Rubikon zur Letzten Generation

Geistig kleben geblieben

Viel Aufregung um den vermeintlichen Klimaprotest in Deutschland. Es wird sich festgeklebt. Die junge Autorin Madita Hampe, mit 20 Jahren gehört sie zur angeblich “Letzten Generation”, analysiert die Protestform und die Haltung derer, die protestieren. Sie arbeitet heraus: Ein eigentlich politischer Konflikt wird personalisiert. Adressaten sind dann die falschen:

Bei der Frage nach Umweltzerstörung handelt es sich um einen politischen Konflikt. Seit einigen Jahren jedoch erleben wir, wie insbesondere eine Gruppe junger Aktivisten diesen politischen Konflikt umdeutet in einen Generationenkonflikt. Dabei findet eine merkwürdige Verschiebung eigentlich angebrachter Wut statt und letztlich eine Entlastung der wahren Verantwortlichen.

Geht man als junger Mensch davon aus, dass pauschal alle Menschen über 40 die Zukunft der nächsten Generation auf dem Gewissen haben, findet man auch nichts Problematisches daran, diesen Menschen öffentlich Unannehmlichkeiten zu bereiten, etwa mit der Blockade einer Straße.

Es trifft sowieso irgendwie immer die Richtigen. Dies wiederum bereitet den Boden für eine sich ausbreitende Ablehnung von allem, was als alt oder traditionell angesehen wird, wie etwa individueller Personenverkehr oder gar die Kunst. Auf diese Weise entnimmt man dem Konflikt jedoch die Dimension der Hierarchie. Das eigentlich Selbstverständliche, dass für Zustände, die man anprangert, immer in erster Linie diejenigen verantwortlich sind, die die Macht haben, fällt so hinten runter. Schuld sind dann nicht mehr die Regierungen, die Atomkraftwerke bauen, sondern der Einzelne, der abends das Licht anmacht.

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