bradstreet an den damaligen CIA-Agenten Edwin P. Wilson, „Moss' Aufgabe zu sein, Regierungsaufträge an die Unterwelt zu liefern und möglicherweise Mafiageld durch legitime Geschäftstätigkeiten wieder an die Oberfläche zu bringen“.

Diese ganzen Informationen bilden den Kontext für die Entscheidung, die das CIA-Office of Security am 7. November 1962 traf. Mit dieser Entscheidung sollte sichergestellt werden, dass für Moss ein Covert Security Approval (CSAS) gegeben werden würde, damit er von der Political Action Group innerhalb des Cover Action Stabs der CIA verwendet werden könne. Dies war natürlich über ein Jahr nachdem das FBI der CIA mitgeteilt hatte, dass „die Cellini-Brüder durch Moss angeblich in Kontakt mit Varona stehen und angeboten haben, bis zu zwei Millionen Dollar beizusteuern, um die Anti-Castro-Operationen zu finanzieren“. Außerdem haben FBI-Informationen, die der CIA gesendet wurden, angedeutet, dass Moss' Geliebte Julia Cellini und ihr Bruder Dino Cellini die vermeintlichen Vermittler waren, obwohl „die Cellini-Brüder schon seit langem mit den Rauschgift- und Mädchenhandelbanden in Verbindung gebracht werden“. Die CIA selbst hatte das FBI am 16. Dezember 1960 darüber in Kenntnis gesetzt, dass Julia „Cellino“ mitgeteilt hat, dass ihre Brüder „schon seit langem mit den Rauschgift- und Mädchenhandelbanden in Verbindung gebracht werden“.

Noch weitere FBI-Informationen deuteten darauf hin, dass Dino Cellini „in früheren Glücksspielaktivitäten mit Joseph Francis Nesline, einem Top-Ganoven aus Washington, zusammen gearbeitet hat“. Ich habe an anderer Stelle beschrieben, wie Meyer Lansky und Joe Nesline „systematisch Gebrauch von sexueller Erpressung [d.h. durch den Mädchenhandel] machten, um eine Reihe von Leuten in Washington zu kompromittieren, die politischen Einfluss besaßen“.

Die CIA entsann sich, dass Moss ein fragwürdiger Geselle war; ein Memo vom 28. November 1962 verwies auf seine „'skrupellosen und unmoralischen' Geschäftspraktiken“. Gemäß dem Bericht des Generalinspekteurs und anderen Notizen konstatiert „ein Memorandum, das 1965 von dem Covert Action Stab angefertigt wurde, dass in den Aufzeichnungen keinerlei Verwendung von Moss zu erkennen ist“; aber diese vorsichtig formulierten Sätze schließen die Möglichkeit nicht gänzlich aus, dass Moss für undokumentierte Aktionen eingesetzt wurde. Tatsächlich bestätigen die Dokumente in Moss' Akte, dass die CIA ein Interesse an ihm gezeigt hat. Viele Dokumente darin betreffen Julia, Eddie, Dino und Goffredo Cellini.

Die Aufzeichnungen zu Moss, den Cellinis und Varona sind überaus aufschlussreich. Das FBI hat die CIA auf ihre Verbindungen zueinander und auch auf das Angebot von zwei Millionen Dollar für Varona aufmerksam gemacht, „angesichts der ernstzunehmenden Auswirkungen durch [Mafia]-Unterwanderung dieser, von der CIA gestützten, Aktion [gegen Castro]“. Am 23. Januar 1965 übermittelte das FBI seine Bedenken an den neuen Justizminister Robert Kennedy, der zu diesem Zeitpunkt noch keine Woche im Amt war.

