Weltwirtschaft

Der Biosprit-Wahn

von WERNER PACZIAN, 24. Oktober 2007:

Bio-Energie vom Acker vertreibt Menschen, zerstört Regenwälder, verschärft den Hunger und heizt das Klima an

– Seit März 2007 kann Birgit Busigel nicht mehr ruhig schlafen. In der benachbarten Gärtnerei brummt pausenlos ein dicker Dieselmotor. Dort wird die Energie der Zukunft verbrannt und diese neue Bio-Energie soll richtig ökologisch grün sein. So grün wie der Schriftzug auf dem Tanklastwagen der Tiroler Natur-Energie, der alle zehn Tage in Albertshofen vorfährt und 30.000 Liter in das Kraftwerk der Gärtnerei pumpt: Palmöl-Diesel. Auf 330 Kilowatt Leistung bringt es das Blockheizkraftwerk. Die erzeugte Wärme beheizt die Gewächshäuser der Gärtnerei, der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Dafür kassiert der Betreiber Zuschüsse nach dem „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (1) gleichgültig nun, ob der Diesel aus in Mitteleuropa angebautem Raps gewonnen wurde oder ob der Diesel aus Ölpalmen in Asien hergestellt worden ist, deren Anpflanzung – wie wir sehen werden – einen Raubbau am Regenwald bedeutet.

In Deutschland werden immer mehr Produktionsanlagen zur Herstellung von Biodiesel errichtet. Mitte August 2007 teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien in Münster mit, die Kapazität zur Produktion von Agrardiesel in Deutschland steige bis Ende des Jahres um über 40 Prozent auf rund 5,4 Millionen Tonnen gegenüber 3,8 Millionen Tonnen in 2006. (2)

Fast an jedem Tag veröffentlicht heute irgendein PR-Dienst irgendwo auf der Welt einen Bericht, wonach gerade eine neue wunderbare grüne Ära anbricht – die Ära der Bio-Treibstoffe. Obwohl die Ölkonzerne das schwarze Gold noch einige Jahrzehnte aus dem Boden pumpen werden (3), besteht der ungeschriebene, globale Konsens, daß es dringend nötig ist, den Ölverbrauch zu drosseln. Die derzeitige Nutzung des Erdöls vor allem als Treibstoff ist ganz erheblich mitverantwortlich für Umweltverschmutzung, für schlechte Luft, für bestimmte Krankheiten und vor allem – für einen Teil der Klimakatastrophe.

Glaubt man den Befürwortern der Bio-Energie, hat die Menschheit eine Lösung für ihr ökologisches Energie-Desaster gefunden: Nachwachsende Treibstoffe aus Ölpalmen, Mais, Soja, Raps oder Zuckerrohr. Doch inzwischen warnen immer mehr Wissenschaftler, Umweltorganisationen und einige Politiker vor einem Bio-Energie-Boom und kommen bei ihren Argumenten zu ganz anderen Schlüssen: Energie vom Acker vertreibe weltweit Menschen, zerstöre die Regenwälder, verschärfe den globalen Hunger und heize das Klima an. (4)

Seit über 15 Jahren setzt sich die in Barcelona ansässige internationale Nichtregierungsorganisation GRAIN – das englische Wort grain bedeutet Saatkorn – für eine nachhaltige, artenreiche Landwirtschaft im globalen Maßstab ein. Mit ihrer im Juli 2007 veröffentlichten umfangreichen Studie „No to the agrofuels craze!“ („Nein zum Agrarsprit-Wahn!“) widerlegt GRAIN detailliert die Behauptungen zu den vorgeblich umweltfreundlichen Bio-Treibstoffen und zeigt, welche ökonomischen Kräfte tatsächlich hinter dem globalen „Agrarsprit-Wahn“ wirken. (5) Schon die Bezeichnung „Bio-Treibstoffe“ sei völlig irreführend. Das Wort „Agrartreibstoffe“ beschreibe viel treffender die zerstörerischen Prozesse, die mit der agroindustriellen Treibstoffproduktion verbunden seien. „Während unserer Recherchen entdeckten wir, daß der entfesselte Run auf die Agrartreibstoffe enorme ökologische und soziale Schäden verursacht, und zwar in einem viel größeren Ausmaß als wir befürchteten. Kostbare Ökosysteme werden zerstört und Hunderte bis Tausende von indigenen und ländlichen Gemeinden von ihrem Land vertrieben.” (6)

