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Libyen: Radikale Islamisten und Al-Qaeda stehen im Zentrum der sogenannten Demokratiebewegung

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Von REDAKTION, 29. März 2011 -

In Saudi-Arabien ist ein ägyptischer Arzt zu 500 Peitschenhieben und fünf Jahren Haft verurteilt worden, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Sein „Verbrechen“ bestand darin, dass er im vergangenen Jahr in der Ortschaft Al-Aflak, 300 Kilometer südwestlich von Riad, von der Religionspolizei allein mit einer Frau angetroffen wurde. Er wurde umgehend festgenommen. In Saudi-Arabien ist es nicht gestattet, dass sich ein Mann und eine Frau im selben Raum aufhalten, wenn sie nicht verheiratet oder blutsverwandt sind.

Das Urteil gilt als rechtskräftig, wann der Arzt ausgepeitscht wdpaerden soll, ist noch nicht bekannt. Die saudische Staatsreligion ist der Wahhabismus, eine extrem fundamentalistische und konservativ-dogmatische Auslegung des Islams.   

Während saudische Truppen dabei behilflich sind, im Nachbarland Bahrein die Protestbewegung blutig niederzuschlagen, unterstützt das saudische Regime den Aufstand in Libyen. Die USA haben laut Medienberichten bereits im saudischen Königshaus nach Waffenlieferungen für die libyschen Rebellen angefragt. Ein Widerspruch? Mitnichten, schließlich spielen Islamisten, wie zum Beispiel die Libyan Islamic Fighting Group (LIFG), eine maßgebliche Rolle in dem Aufstand gegen das Gaddafi-Regime.  Die LIFG wurde von ehemaligen Mudschaheddin-Veteranen, die in Afghanistan unter Anleitung der CIA die sowjetischen Truppen bekämpft hatten, gegründet.(1) Sie lieferte sich bereits Mitte der 1990er Jahre in Bengasi bewaffnete Gefechte mit den libyschen Sicherheitskräften.

Auch die National Front for the Salvation of Libya (NFSL), welche die wichtigste Oppositionsgruppe Libyens darstellt, steht für einen extrem konservativen Islam. Sie wird seit Jahrzehnten von westlichen Geheimdiensten gefördert. (2) Die NFSL hatte via Facebook am 17. Februar zu einem „Tag des Zorns“ in Libyen aufgerufen. Das Datum war nicht zufällig gewählt. Es sollte an den Jahrestag der von islamistischen Kräften getragenen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006 in Bengasi erinnern, welche gewaltsam vom libyschen Staat niedergeschlagen wurden. In dem Aufruf der NFSL sucht man Begriffe wie Demokratie und Menschenrechte – außer in der Überschrift – vergebens. Der Widerstand gegen Gaddafi wird ausschließlich religiös begründet. So sei Gaddafi ein „Antichrist“ und „Feind Nummer Eins“ des Islam. Für Empörung unter den „Vorkämpfern der Demokratie“ sorgte besonders Gaddafis Aussage, dass auch Juden und Christen Mekka besuchen können sollten. (3) Leider erfährt man in den Massenmedien kaum etwas über die wirkliche Motivation der am Aufstand beteiligten Organisationen.

Unter Geheimdienstexperten gilt es als Binsenweisheit, dass das Al-Qaeda-Netzwerk, welches sich ebenfalls am Wahhabismus orientiert, maßgeblich vom saudischen Geheimdienst finanziert wird.

Auch das dürfte die Sympathie des saudischen Regimes mit dem Aufstand in Libyen erklären. Schließlich befinden sich  Al-Qaeda-Kämpfer in den Reihen der Aufständischen, wie selbst ein Kommandeur der Rebellen eingestand. (4) Während deutsche Soldaten ursprünglich am Afghanistan-Einsatz unter der Prämisse teilgenommen haben, dort Al-Qaeda zu bekämpfen und deren Lager zu zerstören, und während deutsche Polizisten gegenwärtig den Reichstag  vor Al-Qaeda-Angriffen schützen sollen, zeichnet sich mit Libyen schon Al-Qaedas nächste Heimatstätte ab. Ob islamistische Gotteskrieger oder saudische Peitschenschwinger, der Westen zeigt sich nicht wählerisch bei der Wahl der Bündnispartner wenn es darum geht, Zivilisten und deren Menschenrechte zu schützen.  


Anmerkungen


(1) Siehe dazu: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=23947

(2) Siehe dazu: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=23947

http://www.jungewelt.de/2011/03-09/048.php

(3) http://tinyurl.com/6e6t3t5

(4) http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/libya/8407047/Libyan-rebel-commander-admits-his-fighters-have-al-Qaeda-links.html
 

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