Nachdenkseiten zu Palästina

Zum Tod von Shireen Abu Akleh

Karin Leukefeld erinnert auf den Nachdenkseiten an die palästinesische Journalistin, die vergangene Woche ermordet wurde. Offenbar gezielt von israelischen Soldaten:

Bilder von ihren Reportagen zeigen sie in zerstörten Häusern, bei Demonstrationen, oft mit Helm und schusssicherer Weste, auch mit Gasmaske, um trotz des Einsatzes von Gas durch die israelischen Streitkräfte weiter berichten zu können. Sie berichtete aus Jerusalem genauso wie vom Sitz der Vereinten Nationen in Genf, wo es Jahr um Jahr um die Sache der Palästinenser ging, die bis heute keine Gerechtigkeit erfahren. ‘Ganze Generationen sind mit ihren Berichten aufgewachsen’, sagt eine Kollegin. ‘Sie war in den Wohnzimmern aller Palästinenser’. Und all derer, die sich für die Sache der Palästinenser interessieren, die für ihre Rechte eintreten.

Shireen Abu Akleh war 51 Jahre alt, als sie ermordet wurde. Sie hatte keine Chance, denn ihr Mörder hatte es genau auf sie und ihre Kollegen und Kolleginnen an diesem Morgen abgesehen. Aufnahmen ihres Kameramanns zeigen, wie sie am frühen Morgen ihre schusssichere Weste anlegt und ihre Haare zurückstreift, um den Helm aufzusetzen. Es sei ruhig gewesen in der kleinen Straße, die auf beiden Seiten mit Mauern befestigt war, hinter denen Plantagen lagen, berichtet Shatha Hanaysha, eine der Journalistinnen in der kleinen Gruppe.

Die Umstände des Todes von Shireen Abu Akleh sind bekannt, es gibt zahlreiche Augenzeugen. Die israelische Armee geht über Leichen und macht auch vor deutlich als „Presse“ gekennzeichneten Journalisten nicht Halt.

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