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Montag, 21. Mai 2012  

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Folgen der Finanzkrise in Griechenland: Wachsende Armut und Pressesterben

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(04.01.2012/hg/dpa)

Infolge der Finanzkrise und des strikten EU-Spardiktats wächst in Griechenland die Armut. Zugleich fallen immer mehr Zeitungen der Krise zum Opfer.  

Jeder fünfte Bürger in Griechenland lebt nun unter oder an der Armutsgrenze. Es handelt sich um gut 2,2 Millionen Menschen in dem Elf-Millionen-Einwohner Staat. Dies teilte am Mittwoch das statistische Amt in Athen (ELSTAT) mit. Die Armutsgrenze wird in Griechenland auf etwa 15.000 Euro Einkommen jährlich für eine Familie mit vier Mitgliedern berechnet. 27,7 Prozent der Betroffenen haben sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren, heißt es in dem Bericht.

Aus diesem Grund läuft in Griechenland seit Wochen eine Lebensmittel-Kampagne für Bedürftige. An der Aktion nehmen die Kirchen, die Städte und Gemeinden sowie die meisten Supermärkte teil.

Eine weitere Krisenerscheinung ist die Reduktion der Pressevielfalt. Aufgrund drastisch zurückgehender Werbeeinnahmen von bis zu 60 Prozent und fehlender Bankkredite müssen immer mehr Zeitungen, Fernseh- und Radiosender schließen. Hunderte Journalisten und Techniker sind in den vergangenen Monaten ohne Arbeit geblieben. „Wir verbluten langsam“, sagte der Präsident des Athener Journalistenverbandes (ESIEA), Dimitris Trimis, der Nachrichtenagentur dpa.

Zunächst schloss im November 2010 die konservative Athener Zeitung Apogevmatini. Seit einigen Tagen erscheint auch die linksliberale Eleftherotypia nicht mehr. Die Zeitung gilt als  meinungsbildend. Ihre Redakteure sind seit August 2011 nicht mehr bezahlt worden und streiken seit Wochen. Die Besitzer der Zeitung haben einen Insolvenzantrag gestellt.

Seit Mitte Dezember sendet der private Fernsehsender Alter kein Programm mehr. Auch hier streiken die Beschäftigten, weil sie seit Monaten nicht bezahlt worden sind. Die meisten griechischen privaten Fernsehsender senden nur noch Wiederholungen eigener Serien. Zahlreiche Radiosender befinden sich Berichten zufolge finanziell „auf Messers Schneide“. Im staatlichen  Fernsehen (ERT) wird täglich stundenlang gestreikt, weil eines der drei TV-Programme sowie zahlreiche regionale Radiosender geschlossen werden sollen.

Noch gibt es sieben private Fernsehsender und drei staatliche, die landesweit senden. Zudem gibt es mehr als hundert lokale Fernsehsender sowie rund dreihundert Radiosender.
 

Kurzmeldungen im Überblick

Militärbeobachter: Deutschland schickt Soldaten nach Syrien

(16.05.2012/hg/dpa)

Deutschland beteiligt sich dem Beobachtereinsatz der Vereinten Nationen in Syrien. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch die Entsendung von bis zu zehn Soldaten, die allerdings unbewaffnet sind. Zunächst soll nur ein einziger Stabsoffizier in die Krisenregion entsendet werden.

Ende Mai soll die UN-Truppe für Syrien (UNSMIS) 300 Militärbeobachter umfassen. Derzeit sind dort etwa 190 Blauhelm-Beobachter, die aus Sicherheitsgründen stets in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs sind. Die Truppe soll auf Beschluss des UN-Sicherheitsrats helfen, den Friedensplan des internation [ ... ]


Frankfurter Occupy-Camp geräumt, demokratische Versammlungen verboten

(16.05.2012/hg/dpa)

Die Polizei hat am Mittwoch dass Frankfurter Protest-Camp geräumt. Mit Lautsprechern waren die Bewohner des Occupy-Zeltlagers zuvor aufgefordert worden, den Platz vor der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verlassen. Danach fingen die Beamten an, die Bewohner aus dem Camp zu tragen.

Die Polizisten waren mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Sie wurden von einigen Aktivisten, die mit Farbeimern in Kinderplanschbecken saßen, mit Farbe bespritzt. Begleitet wurde die rund einstündige Wegtrageaktion von Trommeln und Rufen der Demonstranten wie „Wir bleiben hier“.
Nach Po [ ... ]


Rom will Anti-Terror-Maßnahmen verschärfen

(14.05.2012/hg/dpa)

Nach Anschlägen auf einen Atommanager in Genua und die Steuereinzugsbehörde in Livorno will die italienische Regierung einen Anti-Terror-Plan auflegen. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen verschärft werden. Innenministerin Anna Maria Cancellieri nannte aber am Montag keine Details. Zunächst seien die örtlichen Sicherheitsbehörden zuständig, die bereits ihre entsprechenden Gremien einberufen hätten. Am Donnerstag will der nationale Sicherheitsausschuss zusammenkommen, um über Maßnahmen zu beraten. Zu den Anschlägen hatte sich eine anarchistische Gruppe bekannt.

Die  [ ... ]


Janukowitsch nennt EM-Boykottdrohungen bedeutungslos

(14.05.2012/hg/dpa)

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bezeichnete die Debatte über die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko als Belastung für das das Land. Zugleich bezeichnete er Boykottdrohungen gegen die Fußball-EM am Montag aber als bedeutungslos.

„Wenn jemand nicht in die Ukraine reisen will, ist das seine Sache“, sagte Janukowitsch nach der Eröffnung eines rund 30 Millionen Euro teuren Flughafenterminals für die Europameisterschaft in Donezk. Er sei überzeugt, dass das Turnier, das die Ukraine mit Polen ausrichtet, reibungslos ablaufe. Man werde s [ ... ]


Frankfurt: Lautstarke Proteste gegen Flughafenlärm

(11.05.2012/hg/dpa)

Demonstranten haben bei der Hauptversammlung des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gegen den Fluglärm an Deutschlands größtem Flughafen protestiert. Sie beschallten am Freitag die anreisenden Aktionäre mit lauter Musik und Geräuschen.

Die rund 100 Demonstranten verlangten von dem vom Land Hessen (31,49 Prozent) und der Stadt Frankfurt (20,11 Prozent) beherrschten M-Dax-Konzern unter anderem eine Begrenzung des Flugverkehrs, eine Ausdehnung des Nachtflugverbots sowie die Schließung der erst im Oktober eröffneten neuen Landebahn. Fraport-Chef Stefan Schulte verwi [ ... ]


„Qualitätsjournalismus“: Bild-Vize wird Focus-Chef

(11.05.2012/hg/dpa)

Jörg Quoos (48), Stellvertreter des Bild-Chefredakteurs Kai Dieckmann, wird Anfang 2013 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, dem konservativen Flaggschiff des Burda-Konzerns.

Er übernimmt den Posten von Uli Baur (56), der neben Helmut Markwort Focus-Herausgeber wird, wie der Verlag Hubert Burda Media am Freitag in München mitteilte. Markwort und Baur hatten das Nachrichtenmagazin als Konkurrenz zum Spiegel ab dem Jahr 1992 gemeinsam aufgebaut, die erste Ausgabe erschien im Januar 1993.

Quoos arbeitet seit 1992 bei der Bild-Zeitung, im Jahr 2004 wurde er Stellvertr [ ... ]