HINTERGRUND, Heft 04 - 2014 - Nachgereicht: Heuchelei

Anmerkungen und Quellen:

(1) http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Regierungserklaerung/2014/2014-09-01-bt-merkel.html
(2) Neue Zürcher Zeitung, 18. November 2013, „Erdogan und Barzani Seite an Seite“: http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/erdogan-und-barzani-seite-an-seite-1.18187153

(3) Interview mit Ulla Jelpke, „Das PKK-Verbot muss weg“, Hintergrund-online vom 26. August 2014: http://www.hintergrund.de/201408263213/politik/welt/qdas-pkk-verbot-muss-wegq.html

Patrick Franke in der Süddeutschen Zeitung vom 29. August 2014, „Waffen für die Falschen?“:
http://www.sueddeutsche.de/meinung/jesiden-und-kurden-im-irak-waffen-fuer-die-falschen-1.2106836

Reinhard Baumgarten in Bayern2 radioWelt am 1. September 2014, „Sicht der Jesiden auf Waffenlieferung für Kurden“. Das Audiofile steht in der BR-Mediathek nicht zur Verfügung, liegt aber der Hintergrund-Redaktion vor.

Auszug

Reinhard Baumgarten (Voice over – Statement eines kurdischen Helfers in einem Flüchtlingslager, Name schwer zu verstehen):

„‚Die Truppen der Kurdenregion konnten in diesen Gebieten (gemeint ist die Bergregion, Anm. Red.) nicht helfen.‘ Waffen für die Peschmerga, die Truppen der Autonomen Region Kurdistan, sei keine Garantie für die Sicherheit der Jesiden, erklärt … (Name schwer zu verstehen). Knapp zwei Stunden hätten die Peschmerga in der Stadt Sindschar Anfang August der angreifenden Terrormiliz Widerstand geleistet, dann seien die Peschmerga abgezogen. Ihre den Jesiden zugesagte Sicherheitsgarantie habe sich als wertlos erwiesen. Viele Menschen seien getötet und in die von der Terrormiliz kontrollierten Gebiete verschleppt worden. ‚Mehr als 400.000 Jesiden sind auf der Flucht. Nach all dem kannst du den Jesiden nicht mehr erzählen, die Peschmerga werden euch beschützen. Sie haben nicht das gehalten, was die Regierung der Autonomen Kurdenregion versprochen hat, nämlich: Wir werden das Gebiet und die Menschen dort schützen.‘“

Reinhard Baumgarten (Voice over – Statement Tachsin Hodeida, kurdischer Englischlehrer):  

„Ob die Jesiden jemals wieder in ihre Siedlungsgebiete zurückkehren, sei mehr als fraglich, gibt der Englischlehrer Tachsin Hodeida im türkischen Flüchtlingslager Silopi nahe der irakischen Grenze zu bedenken. Nachdem die Terrormiliz den Bezirk angegriffen hatte, seien die Jesiden von arabischen Sunniten umringt worden. ‚Sie sind in unsere Häuer eingedrungen, sie haben alles geklaut. Vom ersten Tag des Völkermordes an haben sie uns beraubt. Wir können den Arabern und den Peschmerga nicht mehr glauben. Wir trauen nur noch denen, die uns geholfen haben, zu überleben – der PKK und der PYD. Sie sind von Syrien über die Grenze in die Berge gekommen, sie haben Tausenden von Menschen geholfen zu überleben.‘“

Abschließender Kommentartext Baumgarten:

„Die türkische Partiya Karkerên Kurdistan, PKK, und ihr syrischer Ableger Partiya Yekitîya Demokrat, PYD, so versichern viele dem Massenmord entkommene Jesiden, hätten gegen die Terrormiliz gekämpft und Fluchtkorridore ermöglicht. Waffen für PKK und PYD? Beide Gruppierungen werden im Westen als Terrororganisationen geführt. Extremsituationen fördern manchmal extremes Umdenken – auf allen Seiten.“

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