Die Reaktion der CIA hierauf ließ jeglichen Anstand unbeachtet: anstatt, dass sie sich von Moss und seinen Gefährten distanzieren würde, fing die CIA an, sich für sie zu erwärmen. Die CIA arrangierte es so, dass Giftkapseln über die Mafia zu Varona gelangten, der im Februar 1961 zum Vordermann der Castro-Attentatspläne von CIA und Mafia wurde. 1962 wurde Varona ein weiteres Mal auserwählt, als ZRRIFLE-2, um an William Harveys erneuerten Attentatsplänen auf Castro mitzuwirken. Und im selben Jahr leitete die CIA Schritte ein, um Moss selbst einzusetzen, wie wir bereits gesehen haben.

Noch mehr über die CIA, Moss und ihre Korruptionspolitik: Adnan Khashoggi


Die indirekte Verbindung der CIA zu Moss über einen Mittelsmann (Varona) scheint bis in die 1970er Jahre angehalten zu haben. Danach dann wurde diese Position von Adnan Khashoggi eingenommen, der für eine gewisse Zeit (wie schon T.V. Soong und Phao Sriyanon vor ihm) als "der reichste Mann der Welt" galt. Darüber hinaus wurde Khashoggi im Kerry-Brown BCCI Report als einer der "hauptsächlichen ausländischen Agenten der USA" geführt. Und irgendwann in den 1970ern engagierte er dann Edward K. Moss als seinen PR-Agenten.

Khashoggi wiederholte die Politik der korrupten Einflussnahme durch Geld und Sex, der wir bereits begegnet sind. Sein Beitrag zu Nixons Wahlkampagnen – einige legal, andere illegal – wurden vom Senatsausschuss zur Watergate-Affäre untersucht. Über Khashoggi wird verlautet, dass er Nixon 1972 auf geheimen Wege eine Million Dollar zukommen ließ, angeblich in einem Aktenkoffer, den er "irrtümlicherweise" in Nixons Haus in San Clemente zurückgelassen hatte.

Des Weiteren weiß man, dass Khashoggi mehrere Millionen Dollar (manche sagen $200 Millionen) in der Bank von Nixons Freund Bebe Rebozo eingezahlt hat. Dann "hob er alles bis auf 200 000 Dollar in Form von Barschecks ab, die er auf das Sands Hotel in Las Vegas ausstellte". Es schien so, als nutzte Khashoggi das Sands Hotel als seinen persönlichen Geldwäschesalon. Bekannt als "Las Vegas' größter Glücksspieler", verlor Khashoggi 250 000 Dollar mit nur einem Einsatz.

Das Sands war eines der Casinos, das ursprünglich zu Teilen Meyer Lansky gehörte. Von dort wurden Einnahmen abgeschöpft und (wie wir bereits gesehen haben) in der Miami National Bank eingezahlt. In den 1970er Jahren ging das Sands dann in den Besitz von Howard Hughes über; aber zwei Veteranen der Lansky-Ära, Carl Cohen und Jack Entratter, arbeiteten weiterhin im Casino. Währenddessen involvierte Khashoggi den Manager von Hughes' Las Vegas-Besitztümern, F. William Gay, in seine Geschäfte; und als Hughes schließlich schnell und in aller Stille von Las Vegas zu Wallace Groves' Resort in Freeport, Bahamas, ausgeflogen wurde, war es Khashoggis Flugzeug, dass ihn dorthin brachte.

Selbst noch in der Hughes-Ära waren die Casinos in Las Vegas der bevorzugte Ort, um Geldwäsche zu betreiben (verdeckt als Glückspielverluste). Diese Praxis hatte sich so sehr eingebürgert, dass der amerikanische Zoll, im Rahmen der Operation Casablanca, am Ende tatsächlich ein simuliertes Casino in der Nähe von Las Vegas errichtete, in dem hochrangige mexikanische Banker zusammen kamen und "eifrig diskutierten, wie man mit der schon vorliegenden halben Million Dollar aus den neuesten Drogeneinnahmen umgehen sollte". In einem Fall wurden tausende Dollar in Geldumschlägen vom Stardust Casino (siehe oben) in Florida in einem Flugzeug gefunden, das mutmaßlich Drogen geschmuggelt hatte.

