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9/11: Perfektes Drehbuch - schlechter Film

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Vor zwölf Jahren wurde die Welt durch Anschläge in den USA auf das World Trade Center und das Pentagon Skyline New Yorksin Angst und Schrecken versetzt. Über dreitausend Menschen wurden bei der Attacke getötet. Unzählige weitere Tote forderte der daraufhin von der Bush-Regierung begonnene „War on Terror“. Anlässlich des Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September stellen wir nun folgenden Artikel online, der die Geschehnisse an jenem Tag kritisch unter die Lupe nimmt und  der bereits zum zehnten Jahrestag in unserem Heft (3/2011) abgedruckt wurde – aber nach wie vor aktuelle Gültigkeit besitzt -


- Von SEBASTIAN RANGE, 11. September 2013

Viele, die an jenem zweiten Dienstag im September 2001 den Fernseher einschalteten und die riesige Explosionswolke sahen, die das World Trade Center einhüllte, dachten anfangs, in einem Spielfilm gelandet zu sein. Solche Bilder kannte man bis dahin als Spezialeffekte aus Hollywood-Produktionen. Hatte man erst einmal verstanden, dass dieses weltweit übertragene TV-Programm die Realität live wiedergab, blieben die Augen zwanghaft auf den Bildschirm gerichtet. „Als ob jemand das Drehbuch für einen Film schrieb, den niemand zuvor geglaubt hätte“, kommentierte ein BBC-Sprecher während sich das Geschehen an jenem Dienstagmorgen entfaltete. (1)

Doch 9/11 war kein Film, sondern eine reale Katastrophe. Allgemeiner Schrecken und Angst, die der Terror in nie zuvor dagewesenen Dimensionen produzierte, vernebelten zugleich den klaren Blick auf den Hintergrund und die Umstände der Anschläge. Wäre der 11. September tatsächlich nur ein Filmplot gewesen, hätten sich die resümierenden Fragen emotionsloser und nüchterner erörtern lassen: Wie plausibel ist der Handlungsstrang? Wie glaubwürdig sind die Protagonisten? Wie nachvollziehbar ihre Aktionen?

Zur Beantwortung dieser Fragen ist es notwendig, sich auch scheinbar nebensächliche Einzelheiten des „9/11-Films“ in Erinnerung zu rufen. Die Haupthandlung ist allseits bekannt und daher schnell erzählt: Im Auftrag Osama bin Ladens entführten 19 muslimische Glaubenskrieger mithilfe von Teppichmessern und einer Pilotenausbildung vier Passagiermaschinen, die sie sukzessive in die Türme des World Trade Center und in das Pentagon-Verteidigungsministerium flogen. Das vierte Flugzeug wurde dank einer Revolte der Geiseln vorzeitig zum Absturz gebracht. Der Erfolg der Operation im Sinne der Terroristen basierte vor allem darauf, dass sie völlig überraschend kam und die Verteidigung der USA kalt erwischte. Dieses Erklärungsmuster wird zuweilen auch als „Surprise Theory “ („Überraschungstheorie“) bezeichnet.

„Niemand in unserer Regierung, und ich denke auch nicht der vorherigen, hätte sich ausmalen können, dass Flugzeuge in Gebäude geflogen werden“, erklärte US-Präsident George W. Bush im April 2004.

Abwarten heißt die Devise

„Ein schrecklicher Pilot“ dachte er sich, als er die Fernsehberichte über den Einschlag eines Flugzeugs in den Nordturm des World Trade Center sah. Der US-Präsident machte sich gerade bereit für eine Lesestunde mit einer Klasse der Grundschule in Sarasota, Florida. Er schloss anhand der Fernsehbilder auf einen „grausamen Unfall“ und betrat sodann den Klassenraum. Mitten in der Lesestunde bekam er dann die Nachricht ins Ohr geflüstert: „Ein zweites Flugzeug traf den anderen Turm. Amerika wird angegriffen.“

Was für eine Überraschung! Doch Mister President sprang nicht auf und verließ auch nicht den Raum, um sich zu informieren und die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Er blieb sitzen und las weiter mit den Kindern. Erst nach knapp zehn Minuten begab er sich hinaus, blieb aber in der Schule, um dort um 9.:30 Uhr eine bereits zuvor anberaumte Pressekonferenz zu geben. Ein merkwürdiges Verhalten. Auch die Passivität des Secret Service, der speziell zum Schutz des Präsidenten gegründet worden war, erscheint – besonders im Kontrast zu den Aktionen der Amtskollegen in Manhattan – äußerst befremdlich.

