Multipolar zu Corona

Soziologin: Unaufgearbeitete Corona-Politik ist „eiternde Wunde“

„Wir müssen analysieren, was schief gelaufen ist“, sagt die Mitherausgeberin einer Essaysammlung über die Pandemiepolitik. Das Magazin Multipolar veröffentlicht ein ausführliches Interview mit Sandra Kostner. Sie sagt über das neue Buch:

Die Texte sind im Januar und Februar 2022 entstanden. Die meisten Autorinnen und Autoren haben sie dann noch mal aktualisiert, dennoch handelt es sich natürlich um Analysen aus der Zeit von Anfang dieses Jahres. Manches hat sich inzwischen geändert, das ist klar. Doch für uns ist es sehr wichtig, dass das, was gewesen ist, nicht untergeht angesichts neuer Mega-Themen wie der Krieg in der Ukraine und die durch die westliche Sanktionspolitik hervorgerufene Energiekrise. Sicher kommt es manchem Politiker entgegen, dass wir uns jetzt in einem neuen Krisenmodus befinden. Jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere Politiker hofft, sich dadurch dem, was in der Rückschau zu hinterfragen ist, nicht stellen zu müssen. Doch durch die zweieinhalbjährige Maßnahmenpolitik kam es zu schweren gesellschaftlichen Verwerfungen. Es kam zu gebrochenen Lebenswegen und drastischen ökonomischen Konsequenzen. Vieles verlief unterm Radar. Das ist wie eine eiternde Wunde und wird früher oder später hochkommen. Wir müssen analysieren, was schief gelaufen ist, sonst besteht die Gefahr, dass man diese Fehler, sollte noch einmal eine Pandemie ausgerufen werden, wiederholt. In unserem Band tun dies unter anderem Rechtwissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Historiker und Theologen.

https://multipolar-magazin.de/artikel/unaufgearbeitete-corona-politik

Drucken

Drucken

Teilen

Voriger Artikel Nachdenkseiten zu NSU Ein tollkühner Böhmermann oder ein staatlich bereitgestelltes Leak
Nächster Artikel Telepolis zur Aktien-Rende Zocken für die Rente