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Die übliche Medienkampagne gegen Russland

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Vernebelung, Hetze, Halbwahrheiten und Lügen -

Ein Kommentar von WOLFGANG BITTNER, 18. Februar 2015 -

Am 17. Februar lief im ZDF zur besten Sendezeit ein Film über den russischen Präsidenten: „ZDFzeit: Mensch Putin!“ Wer durch die Medienkampagnen gegen das personalisierte Russland noch nicht völlig indoktriniert worden ist und seine Sinne noch beisammen hat, konnte diesen Film nur mit großer Überwindung zu Ende sehen.

ZDF Dokumentation Mensch Putin! 17. Februar 2015
Was treibt Putin eigentlich an? Die "ZDFzeit"-Dokumentation "Mensch Putin!" wollte einen Einblick geben, "was ihn geprägt hat und welche Geheimnisse den Machthaber im Kreml umgeben". Die Sendung lief am 17. Februar,  jetzt zu sehen in der ZDF-Mediathek - durch Klick auf das Foto.

Vorgeführt wurde ein KGB-Mann mit stechenden Augen‚ „machtbesessen und zu jedem Risiko bereit“, ein geschiedener, hinterhältiger Taktiker, unberechenbar, mal in Uniform, mal mit nackter Brust. Putin, der „Triumphator“, der nur eins fürchtet, „seine Entmachtung und Ermordung“. Die Sowjetunion wolle er reanimieren, so war zu erfahren, als KGB-Offizier in Dresden habe er seinen „KGB-Schlüsselbund“ verloren und wahrscheinlich sei er für einen tschetschenischen Terrorakt in Moskau verantwortlich. 45 Minuten Unterstellungen, Vermutungen, Albernheiten und Häme, angekündigt als Dokumentation.

Wieder einmal wurde dem geneigten Fernsehpublikum eines dieser gehässigen Bilder Wladimir Putins geboten, weitab von einer auch nur halbwegs sachlich-informativen Berichterstattung. Aber solche Schäbigkeiten finden sich fast täglich in unseren Presseerzeugnissen und in zahlreichen anderen Fernsehsendungen, sogar in dem viel gesehenen ZDF-heute-journal. Moderiert von Claus Kleber wurde uns beispielsweise am 9. Februar zuerst ein brennendes Haus in Donezk gezeigt, dann eine weinende Frau und verzweifelte Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, danach rollte ein Panzer der Separatisten ins Bild, als ob sie ihre eigenen Häuser zerstörten, ihre Städte in Grund und Boden bombten.

Auch in der ARD läuft derartige Propaganda. Dort berichtet in den Tagesthemen, moderiert von dem unsäglichen Thomas Roth, gern die voreingenommene Korrespondentin Golineh Atai über die die Ukraine-Krise und den angeblichen Aggressor Russland. Die Journalistin, deren tendenziöse Berichterstattung von zahlreichen Zuschauern kritisiert worden ist, erhielt gerade den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für ihre „Tugend der persönlichen Zurückhaltung, der akribischen Ernsthaftigkeit und des unbedingten Willens zur Aufklärung“. Einer der vielen Skandale!

Mit einem ähnlichen Preis, dem von einer angeblichen Elite des europäischen Journalismus für Verdienste um Demokratie, Meinungsfreiheit und Völkerverständigung verliehenen M 100 MediaAward, wurde im September vergangenen Jahres der Kiewer Bürgermeister und ehemalige Boxer Vitali Klitschko ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung in Potsdam warb er um Unterstützung für das Wahnsinnsprojekt seines Intimus Arsenij Jazenjuk, an der ukrainischen Grenze eine 2.200 Kilometer lange „Schutzmauer“ gegen Russland zu errichten. Klitschko und Atai, Roth und Kleber und wie sie alle heißen: die Leuchttürme unserer Demokratie, Meinungsfreiheit und Medienberichterstattung? Es erübrigen sich Unflätigkeiten, die Tatsachen sprechen für sich.

Wer derartige unmäßige Propaganda und Fehlentwicklungen zu verantworten hat, lässt sich leicht feststellen, die Namen sind öffentlich zugänglich. Es fragt sich, was damit bezweckt wird. Soll die deutsche Bevölkerung wirklich auf einen „großen Krieg“ in Europa vorbereitet werden? Gehetzt wird ständig gegen den bösartigen, gefährlichen Aggressor Russland in der Person Putins, obwohl schon lange feststeht, dass die Ukraine-Krise eine Inszenierung des Westens ist (wenn man nicht erst bei der sogenannten Annexion der Krim beginnt, die im Übrigen bei genauem Hinsehen eine Sezession war).

Aber die Hintergründe dieser und anderer Krisen bleiben im Dunkeln; wie auch der Putsch in Kiew, die Morde auf dem Maidan-Platz oder der Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs über der Ostukraine nicht aufgeklärt werden. Ebenso wenig wird thematisiert, dass sich in der Westukraine seit Langem US-amerikanische Militärberater befinden und in der Ostukraine proamerikanische Mörderbanden Krieg gegen die dortige Bevölkerung führen und jeden Waffenstillstand verhindern. Einer immer skeptischer werdenden Öffentlichkeit wird die Propaganda, die zum Teil in Kriegshetze ausartet, als objektiv, und die Aggressionspolitik des Westens als notwendig zum Schutze der „westlichen Wertegemeinschaft“ verkauft.

Kritiker dieser unverantwortlichen Berichterstattung verfallen einer dreisten Gegenpropaganda; sie werden diffamiert und sind von Existenzentziehung bedroht. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor „Russlands Vorsprung im Informationskrieg“ und vor „Missinformation, Infiltrierung und Verunsicherung“, womit es sich „auseinanderzusetzen“ gelte. In der FAZ ortete man die Missinformanten, Infiltrierer und Verunsicherer unter den Bloggern und auf den Webseiten, die damit beschäftigt sind, „Moskaus Sicht der Dinge in die Welt zu tragen“.

Allmählich wird es gefährlich, Kritik an einer unverantwortlichen Politik und Medienberichterstattung zu üben. Jüngeren kritischen Journalisten mit Familie, die sich nicht korrumpieren lassen wollen, ist zu empfehlen, sich unverfänglichen Betätigungsfeldern abseits der aktuellen Politik zuzuwenden.


 

Der Autor: Wolfgang Bittner ist Jurist und Schriftsteller. Kürzlich erschien sein Buch „Die Eroberung Europas durch die USA“ (siehe: Anna Thomas im Hintergrund-Magazin 1/2015).

 

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