In Manhattan befanden sich nämlich zu diesem Zeitpunkt zusätzlich zu den zweihundert im World Trade Center 7 stationierten Agenten des Dienstes einhundert weitere inmitten eines National -Special -Security -Event-Programms (NSSE). Anlass war eine bevorstehende UN-Vollversammlung, die grundsätzlich als NSSE eingestuft wird. Bei einem NSSE obliegt es dem Secret Service, für die Sicherheit zu sorgen. Dazu zählen auch Angriffe aus der Luft. Im Rahmen eines NSSE kann die Behörde daher den Luftraum im entsprechenden Gebiet temporär sperren lassen. Auf der Webseite des Dienstes ließ sich bis zum Jahr 2007 noch der Hinweis finden, dass er im Rahmen der Planung eines NSSE „vielfältige Übungen“ durchführt, darunter die „Simulation von Angriffen und medizinischen Notfällen, inter-behördliche Planspiele und Gefechtsübungen (field exercises)“. (2)

Laut Louis Freeh, von 1993 bis Juni 2001 Direktor des FBI, war in den Jahren 2000 und 2001 das Szenario des Missbrauchs von Flugzeugen als Waffen durch Selbstmordattentäter Teil der NSSE-Planung. Freeh betont, dass die „Ressourcen eigentlich dafür bestimmt waren, mit dieser speziellen Bedrohung umzugehen.“. (3)

Als Flug 11 um 8:46 Uhr in den Nordturm krachte, machten sich die Secret-Service-Agenten unverzüglich auf den Weg zum WTC. Dort angekommen, warnten sie die eintreffenden Rettungs-und Feuerwehrkräfte vor einem zweiten Flugzeug, das bald nachfolgen werde. (4) Sie wussten das deshalb so genau, weil der Dienst Zugriff auf das Radar-System der Flugbehörde FAA hatte. (5)

Das wirft natürlichdie Frage auf: Warum ließen die Agenten in Sarasota ihren Präsidenten noch unter dem Eindruck des ersten „Unfalls“ das Klassenzimmer betreten und die Lesestunde beginnen, wenn der Dienst doch schon wusste, dass dies nur der Beginn einer weiter gehenden Anschlagserie war? Und warum forderten sie ihn nicht spätestens in dem Moment auf, den Raum zu verlassen, als Flug 175 kurz nach 9 Uhr den Südturm rammte?

Geheimdienst-Experte Philip Melanson kommentierte den Vorgang so: „Die Vorgehensweise hätte sein müssen, den Präsidenten an einen nahe gelegenen, sicheren Ort zu bringen, der ganz gewiss keine Schule ist.“ (6) Sonst war der Secret Service nicht so zimperlich: Vizepräsident Dick Cheney wurde von Agenten „an Armen, Beinen und Gürtel gepackt“ und buchstäblich aus seinem Büro getragen und in den Bunker unterm Weißen Haus gebracht. (7)

Zur Situation in der Grundschule heißt es im offiziellen 9/11-Untersuchungsbericht nur lapidar: „Der Secret Service sagte uns, dass sie darauf bedacht waren, den Präsidenten an einen sicheren Ort zu bringen, es aber nicht für erforderlich hielten, dass er zur Tür hinausläuft.“ (8) Das erklärt nicht die Frage, warum man ihn erst durch die (Klassenzimmer-)Tür hinein laufen ließ.

Erste Filmkritik

Wäre dies in einem Film geschehen, erste Zweifel an der Plausibilität der Darstellung würden aufkommen. Diese verfestigen sich zunehmend, wenn der Fokus zum zweitwichtigsten Mann im Kriegsfall, dem Verteidigungsminister, schwenkt. Donald Rumsfeld befand sich an jenem Morgen in seinem Büro im Pentagon. Als ihm kurz nach 9 Uhr die Kunde vom Kriegsausbruch überbracht wurde, machte er sich allerdings nicht sogleich auf den Weg in das National Military Command Center (NMCC), wo seine Anwesenheit dringend verlangt wurde. Schließlich war er neben Präsident Bush der einzige, der den Abschuss von entführten Maschinen befehligen konnte. Doch die Routine konnte offenbar nicht warten. Herr Rumsfeld hatte noch „einige Telefonate“ zu erledigen. (9) Um halb zehn verließ er dann endlich sein Büro. Aber nur, um an einer planmäßig angesetzten Besprechung teilzunehmen. Minuten später krachte dann Flug 77 in das Pentagon. Jetzt realisierte auch er, dass seine Aktivität gefragt war. Doch statt in das NMCC führte ihn sein Weg nach draußen auf den Rasen, vor dem getroffenen Teil des riesigen Gebäudekomplexes. Dort probierte er sich bis kurz vor 10 Uhr als – ausgiebig fotografierter – Aushilfssanitäter, während das NMCC weiter ohne Erfolg nach ihm suchte. Zurück im Büro telefonierte er dann mit George W. Die beiden in der Krise wichtigsten Männer wollten sich hinterher nicht mehr an den Inhalt dieses ersten Gespräches erinnern, das sie gemeinsam führten.(10) Nach dem Telefonat begab sich Rumsfeld dann endlich zwar nicht in das NMCC, aber in die im Weißen Haus stattfindende Videokonferenz, in der die Abwehrmaßnahmen koordiniert wurden. Das war über eine Stunde, nachdem er wusste, dass die Nation angegriffen wurde und sich „im Krieg befindet“.

