HINTERGRUND, Heft 03 - 11 - Der Doppelanschlag von Oslo

Der Doppelanschlag von Oslo: „Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode“

Von FREERK HUISKEN

Anmerkungen / Quellen:

(1) Einzige mir bekannte Ausnahme stellt der Kommentar von Thomas Steinfeld in der SZ vom 25.7. dar.
(2) Der Verteidiger von A. Breivik plädiert inzwischen auf „Unzurechnungsfähigkeit“, weil sein Mandant sich in einem Krieg wähnte, den es nirgendwo gibt. Stimmt: Das ist es gerade, was der Attentäter nicht ausgehalten hat. Deswegen hat er ihn begonnen.
(3) Dass er bürgerliche Sozis in Marxisten verwandelt, erklärt sich aus der Tour der politischen Rechtsextremen, jede Partei, die etwas weiter links von ihnen steht mit dem Etikett „Marxismus“ oder „Kommunismus“ zu verunglimpfen. Es muss jedoch mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, dass er die norwegische Arbeiterpartei zu unrecht beschimpft. Auch wenn man wenig über sie weiß, so weiß man doch mit Sicherheit, dass es sich bei ihr nicht um eine Organisation von Marxisten handelt.
(4) Vgl. GegenRede
(5) „Bei der Zuwanderungs- und Ausländerpolitik hat der sozialdemokratische Regierungschef (Norwegens) nach Meinung von Kritikern nach und nach immer mehr Positionen der rechtspopulistischen Fortschrittspartei übernommen, nachdem deren Chefin Siv Jensen in Umfragen zeitweise den Sprung über die 30 Prozent geschafft hatte.“ (Bild.de) Das fällt unter Ironie der Zeitgeschichte, dass die norwegische Arbeiterpartei wegen ihrer Ausländerpolitik zu einem Zeitpunkt Opfer eines wüsten Angriffs wird, wo sie sich – mit Sicherheit nicht in totaler Verleugnung eigener politischer Anliegen – der politischen Position des Attentäters nähert.
(6) Deswegen interessieren sich Presseleute bei Demonstrationen auch weniger für ihr Anliegen, sondern fragen, ob von den Demonstranten Gewalt ausging.
(7) Darunter fallen auch die Trauerveranstaltungen, die zu Orgien in Nationalismus ausgestaltet worden sind. Warum fällt es wohl den Veranstaltern ein, zum Höhepunkt der Trauerfeier die norwegische Nationalhymne zu intonieren? Ihre letzte Strophe lautet: Ja, wir lieben dieses Land, wie es aufsteigt, zerfurcht und wettergegerbt aus dem Wasser, mit den tausend Heimen. Und wie der Kampf unserer Väter erhob es von Not zu Sieg, auch wir, wenn es verlangt wird, für dessen Frieden Lager schlagen.

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