Syrien: Amnesty wirft „Rebellen“ Verstöße gegen Völkerrecht vor

(05.07.2016/dpa)

Mehrere syrische Rebellengruppen sind nach Angaben von Menschenrechtlern für eine Welle brutaler Gewalt und Verstöße gegen das Völkerrecht verantwortlich. Darunter seien Milizen, die von den USA und den Regionalmächten Türkei, Katar und Saudi-Arabien unterstützt werden, erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Dienstag. Bewaffnete Gruppen hätten sich Entführungen, Folter und standrechtlicher Tötungen schuldig gemacht.

Viele Zivilisten im Norden und Nordwesten Syriens lebten in permanenter Angst davor, entführt zu werden, wenn sie das Verhalten der bewaffneten Gruppen an der Macht kritisierten oder sich nicht an deren strikte Regeln hielten, sagte der Nahost-Direktor von Amnesty, Philip Luther. Die Gruppen könnten ungehindert Kriegsverbrechen und andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht begehen.

Neben der al-Nusra-Front – dem syrischen al-Qaida-Ableger – nennt Amnesty auch Terrorgruppen, die vom Westen als „moderat“ eingestuft werden, darunter die radikalislamische Ahrar al-Scham, Nur ed-Din Sinki, die Levante-Front sowie die „Division 16“ der Freien Syrischen Armee. Die genannten Organisationen kooperieren mit al-Qaida und werden von den Vereinigten Staaten und Regionalmächten unterstützt. Amnesty rief die Staatengemeinschaft auf, keine Gruppen mehr zu unterstützten, die Kriegsverbrechen und andere grobe Verstöße begangen hätten – was praktisch jedoch darauf hinaus laufen würde, sämtliche Unterstützung für die „Rebellen“ einzustellen.

 

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