Japans größte Oppositionspartei zweifelt die offizielle Darstellung des 11. Septembers an

Interview mit Yukihisa Fujita am 18. Juni 2008:

Yukihisa Fujita, Abgeordneter der Demokratischen Partei Japans (DPJ), bereist zurzeit Europa. Sein Ziel ist es, ein internationales Netzwerk von führenden Politikern und anerkannten Persönlichkeiten zu gründen, das sich für eine neue Untersuchung der Terroranschläge vom 11. September 2001 einsetzt. Bereits am 10. Januar dieses Jahres hatte er in seiner Funktion als Vorsitzender eines parlamentarischen Ausschusses zur Außenpolitik den japanischen Premierminister und einige Minister einer parlamentarischen Befragung zu den Widersprüchen in der offiziellen Deutung des 11. Septembers unterzogen. Dabei wurde Fujita nach eigenen Angaben von seiner Partei, der DPJ – der wichtigsten Oppositionspartei Japans – in seinem Anliegen unterstützt. Die parlamentarische Anzweiflung der offiziellen Darstellung des 11. Septembers durch mehrere Politiker Japans hatte international Aufsehen erregt. Fujitas Eintreten für eine neue und unabhängige Untersuchung der über sechs Jahre zurückliegenden Tragödie führte ihn am 17. und 18. Juni nach Berlin. Hintergrund befragte den Politiker vor seiner Weiterreise nach Rom zu seinem Anliegen.

Hintergrund: Herr Yukihisa Fujita, Sie möchten mit europäischen Politikern ins Gespräch kommen und mit ihnen Widersprüche und Lücken in der offiziellen Interpretation des 11. Septembers  besprechen. Wie sind Sie auf dieses Thema aufmerksam geworden und warum ist es wichtig?

Fujita: Nun – es liegt schon einige Jahre zurück – da sprach ich mit einer japanischen Bürgerinitiative, die sich für die zivilen Opfer des Krieges in Afghanistan einsetzte. Sie nannten die Zivilisten, die in Afghanistan starben, „Opfer des 11.  Septembers“. Und ich fragte Sie, wieso sie die zivilen Opfer des Krieges als Opfer des 11. Septembers bezeichnen würden. Und sie antworteten mir, dass dieser Krieg ein direktes Resultat des 11. Septembers sei und dass zudem in Afghanistan sehr viel mehr Menschen ums Leben gekommen seien als in New York. Das hat mir erstmals gezeigt, dass ganz normale japanische Bürger sehr deutlich fühlten, wo die Opfer des 11. Septembers hauptsächlich zu finden sind. Das war der erste Moment, an dem ich begann, mich mehr für die Hintergründe des 11. Septembers zu interessieren.

Hintergrund: Und dann begannen Sie zu recherchieren?

Fujita: Zunächst gab es einen weiteren Moment, der Zweifel in mir weckte. Als nämlich ein Dozent in meinem Wahlkreises zu mir sagte, dass die Amerikaner zwar Kriege durch überlegene Technik gewinnen könnten und dass sie die Taliban töten könnten. Er jedoch würde sich wundern, dass der Preis für ein verlorenes Leben in Afghanistan sehr viel billiger zu sein scheint, als der für ein verlorenes Leben in New York. Und das sei nicht gerecht. Diese beiden Erlebnisse ließen mich darüber nachdenken, ob es überhaupt richtig ist, als Antwort auf den 11. September in Afghanistan Krieg zu führen.

Hintergrund: Sie zweifelten also zunächst am Sinn des Afghanistankriegs, aber noch nicht an der offiziellen Darstellung des 11. Septembers?

Fujita: Es verging wieder einige Zeit und es ergab sich, dass ich mir einige kritische Dokumentarfilme zum 11. September ansehen konnte. Die Filme hießen "911 In Plane Site“, „Loose Change“, usw. Aber diese Filme konnten mich noch nicht davon überzeugen, dass der 11. September wirklich so stattgefunden haben soll, wie es dort beschrieben wurde. Ich sagte zu mir selbst, das könne doch einfach nicht wahr sein. Es schien mir einfach zu extrem zu sein.

