Datensammler Google ruft weitere US-Behörde auf den Plan

(11.11.2010/dpa)

Für Google wächst der Ärger im Heimatland. Nun schaut sich auch der US-Netzregulierer FCC die Daten sammelnden Kamerawagen des Suchmaschinen-Spezialisten an. Google war bei den Erkundungsfahrten für seinen Online-Straßenatlas Street View in ungesicherte WLAN-Netze eingedrungen und hatte unter anderem Passwörter und ganze E-Mails abgefangen.

Eine FCC-Abteilungsleiterin bestätigte am Mittwoch, dass sich ihre Behörde des Falls angenommen hat und prüft, ob Google Gesetze verletzt hat. „Wir wollen sicherstellen, dass gegenüber den Verbrauchern, die von dem Eindringen in die Privatsphäre betroffen sind, vollständig Rechenschaft abgelegt wird“, sagte Chefermittlerin Michele Ellison.

Erst Mitte Oktober hatte Google im Detail zugegeben, welche sensiblen Daten die Kamerawagen aufgeschnappt hatten. Der grundlegende Fall ist seit Mai bekannt und sorgt seitdem weltweit für Empörung. Auch in Deutschland haben sich Datenschützer und Staatsanwälte eingeschaltet.

In den USA hat sich eine Koalition aus Generalstaatsanwälten von drei Dutzend Bundesstaaten gebildet, die ihre Ermittlungen nach den neuesten Zugeständnissen noch verstärkt haben. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat ihre Untersuchungen dagegen eingestellt. Sie gab sich mit Googles Versprechen zufrieden, die gesammelten Informationen nicht zu verwenden und zu löschen.

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