Medienkritik

Medien, Moral und Plagiate: Mit dem Feuer gespielt

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Vergangene Woche schlugen die Wellen hoch: Nach Plagiatsvorwürfen, Durchsuchungen von Redaktionsräumen und einer Suspendierung war die stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung verschwunden. Viele befürchteten das Schlimmste und hetzten los, denn flugs wurde ein Schuldiger ausgemacht: Julian Reichelt. Marcus Klöckner ordnet die Ereignisse in einen größeren Rahmen ein.

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Wer sich die Mühe macht und in die Tiefen der heutzutage omnipräsenten Empörungsrealität hinabsteigt, wird erkennen: Die Ursachen für das Drama um die SZ-Frau liegen verwurzelt innerhalb der Leitmedien. Die Geister, die sogenannte Qualitätsmedien gerufen haben, befeuern nun eine Dynamik, die sich gegen ihre Beschwörer richtet. Große Medien haben nämlich über Jahrzehnte mit dem Feuer der Moralvorwürfe „Journalismus“ betrieben – bis zum Exzess. Jetzt jammern sie über die Hitze, die das entfachte Feuer erzeugt. In Anlehnung an den Soziologen Pierre Bourdieu lässt sich sagen: Die Halter des Monopols auf öffentliche Empörung stellen mit Empörung fest: auch andere können sich empören.

https://marcuskloeckner.substack.com/p/medien-moral-und-plagiate-mit-dem

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