Es gibt überdies Berichte, dass Khashoggi, zusätzlich zum Geld, auch "Sex benutzte, um amerikanische Beamte zu bestechen". Die Rechnung an eine Bordellwirtin, die Massen an Mädchen für seine Yacht im Mittelmeer bereitstellte, belief sich auf hunderttausende Dollar.

Das Interesse der CIA an Khashoggi und Moss war nicht nur auf das Geld beschränkt, das den beiden zugänglich war. In den 1970er Jahren wurde Moss Vorsitzender des Elite-Sarafi Clubs in Kenya, zu dem er Khashoggi als Mehrheitseigentümer einlud. Und wie der frühere saudische Geheimdienstchef Prinz Turki bin Faisal einmal öffentlich preisgab, trafen sich die Geheimdienstleiter mehrerer Länder (Frankreich, Ägypten, Saudi Arabien, Marokko und Iran unter dem Schah) regelmäßig im Safari Club, um geheime Operationen abzuwickeln, die die CIA als Folge des Watergate-Skandals nicht mehr ausführen konnte.

CIA-Funktionäre wie Miles Copeland und James Critchfield gehörten bald zu Khashoggis Milieu. Sie berieten Khashoggi bei diplomatischen Unternehmungen, wie z.B. ein beabsichtigter Mideast Peace Fund, der sowohl Israel als auch Palästina entlohnen sollte, wenn sie sich gegenseitig anerkennen. Khashoggi war in der Lage mit den Israelis zu verhandeln; er soll den Israelis durch den früheren Waffenschmuggler Hank Greenspun, dem politisch einflussreichen Herausgeber der Las Vegas Sun, vorgestellt worden sein.

Im Grunde repräsentierte Khashoggi die Gruppr der Nachkriegsemigranten mit gewaltigem Vermögen und die Macht, die sich hieraus ableitete. Er diente als "Mittelsmann" oder Repräsentant in einer Anzahl von Operationen, die für jene, die er repräsentierte, verboten waren. Lockheed, um ein Beispiel zu nennen, fehlte bemerkenswerterweise auf der Liste von Militärunternehmen, die 1972 illegalerweise Geld für Nixons Wahlkampagne gespendet haben. Aber es existierte kein Gesetz, das ihrem offiziellen Repräsentanten Khashoggi untersagte, 200 Millionen Dollar durch die Bank von Nixons Freund Bebe Rebozo zu schleusen.

All dies deutet an, dass das CIA-Interesse an Moss – sowie später an Khashoggi, Wallace Groves, an Operation . . . [Text geschwärzt] und an Eddie Cellinis Arbeitgeber bei Resorts International – etwas mit der unregelmäßigen Finanzierung für undokumentierte Geheimoperationen zu tun hatte. Und falls solche Gelder geflossen sind, dann liegt es nahe, dass der Mann, der hierfür herangezogen wurde, Paul Helliwell war; also der Mann, über den das Wall Street Journal schrieb, dass er zwischen 1964 und 1975 an der Finanzierung einer Reihe von geheimen Streifzügen in Kuba "'stark beteiligt' gewesen ist".

Helliwell, Castle Bank, Bruce Rappaport und BCCI


Dieser schnelle Abriss zu Helliwells Banken zeigt, dass Helliwell für die Verbindung zwischen der Geheimdienstwelt, dem organisierten Verbrechen, dem globalen Drogenhandel, politischer Einflussnahme, spekulativen Investitionen (oftmals in Hotelcasinos) und Figuren des legalen öffentlichen Lebens eine zentrale Rolle spielte. Aber diese Verbindung wurde nicht von Helliwell selber eingefädelt; es existierten andere mächtige Leute im Hintergrund, von denen manche diese Verbindung selbst nach Helliwells Tod 1976 aufrecht erhielten (gerade zu dem Zeitpunkt, als Magazine wie Newsweek anfingen, sich für Castle Bank zu interessieren).

