Terrorismus

Obama schürt Terrorangst

Wie der Times-Square-Bomber dabei hilft, die Kriegsdoktrin der USA  zu legitimieren

Von REDAKTION, 5. Mai 2010 –

Obwohl bisher keine stichfesten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass es sich bei dem missglückten Anschlag auf dem New Yorker Times Square am 1. Mai um einen Angriff aus den Reihen des sogenannten islamistischen Terrorismus handelt, nutzen hochgestellte Vertreter der US-Behörden und der Regierung den Vorfall, um die Ängste in der Bevölkerung vor terroristischen Anschlägen  zu schüren.

So sagte New Yorks Polizeichef Raymond Kelly  nach der Festnahme des verdächtigen US-Bürgers  Faisal Shahzad, die Stadt könne „heute etwas beruhigter“ sein. „Aber New York ist Amerika. Und sie werden wiederkommen und versuchen, uns zu töten.“ Um wen es sich bei den Angreifern handeln soll, sagte er freilich nicht. Da bislang noch ungeklärt ist, ob hinter der dilettantischen Autobombe überhaupt eine organisierte Gruppe steckt, glaubt die US-Regierung sogar darauf verzichten zu können, den vermeintlichen Gegner beim Namen zu nennen und appelliert unmittelbar an die Bedrohungsgefühle einer nach 9/11 nachhaltig traumatisierten Bevölkerung.

Präsident Barack Obama wertete den Anschlag als klares Zeichen, dass die Terrorgefahr auch im eigenen Land noch nicht gebannt sei. Der Anschlagsversuch sei eine „weitere, ernüchternde Erinnerung daran, in welchen Zeiten wir leben“, sagte Obama am Dienstag.  Die USA ließen sich nicht terrorisieren

Dabei sind es nicht die Zeitläufte, die für die nicht abreißende Kette terroristischer Anschläge auf dem Globus verantwortlich gemacht werden müssen, sondern in erster Linie die aggressiv imperialistische Militärdoktrin der USA und ihrer Verbündeten. Fast täglich werden Männer, Frauen und Kinder in Afghanistan oder Pakistan von US-amerikanischen Bomben, Kanonen oder Drohnen zerfetzt und verstümmelt. Die in den USA in schöner Regelmäßigkeit von der Regierung und den Medien angefachte Terrorhysterie hat keinen anderen Zweck, als der abnehmenden Kriegsbereitschaft der eigenen Bevölkerung entgegen zu wirken.

Obwohl der rund 48 Stunden nach dem fehlgeschlagenen Anschlag festgenommen Verdächtige  Faisal Shahzad in Pakistan geboren sein soll, glauben Mitarbeiter des US-Geheimdienstes nicht, dass eine bekannte Gruppe von Terroristen hinter dem 30-jährigen Mann steht, berichtete die Washington Post. Laut „Times“ handelt es sich bei ihm um den Sohn eines hohen pakistanischen Luftwaffenoffiziers.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad sagte, Außenminister Shah Mahmood Qureshi habe US-Botschafterin Anne W. Patterson bei einem Treffen jede denkbare Unterstützung zugesagt. „Unsere Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten gegen Terrorismus ist ein konstanter und andauernder Prozess, und wenn die Vereinigten Staaten unsere Unterstützung bei diesem speziellen Thema brauchen, werden wir alles tun was wir können“, sagte der pakistanische Ministeriumssprecher.

Die pakistanische Armee äußerte unterdessen Zweifel, dass tatsächlich, wie es nach einem ominösen Bekennervideo hieß, die Taliban Urheber des gescheiterten Anschlags sind. Es sei fraglich, ob die islamistische Gruppe die Kapazität habe, Anschläge in den USA oder Europa zu organisieren. „Wir haben durch unsere jüngsten Aktionen ihre Verstecke, Trainingslager und Rekrutierungspunkte zerstört. Ich glaube nicht, dass sie derzeit in der Lage sind, Ziele in Amerika oder sonst wo in der Welt anzugreifen“, sagte Generalmajor Athar Abbas. Drei Tage zuvor hatte sich eine Talibangruppe zu dem Anschlag bekannt.

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