Die Hoffnung, Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen könnten die Macht der Öl-, Energie- und Autoindustrie brechen, sei eine naive Sicht. Auch die rosaroten Fantasien vom ökologischen Treibstoff, der die Welt vor dem Klima-Chaos rette, so GRAIN, seien nicht von Klimaschützern entworfen worden, sondern von denjenigen, die massive finanzielle Interessen an der Förderung solcher Treibstoffe haben: Automobil- und Erdölkonzerne wie VW, General Motors, Ford, BP, Shell oder Exxon, sowie Nahrungsmittel- und Gentechnik-Konzerne.

„Ökologische“
Zerstörung von Umwelt und Lebensraum
Zum wichtigsten Schmierstoff der Branche entwickelt sich derzeit das aus Ölpalmen hergestellte Palmöl. Die Ölpalme gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten, ursprünglich aus Afrika stammend, wird sie inzwischen auch im tropischen Teil des amerikanischen Kontinents angebaut und insbesondere in Südostasien kultiviert.

Barto, Oberhaupt der Dayak-Gemeinde Kanayan, steht vor seinem Haus im Herzen von Borneo und starrt auf große Flächen frisch angepflanzter Ölpalmen. „Das war seit Menschengedenken das Land unserer Vorfahren, aber jetzt haben wir es für immer verloren“, sagt er mit trauriger Stimme. (7) Bartos’ Dorf liegt im indonesischen Kalimantan direkt an der Grenze zu Malaysia mitten im tropischen Regenwald. Die Regierung in Jakarta fördert in der Region den Anbau von Ölpalmen-Plantagen im großen Stil, um die weltweit boomende Nachfrage nach Palmöl für Treibstoffe zu befriedigen. Deswegen ist Kanayan nur eines von vielen Dörfern in der Gegend, wo traditionelle indigene Rechte von Palmöl-Konzernen mit Füßen getreten werden. „Die Zahl an Landkonflikten hat dramatisch zugenommen, seit die Nachfrage nach Palmöl in die Höhe geschossen ist“, sagt Jefri Gideon von Sawit Watch (Die Palmöl-Wächter), einer unabhängigen indonesischen Umwelt- und Menschenrechtsgruppe, die sich auf Borneo für die Opfer der Palmöl-Produktion einsetzt. Sawit berichtet ausführlich von zunehmender Waldzerstörung, von Vergiftungen der Böden, von Belastungen des Wassers und der Luft durch Pestizide und Düngemittel sowie von Landkonflikten und Verarmung der betroffenen Menschen aufgrund der Vertreibung durch Palmöl-Plantagen. „Seit 2005 sind allein in Westkalimantan 50 Dörfer betroffen, im ganzen Land sind es mindestens 400.“ In den 90er Jahren gab es in Westkalimantan rund 500.000 Hektar Palmöl-Plantagen, inzwischen sind Konzessionen für 3,2 Millionen Hektar vergeben. (8)

Ähnlich ist die Situation in Kolumbien, dem mittlerweile viertgrößten Palmöl-Produzenten der Welt. Große Regenwaldflächen sind seit einer Gesetzesänderung 2001 in dem südamerikanischen Land in Palmöl-Plantagen verwandelt worden, angeheizt durch den „Energiedurst“ in den Industriestaaten auf die neue „umweltfreundliche“ Energie aus nachwachsenden Rohstoffen (9). Dieser Boom hat fatale Konsequenzen für Tausende kolumbianische Kleinbauern. Paramilitärische Gruppen würden im Auftrag von Palmölfirmen auf der Suche nach Land für neue Plantagen mit brutaler Gewalt vorgehen, berichtet der britische Entwicklungshelfer Dominic Nutt, der schon mehrfach Kolumbien besucht hat. „Sie sagen den Kleinbauern einfach: Wenn du nicht verkaufst, verhandeln wir morgen mit deiner Witwe.“ Der FOCUS-Redakteur Michael Odenwald beschrieb im Juni einen solchen drastischen Fall, der auf Recherchen der britischen Sunday Times beruht: „Innocence Dias starb einen grausamen Tod. Die Mörder schnitten ihm die Kehle durch, und er hatte sieben Messerstiche im Körper. Sein Fehler war, daß er sein Land nicht an eine Gruppe von Paramilitärs verkaufen wollte, die eines Tages in seinem Dorf Llano Rico im kolumbianischen Departement Antioquia auftauchte. Nach dem Mord gab Dias` Familie auf und floh. Heute wachsen auf dem Land der Vertriebenen Ölpalmen der Biokraftstoff-Firma Urapalma, mit der die Paramilitärs zusammengearbeitet haben. ‚Dias starb, weil die Welt ökologisiert wird’, kommentierte die britische ‚Sunday Times’, die Anfang Juni ausführlich über das Verbrechen und seine Hintergründe berichtete.“ (10)

