Machtwechsel in Albanien - Sozialisten Wahlsieger

(24.06.2013/dpa)

In Albanien zeichnet sich ein Sieg der vereinigten oppositionellen Linksparteien bei der Parlamentswahl vom Sonntag ab. Nach einer Hochrechnung auf der Basis von 20 Prozent der ausgezählten Wahlurnen können die Sozialisten mit bis zu 84 der 140 Sitze rechnen, wie der TV-Sender Top Channel am Montag in Tirana berichtete. Nach Hochrechnungen anderer Medien kommen die Sozialisten auf 82 Sitze. Das rechtskonservative Parteibündnis des seit 2005 regierenden Sali Berisha wird 56 bis 58 Mandate erhalten.

Die Wahl war von schwerer Gewalt, Unregelmäßigkeiten und Manipulationsvorwürfen begleitet. Als Vertreter des Europarates sprach der ehemalige slowakische Außenminister Eduard Kukan am Montag aber von einer demokratischen und fairen Wahl. Damit habe das ärmste Land Europas einen Schritt in Richtung EU gemacht. Regierungschef Berisha habe ihm versprochen, er werde das Wahlergebnis anerkennen. Der wahrscheinliche Wahlsieger ist der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Tirana, Edi Rama.

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Am Wahlabend hatten sowohl das Regierungs- als auch das Oppositionslager den Sieg für sich beansprucht. Auslöser waren zwei gegensätzliche Ergebnisse von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe.

Nur gut die Hälfte der 3,3 Millionen Wahlberechtigten gab ihre Stimme ab. Kommentatoren sahen darin ein Zeichen der Resignation, weil dieselben Parteien und Politiker seit zwei Jahrzehnten gegeneinander antreten. Viele Bürger des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Landes hätten auf jüngere und gut ausgebildete Kräfte gehofft. Diese würden jedoch von alteingesessenen Politikern blockiert.

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