„Was tat Rumsfeld am 11. September?“, wird ein verärgerter ehemaliger Beamter zitiert. „Er verließ seinen Posten. Er verschwand. Das Land wurde angegriffen. Wo war der Kerl, der Amerikas Verteidigung kontrolliert? Unerreichbar!“ (11)

Wäre der 11. September ein Film gewesen, die dargebotene Verhaltensweise des Präsidenten und seines Ministers wären von der Kritik zerrissen worden. Das Vorgehen dieser beiden – und es gab noch weitere in der Befehlskette, die sich ähnlich verhielten – widersprach in jeglicher Weise dem gesunden Menschenverstand und verstieß gegen die übliche eingeübte Vorgehensweise im Verteidigungsfalle.

Ganz anders fiel die Bewertung in der Realität aus. Die New York Times schrieb dazu: „Diese wenigen Minuten (vor dem Pentagon, Anm. d. Red.) machten Rumsfeld berühmt, wandelten sein Bild von einer halb vergessenen politischen Figur des 20. Jahrhunderts zu Amerikas Warlord des 21. Jahrhunderts. An einem Tag, an dem der Präsident nur zeitweise sichtbar war, war es einzig Rumsfeld, zusammen mit New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani, der das Bild einer entschlossenen, mutigen Führung abgab.“ (12)

Auch Giuliani stolperte planlos – aber umso medienpräsenter – durch die Straßen, statt eine effektive Koordination der Gegenmaßnahmen zu organisieren. New Yorks Bürgermeister hat mit seiner Indifferenz eindeutig die die zügige Hilfe behindert. Das machte ihn zum Helden.

Dem aufmerksamen Zuschauer wäre aber vor allem ein Detail aufgestoßen, das hier im Widerspruch zur offiziellen Überraschungstheorie steht: Das vorherrschende Chaos in Washington D.C. So hielt sich über Stunden die Meldung, eine Autobombe sei vor dem Außenministerium explodiert. In seiner Live-Berichterstattung für die ARD sprach Ulrich Wickert zwischenzeitlich sogar von einer „inzwischen bestätigten“ Meldung. Zudem gab es Räumungen aufgrund von Bombendrohungen, durch die Ticker geisterten Schlagzeilen von Scharfschützen, die von Dächern schossen. Aus diesem Chaos kristallisierte sich zumindest ein klares Bild: die Bedrohung kommt nicht nur aus der Luft. Sie kommt von überall. Und inmitten dieses anhaltenden Horrorszenarios gab Donald Rumsfeld seine Vorstellung als Sanitätshelfer – auf dem Präsentierteller in den Grünanlagen des Pentagon.

Niemand drängte den Verteidigungsminister -– zum eigenen und zum Schutz der Nation -– zurück in die Sicherheit des Gebäudes. Alles kam völlig überraschend. Überall herrschten Konfusion und Panik. - Trotzdem sorgte sich kein Sicherheitsdienst um Rumsfeld, auch er selbst war sich der Gefahr nicht bewusst? Das ergibt keinen Sinn, denkt sich der Betrachter. Es sei denn, die Anschläge kamen gar nicht überraschend, und in einigen höchsten staatlichen Stellen wusste man, was passieren würde und was nicht. Obwohl sich dieser Gedanke dem Zuschauer schon zu Beginn der „Story“ förmlich aufdrängen muss, wird bis zum Schluss des „9/11-Films“ die Geschichte vom Überraschungsangriff aufrechterhalten.

Der Showdown des als fiktiv angenommenen 9/11-Leinwandspektakels bestünde in der Enttarnung der Täter – in unserem Fall der Präsentation des Berichts der 9/11-Untersuchungskommission. Diese wurde erst über ein Jahr später gegen den starken Widerstand der Bush-Regierung auf Druck der Angehörigen von 9/11-Opfern eingerichtet und mit einem lächerlichen Budget von 15 Millionen US-Dollar ausgestattet. Ihr Abschlussbericht ist nichts anderes als die detaillierter ausgeschmückte Erzählung dessen, was Journalisten und Politiker vor laufenden Kameras bereits kundtaten, als die Anschläge noch live im Fernsehen übertragen wurden. Laut der 9/11- Commission wurden die Attentäter innerhalb von 45 Minuten nach Beginn der Operation identifiziert. (13) Eine äußerst beachtliche Leistung angesichts der Tatsache, dass die USA quasi im Schlaf überrascht wurden.

