Overton-Magazin zum Ukraine-Krieg

Vom allmählichen Erkennen der Wirklichkeit des Ukraine-Kriegs im Westen

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Der Krieg in der Ukraine führt zu massivem Tod und Leid. Das merken mittlerweile auch die USA und andere westliche Unterstützer, schreibt Florian Rötzer und schaut in die US-Presse.

Allmählich werden die Stimmen aus den USA lauter, die Verhandlungen und einen Verzicht auf die Maximalforderungen fordern. Man darf annehmen, dass die Biden-Regierung noch alles daran setzt, dass die sich seit zwei Monaten dahinschleppende und verlustreiche ukrainische Offensive noch vor dem eigentlichen Beginn des Wahlkampfs Erfolge zumindest im Hinblick auf die Aufmerksamkeitsökonomie erzielt. Noch ein Afghanistan kann sich Biden als Präsidentschaftskandidat wohl nicht leisten.
Da vermutlich größere territoriale Zurückeroberungen kaum in der zweiten Hälfte des Jahres möglich sein werden, könnte Washington die Korea- bzw. Deutschlandlösung favorisieren. Also das Einfrieren des Konflikts mit der beibehaltenen Aussicht auf Wiedervereinigung und die schnelle Aufnahme der von Kiew kontrollierten Ukraine in die Nato mitsamt massiven Wiederaufbaugeldern, was zudem in einer entsprechend neoliberalen Wirtschaft westlichen Investoren gute Profite verspricht. Ob das freilich Selenskij überleben könnte, ist fraglich.
Offiziell versteckt man sich noch immer hinter der Formel, dass die ukrainische Regierung entscheiden könne, wie lange sie Krieg führt und wann sie Verhandlung beginnt. Das entspricht nicht den wirklichen Machtverhältnissen, auch wenn es Selenskij zeitweise geschafft haben mag, die westlichen Regierungen gegenseitig, aber auch durch Einbeziehung der Öffentlichkeit unter Druck zu setzen. Die Strategie der westlichen Regierungen ist es, ihren Öffentlichkeiten weiß zu machen, dass die ukrainische Kriegsführung sauber und korrekt sei. Die meisten Medien spielen mit, was auch seinen Grund darin hat, dass ihre Korrespondenten „eingebettet“ in der Ukraine sind, einen Blick auf die andere Seite werfen sie lieber nicht.

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