Einer der wichtigsten dieser Hintermänner mag der frühere OSS-Chef William Donovan gewesen sein (über den wir noch mehr hören werden). Laut Pete Brewton machte,

einer der Anwälte in dem "Einer flog über Kuckucksnest"-Fall die Aussage, dass Kanter und Helliwell einander durch General William J. "Wild Bill" Donovan, dem bekannten Leiter der OSS während des Zweiten Weltkriegs und durch Helliwells OSS-Chef, vorgestellt wurde. Kanter wies dies zurück. "Ich habe Bill Donovan nie persönlich getroffen. Es mag sein, dass ich einmal mit ihm telefoniert habe, weil Paul Helliwell mich darum gebeten hat".


Eine weitere, unmittelbar involvierte, Person der OSS war Helliwells Partner in der Florida Bankholding-Gesellschaft (mit Namen HMT und später Florida Share), zu der die Bank of Perrine und die Bank of Cutler Ridge gehörten. Der Partner war

E.P. Barry, der während des Zweiten Weltkriegs als amerikanischer Geheimdienstfunktionär des Militärs im Office of Strategic Services (OSS) gewesen war. Bei Ende des Kriegs war er zum Kopf der amerikanischen Gegenspionage (X-2) in Wien aufgestiegen . . . . Barry . . . war laut eines Castle Bank-Funktionärs ein langjähriger Gefährte von [CIA-Direktor] William Casey.

Barry war gleichzeitig Hauptanteilseigner von Florida Shares und von der Inter Maritime Bank von Bruce Rappaport, einem engen Freund und Geschäftspartner von William Casey. Rappaport, ein Unternehmer und Makler der Ölbranche "mit vermuteten Kontakten zum amerikanischen und israelischen Geheimdienst", hatte zahlreiche Verbindungen zur weltgrößten Geheimdienst-Drogen-"Waschküche" – der Bank of Credit and Commerce International (BCCI). Die Reederei-Familie Gokal aus Pakistan, führende BCCI-Investoren, die später zum BCCI-Bankrott beitrugen, war des Weiteren zusammen mit Rappaport und Barry Anteilseigner der Inter Maritime Bank. Alfred Hartmann, ein Vorstandsmitglied von BCCI, war sowohl stellvertretender Vorsitzender von Rappaports Schweizer Bank, der Bank of New York-Intermaritime, als auch Leiter der Schweizer Tochterbank, der Banque de Commerce et de Placements (BCP).

Und laut Block und Weaver "bearbeitete Rappaport die National Bank of Oman (ein BCCI/Bank of America-Jointventure) und trug dazu bei, dass Millionenbeträge aus CIA und Saudi-Geldern nach Pakistan zu den afghanischen Rebellen während des Kriegs mit den Sowjets in den 1980er Jahren gelangten". Rappaports Schlüsselmann in Oman war Jerry Townsend, angeblich ein früherer CIA-Agent, der jetzt Colonial Shipping Co. in Atlanta leitete. Von dort kannte er den BCCI-Mitarbeiter Bert Lance.

BCCI und ein israelischer Geheimdienstagent waren außerdem involviert in Medellin Waffenverkäufe, durch eine "Melonenplantage" in Antigua, die teilweise von William Caseys Freund Bruce Rappaport mitfinanziert wurde.

Bruce Rappaport . . . gehörte das Stück Land, auf dem Maurice Sarfati, ein früherer israelischer Geheimdienstfunktionär, seine Melonenplantage errichtete. Und einer von Rappaports Banken in Antigua gab Sarfati einen großen Kredit – der niemals zurückgezahlt wurde. Sarfati (der auch einem von der OPIC, der amerikanischen Versicherungsgesellschaft der Regierung, garantierten Kredit aus dem Weg ging) nahm diesen Kredit. Zuerst pflegte er damit die Freundschaft zu Regierungsangehörigen und dann ebnete er damit den Weg zu ihren Büros für seinen Landsmann Yair Klein.