Die Überraschung, die jeder kennt

Der Überraschungseffekt wurde wiederholt von Repräsentanten der Bush-Regierung dafür verantwortlich gemacht, dass die Luftwaffe die Angriffe nicht abwehren konnte. „Ich denke, niemand konnte voraussagen, dass Leute ein Flugzeug nehmen würden und es ins World Trade Center rammen, ein weiteres nehmen, und es ins Pentagon rammen; dass sie versuchen würden, ein entführtes Flugzeug als Rakete zu benutzen“, erklärte Bushs damalige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. „Niemand hätte so eine Attacke vorausahnen können“, zog der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto, nach. (14)

Doch das stellte sich als glatte Lüge heraus. Schon seit Jahren wurden ähnliche Szenarien in „Kriegsspielen“ simuliert. Dass zivile Flugzeuge als Waffen eingesetzt werden könnten, lag somit nicht nur nicht jenseits der Vorstellungskraft der Sicherheitsstrategen, sondern deren Abwehr wurde oftmals trainiert. (15)

Klar war auch, von wo bzw. wem die Gefahr aus Sicht der US-Strategen ausging. So prangte auf dem Titelblatt zur Beschreibung VIRGOder Übung „Amalgam Virgo“ Osama bin Laden höchst persönlich. Amalgam Virgo war anhand „wahrgenommener Bedrohungen“ konzipiert und im Juni 2001 abgehalten durchgeführt worden. Die Übung drehte sich zwar um die Bedrohung durch unbemannte Flugkörper – doch die im Juli 2001 erfolgte Planung für Amalgam Virgo 2002 beinhaltete die Simulation zweier entführter Passagiermaschinen. (16 Anfang August 2001 lag George W. Bush und Condoleezza Rice ein Memo mit einem aussagekräftigen Titel vor: „Bin Laden ist bereit, in den USA zuzuschlagen.“ Darin ist auch die Rede von möglichen Flugzeugentführungen. (17) Keine zwei Wochen vor 9/11 trainierte das Verkehrsministerium den Entführungsfall. Die Übung „umfasste interessanterweise auch eine potenzielle Entführung eines Flugzeugs und jemanden, der von einem Handy aus anruft. Neben anderen Aspekten des Szenarios war es wirklich eigenartig, als zwölf Tage später dies als wirkliches Ereignis eintrat“, erinnert sich Ellen Engleman, die für das US-Verkehrsministerium arbeitet. (18)

Keine zwei Tage vor 9/11 simulierte die Luftverteidigungsbehörde NORAD die Entführung einer Passagiermaschine, die über New York zur Explosion gebracht werden sollte. (19) Und für die Woche nach 9/11 hatte das Militär bereits eine weitere Übung angesetzt, bei der ein Flugzeug in ein Gebäude stürzen sollte – das World Trade Center. (20) Wie der Zufall es wollte, gab es sogar am 11. September verschiedene militärische Übungen, die genau das nachahmten, was zeitgleich und realiter am Himmel der US-amerikanischen Ostküste geschah. So spielten in den Kriegssimulationen „Vigilant Warrior“ und „Vigilant Guardian“ echte Maschinen in einer „live-fly Übung“ entführte Flugzeuge. (21) Möglicherweise haben diese Übungen dazu beigetragen, dass sich die realen Geschehnisse sich im Sinne der Terroristen entfalten konnten. Unter Fluglotsen schien beizeiten Ungewissheit darüber zu herrschen, was real und was simuliert war. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass falsche Signale in das Radarsystem eingespeist wurden, was für al -Qaeda technisch unmöglich, im Rahmen solcher Übungen aber praktikabel ist.

Dem Zuschauer des fiktiven „9/11-Films“ drängt sich ein Verdacht auf, der im realen Leben als ungeheuerlich erscheint und daher von vornherein abgelehnt wird: Die Terroristen hatten Verbündete im Sicherheitsapparat bis hinein in die Führungsebene, die ihnen zur erfolgreichen Durchführung verhalfen.

Ein Portrait des Widersinns

Das im „9/11-Film“ gezeigte Portrait der Hijacker verstärkt diesen Verdacht. Denn immer wieder tauchen Szenen auf, die so gar nicht in das Gesamtbild der frommen Glaubenskrieger passen wollen. Die Führungsgruppe um Mohammed Atta wird vor dem 11. September oft bei Saufgelagen in Strip-Clubs gesehen. Laut den Kreditkartenabrechnungen gaben die Dschihadisten wiederholt Geld für Pornos und Sexspielzeuge aus, einige von ihnen suchten in den Tagen vor den Anschlägen Prostituierte auf. „Niemand hat sie jemals in einer Moschee gesehen, aber sie gingen gerne in Go-go-Clubs,“ erinnert sich der Bürgermeister von Paterson, New Jersey, wo Hani Hanjour und Ahmed Alghamdi gerne ihr Bier in der El-Fogon-Bar tranken. (22)  

Hinzu kommen die Geheimdienst-Kontakte der mutmaßlichen Attentäter. Nawaf al-Hamzi und Khalid al-Mihdhar, die zu den Führungsköpfen gezählt werden, wurden von dem saudischen Geheimdienst-Mann Omar al-Bayoumi betreut. Dieser holte beide nach ihrer Einreise in die USA im Januar 2000 vom Flughafen ab. Danach lebten sie für zwei Wochen in seinem Appartement in San Diego, bevor sie sich dort selbst eine Wohnung verschafften, in der sie dann bezeichnenderweise mit einem FBI-Informanten zusammen lebten.

