Nach Trumps Ankündigung: „Warum zum Teufel gehört Grönland überhaupt noch zu Dänemark?“
Trump will Grönland „übernehmen“, Europa empört sich. Verdeckt die Völkerrechtsdebatte nicht vor allem europäische koloniale Doppelstandards? Eine Einordnung.
Es ist ein kühler Abend, als ich mit einer Bekannten durch die Stadt spaziere. Wir sprechen über Trumps jüngste Äußerungen zu Grönland, über seinen Interventionismus, über Völkerrecht und die Empörung in Europa. Ich verweise auf die üblichen Argumente: die Souveränität Dänemarks, die Absurdität eines Inselkaufs im 21. Jahrhundert, die aggressiver werdende US-Außenpolitik. Dann sagt sie: „Gut, Trump setzt Brüssel mit Grönland unter Druck. Aber man sollte lieber die Frage stellen, wieso zum Teufel Grönland überhaupt den Dänen gehören soll.“ Die Frage ist so einfach, denke ich mir, wird aber bemerkenswert selten gestellt. Ein Blick in die Geschichte lässt die europäische Empörung über Trump plötzlich in einem anderen Licht erscheinen.
Nach Trumps Ankündigung: „Warum zum Teufel gehört Grönland überhaupt noch zu Dänemark?“