Klein arbeitete in Kolumbien, wo seine in Israel lizensierte "Sicherheitsfirma", Spearhead Ltd., die die Killerkommandos des Medellin Kokainkartells in Ermordungs- und Sprengtechniken ausbildete, anfing, unliebsames Interesse zu erregen . . . . 1988 war Klein in Antigua, wo er nach einem neuen Weg für die Waffenlieferung an seinen Medellin Klienten, Jose Gonzalo Rodriguez Gacha suchte.


Rappaports offensichtliche Verbindungen zum Mossad werfen die Frage auf, ob Helliwells Verbindungen zu Lanskys Bank of World Commerce und Tibor Rosenbaum nicht auch eine Verbindung zum Mossad waren. Dieselbe Frage wird von Helliwells Prozessvertretung von der Eastern Development Company aufgeworfen (laut des Martindale-Hubbell Rechtsregisters): denn eine Firma dieses Namens kooperierte mit Lansky, Hank Greenspun und anderen für Waffenlieferungen an den in der Entstehung begriffenen Staat Israel.

Es ist klar, dass Juden, wie viele anderen Minderheiten, ein Bestandteil des weltweiten Drogennetzwerks waren. Darüber hinaus formten sie einen wichtigen Teil in der finanziellen Infrastruktur dieses Netzwerks – aber selbst auf dieser Ebene arbeiteten sie nicht allein. Das globale Drogennetzwerk verband jüdische Banken in Florida und der Schweiz mit Banken unterschiedlicher Chinesen in Südostasien und Hong Kong, den Muslimen der Bank Intra und späteren BCCI im Nahen Osten. Dazu kamen noch italienische Banken, wie jene von Michele Sindona und Roberto Calvi, beides Mitglieder der mit dem Geheimdienst verbundenen Masonic Lodge P-2 und beide ermordet, nachdem ihre Banken durch Mafia-Verwicklungen gescheitert waren. Mein Eindruck ist, dass keine dieser ethnischen Minderheiten jemals die Dominanz solcher Mainstream-Leute wie Donovan und Helliwell übertreffen konnten.

(Als ein Mensch, der sehr stark für Gewaltverzicht eintritt, muss ich einräumen, dass die Gewalt der ethnischen Gruppen im weltweiten Drogennetzwerk seinen Ursprung in entschädigender Gewalt gegen ein System nahm, das vor allem von europäischen und amerikanischen Interessen dominiert wird.)

Einer dieser Mainstream-Leute war der mysteriöse E.P. Barry, ein Investor von Helliwell und Rappaport. Eines der wenigen Dinge, die über Barry bekannt sind, ist, dass er während des Zweiten Weltkriegs bei der OSS war und dass er gegen Ende des Kriegs von Donovan zum Leiter der OSS Spionageabwehr (X-2) in Wien ernannt wurde.

OSS-X-2, oder Spionageabwehr, war der geheimnisvollste und geheimste Zweig der OSS und derjenige, dessen präzise Mission es war, den Deutschen Sicherheitsdienst [SD] zu durchdringen. Gemäß eines OSS-Berichts aus dem Jahr 1946 "war eine ebenso interessante X-2-Aktivität die Untersuchung der Finanzgeschäfte des Reichssicherheitshauptamts. Im Verlauf dieser Untersuchungen, schickte die amerikanische Dritte Armee einen Major des Sicherheitsdienstes auf "mehrere Trips nach Italien und Österreich und, als Ergebnis dieser Vor-Treffen wurden mehr als 500 000 Dollar in Gold und dazu noch Juwelen gerettet." Einiges von diesem Nazi-Gold, das unter Barrys Aufsicht beschafft wurde, wurde danach genutzt, um amerikanische Geheimdienstoperationen in Deutschland in den unmittelbaren Nachkriegsjahren zu finanzieren.