Al-Bayoumi hatte offenbar „Zugang zu unbegrenzter Finanzierung aus Saudi-Arabien“. Beispielsweise stellte er 400.000 US-Dollar für den Kauf einer Moschee in San Diego zur Verfügung. „Al-Bayoumi kam hier her, baute alles finanziell auf, die al-Qaida-Zelle in San Diego und die Moschee“, so ein FBI-Ermittler. (23)

Während seiner Zeit in Florida wurde Mohammed Atta öfter in Begleitung zweier Deutscher gesehen, die er als seine Brüder bezeichnete. Einer davon konnte später als Wolfgang Bohringer identifiziert werden. Das FBI gab seinetwegen eine Terrorwarnung an die Regierung des karibischen Inselstaates Kiribati mit dem Hinweis heraus, dass er „Verbindungen zu Mohammed Atta” gehabt habe.

Er geriet in Verdacht, weil er auf einer abgelegenen Insel, die weder über eine Landebahn noch über ein Telefonnetz verfügte, eine Flugschule eröffnen wollte. Die Behörden bekamen einen Tipp, nachdem Anwohner entdeckten, dass Bohringer auf seiner Yacht Waffen hortete sowie einen Koffer voller Bargeld. Chuck Corbett, der einige Monate mit ihm zusammen gearbeitet hatte, berichtete davon, wie dieser an einem Abend sieben Pässe auf den Tisch legte. Laut Corbett sagte Bohringer bei seiner Festnahme auf Kiribati: „Ihr könnt mir gar nichts. Ich bin bei der CIA.” (24) Zwei Wochen später befand er sich wieder auf freiem Fuß. Im Bericht der 9/11-Commission taucht er gar nicht erst auf.

Jedes Portrait der Hijacker muss unvollständig bleiben, wenn nicht auf deren Fähigkeit eingegangen wird, die Anschläge überhaupt durchführen zu können – also eine Boeing 757 bzw. 767 in ein Ziel zu fliegen. Keiner der vier offiziellen Todespiloten hat je zuvor eine so große Maschine geflogen. Hani Hanjour, mutmaßlicher Pilot von Flug 77, wurde noch wenige Wochen zuvor von mehreren Fluglehrern bescheinigt, nicht einmal eine einmotorige Cessna handhaben zu können. Sie ließen ihn nicht alleine fliegen, trotz seiner Fluglizenz. „Der konnte überhaupt nicht fliegen“, zeigte sich ein ehemaliger Ausbilder angesichts der fliegerischen Leistung erstaunt, die sein Ex-Schüler vollbracht haben soll. (25) Ausgerechnet er soll das schwierigste Manöver vollzogen haben: Anstatt das Flugzeug herunter zu drücken und direkt in das Pentagon zu stürzen, vollzog er eine Wende um 330 Grad, bei der er auf wenige Meter über dem Boden hinabsank, um dann bei einer Geschwindigkeit von rund 850 Stundenkilometern die Boeing 757 seitlich in der untersten Etage des Pentagon zu platzieren, ohne vorher den Boden zu berühren. Experten sprachen anschließend unisono von „Profis“ mit „außergewöhnlichen Fähigkeiten“. (26) Hanjour traf dabei ausgerechnet den einzigen Abschnitt des riesigen Gebäudes, der kurz zuvor in einem Renovierungsprogramm gegen Anschläge aufgerüstet worden war und daher zu diesem Zeitpunkt noch weitestgehend leer stand. (27) An jeder anderen Stelle des Verteidigungsministeriums wäre der Verlust an Menschenleben und Material bedeutend höher ausgefallen. Und natürlich stellt sich die Frage: Wie konnte das Pentagon überhaupt getroffen werden, mehr als eine halbe Stunde nachdem zwei Flugzeuge ins WTC gekracht waren? In einem als „undurchdringlich geltenden Luftraum“ (WZ, 12.9.01), der von Basen der Luftwaffe umgeben ist. Von einem Flugzeug, das seit über einer halben Stunde als entführt galt.

Unerklärlich bleibt zudem, wie sich die zahlreichen Geheimdienstwarnungen aus aller Welt, die an die US-Dienste herangetragen wurden, in die Überraschungstheorie integrieren lassen. Die Warnungen enthielten Angaben über die Identitäten der Attentäter, die Art der Anschläge sowie den in Frage kommenden Zeitraum. Sogar der Codename („The Big Wedding“) der Operation war bekannt. „Wir haben sie bei verschiedenen Gelegenheiten ganz klar gewarnt“, so der Chef des russischen Geheimdienstes. „Aber sie zeigten nicht die nötige Aufmerksamkeit.“ (28)

Da war doch was

Viele der Aspekte, die an der offiziellen Version rütteln, wurden – um bei der Film-Analogie zu bleiben – nur so kurz gezeigt, dass sie beim Publikum lediglich ein diffuses Da -war -doch -was-Gefühl hinterließen. Da gab es doch weltweit diese Meldungen über Insider-Geschäfte. Da war doch die Sache mit Attas Ausweis, der in den Straßen Manhattans gefunden wurde. Und dieses andere Hochhaus, dessen Totalkollaps einmal durchs Bild rauschte, um danach in Vergessenheit zu geraten.

