Weltpolitik

Kolumbien-Venezuela-Konflikt: Ecuadors Außenminister schlägt Krisengipfel vor

Von REDAKTION, 30. Juli 2010 –

Die Außenminister des südamerikanischen Staatenbundes Unasur (1) haben in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito noch keinen Ausweg aus der ernsten Krise zwischen Kolumbien und Venezuela gefunden. „Es war unmöglich, sich auf ein Dokument zu einigen“, sagte der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño nach den fünfstündigen Beratungen der Vertreter von elf Unasur-Staaten.

Das Treffen sei dennoch wichtig gewesen, weil es die Außenminister Kolumbiens und Venezuelas, Jaime Bermúdez und Nicolás Maduro, an einen Tisch gebracht habe, fügte der Gastgeber des Treffens am Donnerstag (Ortszeit) hinzu. Zugleich regte Patiño einen außerordentlichen Gipfel der Staats- und Regierungschefs zur Beilegung der Krise an.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte die seit längerem bereits eingefrorenen diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarland Kolumbien vor einer Woche ganz abgebrochen. Kolumbien wirft Venezuela vor, etwa 1500 kolumbianische FARC-Rebellen zu beherbergen. Venezuela bestreitet diesen seit Jahren immer wieder von der Regierung des Präsidenten Alvaro Uribe vorgebrachten Vorwurf und fürchtet, dass in Kolumbien mit Hilfe der Militärbasen der USA ein Putsch gegen den in den Augen Washingtons missliebigen Präsidenten Chávez oder eine militärische Intervention der kolumbianischen Armee auf dem Territorium Venezuelas vorbereitet wird.

„Die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Aggression gegen Venezuela aus Kolumbien ist so hoch wie nie zuvor seit vielleicht hundert Jahren“, sagte Chávez laut amerika21.de (2) auf einer Veranstaltung der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei. Eine entsprechender Angriff würde weitreichende Konsequenzen haben. So könnten die Erdöllieferungen in die USA gestoppt werden, berichtet das Internetportal weiter. Der Präsident habe zudem angekündigt, gegen Gruppen der internen Opposition vorzugehen, von denen die Kriegspläne unterstützt würden. Mehrere oppositionelle Gouverneure sollen Kontakt zu rechtsgerichteten Militärs und paramilitärischen Gruppierungen in Kolumbien haben.

Quellen: dpa und
(1) Die Union Südamerikanischer Nationen ist eine Internationale Organisation aller zwölf südamerikanischen Staaten, die 2008 in Brasilia gegründet wurde. Langfristig wird eine ökonomische Integration der Mitgliedsstaaten sowie eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik angestrebt.
(2) http://amerika21.de/nachrichten/2010/07/6361/spannungen-kolumbien-venezuela

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