Hintergrund: Und was hat Sie dann dazu gebracht, die anfangs verworfene Annahme doch wieder in Erwägung zu ziehen?

Fujita: Im letzten Jahr wurde ich mit neuen Fakten konfrontiert, die man einfach nicht mehr ignorieren konnte. Zum Beispiel der Umstand, dass ein Gebäudekomplex des World Trade Centers, WTC Nummer 7 – ein 47 Stockwerke hohes Hochhaus – am späten Nachmittag des 11. Septembers ebenfalls einstürzte, obwohl es gar nicht von einem Flugzeug getroffen worden war. 

Hintergrund: Das World Trade Center Nummer 7 stand ungefähr 100 m vom Nordturm der beiden Zwillingstürme entfernt und war etwa halb so hoch wie diese. Das Hochhaus hatte durch den Einsturz der Zwillingstürme kleinere Beschädigungen an einer Seite davongetragen. Am späten Nachmittag um 17:20 Uhr stürzte es plötzlich ein. Das Gebäude kippte nicht etwa zur Seite, es stürzte auch nicht partiell ein, sondern es fiel vollkommen simultan und  symmetrisch in seinen eigenen Grundriss. Der Einsturz vollzog sich mit annähernd freier Fallgeschwindigkeit, nämlich in 6,5 Sekunden. Dabei pulverisierte die Bausubstanz fast vollständig.

Fujita: Der Einsturz von Gebäude 7 ist einer dieser Sachverhalte, die sich einfach nicht ignorieren lassen. Nach meiner Beschäftigung mit WTC 7 habe ich mir die verschiedenen Dokumentarfilme, die sich mit dem vermeintlichen Einschlag eines Flugzeugs in das Pentagon befassen, noch einmal angesehen. Und dann hörte ich schließlich von den Put-Optionen…

Hintergrund: …ein Finanzprodukt, mit dem der Käufer auf fallende Kurse eines Aktienunternehmens oder anderer Werte setzen kann.

Fujita:…die am 11. September 2001 just bei solchen Unternehmen in außergewöhnlich hoher Anzahl platziert worden waren, die durch die Katastrophe Kurseinbrüche zu verzeichnen hatten. Dieser Sachverhalt wurde von dem damaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank verifiziert. Ich dachte damals, dass dies alles Fakten sind, die, so sehr man sich auch bemüht, mit der offiziellen Interpretation des 11. Septembers einfach nicht in Einklang zu bringen sind.

Hintergrund: Und dies bestärkte Sie in ihrem Vorhaben, den Premierminister der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) einer Befragung zu den Widersprüchen des 11. Septembers zu unterziehen?

Fujita: Den letzten Ausschlag gab dann die Rede eines bekannten japanischen Politikers im Parlament. Er argumentierte, Japan müsse die Amerikaner schon deshalb in ihrem Krieg in Afghanistan und im Irak unterstützen, weil am 11. September schließlich auch Japaner ums Leben gekommen seien. Als ich das hörte, dachte ich bei mir, wenn der 11. September immer noch dazu benutzt wird, die japanische Beteiligung an diesen Kriegen zu rechtfertigen, dann haben die japanischen Bürger auch das Recht, diese neuen Fakten über dieses Ereignis zu erfahren. Ich sprach daraufhin mit einigen Mitgliedern der Regierung und hörte, dass auch hier und da andere Politiker und Regierungsbeamte hinsichtlich des zweifelhaften Einschlags eines Flugzeuges ins Pentagon oder bezüglich des vorgeblichen Absturzes einer Passagiermaschine in Pennsylvania misstrauisch geworden waren. Und sogar der Verteidigungsminister erwähnte, dass es möglich sei, dass die us-amerikanische Regierung in die Geschehnisse des 11. Septembers involviert gewesen sein könnte. All dies trug dazu bei, dass ich mich dann entschloss, am 10. Januar 2008 im Parlament eine ganze Reihe von Fragen zum 11. September an den Premierminister und andere zuständige Minister der Regierung zu richten. Zum Beispiel, ob der Tod japanischer Bürger am 11. September 2001 von der japanischen Regierung überhaupt unabhängig untersucht worden ist oder ob man sich einfach auf die Aussagen der us-amerikanischen Regierung verlassen hatte.