Die Hintergründe dieser Meldungen wurden anschließend zumeist nur im Internet debattiert, vertieft und beleuchtet. Bei dem am späten Nachmittag eingestürzten Hochhaus handelte es sich um das 174 Meter hohe World Trade Center 7, auch als „dritter Turm“ bekannt. In ihm waren der Secret Service, die CIA, die Steuerbehörde IRS, die Finanzaufsicht SEC sowie das Katastrophen-Zentrum der Stadt eingerichtet, welches verdächtig frühzeitig geräumt worden war. Der Kollaps dauerte nur sieben Sekunden – das Gebäude befand sich dabei zum Teil im freien Fall. Offiziell verursacht durch einige Brände infolge herabfallender Trümmer der morgens eingestürzten Twin Tower. Fachlich sauber gesprengt sagen dagegen über 1.500 Architekten und Ingenieure in einer gemeinsam unterzeichneten Erklärung. (29)

Auch Berichte über Börsenspekulationen, die in den Tagen nach den Anschlägen kursierten und Insiderwissen über die Anschläge im Vorfeld zum Inhalt hatten, verschwanden sang- und klanglos aus den Medien und der öffentlichen Debatte. Die Börsen in London, Paris, Frankfurt und Tokio hatten in ihrem Ausmaß ungewöhnlich hohe Transaktionen mit sogenannten Put-Optionen der beiden betroffenen Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines festgestellt. Put-Optionen sind eine Wette auf den Fall der Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen. Der Umfang dieser Wetten stieg um das 60- bzw. 285-Fache an. Verdächtig hoch waren auch die Wetten auf Firmen, die große Flächen des WTC angemietet hatten. Drei Tage vor 9/11 stieg der Umfang der Transaktionen mit Put-Optionen für Morgan Stanley und Merrill Lynch um das 50- bis 100-Fache an. Der damalige Chef der Bundesbank, Ernst Welteke, sprach von „fast unwiderlegbaren Beweisen“ für einen Insider-Handel. (30) Ein ähnliches Fazit wurde in einer Studie von Allen M. Poteshman von der University of Illinois gezogen: das Muster des Options-Handels stimmt überein mit „informierten Investoren“. (31) Für diejenigen, die die Transaktionen durchführten, kamen die Ereignisse offenbar nicht überraschend. Doch die 9/11- Commission verfolgte die Spuren nicht weiter – denn diese hätten nicht zu Investoren geführt, die Verbindungen zu al -Qaeda hatten, begründete sie die Schließung des Falls. Und bin Ladens Terrorgruppe war ja schon als Schuldiger festgemacht.

Ausweis Und dann war da noch die Sache mit Attas gefundenem Ausweis. Tatsächlich war es nicht sein Pass, sondern der des mutmaßlichen Mitentführers Satam al-Suqami, der auf der Straße beim WTC gefunden wurde. Irgendwie hat dieser Ausweis es geschafft, aus der Tasche seines Besitzers befördert zu werden, den Einschlag und die nachfolgende Explosion unbeschadet zu überstehen, um dann auf die Straße hinabzusegeln und von einem Passanten gefunden zu werden, der diesen sogleich der Polizei übergab. Ist dies überhaupt im Bereich des (physikalisch) Möglichen? Hinzu kommt: der Ausweis wurde in der Vesey- Street gefunden. (32) Die verläuft 100 Meter nördlich der Zwillingstürme und damit entgegengesetzt der Flugrichtung von Flug 11, der mit al-Suqami an Bord ins WTC 1 krachte. Und allen Regeln zum Trotz muss der Ausweis es geschafft haben, sich dem Wind zu widersetzen. Denn der blies Richtung Süd-Ost.

Zum Glück für die Ermittler gelangten auch andere Dokumente der muslimischen Verschwörer schnell in ihre Hände. Da wäre vor allem Attas Koffer zu nennen, der als einziger in der Gepäckabfertigung „hängen blieb“ und es dadurch nicht an Bord schaffte. (33) Darin ließ sich alles finden, was zur Rekonstruktion der Tat gebraucht wurde.