Ölpalmen werden weltweit fast ausschließlich in Monokulturen angebaut, der großflächige Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden schadet der Umwelt, er verseucht Wasser und Böden. Außerdem sind beispielsweise die Sumpf- und Torfregenwälder von Borneo wichtige sogenannte Kohlendioxid- oder Kohlenstoff-Senken. Diese Wälder nehmen für ihr Wachstum Kohlendioxid direkt aus der Luft auf und speichern nach Umwandlung des Kohlendioxids den Kohlenstoff in großen Mengen in ihrem organischen Material. Werden die Wälder nun durch Brandrodung zerstört, um etwa Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen, wird anschließend ein großer Anteil dieser erheblichen Mengen an Kohlendioxid aus der Luft durch das Fehlen des Waldes nicht mehr gebunden. Im Gegenteil: bei der Verbrennung dieser Wälder verwandelt sich der im organischen Material gespeicherte Kohlenstoff nunmehr zusammen mit genügend vorhandenem Sauerstoff wieder in das Treibhausgas Kohlendioxid zurück. Bei der Verbrennung der Bäume entstehen aber auch zusätzlich an den Stellen wo nicht ausreichend Sauerstoff bei der Verbrennung vorhanden ist sogar noch sogenannte ozonrelevante indirekte Treibhausgase wie Kohlenmonoxid. Darüber hinaus wird durch das Verbrennen des Torfbodens auf dem die Bäume stehen, wie bei jedem fossilen Brennstoff – und Torf ist ein fossiler Brennstoff – ungeheure Mengen an Kohlendioxid durch die Verbrennung selbst freigesetzt. Solche nicht zu leugnenden Fakten führen die angeblich neutrale Klimabilanz von Treibstoffen aus Palmöl ad absurdum.

Ein Team von Wissenschaftlern, darunter Professor Florian Siegert von der Universität München, hat die klimatischen Folgen solcher Waldbrände erforscht. Die Experten stellten fest, daß die brennenden Torfregenwälder, die im Untersuchungsgebiet in Zentralkalimantan (Insel Borneo) auf bis zu acht Metern dicken Torfschichten wachsen, hauptverantwortlich für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid waren (11). „Wir konnten nachweisen, daß durch das Anlegen von Plantagen, durch das Abbrennen der Regenwälder und der Torfgebiete ein Vieltausendfaches an CO2 freigesetzt wird, als wir bei uns durch die Verbrennung von Palmöl zur Energiegewinnung einsparen können. Damit ist die Klimabilanz desaströs“, so Florian Siegert. (12)

„Bio-Energie“: Ein neuer Markt für die Gentechnik-Industrie
Große Gewinner des landwirtschaftlichen Jahrhundertbluffs Bio-Energie sind auch die Gentechnik-Konzerne. Während Gen-Nahrung bis heute von den meisten Verbrauchern abgelehnt wird, ist sogenannter „Bio-Treibstoff“ für Autos – hergestellt aus genmanipulierten Pflanzen – noch nicht in die Kritik der meisten Verbraucher geraten. Mit genmanipulierten Rohstoffen zur „Bio-Energiegewinnung“ versucht die Branche hoffähig zu werden. Zum Beispiel mit Hilfe der Maniok-Pflanze: Diese Pflanze ist ein Wolfsmilchgewächs des tropischen Regenwaldes und wird dort seit langen Zeiten als Kulturpflanze zur Stärkegewinnung angebaut. Unter Beteiligung von BASF Plant Science experimentieren Forscher beispielsweise nun mit genmanipulierten Maniok-Sorten, um höhere Stärkeanteile bei diesen Pflanzen zu produzieren. Die Zulassung dieser genmanipulierten Maniok-Sorten wird die industrielle Maniok-Produktion auch für die Treibstofferzeugung in vielen tropischen Regionen weiter forcieren. Dem traditionellen Anbau dieses Grundnahrungsmittels hingegen droht die Verdrängung. (13)

