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"Bagdad Babylon – Spiegel-Reporter mit US-Soldaten im Irak Krieg"

– das ist der Titel des Magazins DER SPIEGEL vom 6. August. In der Titelgeschichte ergreift
der SPIEGEL deutlich und vehement Partei für den Irak-Krieg der USA.
„Wenn die Welt vom Irak spricht, ist sie taub geworden für ein Wort: Frieden.
In Wahrheit ist es den Amerikanern gelungen, vielerorts die Ordnung wiederherzustellen.“ (Seite 84). Immer wieder ist von Amerika die Rede, das zum Beispiel einen hohen Preis zahlen würde. Und immer meint der SPIEGEL eigentlich die USA. Die Menschen, die sich im Irak gegen die Besatzer wehren, heißen im Artikel „Terroristen“ und „fanatische Gotteskämpfer“. Die US-Soldaten werden von der Bevölkerung im Irak, so möchte der SPIEGEL suggerieren, freundlichst bewirtet, was ein Foto auf Seite 89 beweisen soll. In der Bildunterschrift heißt es „ Passanten stecken den GIs eiskalte Limonade zu und sagen „Thank you, Mister“. Auf dem zugehörigen Foto sind keine Passanten zu sehen, die einem GI etwas zustecken. Und eine Limonade kann der Betrachter auch nicht entdecken. Was für die „Amerikaner“ und den SPIEGEL „Frieden“ ist, wird auf Seite 85 erklärt: Frieden ist, wenn sich US-Soldaten im besetzten Staat ungehindert bewegen können: „Wir konnten unser verdammtes Camp nicht verlassen, ohne eine verdammte Bombe unter unserem verdammten Arsch zu finden. Jetzt (sagt der Chef der US-Charlie-Kompanie) ist hier der Friede ausgebrochen. And that´s fucking great!”

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