Die Geschichte um den gefundenen Ausweis klingt so unrealistisch wie aus einem drittklassigen B-Movie. Kein Wunder, dass sie in der realen Berichterstattung später selten wieder aufgegriffen wurde. Der Ausweis erfüllte seinen Zweck ebenso wie die anderen „zufälligen“ Funde: Es sollten schnellstmöglich Täter identifiziert und der schockierten Öffentlichkeit präsentiert werden. Sobald sich das Bild der Täter eingebrannt hatte, konnten die Umstände um die aufgefundenen Beweise in der Versenkung verschwinden. In jedem besseren Krimi hätte sich dem ermittelnden Kommissar der Eindruck aufgedrängt, dass hier künstlich eine falsche Spur gelegt wurde, auf die er gelockt werden sollte. Ein in der Kriminalistik nicht unüblicher Gedankengang, der aber in den Massenmedien, soweit es den 11. September betrifft, gerne als Verschwörungstheorie gebrandmarkt wird.

Furcht und Schrecken

In der Realität war 9/11 aber vor allem ein Anschlag auf die Psyche der Betrachter – daher erinnert sich auch jeder Mensch noch so genau daran, wo er gerade war, als ihn die Nachrichten ereilten. Die Attacke des 11. September folgte dem Konzept des „Shock and Awe“. Also einer Schockmethode, die live und global exerziert wurde. Die Schreckensbilder von den sich in New York abspielenden Bilder Ereignissen sorgten für eine entsprechende Traumatisierung derjenigen, die das Geschehen an den Bildschirmen verfolgten, vor allem natürlich bei den Menschen in den USA.

Eine Studie des Merrimack College in Massachusetts aus dem Jahr 2007 zog ein eindeutiges Fazit: Je länger Fernsehen geschaut wurde, desto größer war die Traumatisierung. Und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Bilder einen noch im (Alb-)Traum verfolgen.

„Ein erhöhter Grad an Traumatisierung durch die Ereignisse des 11. September, verursacht durch Fernsehschauen, resultierte in der Häufung spezifischer Bilder in den Träumen,“, so Ruth Propper, Professorin für Psychologie und Leiterin der Studie. (34) Diese Bilder zeigen vor allem Explosionen, Flugzeuge, New York City und Teppichmesser.

Laut der Studie hatten die Medien einen starken Einfluss auf die Gesundheit der Zuschauer. Es wird in diesem Zusammenhang die Frage gestellt, ob das wiederholte Ausstrahlen traumatisierender Bilder durch die Fernsehsender „vereinbar ist mit dem Ziel, der Öffentlichkeit zu dienen“.

Die Studie beschäftigte sich aber nicht mit der Frage, inwieweit traumatisierte Menschen manipulierbar sind. In einem traumatisierten Zustand ist der Verstand besonders empfänglich für eine Konditionierung. Wenn zu den permanent wiederholten Bildern der brennenden Türme stets das Portrait bin Ladens eingeblendet wird, werden diese zwangsläufig im Gehirn miteinander verknüpft. Wer ein Bild bin Ladens sieht, denkt unfreiwillig an den 11. September. Und umgekehrt. Diesem Prozess konnte sich niemand entziehen. Auch nicht die Vertreter der Medien, insbesondere jene, die vom Ort des Schreckens berichteten. Das erklärt auch, warum viele der Widersprüche in den Medien nicht weiter verfolgt wurden und sich stattdessen die offizielle Erklärung so schnell als unumstößliche Wahrheit etablieren konnte. Und sobald dies geschehen war, galt deren Infragestellung alles andere als der Karriere förderlich. Es bedarf somit keiner Verschwörungstheorie, um zu erklären, warum der Dissens zur offiziellen Version in den Medien trotz der immensen Widersprüche so gering ausfiel – und nach wie vor ausfällt.

Es scheint, als seien die Abläufe des 11. September minutiös – wie in einem Drehbuch – auf die maximale Wirkung dieses Schockeffekts ausgerichtet gewesen.

Wie nach Drehbuch

Zunächst einmal das Timing. Nachdem die erste Boeing ins WTC gekracht war, dauerte es noch 17 Minuten, bis die zweite folgte. Genug Zeit für die Fernsehstationen, ihre Kameras auf die Türme auszurichten. Weltweit konnten Menschen dann live miterleben, wie sich ein bis dahin noch spekulativer Unfall zu einem Terror-Krieg gegen die USA entwickelte. Der Special Effect der gigantischen Explosionswolke wurde hier passend eingesetzt und für diejenigen, die später einschalteten, entsprechend oft wiederholt. Auch die Uhrzeit war höchst effizient gewählt. Wäre der Anschlag etwa am Nachmittag (Ortszeit) erfolgt, hätten deutlich weniger Menschen in Schockstarre den Fernseher fixiert. Europa hätte sich gerade bettfertig gemacht, während Asien in tiefster Nacht die Ereignisse verschlafen hätte. Ein paar Stunden früher, und die Westküste der USA hätte noch in den Kissen gelegen. Es wurde das optimale Zeitfenster genutzt, um möglichst vielen Menschen einen Schock zu versetzen.

