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Rätsel um deutsche „Patriot“-Raketen für Südkorea

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(22.12.2011/hg/dpa)

Erst glaubten finnische Polizisten an einen illegalen Transport von 69 Patriot-Raketen Richtung China. Aber dann erklärte der Zoll in Niedersachsen, es gehe um einen ganz legalen deutschen Export nach Südkorea. Die Finnen haben den Transport nun vorerst gestoppt.

Rätselraten um zufällig entdeckte deutsche Raketen-Lieferungen an Südkorea auf einem wohl nur bedingt seetüchtigen Frachter: Wie ein Sprecher des finnischen Zolls am Donnerstag im Rundfunksender YLE mitteilte, wurden alle 69 entdeckten Patriot-Flugabwehrraketen im Hafen von Kotka von Bord der „Thor Liberty“ und an Land gebracht.

Über den weiteren Verbleib und möglichen Transport der in den USA hergestellten Raketen werde man öffentlich keine Auskunft geben, hieß es weiter. Nur wenige Stunden zuvor hatte das Oldenburger Hauptzollamt mitgeteilt, dass das auf der britischen Insel Isle of Man registrierte Schiff über eine offizielle deutsche Exportgenehmigungen für den Waffentransport nach Südkorea verfüge. „Was die Ausfuhr angeht, ist es ordnungsgemäß gelaufen“, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag.

Am Vorabend hatten Hafenarbeiter in Kotka Alarm geschlagen, als sie auf dem Frachter der dänischen Reederei Thorco Shipping die als „Feuerwerkskörper“ gekennzeichneten Luftabwehrraketen sowie 150 Tonnen unsachgemäß gelagerten Sprengstoff entdeckten. Die Polizei verhörte den Kapitän und den Steuermann der ukrainischen Besatzung. Gegen sie bestehe Verdacht auf Vergehen gegen Waffenexport-Bestimmungen.

Nach Angaben des deutschen Zolls waren die Waffen von Zollbeamten kontrolliert worden. Die Ausfuhr von Kriegswaffen ist per Gesetz streng reglementiert. „Ausführer war das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“, sagte der Sprecher.

Der finnische Schifflotse Kaj Wikberg berichtete ebenfalls bei YLE, dass der mit den Raketen und 150 Tonnen Sprengstoff beladene Frachter vor etwa zwei Wochen bei schwerem Sturm vor Südfinnlands Küste akut um Lotsenhilfe gebeten habe. Die ukrainische Besatzung habe in den Schären ohne Kartenmaterial navigiert. „Die Lage war für alle an Bord sehr extrem. Ich weiß nicht, was sie ohne mich gemacht hätten“, sagte der Lotse. Er sei vage, aber nicht ausreichend über die gefährliche Last an Bord aufgeklärt worden.

Das von den USA entwickelte Waffensystem „Patriot“ dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen. Die Flugkörper erreichen fast vierfache Schallgeschwindigkeit.
 

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