Bomben statt Milch: Afghanistans Kinder hungern weltweit am meisten

(11.11.2009/dpa/hg) Auch acht Jahre nach Beginn des internationalen „Engagements“ in Afghanistan leidet mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren dort weiterhin an Unterernährung. 59 Prozent aller Kinder im Alter unter fünf Jahren bekommen nicht ausreichend zu essen. Das geht aus einem UNICEF-Bericht hervor, der am Mittwoch in New York veröffentlicht wurde.

Demnach ist Afghanistan weltweit am stärksten von Unterernährung bei Kindern betroffen. Unter allen Ländern ist in Afghanistan der Anteil der unterernährten Kinder prozentual am größten. In absoluten Zahlen führt immer noch das wirtschaftlich aufstrebende Indien die Statistik mit 61 Millionen unterernährten Kindern an.

Die Versorgung der afghanischen Kinder sei nur wenig besser geworden, sagte der Südasien- Direktor des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Daniel Toole, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Neu Delhi.

Das Bildungsniveau sei in dem seit drei Jahrzehnten umkämpften Land niedrig, die Gesundheitsversorgung unzureichend und die ländlichen Gegenden meist unterentwickelt.

Unterdessen hat US-Präsident Barack Obama einem Bericht des US-Senders CBS vom Montag zufolge entschieden, Zehntausende zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Auch Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schließt die Entsendung weiterer deutscher Truppen in das bitterarme Land nicht aus.

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