Die Bilder des verzweifelten Überlebenskampfes von in den Türmen eingeschlossenen Menschen, von denen einige den schnelleren Tod durch einen Sprung hinaus bevorzugten, produzierten Schrecken und Betroffenheit. Mit dem Sturz von Flug 77 auf das Pentagon erreichte die Dramaturgie einen neuen Höhepunkt. Nun mischten sich noch verstärkt Panik und Ohnmacht hinzu. „Die“ können das Herzstück des mächtigsten Militärs der Welt ungehindert treffen. Während sich die Panik noch steigerte angesichts der Meldung eines weiteren entführten Flugzeugs, das auf dem Weg nach Washington sei, kam es zur totalen Katastrophe: Der Südturm stürzte ein. Eine halbe Stunde später folgte der Nordturm. Ground Zero. Inmitten des riesigen Schreckens dann wenigstens etwas Erleichterung: Flug 93 stürzte in ein Feld in Pennsylvania und konnte immerhin keine weiteren Menschen am Boden töten. Nicht Abfangjäger sorgten für den Absturz, sondern die Revolte der Passagiere. Vizepräsident Cheney sprach als Erster von einem „heroischen Akt“. Sie waren damit die ersten getöteten Soldaten im „War on Terror“. Keine kampferprobten Marines, sondern einfache Leute aus dem Volk. Nicht das Militär machte dem Terror-Schrecken ein Ende, sondern ganz gewöhnliche Amerikaner. Jeden kann es treffen. Und jeder kann zum Soldaten werden. Das schuf eine hohe Identifikation mit der politischen Führung und verschaffte dieser einen großen Handlungsspielraum.

Gefördert wurde dies durch eben jene Bilder vom Präsidenten, der bei den Kindern in der Schule blieb oder dem Verteidigungsminister, der Verletzten auf dem Rasen half. In der Not stehen alle zusammen.

Die Entfaltung des Schockeffektes der Anschläge mit abschließender heldenhafter Handlung mutet tatsächlich so an, als würde sie einem Drehbuch folgen. Doch wer schrieb das „Drehbuch“? Al-Qaida? Die These der al-Qaida-Urheberschaft hat allerdings einen großen Haken: Al -Qaeda wäre das große Risiko eingegangen, dass die Operation eben nicht „wie nach Drehbuch“ verläuft.

Denn die zeitliche Abfolge verlangte, dass die Entführer die Flugzeuge nicht auf direktem Weg in die Ziele steuerten, sondern große Umwege auf sich nahmen. Und so zog sich die Operation von der ersten Entführungsmeldung bis zum Absturz der vierten Maschine über eineinhalb Stunden hin.

Im Normalfall genug Zeit für die Luftverteidigung, die Flüge auf dem Weg zu ihren Zielen zu unterbrechen. Hätte al-Qaida sich darauf verlassen können, dass die Abwehr von den Verantwortlichen maßgeblich verzögert wird, Abfangjäger zu spät aufsteigen, in die falsche Richtung geschickt werden oder gar einem Phantomflugzeug hinterher fliegen? Konnte al-Qaida wissen, dass Bush und Rumsfeld keinerlei Eile an den Tag legen würden, um Gegenmaßnahmen einzuleiten, und sich damit die ganze Dramaturgie des „Drehbuchs“ entfalten konnte?

Und wie fügt sich der Einsturz der Zwillingstürme in dieses „Drehbuch“ ein, wenn dieser doch unvorhersehbar war und sich schon gar nicht zeitlich bestimmen ließ?

Zumindest für einige kam deren Einsturz offenbar nicht überraschend. Die auf Datenrettung spezialisierte deutsche Firma Convar war damit beauftragt, die Überreste von Festplatten und anderen Speichermedien aus dem WTC zu untersuchen, um deren Daten zu rekonstruieren. Dabei stellten sie fest, dass illegale Transaktionen im Umfang von über 100 Millionen US-Dollar getätigt wurden, während die Türme noch brannten. „Es besteht der Verdacht, dass Kriminelle ihr Insiderwissen über die Anschläge genutzt haben, um finanzielle Transaktionsbefehle und Autorisationen zu versenden, in dem Glauben, dass ihnen dies in all dem Chaos einen guten Vorsprung bringen würde“, sagte Convars Direktor Peter Henschel. (35) Laut einem Mitarbeiter der Firma gingen die Urheber davon aus, dass „die Aufzeichnungen ihrer Transaktionen nicht zurückverfolgt werden könnten, da die Zentraleinheiten zerstört werden“ würden. (36) Sprich: Unter den Trümmern des WTC begraben liegen würden. Convar übergab die Angelegenheit an das FBI. Gehört hat man seitdem nichts mehr davon. Wurden die Twin Tower also gesprengt, wie auch viele Experten vermuten, die eine neue unabhängige Untersuchung fordern?

Eines steht zumindest fest: Der 11. September kam für diejenigen überraschend, die zu Hause vor den Bildschirmen saßen, aber keineswegs für die US-Regierung.


Anmerkungen

 

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