hintergrund_old_english
Samstag, 28. Mai 2016  

POLITIK

Inland
EU
Welt

WIRTSCHAFT

Inland
Welt
Finanzwelt

HINTERGRUND

Umwelt
Kriege
Terrorismus
Twitter oder Facebook?
Aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit verzichtet Hintergrund ganz bewusst auf das Angebot sozialer Netzwerke.Von Facebook wissen wir, dass es seine Nutzer aktiv ausspäht.

Atomruine Fukushima: Stilllegung wird Jahrzehnte dauern

Drucken E-Mail

(10.02.2016/hg/dpa)

Rund fünf Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat sich die Lage in der Atomruine nach Ansicht des Betreiberkonzerns Tepco „stabilisiert“. Die Bedingungen auf dem Gelände der Anlage seien „wirklich stabil“, versicherte der Leiter des zerstörten AKW, Akira Ono, am Mittwoch bei einer Besichtigungstour für eine Gruppe ausländischer Journalisten. Die Arbeiten zur Stilllegung seien zu „rund zehn Prozent“ bewältigt, sagte der Tepco-Manager. Die vollständige Stilllegung wird schätzungsweise noch dreißig bis vierzig Jahre dauern. Die größte Herausforderung sei die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe in den zerstörten Reaktoren, über deren Verbleib noch keine volle Klarheit herrsche, sagte Ono.

Am 11. März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten Japans verwüstet und im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi einen Gau verursacht. Fünf Jahre danach sind tagtäglich etwa siebentausend Arbeitskräfte von Tepco sowie angeheuerten Vertragsunternehmen in der Atomruine im Einsatz. Ein Großteil der Trümmer ist zwar beseitigt und etwa 95 Prozent des Geländes der Atomruine mit einer Betonschicht überzogen, um zu verhindern, dass Regenwasser in den Boden dringt.

Dennoch bestehen weiter große Herausforderungen, darunter die Bewältigung der gewaltigen Mengen verstrahlten Wassers. Täglich fließen Hunderte Tonnen Grundwasser auf das Gelände der Atomruine, ein Teil davon gelangt in die Untergeschosse der Reaktoren. Dort mischen sie sich mit Wasser, mit dem Tepco die Reaktoren kühlt. Ein Großteil des dadurch radioaktiv belasteten Wassers wird nach Durchlaufen eines Filtersystems in Wassertanks zwischengelagert – inzwischen 750 000 Tonnen. Die Kapazität liegt bei 850 000 Tonnen; Tepco will sie auf 950 000 Tonnen erhöhen. Der Platz für immer mehr Tanks sei aber beschränkt, räumte Ono ein.

Ein Eiswall aus gefrorenem Boden um die Reaktoren herum soll nun den ständigen Zufluss von Grundwasser stoppen. Die Installation sei am Vortag abgeschlossen worden, sagte Ono. 1500 Rohre ragen zu diesem Zweck ins Erdreich und wurden mit Kühlflüssigkeit gefüllt. Nun warte man auf die staatliche Genehmigung zur Inbetriebnahme. Man hoffe, dass dies zum März erfolge, sagte der Manager. Ein erneutes starkes Erdbeben und ein Tsunami stellten zwar ein Risiko dar, wobei die Wahrscheinlichkeit sehr gering sei, sagte Ono. Doch etwas Ähnliches wie vor fünf Jahren werde nicht passieren, da die Energie im AKW inzwischen deutlich gesunken sei.

 

Kurzmeldungen im Überblick

Obama gedenkt Atombomben-Opfer

(27.05.2016/hg/dpa) US-Präsident Barack Obama hat bei einem historischen Besuch in Hiroshima für eine Welt ohne Atomwaffen geworben. „Wir müssen Lehren aus Hiroshima ziehen“, sagte Obama in der japanischen Stadt, die vor 71 Jahren von einer amerikanischen Atombombe zerstört wurde. Es war der erste Besuch eines US-Präsidenten am Mahnmal in Hiroshima. Wie zuvor angekündigt entschuldigte sich Obama nicht für die verheerende Zerstörung im August 1945. An der Gedenkstätte im Friedenspark in der japanischen Großstadt legte Obama einen Kranz mit weißen Blumen nieder. Er schloss kurz  [ ... ]


G7 planen Verlängerung der Sanktionen gegen Russland

(27.05.2016/hg/dpa) Die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) verstärkt den Druck auf  Russland und China. Zum Abschluss ihres Gipfels im japanischen Ise-Shima drohten die Staats- und Regierungschefs am Freitag dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des anhaltenden Konflikts in der Ukraine mit neuen Sanktionen. Auch schalteten sie sich in den Territorialstreit im Südchinesischen Meer ein, indem sie eine „friedliche Beilegung“ forderten. Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, im Kampf gegen den internationale Terrorismus und Cyberangriffe kündigte die Siebener-Gr [ ... ]


Bundesregierung beschließt Integrationsgesetz

(25.05.2016/hg/dpa) Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch auf seiner Klausur im Schloss Meseberg nach langem Ringen ein neues Integrationsgesetz auf den Weg. Kritiker halten wesentliche Teile des Gesetzes für integrationsfeindlich. Wie jedes Gesetz muss es  erst noch durch den Bundestag, bevor es in Kraft treten kann. In dem Gesetzespaket ist zum einen eine verbesserte Förderung für Flüchtlinge vorgesehen, vor allem beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Enthalten sind aber auch zahlreiche Verschärfungen, etwa Leistungskürzungen bei einer Verweigerung von Integrationsangeboten. Integrationsku [ ... ]


Russland lässt Pilotin frei

(25.05.2016/hg/dpa) Nach monatelangen Geheimverhandlungen hat Russland die verurteilte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko an ihr Heimatland überstellt. Die 35-Jährige landete am Mittwoch in der Ukraine, wie Präsident Petro Poroschenko über Twitter mitteilte. Am Kiewer Flughafen Borispol warteten Poroschenko sowie Sawtschenkos Mutter, ihre Schwester und zahlreiche Parlamentarier. Im Gegenzug seien zwei mutmaßliche russische Soldaten, die in der Ukraine zu Haft verurteilt worden waren, in Moskau gelandet, berichteten ukrainische Medien. Sawtschenko war in Russland in einem ums [ ... ]


Peru ruft wegen Quecksilber-Verschmutzung Notstand aus

(24.05.2016/hg/dpa) Die peruanische Regierung hat wegen einer Quecksilber-Verschmutzung den Notstand für ein 85 000 Quadratkilometer großes Gebiet ausgerufen. Zum Vergleich: Bayern hat als größtes deutsches Bundesland etwa 70 550 Quadratkilometer. Rund 40 Prozent der 110 000 Einwohner des östlichen Departements Madre de Dios seien von der vom illegalen Bergbau verursachten Verseuchung betroffen, erklärte Umweltminister Manuel Pulgar Vidal am Montag. "Die Folgen des illegalen Bergbaus in Madre de Dios werden uns über die kommenden 80 Jahre begleiten", sagte der Minister unter Berufung  [ ... ]


Steuer-Razzia bei Google in Paris

(24.05.2016/hg/dpa)  Französische Ermittler haben wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Büros des US-Internetkonzerns Google in Paris durchsucht. Das Vorermittlungsverfahren sei bereits im vergangenen Juni infolge einer Klage der französischen Finanzverwaltung eröffnet worden, teilte die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. An der Durchsuchung seien Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten beteiligt gewesen. Es gehe darum, zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoße [ ... ]