Hohe Haftstrafe für Mord an Marwa El-Sherbini

(11.11.2009/dpa/hg)

Alex W. ist wegen Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini am Mittwoch vom Landgericht Dresden zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Da das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellte, kann der Verurteilte nicht mit einer vorzeitigen Haftentlassung nach 15 Jahren rechnen.

Der 28 Jahre alte Mann hatte am 1. Juli die schwangere Ägypterin im Dresdner Landgericht erstochen und ihren Mann Elwy Ali Okaz schwer verletzt. Der dreijährige Sohn der Ermordeten musste der Bluttat zusehen.

Das Verbrechen an Marwa El-Sherbini geschah während eines Berufungsprozesses wegen Beleidigung. Der arbeitslose Spätaussiedler Alex W. hatte die 31-jährige Ägypterin im August 2008 wegen ihres Kopftuchs als „Islamistin“ und Terroristin beschimpft.

Das rassistische Verbrechen hatte in der ganzen Welt Bestürzung ausgelöst und in der arabischen Welt zu Protesten geführt.

Das Dresdner Landgericht folgte mit dem Urteil den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger, die dem Angeklagten Fremdenhass vorgeworfen hatten. Die Verteidigung hatte dagegen auf Totschlag und versuchten Totschlag im Affekt plädiert.

Alex W. muss auch für alle Schäden in Folge des Messerangriffs aufkommen. Richterin Birgit Wiegand sagte am Mittwoch im Dresdner Landgericht, er müsse den Eltern, dem Witwer, dem Bruder und dem dreijährigen Sohn der getöteten Ägypterin „alle materiellen und immateriellen Schäden ersetzen“.

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