„Die Produktion von Agrartreibstoffen kann weltweit zu Hunderttausenden zusätzlichen Hungertoten führen“, warnte im Juni 2007 Jean Ziegler, UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung. Der bekannte Soziologe und frühere Schweizer Parlamentarier beschuldigt die EU, Japan und die USA der „totalen Heuchelei“, da sie Agrartreibstoffe förderten, um ihre eigene Abhängigkeit von Erdölimporten zu verringern. Dadurch erhöhe sich der Druck gerade auch auf die unterentwickelten Länder, ihre für die Nahrungsmittelproduktion benötigten Ländereien zur Herstellung von Agrartreibstoffen zu nutzen.

Weil weltweit immer mehr Nahrungsmittel zur Energiegewinnung verbrannt werden, hungern noch mehr Menschen auf der Erde. Die Ärmsten der Armen können finanziell mit den Einkommen der Autobesitzer in den Industriestaaten nicht konkurrieren. Die mexikanische „Tortilla-Krise“ lieferte dafür bereits ein Beispiel. In den vergangenen Monaten sind die Weltmarktpreise für Mais bereits drastisch gestiegen, weil die USA den Weltmarkt leer gekauft haben, um ihre Bio-Alkohol-Produktion für Autos anzukurbeln. Die Tortilla, das Grundnahrungsmittel der armen Mexikaner, ist aus Mais, und die Mexikaner müssen inzwischen doppelt soviel dafür zahlen wie noch vor kurzem. Übrigens wird die Tortilla-Krise jetzt zur Propaganda für Gen-Mais genutzt.
Agrartreibstoffe konkurrieren mit Nahrungsmitteln nicht nur um Land, sondern auch um Wasser. Mitte August 2007 legten Forscher auf der Internationalen Wasserwoche in Stockholm Studien vor, die eindeutig belegen: Weltweit ist nicht ausreichend Wasser vorhanden, um gleichzeitig den Bedarf an Lebensmitteln zu decken und außerdem noch den Bedarf an Wasser für den Anbau großer Mengen an Pflanzen für die Gewinnung von Agrartreibstoffen zur Verfügung zu stellen. (14)

Der Bio-Bluff
Immerhin befreit uns die Agrarenergie von der Geiselnahme durch die Erdölverknappung, die uns seit Jahrzehnten erpreßbar macht, so die Befürworter der „grünen“ Agrarsprit-Revolution. Laut Daten des International Energy Outlook der US-Regierung aus dem Jahr 2006 ist auch das ein Trugschluß. Danach steigt der globale Energieverbrauch um 71 Prozent zwischen 2003 und 2030. Der Verbrauch an Erdöl werde um 50 Prozent steigen, der von Kohle, Erdgas und Erneuerbaren Energien sich jeweils nahezu verdoppeln – also um 100 Prozent zunehmen, und die Nuklearenergie werde nur um ein Drittel – also um ca. 30 Prozent – wachsen. Diese Zahlen geben den Befürwortern der Agrartreibstoffe auf den ersten Blick recht. Doch schaut man sich die Vorhersagen für den gesamten Energieverbrauch in demselben us-amtlichen Bericht an, erkennt man den Bio-Bluff mit der goldenen Zukunft des Agrartreibstoffes: Der gesamte Verbrauch von Erneuerbaren Energien inklusive der Energiegewinnung aus Agrartreibstoffen wird im Jahr 2030 nicht mehr als magere neun Prozent des globalen Energieverbrauchs ausmachen.

Völlig unrealistisch ist daher die Annahme, daß die weltweiten Ackerflächen den globalen Energieverbrauch decken könnten. Selbst wenn etwa die USA ihre gesamte Mais- und Soja-Ernte in Agrarsprit verarbeiteten würden, könnten damit lediglich 12 Prozent des nationalen Benzinverbrauchs und nur sechs Prozent des nationalen Dieselverbrauchs gedeckt werden (15). Weshalb klar wird, daß die Produktion der Agrartreibstoffe vor allem auf die so genannten Entwicklungsländer mit all den lokal verheerenden Konsequenzen abgewälzt werden soll.

