Terrorismus

Tödlicher Terroranschlag gegen iranischen Atomforscher

Von REDAKTION, 11. Januar 2012 –

Im Iran ist erneut ein tödlicher Bombenanschlag auf einen Atomwissenschaftler verübt worden. Ein Motorradfahrer habe eine Bombe an dem Fahrzeug von Professor Mostafa Ahmadi Roshan befestigt, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Auch der Fahrer Roshans starb nach der Explosion am Mittwoch, ein weiterer verletzter Insasse des Wagens konnte erfolgreich notoperiert werden.

Über die genau Funktion des Anschlagopfers in der iranischen Nuklearindustrie kursierten zunächst noch ungenaue, zum Teil sogar widersprüchliche Nachrichten. Die iranische Atomorganisation teilte mit, Roshan sei „einer der Diener der Nuklearindustrie“ gewesen, ohne dessen genaue Position zu benennen. Ein Sprecher der Sharif-Universität sagte , Roshan sei Chemiker gewesen und habe an wissenschaftlichen Projekten gearbeitet. Fars berichtete dagegen, Roshan sei Vizechef der Handelsabteilung der Urananreicherungsanlage in Natans im Zentraliran gewesen. Dies wurde von amtlicher Seite zunächst nicht bestätigt.

Der jüngste Anschlag erinnert an ähnliche Attentate in den vergangenen Jahren. HINTERGRUND berichtete, dass bereits im Jahr 2007 ein iranischer Atomwissenschaftler an den Folgen einer Gasvergiftung verstorben. (1)

Im Jahr  2010 kam es dann zu einer Häufung von Anschlägen. Im Visier standen damals drei Wissenschaftler aus der Atomforschung. Zwei von ihnen kamen ums Leben, einer wurde verletzt.

Nach dem Bombenanschlag auf den 50-jährigen Universitätsprofessor und Atomphysiker Massud Ali-Mohammadi im Januar 2010 machte Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad Israel für den Mord verantwortlich. Mehrere mutmaßliche  Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad wurden festgenommen.

Im November 2010 wurde dann der iranische Nuklearwissenschaftler Maschid Schahriari bei einem Attentat getötet. Ein zweiter Wissenschaftler, Fereydoun Abbasi, wurde durch einen weiteren Sprengsatz verletzt. Beide Professoren waren an der Universität in Teheran tätig. Abbasi war ein Mitarbeiter Schahriaris.

Abbasi wurde wenig später von Präsident Ahmadinedschad zu dessen Vize und zum Chef der iranischen Atomorganisation ernannt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Sie sollen  Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten unterhalten haben.

Regierung und Parlament in Teheran verurteilten das Attentat und verdächtigten Israel und die USA, daran beteiligt gewesen zu sein. „Die Feinde des Iran sollen wissen, dass sie mit solchen terroristischen Akten den wissenschaftlichen Fortschritt des Iran nicht stoppen können“, sagte der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi in einem Statement, das die Agentur Isna verbreitete. „Die Agenten der imperialistischen Mächte waren in diesen Mord verstrickt“, fügte Rahimi hinzu. (mit dpa)

(1) http://www.hintergrund.de/20100331791/kurzmeldungen/aktuell/iran-verschwundener-atomwissenschaftler-ist-cia-agent.html

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