Kriege

Deutsche Marine zu NATO-Übung im Schwarzen Meer

Hinweis: Die Bilder sind aus den archivierten Hintergrund-Texten vor 2022 automatisch entfernt worden.

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(hintergrund/ rn) vom 28. August 2008:

Bereits seit April dieses Jahres operiert die Fregatte „Lübeck“ als Teil der „Standing NATO Maritime Group (SNMG) 1“. „Die Aufgaben dieses Verbands sind vor allem die Kontrolle und der Schutz strategisch wichtiger Seewege. Dazu operiert er hauptsächlich im Nordatlantik und der Nordsee“, erklärte die Bundeswehr noch im April 2008 auf ihrer Website.1

Doch „Aufgaben“ können sich schnell ändern in Zeiten, wo der Westen im Kaukasus eine militärische Zuspitzung der Lage eher forciert als eindämmt. Seit Mitte August sammelt sich im Schwarzen Meer ein NATO-Flottenverband, um eine angeblich lange geplante „Übung“ abzuhalten. Die deutsche Marine nimmt mit der Fregatte Lübeck daran teil.2

Die Anwesenheit der NATO-Kriegsschiffe heizt die Spannung in der Region weiter an. Mittlerweile sind US-Kriegsschiffe im georgischen Hafen Batumi gelandet, um Hilfsgüter zu liefern. „Die Schiffe haben keine Hilfsgüter an Bord, sondern verfolgen andere Ziele“, erklärte der russische Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn. Russische Militärs vermuten, dass die Schiffe Waffen für die georgische Armee geladen haben.3

Währenddessen ist in der vergangenen Nacht über der südossetischen Hauptstadt Zchinwali eine georgische Drohne abgeschossen worden. Südossetiens Innenministerium wirft Georgien die Planung von Terror- und Sabotageakten vor. Der amtierende südossetische Innenminister Michail Mindsajew erklärte, dass mehrere bewaffnete Gruppen im Auftrag der georgischen Führung nahe Zchinwali agieren.4

Bereits gestern Nachmittag hatte der russische Drei-Sterne-General Nogowizyn von einer georgischen Drohne über Südossetien berichtet. Bei dem 30-minütigen Flug habe es sich um einen Versuch gehandelt, russische Truppenstellungen aufzuklären, berichtet RIA novosti.

In dieser aufgeheizten Lage zeigt die Bundeswehr Flagge: In einem NATO-Flottenverband, der eindeutig auf Seiten Georgiens steht, operiert sie im Schwarzen Meer – einem traditionell russischen Hoheitsgebiet. Diese militärische Provokation wird schönmalerisch als Hilfsmission deklariert.

 

1)    http://www.marine.de – 07.04.2008 „Lübeck begibt sich auf die Reise“

2)    http://www.marine.de – 25.08.2008 „Fregatte LÜBECK im Schwarzen Meer“

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3)    http://www.ftd.de – 27.08.2008 „Nato-Manöver schürt Spannungen“

4)    www.de.rian.ru – 28.08.2008 „Georgische Drohne über Zchinwali abgeschossen“

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