Die Millionen Kleinbauern, die angeblich vom Agrarenergie-Boom endlich zu Wohlstand kommen, sucht man vergebens in dem neuen Big Business. Statt dessen beherrschen global agierende Konzerne, milliardenschwere Investoren und Großgrundbesitzer den Markt, die es bereits längst zu enormem Reichtum gebracht haben. Trotzdem erhält der Agrartreibstoffsektor weltweit so viele Subventionen aus öffentlichen Geldern wie kaum eine andere Branche. Die Global Subsidies Initiative hat errechnet, dass allein die US-Steuerzahler den Agrosprit-Boom mit jährlich rund 5,5 bis 7,3 Milliarden US-Dollar subventionieren.

Auch die Bundesregierung, die EU und die Verbraucher subventionieren die Produktion und den Einsatz von „Agrarkraftstoffen“ oder zahlen künstlich erhöhte Endverbrauchspreise. Das Leipziger Institut für Energie und Umwelt hat berechnet, daß bundesweit dieses Jahr etwa 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl erzeugt werden. Die deutschen Palmöl-Kraftwerksbetreiber werden zusätzlich noch subventioniert. Rund 200 Millionen Euro bekommen sie dafür dieses Jahr aus der Umlage des Erneuerbaren Energiengesetzes EEG. Doch der Trick steckt in dem Wort „Umlage“: Um 200 Millionen Euro wird der Strom für den Endkunden nicht etwa billiger, sondern im Gegenteil: der Staat treibt diese Subventionen mit Hilfe der Stromversorger über eine Erhöhung der Stromrechnung beim Endverbraucher wieder ein.

Ende Juli 2007 mahnte deshalb auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen eine Umkehr in der Förderpolitik an, das Gremium wurde von der Bundesregierung selbst eingerichtet. „Der vielfach verbreitete Eindruck, Biomasse könne in absehbarer Zeit einen großen Teil der fossilen Brennstoffe – klimafreundlich – ersetzen, ist wissenschaftlich nicht tragbar“, schreiben die Sachverständigen in einem Sondergutachten und kritisieren die bestehenden Subventionen für Agrarenergie. (16)

Anmerkungen:

(1) Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vom 21. Juli 2004. Das Gesetz wurde am 31.7.2004 im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2004, Teil I, Nr. 40, Seiten 1918 ff. verkündet.

(2) www.solarserver.de/news/news-7369.html

(3) siehe u.a.: Pressemitteilung Nr. 10/07 vom 11.10.2007, Forum für Zukunftsenergien e.V.
www.zukunftsenergien.de
und
„International Energy Outlook 2006“, www.worldenergyoutlook.org

(4) siehe u.a.: Organisation for Economic Co-operation and Development: BIOFUELS: IS THE CURE WORSE THAN THE DISEASE?, Paris, 11-12 September 2007
und Biofuelwatch et al. „Agrofuels – towards a reality check in nine key areas“, April 2007.
www.biofuelwatch.org.uk/background.php

(5) www.grain.org

(6) „No to the agrofuels craze!“, Editorial

(7) Regenwald Report 3/2007. www.regenwald.org

(8) www.sawitwatch.or.id

(9) World Rainforest Movement, Bulletin 112 November 06

(10) The Sunday Times, London, June 3, 2007.
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-6666/biokraftstoffe_aid_64512.html
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/us_and_americas/article1875709.ece
Dominic Nutt hat bis Mitte 2007 als Emergency Editor für Christian Aid, London, gearbeitet.

(11) Peter Aldhous: Borneo is Burning, in Nature, Vol. 432, 11. November 2004

(12) report München, 12.3.07

(13) Das Grüne Gold: Welthandel mit Bioenergie – Märkte, Macht und Monopole. Von Thomas Fritz, Berlin 2007, herausgegeben vom Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika – FDCL e.V.

(14) Zur Tortilla-Krise siehe: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24543/1.html
International Water Management Institute: Food, biofuels could worsen water shortage, IWMI 2007

(15) „No to the agrofuels craze!“, www.grain.org

(16) http://www.umweltrat.de/frame02.htm

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