Hintergrund: Sie nutzten dabei Ihre Position als Vorsitzender eines Ausschusses zu Fragen der Verteidigungs- und Außenpolitik. Ihre Befragung dauerte insgesamt eine halbe Stunde. Und Sie verwendeten die Zeit, um den versammelten Parlamentariern eine Fülle an Bild- und Textmaterial zu präsentieren. Wie fielen die Reaktionen aus. Wurden Sie nicht mit Anfeindungen konfrontiert?

Fujita: Zu meiner Überraschung gab es überhaupt gar keine Angriffe von Seiten der Regierungspartei. Sie waren sehr still. Sie müssen gefühlt haben, dass ich die verfügbaren Fakten zum 11. September sehr lange und sehr gründlich studiert hatte. Und dass sie daher nicht in der Lage waren, mir mit Gegenargumenten zu begegnen. In den folgenden Tagen gab es zwei Artikel, die versuchten, mich ins schlechte Licht zu rücken, lächerlich zu machen. Aber niemand hat versucht, mich offen für das zu kritisieren, was ich tat. In den darauf folgenden Tagen machte ich die Entdeckung, dass viele Mitglieder meiner Partei ebenfalls punktuell Zweifel an der offiziellen Darstellung des 11. Septembers entwickelt hatten. Aber sie besaßen insgesamt noch nicht genügend Informationen, um die Regierung mit offenen Fragen direkt zu konfrontieren. Nachdem ich meine Präsentation im japanischen Parlament beendet hatte, kamen viele dieser Politiker zu mir und teilten mir mit, sie hätten auch schon von diesen oder jenen Widersprüchen gehört oder hätten sogar einzelne Informationen entdeckt. Insbesondere in den letzten Monaten haben viele wichtige Politiker meiner Partei mir für das, was ich tue, ihre Unterstützung zugesichert. Dies hat dazu geführt, dass ich dann noch zwei weitere Präsentationen zu den Widersprüchen des 11. Septembers vor Parteifreunden durchgeführt habe. Und mittlerweile stehe ich auch mit einigen Politikern in der Regierungspartei LDP in Verbindung, die mich in meinem Bemühen um eine neue internationale Untersuchung unterstützen.

Hintergrund: Gegenwärtig reisen Sie durch Europa und versuchen Kontakte zu europäischen Politikern aufzubauen. Welches konkrete Ziel verfolgen Sie in den nächsten Monaten?

Fujita: In den letzten Monaten habe ich sehr viele Gelegenheiten wahrgenommen, um nach Europa zu reisen und mit Politikern zu sprechen, die ihre Zweifel an der offiziellen Geschichte des 11.  Septembers schon einmal kundgetan haben. Ich sprach mit Politikern aus England, Italien, Deutschland und habe zudem Politiker des Europäischen Parlaments getroffen. Und sie waren durchaus dankbar, von Politikern anderer Länder zu hören, die an der gleichen Sache arbeiten wie sie selbst. Nach all den Gesprächen, die ich geführt habe, habe ich den Eindruck, dass viele Politiker sich sehr sicher sind, dass die offizielle Geschichte zum 11. September nicht wahr sein kann. Aber sie fühlen sich isoliert in ihrer eigenen Partei und in ihrem eigenen Parlament. Sie brauchen unbedingt mehr Unterstützung von anderen Politikern. Indem man sich international vernetzt, ist man zugleich auch in der Lage, besser zusammenzuarbeiten und sich auf diese Weise abzusichern und möglichen Angriffen vorzubeugen.