Barry steht, mit seinem faszinierenden Hintergrund, für die Kontinuität zwischen dem Helliwell Geheimdienst-Drogen-Netzwerk, das bis 1972 florierte (dem Jahr, in dem die amerikanische Bundessteuerbehörde mit ihrer Operation Tradewinds anfing, die Bank of Perrine zu untersuchen) und dem BCCI Geheimdienst-Drogen-Netzwerk, das nach 1972 florierte (also das Jahr, in dem BCCI gegründet wurde).

Wie schon Khashoggi vorher, hatte die BCCI die Möglichkeit, sowohl arabisch-israelisch-chinesische Waffengeschäfte als auch Kontakte zu westlichen Geheimdiensten und Politikern zu vermitteln. In der Tat scheint die Bank einen Großteil von Khashoggis Funktion als Einflussnehmer im Nahen Osten und anderswo übernommen zu haben, nachdem die Vereinigten Staaten mit dem Corrupt Federal Practices Act von 1978 alle direkten Zahlungen von amerikanischen Unternehmen an ausländische Einzelpersonen verboten hatten. Die BCCI erbte auch – und erweiterte – Khashoggis Praxis der Geldverwendung, um amerikanische Politiker zu beeinflussen und zu korrumpieren. BCCIs pakistanischer Präsident Agha Hasan Abedi rettete Jimmy Carters Finanzminister Bert Lance vor dem Bankrott und konnte dadurch auch eine Beziehung zu Carter selbst entwickeln.

Ein Senatsbericht zur BCCI fasste zusammen, dass

die BCCI systematisch auf Beziehungen zu, und falls notwendig auch Zahlungen an, prominente Politiker in fast allen der 73 Länder, in denen die BCCI agierte, beruhte. . . . Das Resultat waren Beziehungen, die die BCCI zu Funktionären aus Ländern auf der ganzen Welt unterhielt, welche von fragwürdig, über unzulässig bis hin zu völlig korrupt reichten. Dazu gehörten Länder wie Argentinien, Bangladesh, Botswana, Brasilien, Kamerun, China, Kolumbien, Kongo, Ghana, Guatemala, Elfenbeinküste, Indien, Jamaika, Kuwait, Libanon, Mauritius, Marokko, Nigeria, Pakistan, Panama, Peru, Saudi-Arabien, Senegal, Sri Lanka, Sudan, Surinam, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, USA, Sambia und Simbabwe.


Und durch zwei sehr gut recherchierte Bücher, herausgegeben von Journalisten des Time Magazins und des Wall Street Journal, konnten wir erfahren, dass unter den später einflussreichen Empfängern dieser Freigiebigkeiten der BCCI, ihren Eigentümern und ihren Zweigfirmen auch James Baker war, Ronald Reagans Finanzminister, der sich weigerte, gegen die BCCI zu ermitteln. Außerdem profitierten die Senatoren Joseph Biden (Demokrat) und Orrin Hatch (Republikaner) von der Großzügigkeit der BCCI, beides hochrangige Mitglieder des Senats-Rechtsausschusses, der sich ebensfalls weigerte, gegen die BCCI zu ermitteln.

Anmerkungen => hier

=> Teil 1


(Der 3. Teil des Artikels wird am Freitag, den 3. April veröffentlicht)
Der Artikel erschien im Original am 17. August 2008 bei 911truth.org unter dem Titel "Deep Events and the CIA's Global Drug Connection "

Übersetzung: Hintergrund

Der Autor
Peter Dale Scott, früherer kanadischer Diplomat und Professor an der University of California, Berkeley, ist der Autor von The War Conspiracy: JFK, 9/11, and the Deep Politics of War (erschienen im August 2008). Dieser Essay stützt sich auf das Schlusskapitel seines neuen Buches, das über die Mary Ferrel Foundation Press (http://www.maryferrell.org/wiki/index.php/MFF_Store ) bestellt werden kann.
Seine Website ist zu finden unter: http://www.peterdalescott.net .
 

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