HINTERGRUND, Heft 03 - 13 - Zehn Jahre Agenda 2010

Zehn Jahre Agenda 2010

Von SAHRA WAGENKNECHT

Anmerkungen und Quellen

(1) So tauchen Erwerbslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben, an Weiterbildungen teilnehmen sowie über 100000 Arbeitslose, die älter als 58 sind, in der offiziellen Arbeitslosenstatistik nicht auf. Auch Arbeitslose, die von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden, gelten seit Mai 2009 nicht mehr als arbeitslos. Ehrlich gerechnet dürfte die Zahl der Arbeitslosen um mindestens 800000 höher liegen. Dabei ist die sogenannte „stille Reserve“ noch nicht mitgerechnet.
(2) Vgl. taz vom 27.2.2013.
(3) Zwar gibt es heute insgesamt mehr Arbeitsverhältnisse als vor zwölf Jahren, das Volumen der geleisteten Arbeitsstunden ist aber kaum gestiegen, d.h. das gleiche Arbeitsvolumen verteilt sich auf immer mehr schlecht bezahlte Jobs. So ist die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse seit dem neuen Teilzeit- und Befristungsgesetz von 2001 von 1,7 auf 2,7 Millionen angestiegen, die Zahl der geringfügig Beschäftigten stieg im selben Zeitraum von 4 auf 7,5 Millionen, und die leichte Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist ausschließlich auf die wachsende Zahl von Teilzeitbeschäftigten (+ 1,7 Millionen bzw. 44,3 Prozent) zurückzuführen, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 1,1 Millionen (knapp 5 Prozent) sank.
(4) Vgl. die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Psychische Belastungen aufgrund flexibler und atypischer Arbeitszeiten“, BT-Drs. 17/11974.
(5) Vgl. die Pressemitteilung des DIW vom 9.11.2011: Lohnentwicklung 2000 bis 2010: Ein für die Arbeitnehmer verlorenes Jahrzehnt.

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