Hintergrund: Die psychologische Hemmschwelle, sich diesem Thema zu widmen, ist doch sehr hoch. Wie gehen Sie damit um?

Fujita: Um es den Politikern einzelner Länder leichter zu machen, sich zu organisieren, bereiten wir gerade eine Petition vor, die dann international von den verschiedenen Politikern unterzeichnet werden kann. Zentraler Bestandteil dieser Petition ist die Forderung nach einer neuen und vor allem unabhängigen Untersuchung der Ereignisse vom 11. September 2001. Und ich denke, dass der Antrag auf Einleitung eines Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Bush, der in der letzten Woche von dem Abgeordneten Dennis Kucinich im us-amerikanischen Kongress gestellt worden ist, eine große Ermutigung für all jene Politiker darstellt, die sich für eine neue Untersuchung des 11. Septembers einsetzen. Ich denke, dass es nun immer leichter werden wird. Denn die einzelnen Politiker, die lange Zeit mit ihren Zweifeln alleine waren, werden in Zukunft mehr miteinander kommunizieren.

Hintergrund: Oft fällt das Argument, das Ereignis liege schließlich schon über sechs Jahre zurück und seither seien neue politische Probleme aufgetaucht. 

Fujita: Aber viele von ihnen haben direkt oder indirekt etwas mit dem 11. September zu tun. Und deshalb glaube ich, dass eine internationale Untersuchung des 11.  Septembers sich als  Schlüssel erweisen könnte, um hinsichtlich einer Vielzahl dieser Probleme eine politische Richtungsänderung zu erreichen. Denn der 11. September rechtfertigte ja für die USA nicht nur die Kriege in Afghanistan und im Irak. Darüber hinaus haben die USA dieses Ereignis benutzt, um gegenüber anderen Ländern eine Politik durchzusetzen, die sonst nicht durchsetzbar gewesen wäre. Ich erinnere in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch an das zur Wirtschaftsspionage eingesetzte Echelon – System. Vor dem 11. September regte sich in der EU Widerstand gegen die Praxis der USA, die europäische Kommunikation über dieses System abzuhören, die nach dem 11. September für einige Zeit wieder verstummte. Eines der wichtigsten Aufgaben, vor denen wir stehen, ist, die Entwicklung hin zu einer Welt, in der der Krieg als politisches Mittel betrachtet wird, umzukehren. Ich spreche morgen in Rom auf einem Kongress der „europäischen Demokraten“.

Hintergrund: Einem Parteienbündnis im EU – Parlament, dem Parteien aus Italien, Tschechien, Portugal und Großbritannien angehören.

Fujita:… Der genaue Titel lautet: „Meeting of the Alliance of Democrats“ (Treffen der Allianz der Demokraten). Und ich werde dort den Vorschlag zur Diskussion stellen, die Weltpolitik von einer Politik des Krieges hin zu einer Politik der Konsolidierung und Entwicklung umzuorientieren.

Hintergrund: Und dies kann durch eine weit verbreitete Aufmerksamkeit und Infragestellung der Ereignisse des 11. Septembers erreicht werden?

Fujita: Sehen Sie, der 11. September kann weltweit von jedem erforscht und recherchiert werden, der Zugang zu Texten, Dokumentarfilmen und Bildern hat. Letztlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Zweifel an der offiziellen Darstellung des 11. Septembers weltweit verbreiten. Eine solche weltweite Bewegung aus Skeptikern könnte auch Einfluss auf die Medienberichterstattung erlangen. Und sollte dies gelingen, so wäre es auf diese Weise möglich, auch die Außenpolitik der USA zu ändern. Eine neue Untersuchung des 11. Septembers ist eine Möglichkeit, ein anderes friedliches und demokratisches Amerika gegenüber dem Amerika der Neokonservativen zu stärken.

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